School Days – Review

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Der Tag ist gekommen – ich habe das Nice Boot- … eh ich meine, ich habe School Days gesehen. Sie sagten ich würde mich quälen – es war wirklich so. Hätte ich doch nur auf die anderen gehört.

Ich habe bei School Days einen Anime erwartet, der trashig oder total bescheuert sein würde. Natürlich – eigentlich habe ich das bekommen. Doch School Days war anders. Es war anders als alles, was ich bisher gesehen habe. Man könnte es als Mischung aus Empörung und Verstörung sehen. Dieses Review ist nicht als Einschätzung, sondern als Warnung zu sehen. Ich werde spoilern, weil ich eigentlich davon abhalten will, euch dieses Werk anzutun (Schlüpfer-kun und ich haben uns eigentlich sehr gequält).

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Story

School Days basiert auf dem gleichnamigen Erogē Computerspiel. Makoto Itō macht auf seinem Weg zur Schule im Zug mit seinem Mobiltelefon ein Foto einer Mitschülerin, in die er sich verliebt hat. Das eher schüchtern wirkende Mädchen heißt Kotonoha Katsura und geht in die Parallelklasse von Makoto. In der Schule angekommen, wird die Mitschülerin Saionji Sekai durch eine neue Sitzordnung seine Banknachbarin. Durch einen Zufall entdeckt sie das Bild von Kotonoha auf dem Mobiltelefon von Makoto, das er als Hintergrund gesetzt hat. Daraufhin entschließt sich Saionji die beiden zu verkuppeln. Als es ihr gelingt, dass sich Makoto und Kotonoha zu einem Date verabreden, erkennt Saionji, dass sie sich ihrerseits in Makoto verliebt hat.

Ab dem Punkt, an dem Sekai die beiden verkuppelt hat, beginnt das große Dilema. Da Katsura nun mal sehr schüchtern ist, reagiert sie sehr zögerlich auf Annäherungen seitens Makoto. Sie ist am Anfang einfach noch nicht so weit, groß mit ihm weiter zu gehen als Händchen zu halten (und ect.). Doch Makoto wird dies anscheinend schnell langweilig … nach dem er verstehen will, wie Mädchen ticken, macht er zusammen mit Sekai eine Art Training. Sie spielen so gesehen, dass sie ein „Pärchen“ sind. Doch dies endet schnell im ernsten. Da sich Sekai in ihn verliebt, gesteht diese natürlich ihre Liebe (trotz des gespielten). Die beiden machen ständig rum, obwohl Makoto mit Katsura zusammen ist. Anstatt mit Katsura Schluss zu machen, treibt er da Spiel immer weiter und macht natürlich weiter mit Sekai rum. Dies spricht sich natürlich in der Schule rum und fliegt dann natürlich auf. Doch statt Schluss zu machen, glaubt Katsura weiter an Makoto. Sie streitet ab, dass sich die beiden getrennt haben und wird so dann irgendwo als Bitch gesehen, da die anderen ja denken er sei mit Sekai zusammen. Dieses Twist zieht dann natürlich auch noch andere Mitschüler rein, die sich einmischen (immer auf der Seite von Sekai). Katsura tut einem immer mehr leid, obwohl ich nicht ganz nachvollziehen kann, warum sie und Sekai sich nicht dagegen wehren.

