Another – Review

another

Mensch, dieses Review brauchte ja auch mal eine Neuauflage, wa?

Another zählt zu einem meiner Lieblingsanimes und ich mag ihn recht gerne. Eigentlich bin ich kein so großer Splatter-Horror Fan, aber umso mehr ein Mystery-Fan und davon habe ich in diesem Anime mehr als genug. Außerdem war es auch der erste Anime, den ich mit deutschem Sub gesehen habe und das auch noch bei Chinurarete. Na ja … ich war damals sechszehn Jahre alt und griff eben lieber auf den guten alten Sub zurück, obwohl ich mit dem dritten Re-Watch meines eigentlichen Lieblingsanimes beschäftigt war. Aber nun genug von meinen alten Geschichten, vier Jahre sind mittlerweile vergangen und ich nehme den Anime nochmal richtig außeinander.

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Story

Der 15-jährige Kōichi Sakakibara zieht zu seinen Großeltern und seiner Tante Reiko, da sein Vater wegen seiner Arbeit nach Indien muss. An der Yomiyama-Mittelschule kommt er in die Klasse 9-C, die Kōichi jedoch von Anfang an seltsam vorkommt. Die Klasse ist von allen anderen in der Schule so sehr wie nur möglich isoliert. Kōichi bemerkt eine Mitschülerin mit einer Augenklappe, Mei Misaki, aber seine Mitschüler reagieren so, als gäbe es sie nicht, wenn er jemanden nach ihr fragt. Bald erfährt Kōichi, dass die Klasse verflucht ist, seitdem 26 Jahre zuvor ein Schüler namens Misaki gestorben ist. Seitdem befindet sich jedes Jahr in der Klasse eine überzählige verstorbene Person, der/die „Andere“ (Another), deren bloße Anwesenheit der Grund dafür ist, dass monatlich Schüler dieser Klasse oder deren nächsten Verwandte unter seltsamen Umständen ums Leben kommen. Nach und nach findet Kōichi heraus, dass man den Fluch beenden kann, in dem man den/die Andere auf ein Neues „umbringt“, was die verzweifelte Situation verschärft, da niemand, nicht einmal die tote Person selbst, weiß, wer der/die Andere ist. (Quelle: Wikipedia)

What's_Really_In_Everyone's_Heads

Wenn ich sagen müsste, was mir wirklich an Another gefällt, dann ist es wohl die mysteriöse Atmosphäre (vielleicht mag ich deswegen auch Mystery?). Diese bedrückende Lage in der sich unser Protagonist befindet ist deutlich spürbar und lässt einem oft auch keine Ruhe. In wie weit hier die Novel einbezogen wurde, kann ich nicht beurteilen. Novels lese ich prinzipiell nicht auf Englisch, weshalb ich höchstens auf den Manga zugreifen kann, welcher auch ganz gut ist. Im Ganzen hat mir aber der Anime weitaus mehr gefallen, obwohl er teils sehr abstruse Morde und Blutszenen zeigt, die ich kaum ernst nehmen konnte (erinnerte teils an Final Destination, hust). Selbst ein Shima, der Horror und Splatter normalerweise gar nicht mag, hat hier teils lachen müssen und konnte das Ganze irgendwie nicht ernst nehmen. Doch die eigentliche Geschichte um den Toten ist wirklich interessant, wobei man sich wohl am meisten für Misakis Auge, welches Tod sehen kann, interessiert. Die Serie bietet wirklich gute Mystery-Elemente und schafft es auch, den Zuschauer etwas an der Nase herum zu führen. Den Horror kann man nicht ganz so voll nehmen, aber … die Auflösung des Falles um den Toten war wirklich überraschend. Da wäre ich wirklich nicht drauf gekommen. Gut, man hätte auf die Synchronsprecherin achten können, aber daran denkt man doch während des Schauen gar nicht. Selbst beim zweiten Schauen war ich wieder überrascht und verwirrt, warum das nun so war. Die Serie hat auch ein ordentliches, abgeschlossenes Ende und für mich würde auch kein wirklicher Bedarf auf eine zweite Staffel bestehen. Another funktioniert für mich einfach mit seiner Geschichte und der mysteriösen Atmosphäre, die es umgibt. In Anbetracht des Mangas, der stark nach dem Roman geht, ist der Anime allerdings teils seltsam umgesetzt, aber das ist nicht weiter tragisch. Für mich ist dieser Anime eben einer der besten Mystery-Titel, die ich bisher gesehen habe.

Nach dem 12-teiligen Anime erschien übrigens noch eine OVA, die Misakis Vorgeschichte mit ihrer Schwester zeigt. Meiner Meinung nach sollte man diese möglichst nach dem Anime schauen, sonst ist Misaki irgendwie nicht mehr so mysteriös, wenn man die OVA vorher sieht auch wenn sie Episode 0 entspricht.

Sakakibara, Misaki, Izumi, Mochizuki, Jonouchi-Verschnitt

Charaktere

Sakakibara (den ich prinzipiell falsch ausspreche, siehe die schlechten Fandubs aus jungen Zeiten) ist so ein typischer Protagonist, der nie wirklich glänzen konnte. Er ist eben da und er ist okay. Außerdem passt er auch irgendwie zu Misaki, die hier im Grunde der hellste Stern am Himmel ist. Nein, dieses Mädel ist nicht einfach nur zuckersüß, sondern auch noch Dandere. So etwas löst bei mir Karies im schlimmsten Status aus. Gerade sie ist sehr interessant und ich fand es auch toll, das die Leute von P.A. Works das auch fanden und ihr mitsamt ihrer Schwester eine ganze Episode gegeben haben.

