Shinshi Doumei Cross – Review

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Ich glaube, dieser Manga ist der größte Schandfleck in meinem Manga-Regal. Schande, weil ich ewig gebraucht habe, ihn weiter zu kaufen. Eine weitere Schande aber noch, ewig für das weiterlesen zu brauchen. Doch nun ist es geschafft! Nach 1,5 Jahren habe ich Shinshi Domei Cross fertig gelesen …

Arina Tanemura’s bekanntestes Werk wird wohl immer Kamikaze Kaito Jeanne bleiben. Dieses habe ich vor diesem hier gelesen, was wohl nicht wirklich verwunderlich ist. Damals wollte ich eine längere Serie von ihr lesen, weshalb Shinshi Domei in meine Hände fiel. 11 Bände in 4 Sammelschubbern (Tokyopop, 19,95 €) … Ich glaub, dafür ging mein gutes Geburtstagsgeld drauf. Aber es lohnte sich anscheinend doch … oder?

Worum geht’s?563148

„Wenn du aufgibst, war’s das.“ Haine  Otomiya besucht die renommierte „Kaiserliche Privatakademie“ und ist unsterblich in Shizumasa Togu verliebt. Aufgrund ihrer Herkunft ist Haine jedoch meilenweit von ihrem Schwarm entfernt, der als reichster Schüler der elitären Institution von allen ehrfurchtsvoll „Kaiser“ genannt wird. Ihre Liebe zu Shizumasa verleiht Haine aber die Kraft, für ihr Lebensglück zu kämpfen. Doch wird sie am Ende auch glücklich sein?!

Auf dem ersten Blick ist diese Handlung wohl eine typische School-Romance Story. Der Blick trügt nicht, das kann ich schon mal sagen. Dennoch kommen später noch einige Drama-Elemente zum Vorschein, die im Plot eigentlich ganz gut gemacht sind. Nur kam es mir manchmal etwas langatmig vor. Zwischen manch einem Kapitel musste ich seufzen, aber dann fing sich der Manga wieder etwas. Sagen wir – er übertrieb und ging in komischen Hochformen voran. Die Geschichte von Haine ist sehr interessant. An sich ist sie auch ein interessanter Charakter, aber manchmal dachte ich: „Alle reden nur über dich. Ja, du bist der Mainchara, Haine!“ Es nervte manchmal, wie sich alles um sie drehte. Denn sie ist in keinem Falle eine Mary Sue. Aber manchmal wollte man sie stricken, als wäre sie eine. Genau diese Tatsache tat ihr nicht so gut. Dennoch waren viele Dialoge und Zwischenzeilen sehr gut gemacht. Arina Tanemura bewies sehr oft einen unglaublich schönen Schreibstil! Allerdings passte dieser nicht immer ganz zu einer 15-jährigen … ich kann mich nicht erinnern, dass ein Kind so was zu Stande bekommen könnte. Dennoch ließ mich der Schreibstil oft vergessen, dass hier eigentlich ziemliches Drama betrieben wurde. Ich erinnere mich ungern an die ganzen Familien Gesichten der Charaktere zurück. Zwar gab es gute Wendungen, aber Ich kann sie unmöglich alle zusammenfassen.

Die Zeichnungen sind typisch Arina Tanemura. Ich habe genug Freunde, die ihren Zeichenstil kritisieren. „Irgendwie sieht der Main Chara immer gleich aus!“ oder „Die Augen sind immer gleich!“ Ja, auch mir ist das aufgefallen. Aber daran erkennt man Tanemura’s Zeichenstil nun mal. An sich finde ich diesen aber sehr schön, weshalb ich auch immer gern nach ihren Manga greife. Doch es gab dennoch etwas, was mich an dieser Serie störte …

