Yu-Gi-Oh! (Season 0) – Review

yami_yugi_season_0_motivational_poster_by_z0mgedelr1c-d6w3hgs
Jetzt fragt sich sicher einer: warum YGO! Hä? Das erfahrt ihr natürlich hier.

Yu-Gi-Oh! erschien im Jahre 1998, bevor sich Kazuki Takahashi dazu entschied, den Hauptfokus der Serie auf das Kartenspiel zu legen. Da ich vorhabe alle Serien bis 5D’s zu rewatchen und dann später auch zu reviewen, musste ich natürlich auch diese Serie schauen. Ich hatte sie noch gar nicht gesehen, geschweige denn habe ich DM auch noch nie komplett auf japanisch gesehen. Dies soll sich in Zukunft natürlich ändern.

Story

Im Mittelpunkt von Yu-Gi-Oh! steht Mutou Yugi, ein für sein Alter recht kleingewachsener Junge, der von vielen seiner Mitschülern eben gerade wegen seiner Kleinwüchsigkeit, Schwäche und Schüchternheit gemobbt, gehänselt und verprügelt wird. Da Yugi auf seiner Schule keine Freunde finden kann, verbringt er den Großteil seiner Freizeit mit Spielen. Yugis Großvater ist Besitzer eines Geschäfts für Brett-, Karten- und Rollenspiele, wodurch Yugi Zugriff auf viele, Spiele (Darunter uralte Spiele die sein Großvater auf Grund seiner Archeologen Vergangenheit hat) hat. Eines dieser Spiele ist ein pyramidenhaftes Puzzle, das Milleniums Puzzle. Dieses drei Jahrtausende alte Puzzle konnte bisher noch nie zusammengebaut werden. Ferner wird diesem Puzzle nachgesagt, dass es demjenigen die Macht der Finsternis verleiht, der in der Lage ist, es zu lösen. Trotzdessen geklingt es dem kleinen Yugi, das Puzzle zusammenzusetzen. Daraufhin wird eine dunkle Macht freigesetzt, die sich in einem dunklen Alteregos, Yami Yugi, manifestiert. Dieser erscheint immer dann, wenn jemand Yugi, oder Yugis Freunden (die er ironischerweise eben gerade durch Yami Yugi, der ein vollkommenes Spiegelbild Yugis ist; stark, mutig und voller Selbstbewusstsein; gewinnt) etwas Böses tun will. Hierbei macht er sich die Macht der Finsternis zu Nutze und verwickelt seinen Gegner in ein Spiel der Finternis, bei dem der Verlierer durch die Macht der Dunkelheit bestraft wird. (Quelle: Digitalnippon, teils verändert)

Der Anime deckt etwa 7 Bände des Mangas ab und ist weitaus düsterer und brutaler (im psychologischen Sinne) als DM. Außerdem wird sie auch gern als „Staffel 0“ bezeichnet, aber ich sehe sie als vollkommen eigenständige Serie an. Die Story folgt nur bedingt einer Rahmenstory und trägt in vielen Folgen nicht allzu groß an einer größeren Story bei. Wer Duell Monsters kennt bemerkt auch, wie unausgereift viele Storyelemente sind, geschweige den die Charaktere (wird im Unterpunkt erläutert). Das Kartenspiel wird hier auch schon angerissen, allerdings unter dem Namen „Magic & Wizards“ und hat auch noch ganz andere Regeln (in einer Folge, dann war’s auf einmal Duel Monsters), als das spätere Duel Monsters. Außerdem gibt es noch weitere Spiele, wie zum Beispiel auch schon Capsule Monsters. Außerdem erhält man reichlich Informationen zu Vorgeschichten, welche auch in DM nicht angerissen wurden sind. Vielen ist diese Version auch nicht bekannt, da es schwierig ist, an sie ranzukommen. Außerhalb von Japan erschien sie ja auch nicht, was auch noch bei der Unbekanntheit der Serie beiträgt. So was brutales hätte 4kids auch nicht zeigen können.

