Shino-chan wa Jibun no Namae ga Ienai – Review

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Nach längerer Zeit mal wieder ein Manga-Review. Heute zu Shino-chan wa Jibun no Namae ga Ienai (zu dt. Shino-chan kann ihren Namen nicht sagen). Es ist nicht nur ein One Shot, sondern auch noch vom Aku no Hana Zeichner.

Erst einmal – dieser Manga ist noch nicht lizenziert worden. Ich hab ihn also als Scanlation gelesen, zum Teil auf deutsch als auch auf Englisch. Die deutsche Scanlationgruppe ist meines Wissens bei etwa der Hälfte des Mangas. Ich habe den Manga natürlich nicht deswegen gelesen, weil er vom Aku no Hana Zeichner gezeichnet wurde. Weiß Gott, nein. Da ich Aku no Hana allerdings selbst übersetze, habe ich mir mal angeschaut was er noch zeichnet und hab dann mal in Shino-chan reingelesen.

Oshima Shino, ein von Stotterproblemen und sozialer Ängstlichkeit img000010geplagtes Mädchen, kann nicht einmal ihren eigenen Namen sagen, ohne dabei zu stottern. Ihr Schulleben war von Einsamkeit geprägt, bis sie ihre erste Freundin, eine Klassenkameradin, die Rock-Mieze Okazaki Kayo traf. Kommunikation zwischen den beiden ist nicht einfach, aber mithilfe eines Notizblockes und Stiftes können sie sich verständigen. Kann die Jugendzeit einen Tollpatsch wirklich in einen Star verwandeln?

Gut, die anisearch Beschreibung klingt jetzt sehr merkwürdig, was den letzten Satz angeht. Shino-chan scheint eine gewisse Soziophobie zu haben und stottert nun mal fast jedes Wort, dass sie sagt. Ihre Lehrer meinen am Anfang meist, dass sie angespannt sei, was aber durch ihre Mitschüler auch nicht besser wird. Diese sind zum Teil ziemlich genervt von ihr und schauen sie beim stottern nur schief an. Okazaki ist dagegen eine auf den ersten Blick ziemlich mies gelauntes Mädchen, welches nicht groß geduldig ist, um sich Shino-chan’s Gestotter anzuhören. Bei ihrer ersten Begegnung ist sie dies auch, bis sie später dann noch einmal auf sie trifft und dann meint: „Schreibs auf.“ Nach dem Shino-chan dann mit ihr nach Haus geht, sieht sie, das Okazaki eine Gitarre bei sich hat. Sie kann sehr gut spielen, aber nicht singen … doch erstaunlicherweise kann es Shino-chan. Okazaki beschließt gemeinsam mit Shino-chan beim Frühlingsfest aufzutreten – ob die beide auftreten werden?

img000018Man könnte nun davon ausgehen, alles würde super enden, aber dann wäre dieser One Shot nicht so gut. Ab hier gibt’s Spoiler, also: ein Mitschüler der beiden stößt zur Gruppe und möchte mit machen. Allerdings geht Shino-chan dann, da dieser sie einmal verletzte, als er sie nach gemacht hat. Selbst nach einer Entschuldigung kommt diese nicht zurück und Okazaki und dieser Mitschüler treten allein zusammen auf. Dort kommt es dann allerdings dazu, dass Shino-chan endlich einmal ausspricht, was sie wirklich so ankotzt … Ein Ende, das doch einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. (Spoiler Ende)