„Wir brauchen viele Charaktere, damit es auch etwas überfüllt wirkt!“

344175Ich habe nicht genau mitgezählt. Aber um die 40 Charaktere trieben sich in dieser Geschichte schon rum. Es war manchmal zu viel! Wer soll sich all die Namen merken? Wer hat das so vorgesehen? Wieso … Weshalb …? Natürlich ergab alles in sich Sinn, aber manchmal wäre ich doch gerne mitgekommen, was die ganzen Charaktere anging. Dies ist wohl eine Schwäche des Mangas, was ich klar sagen kann. Im Grunde habe ich mir letzten Endes nur den Hauptcast merken können. Zum einen wäre da Haine’s beste(und lesbische) Freundin Ushio, die zwar etwas griesgrämig wirkt, aber Haine dennoch über alles liebt! Ihre Menschenverachterei war schon sehr tiefgründig, wenn ich daran denke, warum eigentlich … Auch Mao war sehr nett, wobei ich nie darauf gekommen wäre, dass er eine Tunte ist. Er wirkte einfach nur überzeugend. Ja, sogar ein schwuler männlicher Charakter hat es in diese Story geschafft. Maguri wirkte mit seiner fröhlichen Art schon fast wie ein männlicher Mainchar … eiens Shonen Mangas. So in etwa dachte ich manchmal. Sonst gab es noch ganz viele andere Charaktere, die auf der Story weiter aufbauen und später vergessen wurden.

So wie der männliche Hauptchara Shizumasa. Er ist so unspektakulär, das ich ihn erwähnen muss, um ihn unspektakulär wirken zu lassen. Dieses Wort gleich zweimal in einem Satz. Fuuu….

Hab ich Erwartungen gehabt?

Na ja. Eigentlich war diese Serie eine von denen, wo ich viel erwartet habe. Aber der Überfluss an Charakteren, war wie eine Welle – sie spülte mich einfach weg. Ich weiß auch nicht, ob es an der Länge der Serie liegt. Ich kann mich nämlich vorstellen, dass diese Serie viel länger hätte sein „können“. Nicht viel länger, aber zumindest etwas gestreckt, damit man nicht alles reinstopfen muss, um ein Kapitel fertig zu haben. Deshalb konnte ich auch manche Extra-Kapitel nicht verstehen. Diese wirkten so random, wie es schon fast nicht mehr gehen kann. Stattdessen hätte ich Tanemura’s Randnotizen lieber 3 mal hintereinander gelesen. Mit vielleicht 13 bis 14 Bänden hätte der Manga Ideallänge gehabt. Zum Ende wirkte es etwas gerusht, wenn man das so sagen kann.

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Die deutsche Ausgabe war an sich ganz nett gemacht. Es gab zum Teil Sonderausgaben, verschiedener Bände. Diese hatten meist irgendwelche Extras und diverse neue Cover. Da ich aber nur die reguläre Version im Schuber habe, kann ich dies schlecht beurteilen. Die Farbseiten waren wunderschön coloriert, weshalb ich mir irgendwann mal das Artbook zulegen werde. Die Übersetzung war in Ordnung, auch wenn mir manches komisch erschien. Hier wurde ich zum ersten Mal permanent Suffixen ausgesetzt, wobei man diese auch hin und wieder eingedeutscht hat. Ich musste meine Gedanken beim Lesen schon mal sortieren … Der Typeset ist teilweise aber etwas klein, der Font wäre an sich in Ordnung gewesen. Etwas mehr Anpassung halt … Ich habe sogar Schmierfetzen vom Redrawn gesehen, welche mal echt unsauber aussahen. Suffixe im Bild waren unauffällig, aber meist vorhanden.

Wem kann man den Manga empfehlen?

