Full Moon wo Sagashite (Anime) – Review

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Schon wieder Full Moon … jap, das denkt ihr jetzt wahrscheinlich. Wieso, weshalb warum? Das kommt natürlich jetzt.

Viele von euch denken sich nun – warum macht sie zum Anime noch ein Extra-Review? Das hat einen recht einfachen Grund. Erst einmal habe ich selbst nicht erwartet, doch so „schnell“ mit dem Anime fertig zu werden. Andererseits sind Anime und Manga ab einem gewissen Punkt so unterschiedlich, wie sie nur sein können.

Story

In Full Moon wo Sagashite geht es um Mitsuki, die unter einer Krebserkankung (Kehle) leidet. Eine Operation wäre möglich, doch dies lehnt sie ab, da die Gefahr besteht ihre Stimme zu verlieren und somit ihr Wunsch Sängerin zu werden, sich erledigt hätte. Eines Tages tauchen zwei Shinigami auf, Meroko und Takuto. Die beiden sind ganz schön verwirrt, da Mitsuki sie sehen kann und dies normalerweise nicht möglich ist. Dann verplappern sich die beiden auch noch und so erfährt Mitsuki, dass sie in 229750einem Jahr sterben soll. Takuto hat Mitleid mit ihr und gewährt ihr einen Wunsch: Bei einem Casting macht er sie älter, damit sie daran teilnehmen kann. Die Jury ist begeistert von Mitsuki und so wird sie ausgewählt. Mitsuki möchte unbedingt Karriere machen, denn vor zwei Jahren haben sich Eichi, ein Junge der Astronaut werden möchte und Mistuki versprochen, wenn sie sich das nächste mal treffen, sie beide ihren Träumen näher gekommen sind. Darauf zog Eichi nach Amerika, zuvor sagte er Mitsuki aber noch, dass er sie liebt. (Quelle: anisearch)

Die Beschreibung von anisearch beinhaltet schon mehr, als ich in der ersten Episoden wusste. Na ja, egal. Immer wenn man die Vorlage eines Werkes kennt, beurteilt man diese mit anderen, kritischeren Augen, als man ohne diese Vorlage getan hätte. Es ist nicht bei jedem so, aber ich gehöre wohl zu den Leuten, die dies tun. Nach dem ich also ein paar Episoden gesehen hatte, fiel mir schon auf, welche Zielgruppe man ansprechen wollte: vorwiegend Kinder.

So passierte es also, das man den Vorlagenmanga doch etwas anders behandeln musste. Müsste ich die Story beschreiben, so wäre es ein süßer Manga, der dennoch knallhart ist und nicht allzu gut verdaulich ist, wenn man näher darüber nachdenkt. Es ist nicht alles Friedefreude-Eierkuchen – selbst wenn es auf den ersten Blick so scheint. Daher musste man den Anime an eine jüngere Zuschauergruppe anpassen und den Anime ein wenig freundlicher und auch optimistischer gestalten. So wurde auch die Tatsache, das Todesgötter Selbstmörder sind, komplett unter den Tisch gekehrt. Durch die hohe Anzahl an Episoden gibt es einige Füllepisoden, was bei 52 Folgen wohl nicht verwunderlich ist. So braucht der Anime erst einmal extrem lange, um voran zu kommen und auch etwas zur Story beizutragen. So verläuft der Grundkern der Story zwar ähnlich wie im Manga, aber ab einem gewissen Zeitpunkt vollkommen anders.

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Durch die Tatsache, das der Anime etwas optimistischer und freundlicher daher kommt, betont er vor allem Mitsukis Stärke. Aber auch so steht sie wesentlich mehr im Vordergrund, als im Manga. Zu den Charakteren selbst komme ich natürlich noch, aber allein von der Story unterscheiden sich Manga und Anime doch sehr. Ist dies groß vom Nachteil? Eigentlich schon. Der größte Kritikpunkt sind nun mal die hohe Anzahl an Folgen, welche eigentlich unnötig waren. Alles in allem hätten wahrscheinlich 26 Folgen gereicht, um die gesamte Story aufzufassen und auch gut umzusetzen. Natürlich lief der Manga wieder mal parallel weiter und ging ein Jahr nach dem Anime (etwa) zu Ende. Wissenswert ist an dieser Stelle, dass der Anime einem verworfenen Script von Tanemura persönlich folgt. So wurde im Anime auch noch mehr auf Takuto eingegangen, wenn auch seine Vergangenheit ganz anders erzählt war. Auch bei Eichi ist das der Fall (seine Todesursache, blub). Meroko und Izumis Geschichten (früheres Leben und auch so) waren wohl auch zu krass, um sie im Anime anzusprechen.

