Wie man ein Franchise (nicht) melken sollte

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Heute gehen wir auf ein Phänomen ein, welches vielen von euch bekannt ist: „Melk das Franchise, wir brauchen Geld!“ (Entschuldigung, wegen den nicht vorhandenen Bildern)

Wenn ein Anime gut ankommt, ist meist naheliegend eine Fortsetzung dazu zu produzieren. Das ist in Japan so, aber dieses Beispiel kann man natürlich auch auf westliche Medien übertragen. Da ich mich allerdings auf Anime beschränke, gehen wir doch heute mal durch wie man ein Franchise melken kann (aber nicht sollte). Bei genannten Beispielen entspricht das übrigens immer meiner persönlichen Meinung, die niemand übernehmen muss.

Sequels

Direkte Fortsetzungen sind eigentlich das naheliegenste, wenn man eine Serie produziert. Gerade die Animationsstudios haben oft nur ein begrenztes Budget und müssen erst mal schauen, wie der Anime ankommt. Adaptiert man einen bereits vorhandene Manga oder Light Novel-Reihen, muss geschaut werden, wie viel genau davon adaptiert werden kann. Oft gehen die Studios allerdings den Weg, laufende Reihen zu adaptieren und verrennen sich oft so sehr, dass ihr Anime-Ende anders oder schlechter ist, als das des eigentlichen Originals. Hier gibt es nun auch viele Unterschiede, aber es gibt genug Wege, Sequels zu vermeiden. So kann man eigentlich warten, bis der zum Beispiel vorhandene Original-Manga abgeschlossen ist um erst dann zu entscheiden, welche Änderungen wirklich nötig und brauchbar sind, um den Anime in bester Qualität zu produzieren. Eine gute Manga -> Anime-Adaption ist meiner Meinung nach Death Note. Warum? Der Anime ist eigentlich 1:1 wie der Manga, bis auf geringe Veränderungen, was im Falle von Death Note vielleicht zwei Episoden und das eigentliche Ende sind. Man kann sich hier entscheiden ob man nun den Anime schaut oder den Manga ließt, da sich die Qualität nicht zu sehr unterscheidet. Wenn man beides mag ist das natürlich eine nette Situation, aber im Normalfall schaut man nicht beides, es sei denn man ist ein harter Fan.

Es gibt aber noch weitere Wege, eventuelle Sequels zu vermeiden. Serien, die so viel Handlung haben „könnten“ bekommen oft aus geldlichen Gründen einfach nur zwölf Episoden, obwohl sie Inhalt für über zwanzig hätten. Also wird lieber ein halbes Jahr später eine zweite Staffel produziert, was mich dann öfter mal ankotzt. Warum nicht gleich zwanzig Folgen, die zweite Staffel setzt doch nur die eigentliche Handlung fort. Am Schlimmsten ist das allerdings noch bei Originalserien, die eigentlich keine Vorlage haben. Warum hat Symphogear mittlerweile drei Staffeln? Die Serie ist verdammter Trash, ich schau es doch nur, weil es so verdammt schlecht ist. Ein weiterer möglicher Fall sind aber auch Serien, die in sich abgeschlossen sind. Es gab schon öfter Anime, bei denen ich gesagt habe: „Warum braucht das eine zweite Staffel? Das ist ein (kack) Slice of Life-Anime, da reichen zwölf Folgen doch zu.“ Allerdings bleiben Sequels immer so eine Sache – manchmal sind sie gut und manchmal überhaupt nicht brauchbar, gerade bei abgeschlossenen Handlungen, geringer Episoden-Anzahl und stumpfen Fanservice. (wo bleibt eigentlich Choujigen Neptune Game: The Animation? DA hätte ich sehr gern eine zweite Staffel gehabt)

Movies

Ein Film zu einer Serie ist etwas, das ich normalerweise nicht abschlage. Aber warum einem zwölf Folgen Anime einen ganzen Film spendieren? Ich sehe das gerade immer öfter bei Kyoto Animation (die ich übrigens sehr mag) und verstehe es oft gar nicht. Einen Film zu einer Vorgeschichte zu machen ist okay, beziehungsweise sind auch Serien abschließende Filme vollkommen in Ordnung. Aber WARUM zur HÖLLE einen RECAP-Movie produzieren? Ja, die Qualität in Filmen ist oft besser als das, was man in Serien sieht. Vielleicht kann man auch noch andere Blickwinkel beleuchten oder neue Szenen hinzufügen, aber das ist doch dämlich. Ich hab die Serie schon gesehen, wenn ich sie re-watchen will brauche ich keinen Film dafür. Es gibt massig Beispiele dafür, dass ich mich gar nicht entscheiden kann, welches ich als erstes nehme, also belassen wir es dabei.