Natürlich allen Romance- und Arina Tanemura-Fans. Das steht wohl außer Frage. Wer allerdings tiefgründige Charaktere haben möchte, sollte hier schon mal nur auf die Hauptcharaktere achten und versuchen den Rest auszublenden. Durch den Schreibstil von Tanemura kann man das aber wieder ausgleichen. Dennoch könnte ich 563142mir vorstellen, das komplette Neulinge hier Spaß haben könnten. Zwar sind es viele Charaktere, aber jemand der mit Manga noch nichts zu tun hatte, muss sich daran ja eh gewöhnen. Außerdem wirken Begriffe wie „Platina“ und „Kaiser“ ziemlich europäisch, weshalb man nicht gleich von zu viel japanischer Kultur erschlagen wird. Sprich – ein Teenie sollte bei diesem Manga seinen Spaß haben. Eigentlich ist dieser ja auf diesen Altersbereich ausgewählt, aber ich fall da schon ein paar Jahre raus. Schaut also mal rein, wenn ihr Manga allgemein mal ausprobieren und lesen wollt.

Bewertung

Nach der ganzen Zeit habe ich nicht lange überlegt, was ich hier zu schreiben sollte. Mir ist nur eines klar geworden: Wenn ich noch eine Serie dieser Zeichnerin lese, dann bitte keine so gequetschte! Viele Charaktere sind gut und schön. Eine gute Story auch. Aber wenn ersteres schon verwirrend ist, geht dabei auch die gute Geschichte etwas unter. Shinshi Domei Cross hatte gute Ansätze, welchen es auch treu werden konnte. Sämtliches Potenzial konnte aber nicht rausgeprügelt werden. Ein klein wenig schade, aber dennoch ein sehr schöner Manga.

Einen Anime könnte ich mir auch ehrlich gesagt vorstellen. Wenn dann aber mit weniger Charakteren … das wäre dann schon sehr gut durchdacht!

Story: 4 von 5 Punkten

Zeichnungen: 3 von 5 Punkten

Charaktere: 3 von 5 Punkten

Übersetzung: 4 von 5 Punkten

Allgemeine deutsche Umsetzung: 4 von 5 Punkten

Im Vergleich zu anderen Tanemura Werken: 3 von 5 Punkten

Gesamt: 21 von 30 Punkten

(Schulnote: 70 % – 2)

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9 Gedanken zu “Shinshi Doumei Cross – Review

  1. Der erste Absatz ist ja mal herrlich! ^^ Habe jahrelang den Namen gekannt, wusste aber nicht, worum es geht. Jetzt erkenne ich wenigstens ein paar der Cosplayer.

    So wie es beschrieben wird, klingt es nach Animematerial: Situationskomik, Shonen Ai-Elemente (?), Dramatik. Gerade durch die Synchronisationsstimmen und Farben, kann man den Charakteren mehr Individualität verleihen. An sich halte ich viele Charaktere nicht für schlimm (s. Dragonball, One Piece, etc.). In einer Schule machen viele Charaktere auch irgendwie Sinn. Es ist eher der Zeichenstil von Tanemura. Sie zeichnet immer gleich…

    Interessantes Bewertungssystem. Liest du dir denn die japanische Version durch oder wie machst du machst du das mit dem Vergleich?

    Was meinst du mit „Tunte“? Ich glaube, du meinst eher so etwas wie Transvestit, oder?

    • Ja, ich mein Transvestit. Ich hab Tunte nur aus dem Manga übernommen xD: Allgemein hab ich die deutsche Ausgabe gelesen, japanisch kann ich nich. Ich lese höchstens mal ne englische Scanlation, weil ich selbst Scanlatorin bin. Danke dir ^^.

  2. Ich werde mir definitiv keine Tanemura Manga mehr holen. Der Zeichenstil sagt mir schon lange nicht mehr zu, da er mir einfach zu kitischig ist. Bei Prinzessin Sakura sah ich darüber hinweg, der Manga fing dann auch gut an, wurde dann aber auch wieder nur zu Einheitsbrei.
    Shinshi Doumei Cross klingt da auch nach einen Manga, der mir nicht zusagen würde…

    • Bei mir wird es wohl genau umgekehrt laufen. Prinzessin Sakura ist mir schon wieder zu lang, da greif ich lieber auf Fullmoon und die älteren Kandidaten zurück. Ist aber wahrscheinlich Ansichtssache. Bei mir muss man wahrscheinlich richtig harter Fan sein, was ich aber nicht bin.