Mittlerweile hat es auch eine englische Gruppe geschafft, die Serie fertig zu subben. Daher kann ich sie natürlich reviewen, keine Frage. Allerdings war das alles eine ganz neue Erfahrung. Gerade weil die Serie an Ecken und Kanten so unausgereift, brutal und düster ist, fühlt sich das alles zwischenzeitlich sehr ungewohnt an. Selbst der Manga wurde später noch auf die Duel Monsters Schiene geschoben, wo gegen diese Serie eher bei dieser Sache blieb und somit sehr allein stehen blieb (ebenso wie der 30 Minuten Film, der im Nachhinein erschien). Dennoch hat es die Story, trotz des Alters, schon in sich und braucht sich eigentlich nicht hinter Duel Monsters, GX (dahinter schon gar nicht) oder 5D’s verstecken.

Screenshot 2015-02-14 22.50.09

Charaktere

Die Charaktere sind im Grunde genommen noch recht ähnlich, wie im späteren Anime. Yugi ist nach wie vor ein zurückhaltender, schüchterner und kleiner junger Mann, Katsuya (Joey) ist eigentlich auch recht ähnlich drauf und Anzu (Tea) so ziemlich auch. Honda (Tristan) ist dagegen irgendwie verpeilter und ist eigentlich dauerhaft hinter Miho, einer Klassenkameradin her. Miho gab’s in DM natürlich gar nicht, warum, keine Ahnung. Sie wäre als zweiter weiblicher Charakter der Gruppe sicher nicht zur Last gefallen. Ich mag sie auch nicht sonderlich, aber hassen tu ich sie auch nicht.

Kaiba ist hier ein ziemliches Arschloch. Sein kleiner Bruder ist auch nicht gerade sympathisch und auch so stehen die beide ziemlich fies dar. Kaiba kann ich hier nicht mal ernst nehmen, geschweige denn seinen kleinen Bruder. Dagegen war seine spätere Version doch etwas netter, wenn man es so betrachtet. Zu dem gibt es jede Folge einen anderen Gegenspieler, Bakura taucht aber später auch noch einmal auf. Vergleichsweise trat er auch recht spät ins Geschehen, wo er in DM natürlich schon eher da war. Einen richtig großen Auftritt bekam er dann in den letzten Folgen.

Die Charaktere sind hier also auch ziemlich anders, aber man erkennt sie natürlich noch wieder. Quasi Prototypen, wenn man es so will.

8b10c495ef01e9197f63eaf4b39674c3

Zeichnungen & Animationen

Für die Zeit, in der dieser Anime erschien, ist die altbackene Animation und auch die teils durchwachsenen Zeichnungen sehr normal. So sah es ja auch im Manga aus. Die Serie erschien in Japan ja auch nur auf VHS und wurde auch nicht noch einmal (meines Wissens) auf DVD nachgelegt. Natürlich wäre es irgendwie cool, wenn dies nächstes Jahr zum 20-jährigen Geschehen würde, aber das wird wohl ein kleiner Traum bleiben. Dafür ist das ganze wohl einfach zu kindlich und undetailiert animiert.

Das Charakter-Design ist dagegen teils total merkwürdig und skurril. Da es sowieso nicht ausgereift war, kann man eigentlich nicht viel sagen, klar. Aber bei manchen Charakteren hab ich schon mit dem Kopf geschüttelt – was da alles rauskam, meine Fresse. So was würde heutzutage direkt abgelehnt werden. Ein Paradebeispiel sind schon allein Kaibas grüne Haare, die im Kurzfilm zur Serie dann auch noch auf Braun geändert wurden. Gott, Grün steht ihm einfach überhaupt nicht. Man merkt einfach, wie ungefeilt die Scripte waren, was wahrscheinlich auch ein Grund war, das Studio zu wechseln. Toei hat zwar seine Arbeit gemacht, aber ein Studiowechsel für DM war die klügste Entscheidung, die man treffen konnte.

tumblr_mi7376uB5r1s3kr0mo5_500

Musik & Synchronisation

Die Musik war recht passend, aber auch typisch für die 90er. Dennoch fand ich das Opening sehr passend und mochte auch das Ending ganz gerne. Mehr Songs gab es allerdings nicht, nicht mal ein kleiner Insert Song, der irgendwo beigefügt wurde. Natürlich ist das nicht weiter schlimm, aber schon ein wenig schade.

