Kapitel 0 – Prototypen einer längeren Mangaserie

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Gott, ist die Bilderwahl heute wieder willkürlich.

Heute beschäftigen wir uns einmal mit dem mehr oder weniger berühmten Kapitel 0.

Kapitel 0 ist meistens der eigentliche Erstversuch einer Mangareihe, um zu analysieren, wie die Serie bei den Lesern ankommt (manchmal aber auch Vorstorys, die am Ende des Bandes angefügt sind, aber hier geht es um Erstversuche). Diese werden hierzulande entweder als Bonusmaterial oder gar nicht veröffentlicht, wobei erstes eigentlich immer öfter der Fall ist. In der Weekly Shonen Jump kommt es dennoch einmal öfter vor und so entstanden einige Versuche, die später eine längere Serie spendiert bekamen. Daher gibt’s an dieser Stelle mal drei Beispiele (alles recht bekannte Serien aus der Shonen Jump, im übrigen.).

An dieser Stelle hinterlasse ich einfach ein paar Links in denen ihr die Kapitel selbst nochmal anschauen könnt. Ich bin zum Zeitpunkt dieses Kapitels etwas eingeschränkt, was die Suche der Bilder angeht.

Death Note: einmal hart klicken

Nisekoi: einmal noch härter klicken

Medaka Box: einmal möglichst sanft klicken

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Die reichlich berühmte Reihe namens Death Note hat sicher einige Leser hierzulande. Dass vor dem Erscheinen der Serie ein erster Versuch für die Serie veröffentlicht wurde, wissen dennoch wenige. Dieses Kapitel wurde als Bonusmaterial in der How to Read Ausgabe (Band 13) zu Death Note veröffentlicht, weshalb es in den regulären Bänden nicht beigefügt wurde. Dieser Band enthält im Übrigen noch einige weitere interessante Informationen über Death Note und ist meiner Meinung nach ein Muss für jeden Fan der Reihe.

Der One Shot selbst handelt von Taro Kagami, einem Mittelschüler, der in der Schule öfter von Mitschülern gemobbt wird und daher eher ein Einzelgänger ist. Als ihm das Death Note in die Hände fällt, erstarrt er vor Schreck, als er Ryuk in seinem Zimmer entdeckt. So ein kleiner Kerl steckt das sicher nicht so gut weg, wie unser Light. So schreibt er die Namen seiner Mobber ins Buch und ist sich eigentlich nicht wirklich darüber bewusst, was er da angestellt hat. Am nächsten Tag ist dieser auch sehr geschockt, als seine Mitschüler wirklich tot sind. Und na ja … mehr brauche ich an dieser Stelle nicht erläutern. Ihr wollt den Kram sicher selbst lesen, wenn ihr ihn noch nicht kennt.

Einem kleinen Jungen das Death Note in die Hand zu geben, fand ich persönlich dann doch etwas zu heikel. Gut, er ist keine fünf mehr, aber trotzdem nicht unbedingt reif, ein potenzieller Mörder zu sein. Ryuk sieht hier zumindest kaum anders aus und der Zeichenstil unterscheidet sich eigentlich nicht drastisch von dem, was wir letztlich in der richtigen Reihe bekommen haben (wobei Death Note mit der Zeit arg realistisch wurde). Außerdem gab es eine Art Radierer, der die Toten im Death Note wieder lebendig werden lässt. So musste unser Stepke nicht mehr mit der Schuld leben, ein Mörder zu sein und die Mobber kehrten wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Gut, dass diese Sache geändert wurde. Zumindest finde ich diesen kleinen Versuch nicht schlecht, aber nicht ausreichend um wirklich eine Serie darauf basieren zu lassen. Gut, dass sie später nochmal grundlegend geändert wurde.