  3. Letztens erst sagte mir eine Userin das sie diesen Manga nicht zuende kaufen wird, da sie ihn früher mochte aber in ihrem Alter damit irgendwie nichts mehr anfangen kann, sehr interessant ^^; Wobei ich finde das muss ja nicht zwangsläufig für jedne gelten oder?

    Mir ist auch gerade wieder mal aufgefallen wie oft es in Schul-Manga vorkommt das die Schüler Spitznamen haben. „Kaiser“ man stelle sich das vor, passiert das an unseren Schulen? Ich wurde höchstens „Brillenaugust“ genannt aber sicher nicht Kaiser 😄 Ein guter Bericht der auch ganz gut gegliedetr ist, ich mag ja deine persönliche Ebene immer, nur der Satz: „Der Typeset ist teilweise aber etwas klein, der Font wäre an sich in Ordnung gewesen“ <— ist für mich Chinesisch @@

    Danke aber für diese Review!

  4. Nette Review.
    Ich hab in den letzten Wochen immer mal mit dem Gedanken gespielt, mir die Serie zuzulegen. Dank dir weiß ich jetzt aber, dass die wohl keinesfalls etwas für mich ist.

    Und ich gebe dir auch bei deiner Meinung zum Zeichenstil recht. Klar, es sieht immer gleich aus, aber der Zeichenstil ist nun mal die Handschrift eines Zeichners, ablegen kann man ihn nicht einfach und für andere hat es eben den Vorteil, dass man halt weiß, was man da vor sich hat. Zudem finde ich Arina Tanemura’s Stil auch recht hübsch.

    Auf jeden Fall danke für die Review (und das ich dadurch Geld sparen kann 😉 )

  5. Der Zeichenstil von Arina Tanemura ist in meinen Augen sowieso immer gleich. Shoujo Mangaka eben, was soll man also dazu noch groß schreiben?

    Ihre Geschichten können oftmals verwirrend sein und letzten des sind die Enden einfach nur lahm, was meiner Meinung nach bei Fullmoon nicht so war aber dafür bei Jeanne…

    Danke, nun weiß ich das ich mir Shinshi Doumei Cross niemals kaufen brauche. (^_^)

  6. Schönes ausführliches Review. :3

    Shinshi Doumei Cross gehörte zu meinen Lieblingen unter den Shoujo-Mangas, auch wenn ich weiß, dass der Manga so einige Schwächen aufweist, die du dann ganz gut heraus gearbeitet hast. (Früher hat man leider die rosarote Brille getragen) Mal sehen, ob ich in der Zukunft auch mal etwas über den Manga schreiben werde…die Geschichte an sich mag zwar wirklich auf den ersten Blick klischeehaft aussehen, aber verbirgt so einige Wendungen und „dunkle“ Seiten, auf jeden Fall viel Emotionalität und Drama wie du schon sagtest und das mochte ich immer sehr an dem Manga und auch an den anderen Werken von Arina Tanemura, die ich gelesen habe. Ihr Schreibstil ist für mich besonders intensiv und schön zu lesen, neigt aber zum Kitsch, wie viele sagen würden. Aber dafür besitzen die Figuren doch ziemliche Tiefe und man kann mit ihnen mitfühlen. Und ja es gab ziemlich viele Figuren in dem Manga, die einfach nur zum Handlungsfortgang dienten und später in Vergessenheit gerieten, aber ich denke mal, dass ist bei vielen Mangas mit vielen Figuren der Fall, von daher sehe ich das nicht so dramatisch. ^^´

    Was den Zeichenstil betrifft, so entspricht der wirklich dem 0-8-15-Standart von Shoujo-Mangas, den ich eigentlich fast nicht mehr sehen kann, die Augen sind einfach übertrieben groß…Und es fällt einem teilweise sehr schwer, die Figuren aufgrund ihrer großen Ähnlichkeit zu unterscheiden aber gut. Dafür gefällt mir die Detailverliebtheit, die an vielen Stellen zur Geltung kommt.

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