Nisekoi – Review

Nisekoi_Episode_05_End_CardHabe ich jemals einen Harem-Anime reviewt? Wenn nicht, ist es heute soweit.

Nisekoi war mir schon zu Airing-Zeiten bekannt, obwohl ich den Manga auch nicht kannte. Ich habe damals vielleicht vier Folgen gesehen und erst mal auf pausiert gestellt, weil ich damals keine Lust auf diese Serie hatte. Mittlerweile habe ich die restlichen Folgen nachgeholt und kann mir endlich ein Gesamtbild machen. Daran lasse ich euch natürlich teil haben.

Story

Die Liebe währt ewig! Als Kind machte Raku Ichijo ein Versprechen mit einer Kindheitsfreundin, mit der er ein gemeinsames Erinnerungsstück teilt. Während er ein Schloss nahm, hat seine Liebste den passenden Schlüssel. Mit dem großen Traum, seine frühere Liebe wiederzufinden, kommt Chitoge Kirisaki in sein Leben. Um den Frieden zwischen den beiden rivalisierenden, verbrecherischen Familien-Clans zu sichern, müssen Raku und Chitoge eine Beziehung vortäuschen, obwohl die beiden kaum verschiedener sein könnten. Als Raku entdeckt, dass sowohl Chitoge als auch deren gemeinsame Freundin Onodera Kosaki jeweils einen Schlüssel aus ihrer Vergangenheit besitzen und immer mehr Mädchen sich um den Protagonisten scharren, kann die Romanze beginnen.

Dieser absolut geistreiche Plot (das klingt bewusst böse) erinnert doch schon ein wenig an Love Hina, oder? Genau das dachte ich mir, als ich die ersten Folgen anschaute. Gut, unser Mainchar ist kein angehender Student, aber trotzdem noch um einiges blöder als Keitarou je war. Ernsthaft, so viel Blödheit in einem Schädel … aber gut. So gesellen sich im Laufe der Serie einige Mädchen zu ihm, an der Stückzahl sind es vier. Die Tatsache mit der vorgespielten Beziehung war eigentlich ganz nett, so war der Kerl ständig auf Achse, hatte sein Hirn aber noch weniger an, als sowieso schon. Trotz der Tatsache, dass sich hier so ziemlich jeder einfach nur blöd anstellt (Raku am meisten), gab es auch ein paar ganz nette Momente und auch ein paar süße dazu. Ich war quasi am facepalmen, aber auch am lachen. Denn der Humor in Nisekoi ist durchaus nicht schlecht, auch wenn man das Setting und die Story wahrscheinlich schon hundertmal gesehen hat. Shaft stellt das alles sehr kreativ dar und hat durchaus gut umgesetzt, was dem Anime zu gute kommt. Meines Wissens sollte der Anime auch nicht allzu weit weg vom Manga sein, aber genau weiß ich das auch nicht.

Dieser Story besticht im Grunde nur durch deren Umsetzung und auch der Tatsache, dass es zumindest gelingt, dieses Konzept auf zwanzig Folgen zu ziehen. Hätte die Serie noch mehr Folgen gehabt, hätte ich wahrscheinlich irgendwann gedropped, weil sich das ganze elendig zieht und eigentlich kaum von der Stelle kommt. Man ist zumindest einigermaßen zufrieden, wenn man mit der Serie fertig ist, aber wenn man allgemein keinen großen Spaß an solchen Serien hat, sollte man es eher lassen. Wegen Raku hab ich oft nicht mehr als zwei Folgen am Stück aushalten können.

Nisekoi

Charaktere

Ich sprach schon einige Worte zu Raku, aber mal im ernst – mir kann keiner erzählen, der Kerl wäre ein guter Hauptcharakter. So doof und verpeilt kann man doch eigentlich nicht sein. Hätte der Kerl ein Hirn das auch funktioniert, wäre die Serie schneller vorbei gewesen, als ich Pling Plong sagen kann. So gesehen könnte man ihn aber auch in jeden anderen Harem-Anime setzen – es würde gar nicht auffallen, weil die Mainchars in solchen Anime eh immer austauschbar sind.

So sind die Mädels zumindest etwas abwechslungsreicher. Na ja gut. Wir haben es schon ein wenig mit Stereo-Typen zutun, aber wer hat den gesagt, dass diese nicht auch ganz nett sein können? Chitoge ist zum Beispiel eine ziemliche Standard-Tsundere, wie sie im Buche steht. Aber sie hat auch so viele süße Seiten an sich, dass ich nicht verstehe, warum Raku nicht schon wirklich etwas mit ihr angefangen hat. So gibt es im Gegenzug die schüchterne und zurückhaltende Onodera, auf die Raku anscheinend wirklich steht und sie auch auf ihn, aber … na ja. Sie ist ja natürlich sooo schüchtern, dass sie ihm das nicht sagen kann. Dennoch scheint sie sich ganz gut mit Chitoge zu verstehen, weshalb es keinen allzu großen Zickenkrieg. Sie hat später vielmehr Angst, das die falsche Beziehung zwischen Raku und Chitoge eine echte werden könnte und nun ja … so gesehen hätte man die Serie extrem schnell beenden können, wäre einer der beiden das Mädchen von damals und die Suppe wäre gegessen gewesen. Aber nein, es müssen noch zwei weitere Charaktere her, die das ganze noch viel komplizierter machen.