Ansonsten wäre da noch Taro Kagami selbst. Klingt ja auch gar nicht wie eine Mischung aus Light Yagami und Teru Mikami. Nein, das bilde ich mir alles nur ein … im Übrigen hat man den Charakter Taro selbst nicht ganz verworfen. Er war die eigentliche Vorlage, auf der Teru Mikami basiert. Das wird auch recht deutlich, als man Taro am Ende des One Shots als Teenager sieht. Die Ähnlichkeit ist doch recht deutlich und es wurde auch von den Zeichnern bestätigt, dass Taro als Vorlage für Mikami verwendet wurde. Intelligenter Schachzug, sag ich mal. Aber gut, ich mag Mikami so wieso …

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Eine etwas neuere SJ-Serie ist im Übrigen auch Nisekoi, welche auch einen Erstversuch bekam, bevor die Serie selbst eine richtige Reihe bekam. Im Grunde ist dieses dem späteren ersten Kapitel recht ähnlich, allerdings sehen die Charaktere noch ein wenig anders aus. Raku ist natürlich derselbe Idiot wie immer und sieht auch genauso aus wie er es später tut, aber sonst? Chitoge sieht doch reichlich komisch aus, findet ihr nicht? Aber gut, ich hab Nisekoi nur als Anime gesehen und wollte es hier mit anbringen. Leser der Reihe sehen hier sicher ziemliche Unterschiede.

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Zu guter Letzt kommt hier noch einer meiner Favoriten: Medaka Box. Natürlich bekam die Schülerratspräsidentin einen Erstversuch mit ihrer Serie, der aber noch weit von dem schönen Zeichenstil der eigentlichen Reihe entfernt war. Man sieht eigentlich sehr deutlich, wie unvollständig das Konzept war und auch so erscheint mir dieses Werk etwas seltsam. Natürlich sind die Charaktere fast gleich wie in der richtigen Reihe, aber was sollte da noch anders sein? Das Kapitel selbst ähnelt dem späteren ersten Kapitel stark, allerdings wird die Sache mit dem Judoclub etwas vorgezogen und Charaktere, die wesentlich später vorkommen, haben hier schon einen Auftritt.

Im Übrigen vermute ich stark, dass man im ursprünglichen Konzept vielleicht doch etwas mehr Ecchi einsetzen wollte, was dann aber doch lieber dezenter gehalten wurde. Medakas Brüste sind aber auch hier schon genauso groß, wie später. Da gibt es eigentlich kaum einen Unterschied – wow, wie wichtig, aber ich habs erwähnt. Dieses Kapitel erinnert mich zeichnerisch fast ein wenig an das erste Yu-Gi-Oh! Kapitel, wobei es hier nicht schlimmer zugeht, als im ersten Kapitel. Die ganzen inhaltlichen Grundsätze waren hier zumindest schon mal da, wenn man es so annimmt.

Es gibt natürlich noch andere Serien, die so etwas durch haben. Naruto und One Piece haben da auch ihre eigenen Geschichten, wobei zweiteres meines Wissens sogar einen eigenen, vollständigen Band hatte. Was haltet ihr von solchen Erstwerken? Findet ihr sie interessant, oder seht ihr es einfach nur als netten Bonus?

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Ein Gedanke zu “Kapitel 0 – Prototypen einer längeren Mangaserie

  1. Ich finde solche „Prototypen“ immer extrem interessant, ich mag es auch wenn in manga auf den letzten Seiten die Konzepte und ersten Rohentwürfe der Figuren gezeigt werden, das war z.B. bei Love Hina so wo Naru anfangs noch eine recht sanftmütige und schüchterne Figurr war bevor sie dann eine Prototyp Tsundere wurde.

    Bei One Piece war es tatsächlich „Romance Dawn“ der auch in der Banzai veröffentlicht wurde, war wirklich wie ein typischer „Probelauf“ mit erkennbaren Figuren: Ruffy war fast 1 zu 1 wie heute (nur Ohne Narbe) und kämpfte gegen einen magische Begabten Buggy-Artigen Schurken der tatsächlich „Spiel der Sechseckige“ hieß (sonen Namen vergisst man nicht XD)

    Auch in Highschool of the Dead gab es noch einige Konzeptentwürfe, urpsürnglich sollte der Manga glaube ich „Zombies Kill Kill Kill!“ heißen 😄 Der neuste Manga „sie liebt gefährlich“ und „sankarea“ waren auch soweit mir bekannt als Oneshot geplant und wurden dann zu einer richtigen Reihe ausgebaut.

    Soul Eater war ebenso als Oneshot gedacht, das erkennt man sogar noch wenn man Band 1 sieht: Das hätte es sein sollen! Zum Glück kam da noch mehr ^^

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