Der Cast der Synchronsprecher besteht aus recht bekannten, natürlich japanischen Sprechern, wie zum Beispiel Megumi Ogata (Shinji in Evangelion, Kumagawa in Medaka Box Abnormal) oder auch Yukana als Miho (C.C. in Code Geass). Yugi wirkt mit einer weiblichen Synchronsprecherin weitaus kindlicher, aber gerade das macht seine so normale Seite aus. Der Gegenkontrast zu Yami Yugi und Yugi ist perfekt in Szene gesetzt und einfach nur toll anzuhören. Ansonsten ist mir von den Sprechern nicht viel im Ohr geblieben. Eine deutsche Synchronisation halte ich für eher … unwahrscheinlich. Ich würde mich zwar freuen, aber gerade weil niemand den Anime kennt, scheint dies so ziemlich unmöglich. Zumindest blieb diese von der 4kids Schere verschont.

Schlussendlich kann man nicht sagen, welche Serie besser ist. Ob DM oder diese hier, ist einfach nicht möglich, da sie sich einfach zu krass unterscheiden und diese Serie nun mal allein für sich steht. Die letzten Folgen waren schon mal ähnlich spannend wie DM, konnten aber noch nicht so gut fesseln, wie sie es im „Nachfolger“ tun. Für einen harten YGO! Fan ist diese aber absolute Pflicht, um gerade noch ein paar kleine Hintergrundinformationen bekommen, gerade da hier klar wird, warum Yu-Gi-Oh! (zu dt. König der Spiele) nun mal diesen Namen trägt. Man sieht das ganze nochmal in einem ganz anderen Licht, was ich einfach echt toll finde. Wer mit Yu-Gi-Oh! eine ganz andere Erfahrung machen will, ist hier genau richtig und wird vielleicht auch Leute interessieren, die Yu-Gi-Oh! Duel Monsters vielleicht sogar ziemlich blöd fanden. Die erste Folge von DM hat im übrigen auch einen Prototypen, welcher aber auch recht spät in dieser Serie kam.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

tumblr_lzs0iuWG551r62f16o1_500

Advertisements

3 Gedanken zu “Yu-Gi-Oh! (Season 0) – Review

  1. Lustigerweise habe ich ja den Manga VOR dem Anime gelesen und war immer eher verwirrt wie Kinderfreundlich die Serie dann war, lustig das Staffel 0 hier nie erschien, aber ich glaube der Manga war ja NOCHMAL eine Ecke Düsterer: Mokuba spielt ein Vergiften-Spiel, Kaiba heuert einen Massenmörder auf Yugi an (im ernst, Maske und Kettensäge) und Katsuya hatte ne ziemlich harte Backstory und war allgemein noch etwas cooler als später im Anime

    Netter Bericht, wobei du anfangs nochmal die abkürzung „DM“ erklären solltest, nicht-fans kapieren das sonst nicht so richtig denke ich

  2. Ich habe mir auch vor einiger Zeit extra im i-net die ersten 50-60 Kapitel als Manga durchgelesen, was etwa Season 0 entspricht, und der Manga war wirklich heftiger von den Spielen her. Allein wie die Death-T im Anime verharmlost haben o.O
    Und was Miho angeht, die war im Manga nur ein winziger Nebencharakter, kam nur in einem Kapitel vor.

  3. Ich habe „Staffel 0“ vor DM gesehen und finde sie weitaus besser als die Nachfolgenden Serien. Zum einen, weil es nicht nur um Duel Monsters geht, sondern z.B. auch die Vorgeschichte behandelt, zum anderen weil ich die Charaktere hier, im Gegensatz zu dir, besser finde. Kaibas grüne Haare sind genial, sie passen soo viel besser zu ihm als die braunen und der Kontrast zwischen Yugi und Yami Yugi ist viel besser gelungen, da Yugi in Normalform so kindlich ist.
    Insgesamt finde ich, dass Staffel 0 viel mehr Tiefgang besitzt als DM, z.B. durch die Yami no Games. Die andere Serie kann da absolut nicht mithalten.
    Ich kann nicht nachvollziehen, warum diese Staffel so unbekannt geblieben ist, eben weil ich sie viel besser finde und für mich das einzige echte Yugioh bleibt (gucke die andere Serie eig. nur wegen dem Pharao und weil sie besser als nichts sind. Ansonsten finde ich die wirklich schlecht). Andererseits ist das vielleicht auch ganz gut, da sie so von den schrecklichen Synchronstimmen verschont bliebt. Nur hätte ich sie gerne auf DVD … .

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s