Warum Key Anime zum heulen sind – Alle Key-Werke im Überblick

Key Light novel

Bescheuerter Artikelname ist bescheuert. Irgendwie.

Heute möchte ich mit euch das Phänomen Key untersuchen. Heißt? Nun ja … ich spreche ein paar Serien von Key an und bestimme die schlimmste. Nein, das wäre zu einfach. Gehen wir mal auf Key selber ein, bevor wir überhaupt irgendeine Serie wirklich nennen.

Key ist ein japanisches Visual Novel Studio, welches einige Visual Novels über die letzten Jahre produziert hat. Diese bekamen auch zum größten Teil alle eine Anime-Adaption, weshalb ich faule Socke auch keine VNs von Key anlese (ein paar habe ich mal angelesen, aber joar). Das Studio gründete sich 1999 in Osaka und hat auch dort seinen Hauptsitz. So viel zur Erklärung, mehr muss man gar nicht wissen. Die VNs sind natürlich alle auf dem üblichen Windows Rechner spielbar und auch sonst – es gibt meines Wissens auch Clannad in Steam zu kaufen. Legen wir mal los. (Auf den Inhalt der Serien gehe ich eher weniger ein.)

Kanon - Fish Eyeing inklusive.

Kanon – Fish Eyeing inklusive.

Kanon macht als erstes den Anfang und erschien im Gründerjahr des Studios. Im Jahre 2002 versuchte sich bereits Toei Animation daran, eine dreizehn Folgen lange Anime-Adaption für diese zu produzieren. Wie sie war? Keine Ahnung, Kanon hab ich bisher nicht gesehen. Vier Jahre später kam dann auch noch mal Kyoto Animation und veröffentlichte eine Anime-Adaption mit vierundzwanzig Episoden. Dies geschah eigentlich nur aus dem simplen Grund, weil der zweite Key Ableger Air bei Kyoto Animation erschien und das etwa ein Jahr vorher. Air kam quasi so gut an, dass die Leute ein neueres Kanon wollten. Von diesem habe ich etwa zwei Folgen gesehen und kann es noch nicht genau einschätzen. Allerdings werden sicher wieder viele Momente dabei sein, in denen man einfach nur das Taschentuch zur Hand nehmen muss. Da bin ich mir eigentlich ziemlich sicher.

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Direkt nach der Fertigstellung von Kanon wurde Air in Angriff genommen, welches im Jahre 2000 erschien. Diese handelt von einem jungen Mann, der auf Wanderschaft ist und nach dem „Mädchen im Himmel“ sucht. Diese ist eine Legende, welche schon recht lang bekannt ist und von da nach dort erzählt wird. Während seiner Reise trifft er auf ein Mädchen, welches unbedingt mit ihm befreundet sein möchte. So viel gibt es wirklich nur zur Geschichte zu erzählen. Der Anime zu Air erschien im Jahre 2004 und wurde von Kyoto Animation produziert. Zuvor gab es noch einen Film von Toei Animation und nach der Serie eine zweiteilige OVA. Ich habe den Anime damals gesehen und saß meistens nur etwas ratlos da. Ich habe damals ein genaueres Review zur Serie verfasst, welches ihr im Review Archiv nachlesen könnt. Um es aber kurz zu machen – der Anime hat soviel weg gelassen, dass man manchmal große Verständnisschwierigkeiten für die eigentliche Handlung hat. Natürlich lässt er sich schön ansehen und ist auch am Ende traurig. Nur … er wird nicht ohne Grund in meinem Freundeskreis „wat?!“ genannt. Kein Meisterwerk, aber durchaus schaubar und auch in gewissen Sinne traurig.

