Japanische Idols – der große Traum von der Musikkariere, oder eher doch die Hölle auf Erden?

muse

Immer mehr Idol-Anime fassen in Japan Fuß und schaffen sich immer mehr Fans – auch weltweit werden sie nach und nach beliebter. Doch das Leben als Idol ist nicht so schön, wie es in manchen Anime dargestellt wird …

Hierfür bietet Love Live School Idol Project das beste Beispiel. Die Serie handelt von 9 Mädchen, die School Idols werden wollen, um ihre Schule vor der Schließung zu retten. Nun denke ich mir – wie können die ihre Noten so gut halten, wenn sie doch ständig trainieren müssen. Ein Idol muss topfit sein und so viel üben, wie es nur atmen kann. Sie müssten also schon total Naturtalente sein um nebenbei noch in die Schule gehen zu können. Sprich – absolut unrealistisch. Außerdem vermittelt Love Live eine ähnlich heile Welt, wie K-ON! Kein Zickenkrieg, alltägliche Situationen wie sie jeder erlebt und auch noch vieles anderes, was in einen quietschbunten Slice Of Life Anime passt. Ein Idol hat auch kein Privatleben und irgendwelche überdrehten Fans habe ich auch nirgends gesehen. Manchmal wirkte es fast so, als würden die Leute µ‘s zwar mögen, aber sonst eher ignorieren. Quasi: „Joar, habt ihr gut gemacht. Wir sind aber trotzdem keine Fans von euch, hue hue.“ Natürlich, man schaut Love Live nicht, weil es realistisch ist. Dennoch ist es dies im Bezug auf Idols eher nicht. Natürlich bietet die Serie dennoch gute Musik und unterhält dennoch sehr gut.

waaa4

AKB0048 ist da schon etwas eher an der Realität. Natürlich sind das Unterhaltungsverbot und die ganzen Sci-Fi Elemte (Kämpfe und Blub) sehr an den Haaren herbei gezogen (wenn man es realistisch betrachtet). Auch der Weltkrieg und die Idols, die Menschen trotz der Kriegsgefahren Unterhaltung nahe bringen wollen … ist auch nicht ganz realitätsnah. Dennoch sind die Castings die gezeigt werden, nicht gerade friedlich. Die Mädchen fauchen sich teilweise fies an und neiden die andere sehr. Das AKB48 allerdings aus mehreren Teams besteht, ist allerdings schon wieder etwas anders. Jede möchte ins Hauptteam, ihren großen Traum folgen. Die Trainingsstunden sind hart und kein Zuckerschlecken. Selbst die beste Freundin ist eine Rivalin und könnte einem den Platz wegnehmen. Natürlich wirkt AKB im Vergleich zu Love Live wie ein glatter Gegenkontrast. Doch eigentlich ist das noch die etwas nettere Version der Realität.

Natürlich habe ich schon einiges genannt. Ein Idol hat kein Privatleben, ihr Auftreten ist absolut gescripted und auch sonst hat sie eine bestimmte Persönlichkeit, die sie vorgegeben bekommt. Ein Image, aus dem sie nicht entspringen kann. Natürlich waren die Zustände früher noch um einiges schlimmer, aber heute ist das ganze auch kein Kindergarten. Im Vergleich zu den amerikanischen Popsternchen ist es eine ganz andere Welt. Eine Miley Cyrus wurde am Anfang als unschuldiges Mädchen verkauft, das sich geschworen hatte Jungfrau bis zur Ehe zu bleiben. Nun ja, mittlerweile ist sie total abgedreht und total gaga in der Birne. Dennoch ist sie immer noch im Musikgeschäft, obwohl sie ja eigentlich nicht mehr dem entspricht, was sie am Anfang ihrer Kariere war. Sex sells, das haben die Amerikaner begriffen. Trotz der Skandäle, durch welche sie natürlich in den Medien bleibt, darf sie dennoch weiter machen, wie sie möchte. Natürlich hat sie sicher auch kein wirkliches Privatleben, da bin ich mir sicher. Dennoch wird es ihr um einiges besser gehen, als einer Japanerin, die ein Idol ist.