Die Nebencharaktere sind dann eher so ein mittelmäßiges Maß an Statisten, die hier die Klassenkameraden unser beiden Protagonisten darstellen. Akazawa Izumi ist zum Beispiel eine typische, misstrauische Zicke, welche sich irgendwie mehr oder minder in den Protagonisten verknallt und letztlich von uns nur Tsundere genannt wurde. Im Ganzen war sie aber noch ganz nett. Teshigawara hat so den typischen Status eines besten Kumpels und hängt später gern mit dem Protagonisten ab und sieht aus wie ein Jonouchi aus YGO! Ganz ehrlich, er ist auch alles was Jonouchi zu seinem Idiot gemacht hat, nur eben kein Mobber. Genau derselbe Charakter, echt. Mochizuki ist dann so ein weiterer Kumpel, aber ein totaler Waschlappen und sieht auch noch aus wie eine Frau. Ich glaub, der ist schw- … nein, ich bin ruhig. Wenn haben wir da noch … Yukari, die Schulsprecherin die voll nett ist und dann von einem Regenschirm aufgespießt wird (ist kein Spoiler, die Szene kennt jeder) und Sakakibaras Tante. Sie trinkt Bier mit Tomatensaft, ist aber sonst ganz nett. Shima hasst sie bis aufs Blut. Der Rest der Klasse ist merkwürdig, ziemlich dauerpissed und manche Tode haben mich sogar gefreut. Ja, so sympathisch waren die Klassenkameraden dieser Klasse.
Eigentlich besteht diese Klasse fast nur aus Idioten, aber sonst kann man sich die Charaktere geben, auch wenn die Lehrer genauso eigenartig sind. Nun ja … ist halt ein Horror-Anime, ne?

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Zeichenstil & Animationen

Der Zeichenstil ist eine Mischung aus Haruhi und Clamp. Noizi Ito (Charakterdesigner von Haruhi & Shane) zeichnete schon Illustrationen für die dazugehörige Novel und designte die Charaktere als Erstentwürfe. Diese wurden dann noch von einer anderen Zeichnerin fertig gestellt, die wahrscheinlich einen Fetisch für Clampwerke hat. Lange Beine, lange Arme und eigentlich auch recht realistische Frisuren. Irgendwie wirkt dieser Zeichenstil wie eine komische Mischung, an die man sich allerdings gewöhnt. Der Einfluss von Ito ist allerdings am meisten zu sehen und tut dem ganzen auch ganz gut.

Die Animationen von P.A. Works sind wirklich grandios und gehören zu den besseren Werken des Studios. Die Hintergründe sind wirklich wunderschön und passen sehr gut zur Atmosphäre der Serie. Hier lohnt sich im Übrigen die BD-Fassung, da die TV-Fassung sehr zensiert war. Nun ja … ich schätze, die DVDs kommen hierzulande eh uncut raus, also sollte das eher ein kleines Problem sein. Animationstechnisch habe ich hier wenig zu bemängeln.

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Musik & Synchronisation

Bei der Musik darf man sich einen stimmigen Soundtrack zu Gemüte führen, der allerdings durch das Opening etwas gestört ist. Eigentlich ist Ali Project eine Band, die nicht unbedingt mit dem Gesang seiner Sängerin besticht, wodurch deren Lieder alle gleich klingen. Hier passt es allerdings mal und der Katzenjammer kann gut eingesetzt werden. Tatsächlich singen diese das Opening nur, weil der Autor der Novel Ali Project Fan ist. So kanns halt kommen. Das Ending ist ein sehr ruhiges Lied, aber doch sehr schön. Ich weiß nicht, ich mag es einfach.

Die Synchronisation ist im japanischen auch recht gelungen und gerade Misakis Sprecherin gibt sich echt viel Mühe, ihre Charakter rüberzubringen. Sonst gibt es hier allerdings wenig nennenswertes. Die deutsche Synchro wird wahrscheinlich nächstes Jahr eingereicht, wenn der Anime hierzulande bei Kazé erscheint. Wir sind gespannt, aber ich bin für die Sprecher, die in Chuunibyou mitgesprochen haben. Die haben echt gute Leistung erbracht und klingen verdammt gut.


Alles in allem empfinde ich Another nach wie vor als einen meiner Lieblingsanime, weil es mir das Mystery-Genre etwas näher gebracht hat. Allgemein gibt es davon viel zu wenig Anime und gerade auch von Horror-Anime, von denen mir im Moment nicht mal ein guter einfällt. Wie dem auch sei – Another lohnt sich, gerade weil bis Ende offen bleibt, wer nun eigentlich der Tote ist. Meiner Meinung nach ein echt guter Anime, mit leichten Charakterschwächen und miesen Splatteszenen. Lohnt sich aber trotzdem, auch mit den Schönheitsfehlern.

Bewertung 10/10 Punkten, in Anbetracht der Fehler allerdings 9/10 Punkte (erstere Wertung entspricht meiner MAL Wertung)

Drp

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Ein Gedanke zu “Another – Review

  1. Wenn du Mystery suchst, kann ich dir evtl. Sakurako-san no ashimoto ni wa shitai ga umatteiru empfehlen (Basier auch auf einer novel, merkt man am Titel ^^). Läuft grade in der Season, und hat bisher 2 Folgen. Vor allem die Animation finde ich sehr gelungen.

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