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Nachdem Kanon und Air durchwaren, folgten ein paar Re-Releases zu beiden und es wurde etwas ruhiger um Key. Beide VNs haben auch eine Adult Version, sowie eine All Ages Version. Beim nächsten VN kam es jedoch zur ersten Ausnahme: Clannad. Viel muss ich zu diesem VN nun nicht mehr erzählen, oder? Dieses erschien Ende 2004 und stellt meiner Meinung nach eines der bekanntesten VNs von Key dar. Inhaltlich gibt es die Hauptgeschichte (Season 1 Anime) und die After Story (Season 2 Anime) welche beide gut ineinander greifen. Die Anime-Adaptionen kamen dann ab 2007, den Anfang machte wieder ein Film von Toei Animation. Hier eine Warnung – schaut euch diesen Film erst an, wenn ihr beide Staffeln durch habt. Ich habe den Fehler gemacht und ihn nach der ersten gesehen und … ärgere mich heute noch. Inhaltlich ist dieser ein alternatives Ende der Serie und fängt auch nur so an, als wäre er ab dem Zeitpunkt von Staffel eins anzusetzen. Also – Finger weg, der Zeichenstil ist eh fürchterlich. Kyoto Animations Anime kam dann nach dem Film raus und deckt zwei Staffeln ab. Staffel eins erschien 2007 und ist noch etwas gemächlicher, hat aber auch schon seine traurigen Momente. Staffel zwei folgte zwei Jahre später und deckt den Handlungsbogen von After ab. Glaubt mir … ich habe ab der Hälfte dieser Staffel so viel geweint, dass es kaum auszuhalten war. Alles in allem gefällt mir Clannad allerdings sehr und hat mir wohl den schlimmsten Heulkrampf aller Key-Serien verpasst. Einige von euch werden das sicher nachvollziehen können. Clannad wurde ein großer Erfolg, ist nun bei Steam erhältlich und der Anime erscheint auch hier zulande . Man kann in diesem Fall eigentlich schon von der erfolgreichsten Key-Serie reden, wobei ich gerade nicht sicher bin, ob Kanon nicht vielleicht erfolgreicher war. Aber das lassen wir erst mal so stehen.

Nach Clannad erschienen noch zwei weitere VNs, zu denen ich allerdings nicht viel sagen kann. Das eine wäre Planetarian: The Reverie of a Little Planet (Ende 2004) und Tomoyo After: It’s a Wonderful Life (Ende 2005).Bei Tomoyo After handelt es sich um ein Clannad Spinoff, welches wohl eine Story um Tomoyo behandelt. Beide VNs bekamen wieder All Ages Versionen – Tomoyo After aber auch eine Adult Version.

Little Busters

2007 folgte sechste VN von Key, welches den Namen Little Busters! trägt. Leser meines Bloges wissen sicher, worum es sich dabei handelt. Little Busters! handelt vom Narkolepsie kranken Jungen Riki, welcher seine Eltern verlor und sich nach Depressionen und Hoffnungslosigkeiten einer kleinen Gruppe anschloss. Diese nannten sich die Little Busters! und wurden seine Freunde. Diese gaben ihm seine Hoffnung wieder und schenkten ihm eine recht glückliche Kindheit. Daher sind alle Charaktere auch gleich alt, weil muss so. Die eigentliche VN spielt aber zu High School Zeiten, in welcher der älteste der Truppe nun bald die Schule verlassen muss. So möchte er mit seinen Freunden noch ein paar tolle Erinnerungen schaffen und macht eine Baseballmannschaft auf, zu welcher immer mehr Mitglieder (genau fünf und sie sind alle weiblich) hinzukommen. Allerdings geht es nicht nur um Baseball sondern auch um Freundschaft und das vorrangig. Der riesige Mindfuck am Ende und viele traurige Geschichten um die Charaktere würzen das Drama und machen Little Busters! fast trauriger als Clannad. Aber nur fast. Ähnlich wie Clannad gibt es auch hier wieder die Hauptroute, die dann in die Refrain Route läuft. Beide wurden später (2012-2013, jeweils 26 und 13 Folgen) von J.C. Staff als Anime umgesetzt. Im Zuge der VN erschien 2008 noch Little Busters! EX, welches drei weitere Routen hat und die Adult Version darstellt. EX wurde auch als Anime umgesetzt – allerdings ohne Sexszenen. Wie schon erwähnt finde ich Little Busters! bald genauso gut wie Clannad, aber das Heulpotenzial war noch nicht ganz so schlimm und das ist auch in Ordnung. Für Philosophen ist Little Busters! aber fast besser geeignet, als Clannad. Ich sitze auf dem Hype Train, das gebe ich zu.

Nach Little Busters! erschien 2010 noch ein Spin Off zu diesem, ähnlich wie bei Clannad. Kud Wafter erzählt die Geschichte von Kud, die einen neuen Zimmerkameraden sucht und Astronautin werden will. Dabei ist sie schrecklich süß und bereitet Karies beim Spieler und Lolicon. Leider kann ich das Spiel hierzulande nicht auf Steam erwerben, was extrem schrecklich ist, weil ich die Adul- … nein, ich bin kein Lolicon. Ich finde Lolis nur süß, daran ist nichts verkehrt.