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Im späteren Verlauf wird das ganze eigentlich immer drastischer, Sekai erwartet ein Kind von Makoto und dieser interessiert sich dann auch nicht mehr für sie. (Spoiler) Letztlich endet es dann, wie in jedem Bad End – Katsura und Sekai drehen durch, Sekai bringt Makoto um und als Katsura von dessen Tod Wind bekommt … bringt sie Sekai darauf hin auch um. Sie ist letzen Endes die Einzige die überlebt und dann auch verschwindet. Was aus ihr wird, bleibt im unklaren. Genau ist nichts dazu bekannt. (Spoiler Ende) Ehrlich gesagt, war ich am Ende nur noch angeekelt. Nicht etwa wegen dem blutigen Ende, nein. Das ist nicht mal das, was mich stört. Ich frage mich ehrlich gesagt, wer sich sowas ausdenkt. Klar, man kann viele Ideen haben. Aber so würde nicht mal das größte Arschloch handeln. Natürlich kann es sein, dass es Jungs gibt, die so handeln. Allerdings finde ich eher die Beschränktheit der Mädchen unter aller Sau. Sie lassen sich das alles gefallen, als wäre es nicht weiter schlimm. Sie lassen sich das Herz brechen, leiden psychische Schäden und sind danach am Ende. Das Makoto nun mal ein Arschloch ist, kann man nicht ändern. Aber die Mädchen werden in diesem Anime wirklich nur als Nutztier gesehen. Sie haben keine wirkliche Persönlichkeit und sind nur dafür da, um dem Mainchar letzten Endes zu befriedigen. Tatsächlich war es teilweise sogar irgendwie spannend, weiter zu schauen. Aber das war es auch. So etwas schlimmes habe ich als Story noch nie schauen müssen.

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Charaktere

Im letzten Teil habe ich natürlich schon ein wenig die Charaktere angesprochen. Ich werde dennoch noch ein wenig auf sie eingehen. Makoto, der Mainchar, ist eigentlich das, was man im deutschen Sprachgut Arschloch nennen würde. Einen anderen Begriff gibt es dafür nicht. Er ist einfach nur trieb-gesteuert und hört nur auf das, was seine Hormone wollen. Ein Mädchen ist ihm oft einfach nur zu uninteressant, weshalb er mehrere haben muss. Ab dem Punkt, an dem das Mädchen „ich liebe dich“ sagt, hat es eigentlich schon verloren. Am Anfang war das noch grad so ertragbar, als er neben Katsura Sekai hatte. Doch als er später noch die anderen Mädchen seiner Klassenstufe ins Bett nehmen musste, kamen mir nur noch empörende Geräusche aus dem Mund. Es war wirklich kaum zu fassen. So gesehen hat er wahrscheinlich für kein einziges Mädchen etwas gefühlt – es ging nur um seine eigene Befriedigung. Bis zum Ende hin ist er sogar so feige, dass er Katsura wieder zur Freundin nimmt, um sich vor seinen Vaterpflichten zu schützen, in dem er Sekai sagt: „Joar, Katsura’s Bekannte ist Ärztin. Kannst ja abtreiben.“ Makoto ist wirklich der bisher schlimmste männliche Hauptprotagonist, den ich erlebt habe. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Katsura war eigentlich diejenige, die mir am meisten leid tat. Allerdings verstehe ich auch nicht ihre so aufrichte Liebe zu Makoto. Egal, was er machte. Sie hat das einfach gefressen. Er geht mit ihrer besten Freundin fremd und sie verzeiht ihm dies sogar noch. Dieses Mädel ist entweder total begriffsstutzig, oder einfach nur total geistesgestört (mit der Zeit, nicht von Anfang an). Dies zieht sich leider bis zum Ende und die Katsura, die anfangs recht süß war, stirbt nach und nach. Dass sie am Ende durch dreht (und letzten Endes Sekai tötet), war unausweichlich. Eigentlich hätte sie viel eher auf den Tisch hauen müssen, bzw. hätte sie Makoto einfach aufgeben müssen. Denn, hätte er sie wirklich geliebt, wäre er nicht fremd gegangen. Dass hätte sie viel eher verstehen müssen. Leider hat sie das bis zum Ende hin nicht …

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Sekai war für mich eigentlich genauso ein Arschloch, wie unser Hauptprotagonist. Als beste Freundin sollte man dieser nicht deren festen Freund weg schnappen. Das gilt eigentlich auf der ganzen Welt unter Freunden (wobei es in Deutschland oft ähnlich ist. Dort gehen die sogenannten besten Freunde auch mit dem Freund aus und sind letztlich auch nur Schlampen). Leider zeigt uns dieses Werk, dass man natürlich keinen Wert darauf legen sollte. Sie ist meist einfach nur egoistisch und will Makoto nur für sich haben. Natürlich, sie hat ihm immer wieder gesagt: „Mach mit Katsura Schluss.“ Aber hat sie auf den Tisch gehauen? Nein. Die Mitschüler der drei sind auch nicht viel besser. Ich werde hier niemanden groß aufzählen (weil sie mir eigentlich ziemlich egal sind), aber sie waren anscheinend eh alle nur dazu da, den Mainchar zu rappen. Sie standen wirklich alle auf ihn und wollten nur mit ihm ins Bett. Eigentlich waren diese auch nicht viel besser als Makoto. Aber Sekai und Katsura glaubten nun mal an die wahre Liebe. Hier merkte man wieder, dass Frauen für diesen Anime nichts wert waren. Man nimmt sie mit ins Bett und schmeißt sie dann einfach weg.