Akb48-40881

Ein Idol muss für die Fans erreichbar sein. Das ist noch heute so. Deshalb darf sie auch keinen Freund haben und muss auf jeden Fall Single sein. Einer Miley Cyrus kann das egal sein. Sie kann mit jedem turteln, wie sie möchte. Es gibt gute PR, sie ist in den Medien – passt. Das würde es bei AKB48 (die Girlgroup gibt es auch in der Realität) niemals geben. Dort gibt es Band-Regeln, an die sich jede halten muss. Nach dem bei einem Mitglied raus kam, dass sie einen Freund hatte, gab es riesigen Ärger. Sie rasierte sich deshalb vor laufender Kamera die Haare ab, um sich bei ihren Fans zu entschuldigen. Ob sie noch dabei ist, weiß ich nicht. Meines Wissens müsste sie ausgestiegen sein.

Nun gibt es aber noch einen Teil, den jedes Idol irgendwann erleiden muss: wenn sie zu alt ist, wird sie nicht mehr gebraucht und ausgetauscht. Dieses Schicksal erleidet jedes Idol eines Tages. Bis Ende 20 (denke ich mal) müsste dieses Alter eintreffen – dann ist man als Idol aufgebraucht. Die meisten schaffen es allerdings nicht, noch einmal so großen Ruhm zu erhalten oder gar aufrecht zu erhalten. Die meisten machen dann in Form einer Solo-Kariere weiter oder werden Schauspieler, Seiyuu oder werden anders weit berühmt. Manche heiraten auch und leben vielleicht sogar ein sehr ruhiges Leben. Wenn wir nach Amerika schauen, sieht es da anders aus. Gut, manche Teeniestars schaffen es oft auch nicht so berühmt zu bleiben. Die meisten machen allerdings irgendwie weiter, sei es durch aufmerksamkeitserregendes Verhalten oder anderes. Ich persönlich würde in Japan kein Idol sein, auch wenn es in vielen Anime sehr nett dargestellt ist. Es gibt wahrscheinlich noch viel, viel mehr Nachteile, da bin ich mir sicher.

Auf den ersten Blick scheint das Leben eines Idols wirklich sehr schön zu sein. Der Ruhm, die Musik, Auftritte und all sowas sind sicher schön und gut. Aber ob man sein Privatleben dafür aufgeben möchte, mag ich sehr stark zu bezweifeln. Jeder soll ja so leben wie er möchte, aber ob dies wünschenswert ist, bleibt fraglich. Wie seht ihr das?

1aash05_7-20130705143716208259-620x349

Advertisements

2 Gedanken zu “Japanische Idols – der große Traum von der Musikkariere, oder eher doch die Hölle auf Erden?

  1. Besser hätte man den Bericht über Idols in Japan nicht schreiben können, alles alles soweit aufm Punkt gebracht. 😉

    Zu deiner Frage am Ende: Nein ich möchte kein Idol sein, auch wenn sie oftmals schöne Kostüme tragen. x3

  2. Da fand ich auch den Anime Thriller „Perfect Blue“ sehr interessant, denn dort wollte auch ein Idol eine echte Karriere als Schauspielerin anstreben, was natürlich garnicht so einfach für sie war, aber auch hier: Sie konnte mit laufendem Alter halt kein Pop Sternchen mehr sein.

    Ist es nicht wieder typisch Japanisch das alles so geregelt wird? Teams, Gruppen-Regeln, es wirkt immer alles sehr formelhaft. Naja, und das Animes (vor allem Slice of Life) nun wirklich selten die Realität widerspiegeln wäre ja auch neu, wer will denn auch einen Anime der Real ist sehen? Aber klar, Pop-Idol sein ist sicher nur bedingt erstrebenswert.

    Guter Bericht ^^

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s