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Was Key 2010 noch produziert hat, sollte auch fast jeder Wissen. Ohne Vorlage und auch ohne eine VN im Schlepptau produzierten sie gemeinsam mit P.A. Works den Anime Angel Beats, welcher sich großer Beliebtheit erfreut. Ja, der Anime hat riesige Logiklücken – ist mit 13 Folgen viel zu kurz und ergibt vorn und hinten … nur mäßig Sinn. Bei einem Originalwerk wie diesem hätte man sicher was anderes erwartet. Das Problem bei Angel Beats! ist folgendes – es ist ein multimediales Projekt. Man muss den Manga Heavens Door, die Drama CDs und die sechsteilige VN-Reihe (erscheint seit diesem Jahr nach und nach) gelesen und gesehen haben um ALLES zu verstehen UND zu erfahren. So erfährt man auch schon im Manga über TKs Vergangenheit und lauter andere Sachen, die man im Anime einfach nicht mitbekommt. Ist wirklich schade, gerade hier hätte man doch alles in 24 Episoden stecken können. Leider passierte es ja nicht und nun muss ich auch so weiterleben. Dabei habe auch ich in AB! geweint und war auch so recht ergriffen davon. In meinem Herzen ist es das beste Key Werk, auch wenn ich in Clannad länger und mehr geweint habe. Aber das ist mein Fangirlmodus– den teilt nicht jeder und muss es auch nicht. Bewiesen ist – leider kennen mehr Leute AB! als Clannad, obwohl Clannad besser ist. Blöd gelaufen, Key.

2011 erschien noch Rewrite, eine neue VN zu der ich auch nicht viel weiß. Laut Fans soll diese aber gut sein und hat leider noch keine Anime Adaption. Schade eigentlich, will erst mal reingucken, bevor ich irgendwas an zocke. Rewrite Harvest festa! scheint irgendeine Fandisc aus dem Jahre 2012 zu sein und dieses Jahr erschien nun der erste Teil der sechsteiligen Angel Beats! VN-Reihe. Joar … gibt’s sonst noch was zu sagen?

Charlottes Protagonistin Tomori Nao.

Charlottes Protagonistin Tomori Nao.

Key ist immer noch hochbeschäftigt, obwohl sie eine sechsteilige VN-Reihe am laufen haben. Die neue VN Harmonia erscheint noch dieses Jahr und Key arbeitet in dieser Season am neuen Originalwerk Charlotte. Dieses ist nicht ganz so unlogisch wie Angel Beats! und nun ja … sie haben aus ihren Fehlern, die sie bei Angel Beats taten, gelernt. Ob Charlotte nun besser als Angel Beats! wird – keine Ahnung. Ein Review folgt nach dem die Serie durch ist und auch so … ich bin eh gespannt, was aus der Serie noch so wird.

Die Key-Werke laufen eigentlich alle nach demselben Prinzip ab – man fängt an, eine gewisse Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Ob nun Anime oder VN – man tut es einfach. Selbst wenn der Anfang der Serien durchwachsen ist, hat man irgendwann eine Bindung zum Lieblingscharakter und dann fängt die Story irgendwann an, emotionaler zu werden. Während Kanon noch ein wenig Harem in sich hat, hat Air ein paar tragischere Züge und Clannad mehr Romance und Drama. Little Busters! handelt noch ein wenig mehr um Freundschaft und Angel Beats! handelt von einer Welt nach dem Tod. Ja, Charlotte hab ich ganz vergessen. Menschen mit speziellen Fähigkeiten, Erklärung folgt im Review. Aber eigentlich schon facettenreich, oder?

Welchen VN der genannten habt ihr gespielt und welche Anime-Adaption von einem Key Werk fandet ihr gut (bzw. zum heulen schön)? Das dürft ihr mir gern in den Kommentaren mitteilen.