Neben der Story verhalten sich die Charaktere doch sehr realistisch. Es fiel mir nicht wirklich schwer, mich in die Story einzufinden oder die Charaktere in ihrem Verhalten zu verstehen. Der Manga nimmt beides sehr ernst und auch das Ende ist durchaus nachvollziehbar. Ich hätte wahrscheinlich ähnlich wie Shino-chan reagiert, da ich selbst aus meinem eigenen Umfeld noch größere Extremfälle in diesem Ausmaß img000022kenne. Es gab in der Story selbst nichts, was total unrealistisch dargestellt wurde, was diesen Manga von den total gewöhnlich überzeichneten Manga unterscheidet und auch abgrenzt. Oshimi Shozu schreibt in dieser Hinsicht wohl oft Story’s, die realistisch sind, aber manchmal noch etwas extrem dargestellt werden, was ihren Zeichenstil angeht. Gerade diese Darstellung gefällt mir hier sehr und sollte meiner Meinung auch endlich hierzulande Fuß fassen. So ist der Zeichenstil hier recht kindlich, aber doch in sich plausibel. So sieht für mich ein Teenager in diesem Alter auch tatsächlich aus – selbst wenn es im Manga-Stil ist. Auch dieser gefiel mir sehr und passt sehr gut zusammen.

Allerdings gab es für manche Momente ein Gefühl, das mich denken ließ: „Mensch, Shino-chan.“ Aber ihr Verhalten war durchaus realistisch. Gerade als sich ihr Mitschüler entschuldigt, hätte ich wohl auch so reagiert. Die Mitschüler, die mich sonst immer geärgert haben, würden mir doch niemals ernsthaft beim Singen zu hören. Gerade wenn man wenig Selbstbewusstsein hat, wird man nicht Random einfach sagen: „Jo, ich trete jetzt einfach auf.“ Denn was sie am Ende sagte, war durchaus richtig. Warum sind es immer Menschen wie sie, die so darunter leiden mussten? Mir hätte sowas auch Angst gemacht. Hin und wieder hätte es mich sicher auch aggressiv gemacht. Ein durchaus nachvollziehbares Verhalten, oder?

Ich dachte erst, dass Aku no Hana das einzig gute Werk dieses Mangaka ist. Doch auch dieses konnte trotz der Kürze sehr überzeugen. Ein sehr schönes Werk von Shimi Shozu …

Bewertung: 9/10 Punkte

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3 Gedanken zu “Shino-chan wa Jibun no Namae ga Ienai – Review

  1. Der Satz „Allerdings geht Shino-chan dann, da dieser sie einmal verletzte, als er sie nach gemacht hat.“ bricht mir meine Hirnschale, das liest sich nicht ganz flüssig XD

    Ein interessanter Manga, kennt jemand sonst stotternde Figuren in Animes und Manga? Mir fällt bewusst keine ein, das Thema sollte man öfter ansprechen (oder auch Behinderungen wenn wir schonmal dabei sind) Der anime klingt ehrlich gesagt ziemlich interessant, hoffe er wird doch nochmal hierzulande rausgegeben

    • Stotternd eher nicht. Es hat hier auch wahrscheinlich mehr mit Soziophobie und Traumen zu tun, da sie später auch etwas besser sprechen kann, wenn sie wirklich gezielt mit jemandem redet. Aber du hast schon Recht. Behinderungen sollten öfter einmal angesprochen werden, da es ja ein durchaus ernstes Thema ist, gerade auch in psychologischen Manga/Anime. Der Zeichner hat auch noch ein weiteres Werk namens Sweet Swiming Pool gezeichnet, in dem es … um einen Kerl geht, der wortwörtlich kein Haar am Sack hat. Klingt bescheuert? Ist es auch. Kommt dann aber auch noch xD Oshimis Werke sind alle merkwürdig xD

  2. Ein schöner Bericht über einen doch außergewöhnlichen Manga. 🙂 Ich finde es gut, dass es auch Manga gibt, die sich mit solchen sozialen und psychologischen Problemen befassen und würde mir echt wünschen, dass es zukünftig einfach mehr Manga gibt, die sich mit realen Problemen befassen und versuchen ihre Figuren auch realistisch zu gestalten. Hier könnte man sicherlich auch sehr gut gesellschaftskritische Themen behandeln, die meist doch zu kurz kommen. Deine Review hat auf jeden Fall mein Interesse geweckt und ich werde in den Manga mal reinlesen. 😉

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