Gakkou Gurashi! (School-Life) – Review

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Dieser Anime ist der Inbegriff von: „Das habe ich jetzt nicht erwartet …“

Ich war schon lange nicht mehr so geflasht und überrascht über einen Anime, wie bei diesem. Rein optisch sieht er aus wie ein Slice Of Life-Anime, doch der Schein trügt … da steckt noch etwas dahinter, dass ihr so nicht erwartet. In diesem Review wird massiv gespoilert, tut mir leid. Hier geht es einfach nicht anders. Die Mangavorlage läuft übrigens noch, wobei man hier eine Fortsetzung machen „könnte“, was ich allerdings nicht begrüße, weil ich abgeschlossene Reihen lieber mag.

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Story

Takeya Yuki liebt die Schule. Für sie ist es ein wundervoller Ort, wo sie ihren Schulaktivitäten nachgehen und diese voll und ganz genießen kann. Besonders der „Alltagsschulclub“ unter der Leitung von Wakasa Yuuri (Rii-chan), dem Mitglied Ebisuzawa Kurumi und der Vertrauenslehrerin „Megu-nee“, an die sie sich bei Problemen wenden können, bereitet ihr sehr viel Freude. Wäre da nicht der eine Haken, der im Laufe von Yukis Schulleben die Illusion eines perfekten Schullebens zerstört…

Bis auf den letzten Satz klang das wie ein Slice of Life-Anime, oder? Man sieht in der ersten Folge, wie Yuki mit ihren Freunden gemeinsam ist, ihren Alltag durchlebt, in der Schule wohnt … mit ihrer Lehrerin redet, die sie wirklich gern hat. Doch schon nach der ersten Folge bemerkt man, dass irgendwas nicht stimmt. Schon wenn eines der Mädchen der Mädchen an einem Fenster vorgeht, bemerkt man es – die Fenster sind kaputt, doch Yuki sieht das alles nicht. In Wirklichkeit leben die Mädchen abgeschottet in ein paar Klassenräumen, haben sämtliche Türen verriegelt und zu gestellt, damit die Zombies nicht hinein kommen können. Nach und nach erlischt diese Scheinwelt für den Zuschauer und einem wird klar, in welcher Situation die Mädchen eigentlich sind. Zwar sieht man sie oft unbeschwert Zeit verbringen, doch der Tod wartet vor der Tür…

Nicht nur das reißt einem den Teppich unter den Füßen weg. Der Anime zieht nach und nach an der Psyche des Zuschauers, Flashbacks verdeutlichen vieles noch einmal genauer. Der größte Abfuck kommt allerdings in der Mitte des Animes – Megu-nee lebt eigentlich gar nicht mehr, starb bei einem Vorfall mit den Zombies und verweilt seither im Keller der Schule. Nur für Yuki halten die Mädchen ihre Scheinwelt aufrecht, ein tolles Schulleben zu leben. Dies geht sogar so weit, dass sie die schlimmen Dinge vergisst, die geschehen sind. Megu-nee, mit der sie die ganze Zeit redet, ist nicht da und das ist schon echt erschütternd.

Der Kontrast zwischen diesem total putzigen Alltag und diesem harten psychologischen Kram ist krass, meiner Meinung nach auch nicht für Leute zu empfehlen, die sehr schwache Nerven haben. Doch dieser Anime überrascht, ist definitiv nicht das, wonach es aussieht. Allerdings habe ich am Ende ein wenig den Kopf geschüttelt, als es zur Entscheidung kam, aber das ist okay gewesen. Ich habe bereits genug gespoilert, weshalb ich das Ende nicht verrate. Und ich lernte – gehe niemals davon aus, das moe auch gleich moe ist. Außerdem hätte mich auch mehr zu dieser Biowaffe interessiert, wodurch die Leute ja Zombies geworden sind. Vielleicht kommt das ja im Manga raus, wer weiß.

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Megu-nee, Yuuri, das Hündchen dessen Namen ich vergessen habe, Yuki, Kurumi und Miki

Charaktere

Gakkou Gurashi hat verhältnismäßig wenige Charaktere, insgesamt fünf die wirklich wichtig sind. Anfangen bei Yuki haben wir da eine naive, freundliche und recht kindische Protagonistin, welche die Schule liebt und in ihrer kleinen, eigenen Welt lebt. Auf der einen Seite will man, dass sie endlich realisiert, wie zerstört die Schule eigentlich ist und das ihr Sichtfeld nur eine Täuschung ist. Auf der anderen will man sie aber doch so behalten und nicht, dass sie weiter kaputt geht. Ich denke, an der Stelle streite ich mich mit mir selbst, aber ich war froh, dass sie (extrem harter Spoiler, Achtung) Megu-nee in ihrer verbliebenen Form als Zombie nicht getötet hat. (Spoiler Ende)

Kurumi ist dagegen schon ein etwas stärkerer Charakter, permanent mit einer Schaufel bewaffnet und immer bereit, Zombies eine drüber zu hauen. Allgemein wirkt sie auch etwas reifer als Yuki und Mikki, ist aber an sich ein recht liebes Mädel. Ich kann mir vorstellen, dass es mit den Zombies echt hart für sie gewesen sein muss. Optisch hab ich sie für einen Azu-nyan Verschnitt gehalten, aber dagegen wirkt Kurumi fast erwachsen.

