Pretty Guardian Sailor Moon – Review

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Hm, fast zweihundert Manga im Schrank und vielleicht grad mal dreißig Prozent davon reviewt … das muss geändert werden.

Sailor Moon gehört wohl zu den bekanntesten und erfolgreichsten Shoujo-Manga aller Zeiten. So ziemlich jeder der schon einmal was von Manga gehört hat, kennt diese Serie aus der Zeit, als der große „Animeboom“ hierzulande stattfand. Auch hier fing für viele Anime und Manga-Fans die eigentliche Leidenschaft für dieses Medium an. Aber gut, das ist sehr allgemeines Geplapper. Ich werde jetzt mal gar nichts so drauf eingehen. Sailor Moon gehört aber auch für mich zu den Anfängen meines Hobbys und war neben Yu-Gi-Oh! eines der wichtigsten Anime-Bestandteile meiner Jugend. Ich war etwa zehn Jahre alt, als ich den Manga (noch die alte gespiegelte Version) in der Bibliothek meines Kaffes entdeckte. Den Anime kannte ich natürlich auch, als Kleinkind hab ich meine Mutter permanent zusammengeschissen, wenn sie mich zu spät aus dem Kindergarten holte, weil ich SM halt unbedingt sehen wollte. Man könnte quasi meinen, es war für mich das Highlight des Tages. Aber gut, genug von meinen Kindheitserinnerungen. Ich werde den Manga im übrigen nicht mit der neuen Anime-Serie vergleichen – wenn, dann tue ich es im dafür vorgesehenen Review.

Ich denke, ich muss hier niemandem die Story erzählen. Die kennt so mal schon jeder und auch Spoiler kann man hier sicher verzeihen. Genau diese hat einige andere Magical Girl Anime danach beeinflusst und tut es auch heute noch. Heutzutage wäre sie einfach nichts neues mehr, aber gerade damals war das wohl was ganz neues. Da der Manga und auch der Anime parallel zueinander liefen, gab es im Anime natürlich das Problem mit den Fillerfolgen. Im Manga musste man sich dagegen sputen und schnell alle Charaktere einführen, was nach einem Band auch fast erledigt war. So kommt man mit der eigentlichen Geschichte ganz gut mit, auch wenn vieles überstürzt wirkte. Ich für meinen Teil habe einfach gemerkt, dass man vieles im Laufe der Geschichte einfach fallen lassen hat und vielleicht ganz anders geplant hat, als es eigentlich geplant war. Hier bin ich eigentlich der Meinung, das man Naoko deutlich mehr Zeit lassen hätte sollen. So hätte man sicher noch ein paar nette Sidestorys und komplexe Handlungen einbauen können, die das ganze ein Stück mysteriöser oder halt auch aufklärender gemacht hätten. Was ich genau damit sagen will, ist folgendes – die Story war einfach teils platt und hätte ein bisschen mehr Zeit gebraucht, als sie letztlich bekommen hat. Natürlich gab es einige Side-Storys, gerade in den dazugehörigen Bänden. Aber gut, schieben wir das mal bei Seite.