Ich nenne nun ein Beispiel, für das ich mich selbst hauen möchte (weil es kein Anime ist, überspringt das einfach, wenn es euch nicht kehrt), aber ich möchte an dieser Stelle wirklich meine kindliche Empörung demonstrieren: Hannah Montana. Diese Serie ist trashig, billig produziert, aber der Film hätte so viel besser machen können und den Wahnsinn abschließen können. Das Motto des Films war: „Sie hatte immer das Beste von zwei Welten, jetzt muss sie sich für eine entscheiden.“ Um genau zu sein – Miley/Hannah war total abgehoben und wurde zur Strafe nach Hause aufs Land geschickt, wo sie selbst wieder begreifen sollte, wo sie herkommt um wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu kehren. Nun mein Kritikpunkt: der Film hätte mir besser gefallen, wenn Miley sich schon im Film für eine der beiden Seiten entschieden hätte. Aber nein, der Disney Channel muss seine Serie weiter melken, danke Amerika.

Ein gutes Beispiel für einen Film war zum Beispiel Love Live! Der Film war emotional, schloss die Geschichte von µ‘s ab und zeigt auch Charakterentwicklung von Honoka, die in der Serie oft so doof war, das ich sie nicht ertragen konnte. Dieser Film hat mir diesen Charakter gerettet, ehrlich. Bei K-On! fand ich den Film übrigens auch super. Die Mädchen nach London zu schicken war putzig, aber warum hat der Film kein eigenes Ende? Dieser Film endet wirklich haargenau wie die Serie und das ist der Grund, warum ich den Love Live! Movie besser finde als den K-ON! Movie. Sicher gibt es auch noch extrem schlechte Filme, die ihr Franchise in den Dreck ziehen, weil sie schlecht sind und überhaupt, wenn ich die Geschichte fortsetzen will, nehme ich mir doch lieber die Sequeloption.

Spin Offs

Meistens sind das alternative Geschichten, die im selben Universum spielen, aber andere Charaktere in den Vordergrund stellen oder eben völlig neue. In wie weit das wirklich brauchbar ist, bleibt dem Schauer selbst überlassen, weshalb solche Form von Medien eher Fanservice darstellt. So sind die teils verhassten YGO! Ableger (darüber könnte ich auch noch einen Artikel schreiben, der Rage der Fans geht mir auch auf den Keks) eigentlich auch eher Spin Offs, da sie völlig andere Handlungen und Charaktere einführen. Dennoch gelten sie als Fortsetzung, was irgendwie verwirrend ist, aber ich möchte auch gar nicht zu sehr auf diese Sache eingehen.

Spin Offs können durchaus interessant sein, wenn sie auch einen interessanten Charakter aus dem eigentlichen Originalwerk behandeln. Ist dies allerdings nicht der Fall, ist diese Fortsetzung auch nicht wirklich sinnvoll, wobei ich wie gesagt wenig erfahren mit solchen Werken habe oder eben meist denke, dass eine neuere Serie zu einem Franchise eher als Sequel zu behandeln ist. Dafür ist mir der Begriff Spin Off nicht geläufig genug.

OVAs & Specials

OVAs und Specials sind wirklich reiner Fanservice und Bonusmaterial, welche meist nur auf den DVDs/Blu-Rays der Serien vorhanden sind. Braucht man das? Im Grunde nicht, aber wenn sie witzig gemacht sind, kann man durchaus damit leben. Ich kann allerdings kein gutes Beispiel dafür nennen, da ich solche Werke meist gar nicht schaue oder einfach nur überskippe, wenn sie denn auch wirklich sinnvoll sind.

