Vampire Knight – Review

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Und so endete der erste Manga, den ich mir stets von meinem eigenen Geld zusammenkratzte.

Endlich ist es vorbei. Vampire Knight endete mit 19 Bänden (erschienen bei Carlsen Manga!). Lang ist es her, da kaufte ich mir von Tante’s Bücherladen Gutschein einen Manga mit dem Titel Vampire Knight. Ich hab ihn auch sehr zufällig ausgewählt, wenn ich so drüber nachdenke. Wann war das … ich glaub, im Sommer 2010. Da konnte ich noch nicht jeden Tag ins Internet und schauen, wann der nächste Band rauskam, geschweige denn war ich zu dem Zeitpunkt auch noch gar nicht so weit mit der Serie. Gegen Anfang 2011 hatte ich dann alle bis dato erschienen Bände im Besitz. Ich glaube, es waren damals 10 Stück. Doch dann kam das große warten … ein ganzes halbes Jahr, da der japanische Rythmus ja der gleiche war.

Yukis Erinnerungen beginnen mit einer verschneiten Nacht, in der sie von einem Vampir angegriffen wurde, aber von einem Jungen namens Kaname Kuran gerettet wurde. Dieser nahm sie mit an die „Cross Academy“, eine Schule, an der eine Night- und eine Day-Class unterrichtet werden. Doch was niemand weiß: Die Night-Class besteht nur aus Vampiren. Als Guardians haben Yuki und Zero die Aufgabe, dieses Geheimnis zu bewahren. Doch auch Zero verhält sich merkwürdig. Und was verbirgt Kaname hinter seiner glänzenden Fassade? Yuki wird immer mehr in ein Netz gezogen, dessen Spinner Lüge, Dunkelheit und Hass sind.

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Ich war nie Twilight-Fan, das vornweg. Deshalb hab ich mir die Reihe auch nicht gekauft. Ich fand es zumindest irgendwie interessant und hab dann einfach mal zugeschlagen. Mit meinen heutigen Kenntnissen würde ich mir die Serie sicher nicht nochmal kaufen. Natürlich ist Vampire Knight nicht schlecht, wird ab Band 11 rum allerdings sehr verwirrend und undurchsichtig. Zeitweilen wusste ich wirklich nicht, wo die Story hin will. Das Zero von Yuki so abhängig war, war in den ersten Bänden recht interessant. Immerhin war er ziemlich ausgehungert und hatte dennoch den Zwiespalt „Ich hasse Vampire, sterbt alle.“ und „Ich bin selbst einer, ich verdurste. Fuck.“ Allerdings habe ich Zero nie wirklich verstanden. Yuki wirkt oftmals einfach nur planlos und auch recht dümmlich, in manchen Situationen. Ihr geliebter Kaname-senpai aus der Night Class war eigentlich immer recht interessant, bis … na ja, ich kanns schreiben, oder? Bis er Yuki zum Vampir macht und alles rauskommt.

Das Story war über 11 Bände lang sehr interessant und ließ immer ein paar Fragen offen. Das hat mir wirklich gefallen. Doch dann wurde das ganze zum Teil so verworren, dass ich das Gefühl hatte, man hätte irgendwelche Scripte wieder gefunden und einfach zusammen geschmissen. Irgendwie passte es dann auch halbwegs, auch wenn das Ende ganz schön komisch und verwirrend war. Ich konnte dem nicht ganz folgen und werd wahrscheinlich diese Bonusstory lesen müssen, die es laut Autorin noch gibt. Vielleicht werd ich ja da schlauer, aber zumindest kann ich mich auch so zufrieden geben.