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Die Kapitel bis zu Tuxedo Mask sind dem alten Anime im Grunde sehr ähnlich, weshalb ich gar nicht drauf eingehen möchte. Doch interessanterer Weise kam mit Sailor Venus zumindest für kurze Zeit eine andere Vermutung im Leser auf. Denn sie wird in einem Kapitel tatsächlich als die eigentliche Mondprinzessin dargestellt. Natürlich ist sie es nicht, gerade das zu behaupten war Teil eines Plans, um die eigentlichen Feinde davon abzulenken, das Sailor Moon sehr offensichtlich (meiner Meinung nach) die Mondprinzessin ist. Der Grund, warum ich das Venus überhaupt abgekauft habe war tatsächlich der, das Venus wesentlich erwachsener und ernster rüber kam, als die anderen Mädels. Ich hätte mir durchaus vorstellen können, dass sie die eigentliche Prinzessin wäre, aber hey, zu früh gefreut. Der Manga konzentriert sich in den ersten Bänden allerdings mehr auf Bunny und Mamoru, weil Romance ja sooo wichtig war. Man könnte quasi meinen, das der Manga im Dark Kingdom Teil ein eher romantischerer Arc war, als das er eigentlich groß um den Kampf ging (zumindest betrifft das mindestens sechzig Prozent). Trotz der Tatsache, dass unsere Sailor Kriegerinnen im Manga nicht sterben und lieber großes Drama um unser Pärchen gemacht wird. Letztlich schließt diese Arc nahtlos an die Black Moon Arc an, doch die Unterschiede zum 90er Anime sind doch schon vorhanden. Der Hauptfokus lag halt einfach wo anders.

Was Black Moon angeht, hat der Anime zumindest ein paar Sachen besser gemacht, als der Manga. Ich weiß nicht mehr genau, in wie weit Chibiusa am Anfang verschlossen gegenüber war, doch im Manga wollte sie hier partu nichts sagen. Das ging solange, bis es dann einfach nur noch auf den Sack ging. Im Anime wird dafür mehr thematisiert, wie sehr Chibiusa ihre Mutter „eigentlich“ hasst. Das kam für mich nie wirklich rüber, weil mir ihre ewige Geheimnistuerei ordentlich auf die … na ja ging. Für mich hatte es im Anime einfach einen deutlicheren Grund, warum sie Black Lady wurde. An Pluto kann ich mich dagegen gar nicht erinnern, was den alten Anime angeht. Im Manga bleibt sie mir auch nur deswegen in Erinnerung, weil sie anscheinend auf King Endymion stand. Mehr aber auch nicht. Nun erinnere ich mich eher schlecht an das Ende der zweiten Staffel, ich bin ehrlich. Das Ende vom Manga war dagegen umso emotionaler. Dieser merkwürdig schwule Prinz von Black Moon eignet sich den Silberkristall der Gegenwart und der Vergangenheit an und will dafür sorgen, dass sich diese berühren. Was das heißt? Berühren sich diese beiden, macht die Welt einfach mal so puff und existiert nicht mehr. Das wollten eigentlich sogar die anderen Bösewichte verhindern, zumal auch unsere Sailor Kriegerinnen drum herum stehen. Doch was tun? Fast hätte er es geschafft … aber auch nur fast! Denn Sailor Pluto hält genau in diesem Moment die Zeit an, was ihr eigentlich strengstens untersagt ist. Natürlich macht sie es trotzdem und stirbt dabei. Black Lady ist fassungslos, erinnert sich an ihre einzige Freundin, die sie hatte und wird wieder die alte Chibiusa, die sie immer war. Ich fand das sogar irgendwie rührend dargestellt, wenn ich ehrlich bin. Dann wird noch dieser Erleuchtete platt gemacht, der im Manga ein ganzer dunkler Planet namens Nemesis war und auch diese Arc findet ein niedliches Happy End.

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Die Arc der Death Busters war dann aber sehr nah am Manga orientiert, weshalb ich hier auch keine wirklichen Unterschiede aufzählen kann. Für mich persönlich ist es auch die beste Arc der Serie, welche im Manga noch ernster und drastischer dargestellt wurde, als im Anime. Uranus, Neptun und die wiedergeborene Pluto warnen immer wieder vor der Sailor Kriegerin des Todes, welche dann natürlich auch erscheint. Doch Saturn hat nicht so gute Ziele, wie im Anime. Dort wurde sie höchstwahrscheinlich von Sailor Moon gerettet, wo sie im Manga gerade die Zerstörung der Welt einleitet. Das ganze war auch super erzählt und irgendwie hab ich sogar drauf gewartet, wie die Welt nun endlich mal untergeht. Außerdem gibt es hier schon gegen Ende Super Sailor Chibi Moon und … na ja. Es wird auch nicht so eine große Sache um den Gral gemacht. Das Ende dieser Arc kommt dann auf das selbe hinaus, wie es schon der Anime getan hat.

