Higurashi no Naku Koro ni Kai – Review

711full-higurashi-no-naku-koro-ni--kai-screenshot

Eigentlich wollte ich ja kein Review zu Season zwei machen, aber na ja. Meine Grundsätze breche ich ja eigentlich immer.

Als ich die erste Staffel vor bald einem Jahr reviewte, war ich schon reichlich kritisch. Ich wusste, das die Kapitel in Fragenteilen aufgespalten waren. Aber um ehrlich zu sein – ich habe nicht erwartet, dass es so kommt. Dieses Review ist voller Spoiler, daher bitte ich euch, darauf acht zu geben. Mein Problem mit Staffel eins war folgendes – viel Blut, wenig Erklärungen. Das diese Staffel genau umgekehrt ist, war doch reichlich überraschend.

Story

48dd59f87fb2a90c0fe3ae363582645d

Mou, nich schon wieder.

When They Cry 2 beginnt wieder in Hinamizawa und setzt seinen Fokus nun völlig auf Rikka Furude, dem Schreinmädchen, welches im Vorgänger so ziemlich immer getötet wurde. Seit mehreren hundert Jahren … oder tausenden, versucht sie ihrem eigenen Tod zu entkommen. Sie reißt mit der Göttin Hanyuu durch die Welten des Junis 1983 (sorry, wenn das Jahr falsch sein sollte) und versucht jedes Mal, ihren eigenen Tod aufzuhalten. In dieser Staffel gibt es endlich Erklärungen, die ich gerne im Vorgänger gehabt hätte. Der parasitäre Virus/Krankheit/what ever, der „Fluch“ im Dorf und diese seltsame Krankenschwester, die mir schon von Anfang an komisch vor kam. Diese Staffel ist ruhiger, teils sogar fast fröhlicher, hat aber zum Teil härtere Thematiken … oder zumindest Probleme, die Rika in den Welten lösen muss.

Die einzelnen Antwortkapitel sind auch nicht mehr so kurz, weshalb es hier nur drei Arcs behandelt werden. Das Puzzle fängt sich langsam an zu lösen und man bekommt mehr und mehr mit, wie relativ gut inszeniert das ganze hätte sein können, hätte man alles direkt in eine Staffel bekommen. Auch hier bekommen wir wieder eine skurrile Darstellung des Themas Freundschaft geboten, welches nur ein wenig glaubhafter ist, als im Vorgänger. Oh, Rika erzählt uns was ernstes. Natürlich glauben wir ihr, ohne ihr zu Misstrauen. Die Charaktere erinnern sich teils, dass sie in den anderen Welten gemordet haben und haste nicht gesehen. Ich war teils sehr, sehr verwirrt. Aber im ganzen war ich doch beeindruckt, wie man die aufgestellten Fragen zum großen Teil gelöst hat. Ich wäre wirklich zu frieden gewesen, wäre da nicht eine gewisse Antagonistin gewesen, die es mir ordentlich versalzen hätte.

517453

Charaktere

Auf die bereits vorgestellten Charaktere werde ich nicht eingehen. Dafür dürft ihr gern das vorherige Review lesen, aber ich gehe hier nur noch ein bisschen auf die Entwicklung der Charaktere ein.

Rika hat sich ordentlich gemausert, der Kontrast zwischen diesem völlig kindlichen und erwachsen ist grandios, ich mag sie total. Stets kann man ihr eine deutliche Frustration anmerken und wie sie eigentlich nicht möchte, das andere in Gefahr geraten. Ich konnte sie nur zu gut verstehen, auch wenn ich ihre beste Freundin Satoko abgrundtief hasse. In einer Arc geht es darum, sie aus der Familie ihres Onkels zu holen, was sich recht schwierig erweist. Das Mädel und ich werden niemals Freunde, das weiß ich. Das Reina etwas kürzer kam, fand ich etwas schade. Gerade sie war in der letzten Staffel der Charakter, der für mich eigentlich am interessantesten war, trotz ihres teils wahnsinnigen Charakters. Der Mainchar Keichi hatte für mich keine spürbare Präsenz mehr und die Zwillinge Shion und Mion waren irgendwie nur noch dafür da, alle ihre Freunde zu beschützen. War aber okay, sag ich nichts gegen.