Durch die Filler ist das Pacing der Story leider recht eingeschränkt gewesen, weshalb die Story erst spät richtig Fuß fassen konnte. So wird der Anime erst ab Folge 30 richtig gut und lässt einen die letzten Folgen ziemlich durch heulen. Man kann also sagen: es gab Potenzial, ja. Leider hat man dies total vergeigt. Ich hatte am Anfang schon bedenken, dass Studio Deen hier wirklich absoluten Dünnpfiff produziert hat, was dann aber doch nicht der Fall war. Die beste Story ist es allerdings nicht, geschweige denn die beste Umsetzung. Ich kann mich aber daran erinnern, das Kamikaze Kaito Jeanne auf ein ähnliches Niveau abdrifftete und auch irgendwann meinte, machen zu können, was es wolle. Vielleicht ist es auch nur schwierig, Tanemuras Werke perfekt umzusetzen (bin ich wieder böse, aber perfekt ist auch allgemein unmöglich).

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Charaktere

Nach viel Gemecker, folgt nun erfreuliches – die Charaktere wurden zumindest nicht total verhauen. Wie schon angesprochen, wird Mitsuki’s Stärke sehr gut hervor gehoben und lässt sie nicht nach kurzer Zeit verblassen. Man sieht sie auch mehr oder weniger reifen, schwierige Situationen meistern und auch nach einem schweren Schlag wieder aufstehen. Ihre Anhänglichkeit zu Echi ist hier im großen Sinne dasselbe, wie im Manga. Dazu kann ich auch nicht viel sagen. Hier passt sie sogar etwas mehr zu Takuto. als im Manga. Das lag auch daran, dass dieser anfangs ein ziemliches A…loch war. Dennoch mochte ich seine direkte Art auch hier. Er lässt sich eben nichts einreden, der Herr Shinigami. Das Ende zwischen den beiden gefällt mir im Manga aber doch etwas mehr, da es im Anime wesentlich offener endet. Zum Thema Takuto habe ich mich ja schon geäußert – seine Vergangenheit war hier deutlich anders. Ob mich das nun stört oder nicht, weiß ich auch nicht genau. Hier geht es auch mehr darum, dass sich Takuto nicht an seine Vergangenheit erinnern darf, weil er ja sonst ein Geist wird. Diese Tatsache fand ich doch etwas zu grausam, obwohl sie im Manga durchaus denkbar gewesen wäre. Für den Plot war’s aber doch ganz gut – leider endete auch das recht dramatisch (was wiederum gut war).

Meroko war im Manga ja eher unsymphatisch, weil sie mir durch ihre grundsätzliche Eifersucht sehr auf den Keks ging. Natürlich gibt’s das hier im Anime auch, aber nicht so drastisch. Auch findet sie hier mehr Bindung zu Mitsuki, wodurch die beiden sehr 229755gute Freunde werden. Das ist dennoch eine sehr schöne Tatsache, auch wenn ich es etwas unpassend fand, sie zum Engel zu machen. Dennoch wirkte sie (wie schon gesagt) symphatischer, freundlicher und auch umgänglicher. Natürlich fehlt die Sicht auf ihr altes Leben sehr, aber das war nun mal zu krass für einen Kinderanime (sie brachte sich aufgrund eines Missverständnisses, wegen Mitsuki’s Oma und ihrem Schwarm (?) um). So ist die strenge Oma von Mitsuki auch nicht mehr so streng, da beides in sich verknüpft ist (die Vergangenheit von Meroko und der Oma). Mitsuki’s Eltern sind im Anime genauso wenig beleuchtet, wie im Manga. Nur ein paar Einzelheiten sind bekannt.