Als nächstes hätten wir da noch Yuuri, die Clubpräsidentin. Sie wirkt am ältesten, reifsten und fürsorglichsten. Sie war ehemals ein Mitglied des Gärtnerclubs und hat auch noch während des Animes ein Beet auf dem Dach der Schule. Sie wirkte vollkommen unscheinbar, hat fast nichts, womit sie einem wirklich im Gedächtnis bleiben kann, aber wahrscheinlich hält sie die Truppe zusammen.

Von den Mädchen wäre da noch als letztes Mikki, die ich persönlich nicht mag. Während der Serie erfährt man auch wie sie zur Gruppe dazu stößt, da sie sich mit ihrer Freundin und einem Hund, der sie nicht mag, in einem Einkaufscenter verschanzt hat. Ihre Freundin kam allerdings nie wieder, nach dem sie Hilfe holen wollte und so blieb sie allein dort zurück, bis die Mädchen von der Schule sie mitgenommen haben, als diese auf einem Ausflug waren. Sie ist zwar ziemlich ruhig und schüchtern, aber … ich mag sie einfach nicht. Sie ist mir gänzlich unsympathisch.

Ich werde den Hund jetzt mal nicht aufführen, weil Spoilergefahr. Sorry. Nun bleibt eigentlich nur noch Megu-nee, die Vertrauensschülerin der Mädchen und auch Betreuerin des Clubs. Sie ist sehr freundlich, ein wenig mütterlich und liebt alle Schüler der Schule sehr. Halt eine Lehrerin, die ihren Job liebt, wa? Gerade sie ist so eine Schlüsselfigur für Yukis Zustand und als das rauskam, war ich schon erstaunt, muss ich sagen. (wobei man es schon ahnen hätte können, aber ich hab nicht so genau darauf geachtet)

Eigentlich recht ausgeglichener Cast, auch wenn ich eine nicht mag und eine gänzlich aus meinem Gedächtnis verschwinden wird, weil sie nur die beste Freunde Freundin von Kurumi ist. Aber man kann nun mal nicht alles im Leben haben, schätze ich.

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Zeichnungen & Animationen

Ich denke, viele lassen sich täuschen, wenn sie das Cover dieses Animes sehen. Sie denken sich: „Hm, niedlicher Moeblog-Slice of Life Shit, kann ich auch später sehen.“, aber genau damit will uns dieser Anime täuschen. Natürlich hätte ich genauso schockiert reagiert, wenn dieser Anime etwas realistischer gezeichnet gewesen wäre. Aber das tut dem Ganzen wohl noch etwas bei. Blutige Szenen kann dieser Anime auch, obwohl die Zombies entweder nur pfui oder komisch aussehen. So viel CGI, bah. Dieser Anime baut eine Scheinwelt auf und zieht seinen Zuschauer mithinein. Wahrscheinlich gibt es auch unzensierte Zombies in der BD-Fassung, da ich nur die DVD-Fassung gesehen habe. Aber vielleicht schimmern die auch so einfach nur schwarz, wer weiß.

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Musik & Synchronisation

Wenn man nur das Opening in der ersten Folge gesehen hat und dann abgeschalten hat, bleibt der Beschiss eines SoL-Animes bestehen. Doch dieser ändert jede Folge seine Szenen, aber das Lied bleibt immer das Gleiche. Das ist so herrlich putzig und niedlich … ach Gott, ich wollte dieses Wort doch eigentlich gar nicht fallen lassen. Das Ending fällt da auf ähnlichen Fall, der BGM ist klasse gesetzt, gerade in Szenen wo es rauf und runter geht. Sehr erschreckend, möchte ich meinen.

Die japanischen Seiyuus dieses Animes sind relativ neu, hab sie alle noch nicht wirklich gehört bis auf Megu-nee, die schon ein paar Rollen hatte (Ano Hana glaub … weiß nicht). Sie haben allerdings gute Arbeit geleistet und für alle Dub-Schauer unter euch – dieser Anime wurde schon zu laufender Zeit von Kazé lizenziert und wird dieses Jahr hierzulande erscheinen. (Den Manga gibt’s auf Englisch, vielleicht irgendwann auf Deutsch, mal sehen)


Genau so habe ich mir eigentlich Higurashi vorgestellt, aber warum dieser Anime genau meine Erwartungen eines psychologischen Horror-Titels entspricht, ist mir schleierhaft. Nur dieser Zeichenstil ist nach wie vor merkwürdig, aber dieser Anime hat mir einfach von den Charakteren, Zeichenstil und der Glaubhaftigkeit mehr gefallen als Higurashi (okay, ich schau noch die zweite Staffel, aber …). Man kann beides sicher schwer vergleichen, aber hätte ich eher gewusst, was dieser Anime wirklich ist, hätte ich eher reingeschaut.

Perfekt ist dieser Anime nicht, keine Frage. Aber er überrascht und fällt gerade dadurch auf, so viel Moeblob habe ich in keinem solchen Anime in Erinnerung. Reinschauen lohnt sich auf jeden Fall.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

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