Mich konnte kein einziger Charakter in diesem Anime erreichen. Ich konnte mich mit keinem einzigen identifizieren, noch habe ich sie wirklich verstanden. Es war einfach nur erschreckend zu sehen, wie die Mädchen in diesem Anime sind. Natürlich, man könnte nun sagen, es ist ja nur ein Anime. Man soll sich das ganze nicht so zu Herzen nehmen, könnte man sich selbst noch sagen. Doch ich werde in der Gesamtwertung noch etwas dazu sagen.  Hier auf jeden Fall – schlimmster Hauptprotagonist (wobei, eher Antagonist, einen Protagonisten kann man das nicht nennen), die man erstellen kann. Einfach nur schrecklich.

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Zeichnungen & Animationen

Eigentlich war ich mit dem Zeichenstil soweit zufrieden. Zwar sehen die Nebencharaktere teils alle ähnlich aus (nur mit anderen Frisuren), aber das ist nun mal eine Sache, mit der ich mich nach und nach abgefunden habe. Katsura und Sekai sehen soweit in Ordnung aus und hüpfen mir nicht hässlich ins Gesicht. Die Animationen sind soweit okay, aber auch nicht wirklich gut. Die Details fehlen einfach, was auch am Alter der Serie liegen könnte. Eine Umsetzung einer VN ist wahrscheinlich immer so eine Sache, aber hier hätte man vieles einfach besser machen können. Von der unzensierten Fassung hat man recht wenig, so gesehen eigentlich nur am Ende. Die Sex-Szenen finden ja sowieso alle Off Screen statt, weshalb wir uns damit nicht auseinander setzen müssen.

Musik & Synchronisation

Zur Synchro muss ich hier nichts sagen. Ich bin eigentlich froh, wenn der Anime hierzulande nicht lizenziert wird, da sich manche Jugendliche wohl ein Beispiel daran nehmen werden. Eine englische Fassung gibt es auch, ich habe aber zur Originalfassung gegriffen. Die Musik war soweit angenehm, allerdings nicht wirklich prägend. Das Opening war recht gut, die Endings wechselten immer zwischen mehreren Popsongs, die mir nicht im Ohr geblieben sind. Ehrlich gesagt, war die Musik auch nur in wirklich guten Szenen einprägend. Wobei das auch falsch ist. Sie war etwas besser, aber mir ist sie auch nicht in Erinnerung geblieben. Also auch keine sonderliche Meisterleistung.

Der einzige Grund, warum ich School Days wirklich fertig geschaut habe, war das Ende. Ich habe nur darauf gewartet, dass dieser Kerl endlich stirbt. Ich gebe zu, irgendwo hat mich schon interessiert, wie es weiter geht. Mehr allerdings nicht. Es ist erschreckend, wie die Mädchen in diesem Anime vom Hauptcharakter behandelt werden. Doch dies ist gar nicht mal so unrealistisch. Wenn ich mich in meiner Umwelt und allgemein auf der Welt so umschaue, ist das gar nicht mal so unreal. Denn viele Mädchen sind auch ähnlich naiv, wie die Mädchen in diesem Anime. Sie laufen auch einfach blindlings in ihre „große Liebe“ und werden dann wie niedere Kartoffeln fallen gelassen. Ich weiß nicht, was mir dieser Anime sagen soll. Ich weiß nicht, ob der Schreiber einfach zeigen wollte, wie die Jugend von heute tickt. Doch ehrlich gesagt, ist es mir herzlich egal. Natürlich, vielleicht wollte er uns einfach die Augen öffnen und Kritik äußern. Oder vielleicht sogar seinen eigenen Lebensstil zeigen (nur dass er überlebt hat). Doch das ist egal. School Days ist einer der mit schrecklichsten Anime, die ich bisher ausgehalten habe. Wer ernsthaft meint, es sei gut, soll sich bitte gemeinsam mit dem Protagonisten begraben gehen. Bitte tut es euch nicht an. Es ist zu eurem eigenen Wohl.