Die Nebencharaktere haben im Anime wesentlich weniger Screentime bekommen. Oshige (Full Moon’s Mangerin), Wakaouji (Mitsuki’s Arzt), Madoka (Full Moons Rivalin) und Izumi (ein weiterer, fieser Shinigami) erfüllen zwar ihren Zweck und sind recht symphatisch, bekommen hier aber leider keine animierte Vorgeschichte und wurden eben so belassen, wie sie nun mal sind. Ich finde das einerseits schade, andererseits ist es auch verständlich – wie gesagt, es ist eher ein Kinderanime, der später sehr traurig wird. Ich denke, die Vorgeschichten der einzelnen Charaktere kamen Tanemura erst später in den Sinn, da diese auch im Manga recht spät zum Vorschein kamen. Daher bleibe ich lieber fair und gehe damit nicht in die Wertung ein, selbst wenn ich es etwas schade finde, dass diese nicht den Weg in den Anime gefunden haben.

Zeichnungen & Animationen

Da der Anime mittlerweile 13 Jahre alt ist, kann man ihn natürlich nicht mit Werken von heutzutage vergleichen. Dennoch ist er für die damalige Zeit ganz in Ordnung, aber leider auch nicht groß Nennenswert. Sprich – anschaubare Animationen. Die Zeichnungen sind im selben Qualitätsstandart gehalten. Prinzipiell sehen sie genauso aus wie im Manga, nur sehen sie etwas … wie soll ich sagen … billiger aus? Zumindest sind sie nicht ganz so schön wie im Manga, was bei der Folgenanzahl natürlich schwierig ist. Dennoch  sieht es soweit zeitgemäß für die damalige Zeit aus und sollte nicht allzu groß kritisiert werden. Ich bin zufrieden damit.

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Musik & Synchronisation

In Sachen Musik ist der Anime echt gut gelungen. Die Songs passen perfekt zur Serie und machen echt Spaß. Die OPs passen nicht so gut, sind aber an sich gut hörbar (bis auf die Hintergrundgeräusche in OP2). Gerade die Insert Songs beschreiben Mitsuki’s Gefühlwelt so gut, dass man sie nicht kritisieren kann. Allerdings wird Myself als Ending ziemlich totgespielt und Full Moon hat zeitweilen nur dieses eine, mit der Zeit doofe Lied. Manchmal hatte ich sogar Angst, sie würde ein One Hit Wonder werden. Eternal Song war dann wieder auch ganz gut, Love Chronicles und Smile waren für mich aber etwas schöner anzuhören. Man merkt an dieser Stelle auch, dass sich im Aspekt Musik viel Mühe gegeben wurde.

Die Synchro war ansich auch okay. Leider bemerkt man bei Mitsuki oft, dass es sich nicht um eine ausgebildete Synchronsprecherin handelt, die man da zu hören bekommt. Natürlich klingt ihre Stimme toll, wenn sie singt, aber acht Kanten tiefer, als wenn sie normal redet. Das führte manchmal zur sehr nervigen Stellen, was mich auch gestört hat.

Was bleibt also am Ende zu sagen? Ich vermute mal, das Tanemura Werke schwer umsetzbar sind. Doch Studio Deen hat sich mit diesem verworfenen Script zumindest Mühe gegeben und auch etwas vorweisen können. Leider ist deutlich spürbar, auf welche Zuschauergruppe dies gelegt ist – Kinder. Deshalb sollte man vielleicht nicht allzu streng sein, wenn man den Manga gelesen hat. Ich kann nun leider auch nicht aus meiner Haut, gebe mich aber damit zu frieden. 2-3 Tage nach Full Moon habe ich hin und wieder darüber nachgedacht und mir so gesagt: „Mh, so schlecht war’s ja doch nicht.“ Gerade die Geschichte an sich hat mich fasziniert. Jeanne war ja auch schon ernst, aber hier hat man noch eine Schippe drauf gehauen. Ich gebe daher eine objektive und subjektive Bewertung gleichzeitig, weil eine Wertung in diesem Fall schwierig zu bewerten ist.

Bewertung: 9 von 10 Punkten (subjektiv), 7-8 von 10 Punkten (objektiv)

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