Manga-Adaptionen

Manga-Adaptionen könnten oft so gut sein und sind dann doch nur abgeänderte Fassungen der Originale, welche oft auch noch schlechter sind als der eigentliche Anime, der in diesem Falle als Original dient. Dabei könnte man so vieles daraus machen, eben in Spin Off-Form oder man beleuchtet Dinge, die im Anime zu kurz kamen. Man könnte solche Werke so vielfältig nutzen, aber meist sind sie doch nur bessere Alternate Universe Fanfiktions, die man nur als reinen Fanservice sehen kann. So ein Beispiel habe ich zum Beispiel im Regal stehen – der Yu-Gi-Oh! 5D’s Manga. Man musste sich ja den Spaß machen und alle Charaktere umschreiben, das Setting umschreiben und alles schlecht machen, was gut war. Einzig und allein die Freundschaft von Jack und Kíryu war verdammt niedlich, aber sonst ist dieser Manga ziemlicher abfuck. (Review folgt … vielleicht)

Live Action-Adaptionen

Ich habe schon oft von Leuten gehört, die Live Actions zu Anime/Manga gut finden. Ich bin da allerdings anderer Meinung. Denn gerade so etwas macht oft nur bei realistischen Serien Sinn und hängt sonst nur dem Original hinterher. Ich mag jegliche Live Actions zu Death Note nicht (nein, auch nicht die Movies) und würde sie nur aus trashigen Gründen sehen, immerhin gehen Light und Mikami in der Live Actionserie in ein Maid Cafe (seltsames Bild, sag ich euch). Wie es bei Kenshin und anderen Serien aussieht, ist mir schleierhaft, aber ich halte mich meist von Live Actions fern. Anime soll dann doch bitte Anime bleiben, gerade wenn dieser unrealistisch ist.

Remakes

Remakes sind in den letzten Jahren die neue Krankheit der Animeidustrie geworden und wollen oft ältere Serien besser machen, als sie es damals waren. Dabei sollen die alten Fans begeistert werden und vor allem auch neue, aber meist geht das eher in die Hose. Ob nun die NGE-Movies, die neue Sailor Moon Serie die streng nach dem Manga geht, Dragon Ball Kai oder Digimon Adventures Tri. – sie alle hängen ihren alten Versionen nach und wollen doch so ach modern sein. Ob nun als Movie oder Serie, Remakes sind oft nur schlechtere Abziehbilder und sollen als letzter Weg noch ein bisschen Geld in die Taschen der Macher stecken. Es gibt sicher auch gute Remakes, aber es gibt genug schlechte, die es einfach nicht wert sind neu aufgelegt zu werden.

Das war’s so weit. Was sagt ihr dazu? Findet ihr es eher lächerlich, was die Animeindustrie macht, oder könnt ihr das eine oder andere nachvollziehen? Meinungen, gern in die Kommentare.

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2 Gedanken zu “Wie man ein Franchise (nicht) melken sollte

  1. Endlich mal jemand, der die Dinge anspricht, wie sie wirklich sind. Geldmacherei ist ja leider überall der Fall, aber gerade im Bereich der Anime / Serien nimmt es, vor allem seit wie bescheuer lizensiert wird, überhand. Bei manchen Serien frage ich mich tatsächlich, wieso man das nun so langziehen musste oder wieso man nicht warten konnte. Immerhin kann der Manga am Ende hin doch noch total scheiße werden oder sich Themen zuwenden, die gar nicht so toll zu vermarkten sind. Wer weiß das schon? Mein Lieblingsbeispiel ist Ao no Exorcist (Blue Exorcist). Der Anime ist toll, der Manga auch. Aber da der Manga noch nicht abgeschlossen ist, schlug der Anime seinen eigenen Weg ein. Und was Re-cap Filme angeht: Haikyuu!! hat gerade zwei rausgebracht, wo ich mir denke: toll, dann schau ich quasi die beiden Staffeln noch mal, nur mit vllt. 10 Minuten an Szenen, die ich so noch nicht kannte. Mich regt sowas auch total auf und ich kann dich da richtig gut verstehen. Danke, dass du es mal auf den Tisch gebracht hast!

  2. Das nun plötzlich Remake’s bei Animes Mode werden ist wirklich ein fieser Trend, das sollte man wirklich bald abstellen. Mangas die NACHTRÄGLICH zu Animes kommen sind meistens unterste grütze, bestes Beispiel wäre da so etwas wie Cowboy Bebop oder Samurai Champloo.

    Und Ovas, das kann manchmal übel sein: „Nadja the Secret of blue Water“…. wow. Ich hatte noch nie so eine brutal gotterbärmlich schlechte Fortsetzung eines so guten Animes erlebt. Uff, echt ein Beispiel das man manches einfach ruhen lassen sollte. Wieso kann kein Anime nicht mit 24 Folgen enden und gut ist? Das macht mehr spaß als 100 Fortsetzungen.

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