Bewertung: 2/10 Punkten

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7 Gedanken zu “School Days – Review

    • Man lernt gute Anime erst zu schätzen, wenn man ein paar schlechte gesehen hat. Zumindest hab ich es mir nicht allein angesehen. Wahrscheinlich muss bei dem Anime mal jeder durch.

      • Es war nun mal ein Eroge. Daran kann man eigentlich nicht viel ändern. Stattdessen bin ich froh, dass sie die Sexszenen weg gelassen haben. Außerdem ist der Anime eigentlich wesentlich erträglicher, wenn man ihn gemeinsam mit anderen schaut. Ich hatte zumindest nicht mehr allzusehr zu leiden, wie ich es eh nicht schon getan hätte. Ob die Novel gut war, glaube ich aber auch zu bezweifeln. Es gab noch ein paar Bad Ends die ich mir angeschaut habe. Aber das waren hauptsächlich nur Selbstmord oder Mordsachen. Wobei mir ein paar von denen lieber gewesen wären, als das eigentliche Animeende. Zumindest scheine ich nicht die einzige zu sein, die sich da durchgequält hat.

  1. Der schlimmste Mainchar? ^^; Naja, ich meine ja, sicher in den Top 10 nachdem was ich gelesen habe, aber Light Yagami? Massenmörder? Den würde ich da irgendwie höher Ansetzen, vielleicht auch Lelouch Lamperouge.

    Aber ja, den Anime kennt eigentlich jeder, und NUR wegen dem Ende, selbst ich hab mir schlicht die letzten 4 Minuten mal angesehen wiel mir davon natürlich alle erzählt haben. Pluspunkt das Animes mal vollkommen extrem unerwartet enden, aber es ist natürlich leider garnich mal so unrealistisch wie sich die Figuren da verhalten: Es gibt natürlich Bergeweise Kerle die jede Chancen nutzen würden sich durch eine Klasse zu poppen und sich aus jeder verantwortung ziehen, das ist traurig, aber leider realität.

    Das es wiederrum Mädchen und Frauen gibt die solche Unmenschen unterstützen ist leider auch nicht allzuweit hergeholt: Da werdne Damen blaugeprügelt und erklären es wäre ihre eigene Schuld, oder ähnlich schlimmes.

    Wer will den solche Realitäten in Animes haben? D: Wir wollen doch was unterhaltsames!

    • Na ja, es ist schon richtig, dass Lelouch und Light eigentlich nich wirklich die besten sind. Sie waren aber tausend mal symphatischer, als dieser Dreckskerl, wenn ich ehrlich bin. Light konnte all den Fake noch gut schauspielern, Lelouch hatte ja ein wirkliches Ziel vor Augen. Der Kerl dagegen macht das ja aus purer Geilheit. Es steckt ja wirklich nichts anderes dahinter. Hätte er aber noch eins von den Weibern geschlagen, hätte ich noch herzlich gelacht. Dann wäre School Days schon wieder zu klischeehaft gewesen. Allgemein sackt der Kerl dann aber immer mehr ab, am Anfang ging er ja noch. Teilweise realisiert er sogar selbst, dass er einen Fehler gemacht hat, aber … natürlich setzt er das nicht in die Tat um.

      Aber gut, die Frau-Mann Rolle ist in School Days ja sehr eindeutig gewählt. Realitätsnahe Anime vefürworte ich ja teilweise, aber in dem Fall war es einfach zu viel des Guten (und das Ende war ja dann zu erwarten). Es gibt sicher noch ein paar Serien, die mich besser unterhalten können als DAS hier. xD

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