So haben wir unsere Quoten-Tomboy, welches am Anfang sogar als Kerl vorgestellt wird. Seishiro ist eine Kindheitsfreundin von Chitoge und schein auch irgendein Versprechen abgegeben zu haben. Ich schätze mal, dass es irgendwas mit Chitoge sein wird. Gegen Yuri mit den beiden hab ich auch nichts, gebe ich zu. Sie entwickelt zu Raku auch Gefühle (wer hätte das erwartet … niemand, neeeeeein), doch sie ist natürlich viel zu schüchtern um ihm diese zu gestehen. Als letztes haben wir dann noch Marika, die eigentlich ziemlich grob redet, aber trotzdem ganz niedlich sein kann. Sie bemüht sich sehr um Raku und ist seine versprochene Verlobte … und haste nicht gesehen. Somit ist Rakus Harem komplett und natürlich stellt sich jeder die Frage, welches Mädchen ihm damals versprochen hat, ihn irgendwann zu heiraten. Ach Gott, ist das spannend. Dieser Post trieft nur so von Sarkasmus, an manchen Stellen.

Die Charaktere bedienen sich quasi an ziemlichen Klischees, was bei den Mädchen aber nicht so schlimm ist. Viel schlimmer ist es allerdings bei Raku, wegen dem die Mangavorlage wohl noch auf 20+ kommen wird. Ziehen wir diesen ab, kommen wir zumindest auf einen recht sympathischen Mädchen-Cast.

Typhoon

Zeichnungen & Animationen

Der Zeichenstil gefällt mir relativ gut. So gesehen haben die Mädels im Grunde alle das exakt selbe Gesicht, aber durch unterschiedliche Frisuren und Kleidungsstil kann man sie ganz gut unterscheiden. Viel interessanter als das, ist eh das eigentliche Animationsmaterial.

Shaft ist bekannt für durchgedrehte und skurille Serien. Ich denke nur an die Monogatari Series oder Madoka. Hier ist es dagegen noch recht dezent, aber auch reichlich durchgeknallt. Die Farben und auch die Animationen an sich sind sehr schön anzusehen. Würde es im Optik gehen, wäre dieser Anime sicher sehr weit oben, bei den neueren Serien. Aber gut, ein Studio das zu lang mit Gainax zusammenarbeitet, kann nur selbst irgendwann verrückt werden. xD Aber gut, beenden wir den Talk über gute Animationen. Hier gibt es zumindest einen klitze-kleinen Pluspunkt.

Nisekoi-Marika-Raku

Musik & Synchronisation

Die Musik der Serie wird für mich wohl auch noch etwas ausmachen. Der BGM ist zwar nicht im Kopf geblieben, aber dafür das Opening und die etlichen Endings. Das Opening ist zwar der bisher mit schwächste Claris-Song, aber … dennoch gut hörbar. Die Endings werden jeweils von den Synchronsprechern der Serie gesungen und sind auch noch ganz nett, auch von der Darstellung her.

Zur Synchro werde ich jetzt nicht viel verlieren. Ich habe nicht viel von der deutschen Synchronisation mitbekommen und enthalte mich an dieser Stelle. Für alle die unbedingt wissen wollen, wie gut die Synchro ist, kauft euch ganz einfach die BDs. Die paar Folgen die ich wirklich auf deutsch gesehen habe, reichen nicht zu, um mir ein Bild zu machen.


Ich kann mir gut vorstellen, das mir eine solche Serie mehr gefallen hätte, wenn ich sie in Form eines Mangas gelesen hätte. Auch wenn der Anime sympathische Charaktere und eine interessante Darstellung hat, kann ich es nicht unbedingt als guten Anime bewerten. So komme ich eher zum Schluss, dass es sich um eine etwas bessere Slice of Life Serie mit ein paar netten Nebengenre dreht (dabei ist SOL nicht mal im Genre gelistet, lel). Man hat’s einmal gesehen und das reicht auch vollkommen zu. Ich konnte mich zumindest ein bisschen dafür begeistern, werde aber kein Review zur zweiten Staffel schreiben. Dann kaufe ich mir doch lieber den Manga, wenn ich ehrlich bin.

Bewertung: 6/10 Punkten

k5to9yjjfrn2mjknfiab

Advertisements

Ein Gedanke zu “Nisekoi – Review

  1. Ach der Sarkasmus half, wobei mir Bilder zu den Charakteren gefallen hätte, ansonsten mochte ich deine nüchterne Art, nach 20 Jahren Anime/Manga in Deutschland ist selbst uns der Harem-Plott allzubekannt, doch man sieht es ja: Nisekoi ist bekannt, während Sexy Puzzle (fast dieselbe Geschichte) kein Mensch kauft… weil? Optik! Nisekoi sieht besser aus, das alleine macht das Werk zum Sieger. (okay, und anime anwesenheit XD)

    Guter bericht, Faire Wertung!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s