Eigentlich gibt es in diesem ganzen Getummel nur einen neuen Charakter und das ist die Göttin Hanyuu, die auch im Tempel lebt. Bisher war sie als Geist nur eine Beobachterin und hatte Angst, sich einzumischen. Sie kann nur von Rika gesehen werden und ist relativ süß, aber auch sehr schuldbewusst. Am Ende war sie es, die im letzten Arc alles zum besseren gewendet hat … oder zumindest ein wenig, sie hat es in die richtige Richtung gelenkt. Die erwachsenen Charaktere in Higurashi waren wieder gewohnt blöd und komisch, ganz vorne weg natürlich Krankenschwester Miyo, die in Staffel eins nur eine Supportingrolle hatte. Ich habe irgendwie geahnt, dass sie die Böse hinter dem allen ist. Der Fluch wurde stets von ihr inszeniert und sie möchte die Arbeit ihres Großvaters weiterführen, der um einen parasitären Virus geforscht hat, der in Hinamizawa unterwegs ist. Ganz komische Geschichte, muss man selbst sehen um es zu verstehen. Allerdings hatte gerade Miyo die bescheuerste Backstory ever. Die Frau war mir dermaßen unsympathisch, was als Antagonistin kein Wunder ist, aber trotzdem. Manchmal wollte ich sie erwürgen, so sehr habe ich sie gehasst.

517451

Zeichnungen & Animationen

Ob nun Geldspritze oder nicht – diese Staffel sieht rein optisch aus wie ein völlig anderer Anime. Natürlich erkennt man alle Charaktere wieder, aber die Zeichnungen sehen hier wesentlich natürlicher und schöner aus. Vor allem Rika hat mir sehr gefallen, die in Staffel 1 noch total random und nebensächlich aussah. Auch das Opening ist wunderbar dargestellt und lässt sich wirklich schön ansehen. Die Blutszenen sind in dieser Staffel auch etwas dezenter und nicht mehr so extrem gehalten. Das hat mich ja schon gestört, aber hier geht es nun endlich. Natürlich ist der Zeichenstil immer noch sehr kindlich, aber so lässt es sich doch wesentlich angenehmer schauen.

Für einen Mystery-Anime geläufig, gab es auch viele dunkle Szenen die gut gemacht waren. Ich hatte leider nicht den saubersten Encode, weshalb das auf meinem Fernseher teils sehr, sehr dunkel aussah. Wahrscheinlich sieht die Blu-Ray Version um einiges schöner aus, denke ich.

Musik & Synchronisation

Musikalisch gefällt mir diese Staffel weitaus mehr als die erste. Ich mag das Opening total und es passt auch thematisch sehr zu dem, was Rika durchmachen muss. An den OST selbst kann ich mich jetzt nicht erinnern, aber da waren sicher einige schöne Stücke bei. Synchrontechnisch hat es mir auch hier besser gefallen, weil es eben etwas ruhiger war. Eine deutsche Synchronisation sehe ich bei der momentanen Entwicklung des deutschen Marktes gar nicht mehr so unwahrscheinlich, wenn sich die Leute auch wirklich für diese Serie interessieren. Allerdings fallen mir auch nicht viele Anime ein, die von Studio Deen hierzulande verfügbar sind. Fate/Stay Night hats ja auch nicht geschafft und das ist ja eigentlich die Hauptstory des Fate Universums. Man soll ja nicht zu pessimistisch sein, vielleicht kommt ja irgendwann ein guter Publisher und schnappt sich die Serie, für die, die es wirklich auf Deutsch sehen wollen.

Hätte Staffel eins weitaus mehr Erklärungen gehabt, wäre Higurashi für mich voll okay gegangen und nicht so kritisiert worden. Hätte man Staffel 1 und 2 als solche zusammen gelegt und in dieser Qualität vorgelegt, hätte ich schon der ersten Staffel eine sehr gute bis bessere Wertung gegeben. Ich weiß, das man so Geschichten und Spannung aufbaut, gerade in Sachen Horror und Mystery. Ich kenne so genug Horrorfilme, die mir weit mehr gefallen haben, als Higurashi. Im Gesamtbild kann ich aber gar nicht mehr so böse meckern. An sich ist Higurashi im Ganzen eine ordentliche Serie, wenn man ein wenig auf Splatter steht und nicht gleich wissen möchte, warum wie und was nun mal so ist. Ich habe weitaus schlimmeres in dieser Staffel erwartet und kann so das Kapitel Higurashi für mich abschließen. Vielleicht schaue ich auch noch die OVAs und den Bonuskram, aber nur wenn ich die Lust dafür finde. Aber dieser Anime ist so ein Fall von – alles wichtige kommt zum Schluss.

Bewertung: 7/10 Punkten

486790

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s