Hier würde dann eigentlich die Geschichte zu Prinzessin Kaguya kommen, welche allerdings in die Short Stories verlegt wurde. Für mich war dann dort eine Lücke, weil ich es so aus der alten Fassung kannte, aber die Geschichte blieb ja trotzdem erhalten. Hier wurde dann ebenfalls direkt an die Dead Moon Circus Arc angeschlossen, die ich eher … na ja fand. Einzig und allein Königin Nehelenia fand ich halbwegs interessant, die für mich ein wenig wie die Bösewichtin von Dornrösschen wirkt. Taucht auf der Geburtsfeier von Prinzessin Serenety auf, wird verbannt … all sowas. Und noch interessant war das zwischen Chibiusa und Pegasus, der ja irgendwie ein Mensch war … und auch irgendwie nicht, kein Plan. Dieses Missverständnis mit ihr und Bunny war nur zu reizend, als sie dachte, Pegasus hätte Bunny gesucht und nicht sie. Nehelenia kommt deshalb auch nicht groß dazu, Rache zu üben, weil Galaxia schon in den Startlöchern sitzt. Die letzte Arc war dann so anders, dass keine richtigen Vergleiche mehr möglich sind. Ach ja, Chibiusa war noch da, müsste das nicht irgendwann ein Zeitparadox auslösen? Chibi Chibi war übrigens eigentlich Sailor Cosmos, die am Ende alles rettet und ehemals aus einer Zeit kommt, wo sie schlichtweg zu feige war, irgendwas zu retten. Aber was genau und wie? Ich werde es wohl nie erfahren, denke ich. Ich fand das Ende dementsprechend gut, aber nicht überragend. Da war das im Anime etwas schöner gemacht.

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Man könnte also meinen, der Manga setzt mehr auf Drama und Romance, als auf die Freundschaft der Sailor Kriegerinnen oder irgendwelchen Charakterentwicklungen. Natürlich entwickeln sich die Charaktere weiter, werden älter und die Mädels gehen ja sogar später zur Oberschule aber … es ist nichts wirklich nennenswertes, was man hier sagen kann. Die Erzählweise ist sehr schön, wenn auch extrem schnell an manchen Stellen. Außer Prinzessin Kaguya ist übrigens nichts weiter Wichtiges rausgeflogen. Alle Nebenstorys sind in den Short Stories aufgefasst worden und finden dort auch ihren richtigen Platz. Lob an die Neuauflage, an dieser Stelle (in Japan gibt es übrigens schon eine etwas größere Drittauflage, sinnloserweise).

Die Charaktere im Manga sind nicht groß anders. Das einzige was etwas deutlicher wird, ist die Tatsache, das Bunny im Laufe der Bände erwachsener wird. Sie ist und wird immer die trottelige Heulsuse bleiben, selbst als Queen Serenety. Mamoru ist auch im Manga nur dafür da, ihr Husbando zu sein. Zwar wird im Manga aufgeklärt, das seine Eltern bei einem Autounfall starben und er sein Gedächtnis verlor – mehr wurde über ihn trotzdem nicht preisgegeben. Er ist für mich eigentlich ziemlich blass gewesen, wenn ich das mal so sagen kann.