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2 Gedanken zu “Warum Key Anime zum heulen sind – Alle Key-Werke im Überblick

  1. Also ich habe bisher Clannad, Kanon, Air, Angel Beats! und Charlotte geguckt, wobei ich Clannad Air und Angel Beats! am besten finde. Danach Kanon, danach Charlotte. Anfangs habe ich noch überlegt Charlotte in die Top10 zu tun, habe mich dann aber nach Folge 11 wieder umentschieden ^^ Angel Beats! und Clannad habe ich sogar hier bei mir rumstehen, Air gibts ja leider nicht auf deutsch.
    Ich habe bereits Clannad angelesen, jedoch habe ich nach zwei Stunden aufgegeben, und warte jetzt auf einen deutsch patch, der wohl die nächsten Jahre erscheinen wird xD Dasselbe gilt für Rewrite.
    Little Busters ist das einzige auf der Key Liste, das mir noch fehlt, vielleicht bringe ich ja irgendwann die Zeit dazu auf.

  2. Little Busters! ist bislang der einzige Anime / die einzige VN von Key, die ich gesehen habe. Den »Aufwand« für die VN würde ich so mit ca. 150-200 Stunden beziffern. (Das ist meine geschätzte Spielzeit und ich bin immer noch nicht ganz durch. Ein Paar Events fehlen noch und ich müsste wegen permanent gesperrter Szenen nochmal komplett neu anfangen…)
    Ich fand den Anime so gut umgesetzt, dass ich mir danach die VN geladen und durchgesuchtet habe.
    Wobei ein Paar Elemente auch recht merkwürdig waren. Warum haben sie eigentlich immer das Datumsfeld auf der Uhr zensiert? (^^) Wohl damit der Zuschauer kein Gefühl für den zeitlichen Ablauf bekommt…
    Die in der VN typische Vergabe von Titeln an die Charaktere wurde eingeführt, aber dann irgendwie auch wieder abgesetzt…
    So ziemlich alle Comedy-Highligts wurden übernommen, wobei natürlich gewaltig gekürzt wurde. Beim Geisterjagd/Mutproben-Event kann man sich in der VN sein 3er-Team frei zusammenstellen und bekommt für jede Kombination eine vollkommen andere Handlung. Das lässt sich nicht komplett adaptieren. Das Rauskürzen des ganzen Romance-Gedöns (naja, fast) aus den Charakter-Routen fand ich echt gut. Das wäre wohl etwas komisch geworden, wenn Riki im Laufe der ersten Staffel eine Beziehung mit fast jedem weiblichen Character angefangen hätte. Wobei die Entscheidung, in der VN mit Komari zusammenzukommen, ins Bad-End führt. (Gibt keine weiteren Spoiler dazu von mir.)

    Die VN ist aber aus spieltechnischer Sicht extrem schwer. Eigentlich ohne Komplettlösung nicht machbar. Ich habe es drei mal versucht, ohne Hilfe eine der Charakterrouten zu erreichen und bin jedes mal in die Rin-Route am Ende reingelaufen, die dann mit den aufbauenden Worten »Hast du wirklich geglaubt, dass das so einfach wird?« abbricht und den Spieler dann mit dem Hauptmenü begrüßt. Für jede Route muss man an mehreren Stellen nacheinander aus mehreren Möglichkeiten die Richtige wählen, ansonsten schlittert man an der Route vorbei.
    Wenn man die Routen nicht in der richtigen Reihenfolge spielt (Die VN gibt einem Wahlfreiheit), sind Teilweise Vorbedingungen für bestimmte Szenen nicht erfüllt, und man bekommt leicht andere Szenen mit kürzeren Dialogen. (Unter anderem wohl extrem in der Haruka-Route, bei der lange Szenen einfach fehlen.) Wenn man glaubt, einfach neu starten hilft, dann nein. Die Szenen sind dann dauerhaft nicht mehr erreichbar. Mann muss dann alle Speicherstände löschen und komplett von vorne anfangen und die Routen in der »richtigen« Reihenfolge spielen, um an die Szenen zu kommen.
    Noch ein Wort zum Aufwand: An einer Stelle fragt Kengo den MC Riki, ob der Rest der Bande dazugeholt werden soll. Man hat die Auswahl zwischen »Ja« und »Nein«. Sagt man »Ja«, werden alle zusammengetrommelt. Sagt man »Nein«, wiederholt Kengo die Frage. Sagt man dann »Nein«, widerholt er sie nochmal. Wenn man Kengo dann 100 mal widersprochen hat, gibt er einem dafür einen Keks. (Bildlich gesprochen). Wenn man vorher aufgibt, erfährt man das natürlich nie.

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