Bei den Charakteren liegt eigentlich unser größtes Problem. Die Story war irgendwann so verschwommen, weil unser Mainchar Yuki irgendwie selbst nicht wusste, was sie wollte. Irgendwie kam ihr der Plottwist ab Band 8 – 11 ja eigentlich ganz gut und hätte für eine gewisse Charakterentwicklung sorgen können. Leider hat man das ziemlich verpeilt und so wurde Yuki das, was sie schon von vornherein war – ein austauschbarer Pappaufsteller. Ganz niedlich anzusehen, aber das war’s auch schon. Gerade ihre Hintergedanken um das Geschehen habe ich auch nie verstanden – will sie jetzt nun Kaname oder Zero? Wahrscheinlich ist das ganze auch total depp und ich raff’s einfach nicht. Aber mal ganz ehrlich? Irgendwann hab ich aufgehört sie für voll zu nehmen und nur noch gelacht, wenn sie etwas in der Richtung sagte oder dachte. Vielleicht hat sie auch beide geliebt, kein Plan. Ihr Gejammer ging halt auch irgendwann mal auf den Keks.

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Zumindest bekommt der Rest der Charaktere gute Tiefe, was man in der Anime-Umsetzung grundlegend versemmelt hat. Zero wirkt nicht so total schwul, sein Bruder war interessanter und hatte trotzdem nur 2 Bände zu leben und Kaname hat irgendwann gemeint: „Ach, fickt euch doch, ich mach jetzt mein Ding.“ Die Schüler, die Kaname aus der Nightclass immer hinterher gedackelt sind bleiben bis Ende noch ganz entspannt und teilweise interessant, wurden dann später aber auch vergessen. So kann’s leider kommen.

Dennoch überraschte mich der Zeichenstil positiv, auch in der Darstellung von Blut und Gewalt. Natürlich erwartet man so was von einem Vampir-Manga, aber es ist ja nichts selbstverständlich. Der Zeichenstil von Matsuri Hino veränderte sich nach den ersten drei Banden stark weiter und sah dann auch recht hübsch aus. Vorher war’s so ziemliche Shoujo-Manga-Kacke. So kann man zumindest sehen, wie sich eine Zeichnerin über die Jahre verbessert und bewundert sie dann auch irgendwie dafür. Ihre Randnotizen sind eher für Leute interessant, die selbst zeichnen, aber selbst das ließ irgendwann nach. Ab band 14 gab es dann meistens nur noch so zwei bis drei Randnotizen, wo es am Anfang so sieben bis neun gab. Zumindest scheint sie ihre Kraft ins Zeichnen gelegt zu haben.

Nun, was bleibt mir nun noch groß zu sagen? Ein weiterer Manga, den ich Jahre lang verfolgt habe, endet nun mit 19 Bänden und wenn ich so zurückschaue, bin ich eigentlich froh, dass es endlich vorbei ist. Nach ich dieses Ende irgendwie erwartet habe, überrascht es mich dann doch, dass es nun so ein Ende genommen hat. Mehr als 20 Bände hätte die Serie sowieso nicht vertragen, da sich das ganze auch irgendwann in die Länge zog und eigentlich nur danach schrie, beendet zu werden. Trotzdem bin ich mit dem Manga nach wie vor mehr zu frieden, als mit der Animeumsetzung und bin eigentlich der Meinung, dass dieser Manga ein guter Einstieg ist. Natürlich gibt’s sicher die Leute, die meinen, dass hier wär irgendein Twilight-Abklatsch, aber das ist ja natürlich nicht der Fall. Wenn es dennoch dumme Twilight-Fans gibt, die dies hier für Twilight den Manga halten – bitte. Macht doch, is mir egal.

Auch den fairen Preis von 5,95 € kann man eigentlich unterstützen. Wer nicht genug davon kriegen kann, darf sich noch das Artbook, das Fanbook und die Novels holen. Alle hierzulande bei Carlsen erschienen, nur kauft euch um Gotteswillen nicht den Anime. Ich bin froh, dass er keine dritte Staffel bekommen hat.

Ich bereue nichts. 7 von 10 Punkten, trotz Pappaufsteller.

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