Die inneren Senshis waren auch etwas blasser, als im Anime. Eine Merkur ist zwar verdammt moe und etwas kühl, aber sie hat das Selbe zu spüren bekommen, wie die anderen. Nur in den Side Storys wird eigentlich groß auf sie eingegangen, was noch recht süß war. Mars ist auch eher kühler, als so zickig wie im Anime. Naoko fand die Tatsache, dass sie so zickig gemacht wurde, ziemlich blöd. Quoten-Tsundere halt, aber hier war das zum Glück nicht der Fall. Jupiter wird hin und wieder sogar etwas weiblicher als im Anime, was eigentlich ganz putzig ist. Gerade ihre Side Stories waren sehr knuffig und auch ihre Berufswünsche (Köchin, Floristin …) sind sehr bodenständig. Von Venus hätte ich mir ein wenig mehr erwartet, gerade weil sie am Anfang so erwachsen gewirkt hat. Leider wurde sie später so eine Art zweite Bunny, wenn man denn so will. Eigentlich voll traurig, aber gut. Sailor Venus war ja auch in Sailor V nicht besonders erwachsen.

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Die Outer Senshis waren auch nicht unbedingt besser. Die Beziehung zwischen Neptune und Uranus war noch ganz putzig und sie wirkten am Anfang auch etwas mysteriös, was aber ganz schnell wieder verflogen war. Mit Pluto war es ähnlich, obwohl sie eigentlich sehr interessant war und im Manga auch weitaus mehr betont wurde, als im Anime. Sie hätte doch als älteste wie eine Art Mama sein können, oder? Das wäre doch eine putzige Idee gewesen. Am besten fand ich aber natürlich noch Sailor Saturn. Von ihr habe ich letztlich auch meinen Namen, doch als sie zu Sailor Saturn wurde, war sie doch sehr interessant. Ach, was hätte ich den Weltuntergang doch gern gesehen … schade, dass dies im Anime so unterging. Gerade die Thematik, wie ihr Vater sie wie eine Puppe behandelt hat, war schon echt fürchterlich, aber doch interessant. Chibiusa war für mich später nur noch da, um Hotarus beste zu sein. Für mich war sie dann auch nicht allzu präsent, höchstens nervig.

Mein Lieblingsantagonist wird wohl immer Sailor Galaxia bleiben. Sie wirkt so bedrohlich und im Manga wird auch klar, warum sie kämpft. Im Grunde wollte sie eigentlich nur endlich einem starken Gegner finden, fast wie ein gelangweilter Kriegsgott. Die anderen konnte ich zum größten Teil nicht ernst nehmen, außer vielleicht noch diese böse Hotaru. Die Ansätze waren zumindest da, wurden aber trotzdem nicht ganz gefühlt. Beim Anime kann man so gesehen genau das selbe sagen, da nehmen sich beide nicht viel – um auf gute Charaktere einzugehen, braucht man wohl doch ein bisschen mehr Zeit. Der Manga ist quasi das dramatisch-romantische Gegenstück zum reichlich lustigen 90er Jahre Anime.

Zumindest waren die Zeichnungen immer sehr schön anzusehen. Wäre der Manga jede Woche veröffentlicht worden, hätte das sicher nicht gut ausgesehen. Naoko zeichnet einfach sehr schön und hat einen weichen, klaren Zeichenstil. Es gab auch immer niedliche Raster und das ganze war einfach nur fluffig toll. Die Randnotizen wurden in der neuen Version leider weg gelassen, was ich sehr schade finde. Sie hat immer sehr viel geschrieben, gerade was auch den Erfolg in Japan oder auch andere Sachen um Sailor Moon anging. Das hat teils sehr viele Seiten gefüllt, die dennoch mit Liebe geschrieben wurden. Ich denke, Naoko liebt Sailor Moon noch am meisten, sonst würde sie nicht so streng mit ihren Lizenzen umgehen. Gerade auch an den neuen Covern und allem was sie noch bewegt hat merkt man, dass diese Serie ihr Lebenswerk ist, dass noch einige Generationen weiter getragen werden soll und sicher auch wird. Ich bin zumindest zuversichtlich, dass es so sein wird. Daher ist meine Wertung wohl eher aus nostalgischen Gründen so hoch, den man mir sicher verzeihen kann.

Bewertung: 9/10 Punkten

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