Sailor Moon Crystal Season III – Review

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Der Anime war irgendwie schneller rum, als erwartet.

Die dritte Arc von Sailor Moon ist rum und die Animeindustrie muss mit dem Titel des Anime Verwirrung schaffen. Um es zu erklären – eigentlich waren in Sailor Moon Crystal zwei Staffeln enthalten (weil zwei Arcs), die aber trotzdem als eine promotet wurden. Da es sich hierbei aber um die dritte Arc handelt, heißt der Anime halt Season III. Das ist sehr verwirrend, hätte man Staffel eins nicht als zwei Staffeln anwerben können? Das ist unnötig verwirrend erklärbar, jetzt mal ernsthaft. Aber es wäre doch zu einfach, also machen wir es lieber so, wie es uns passt. Danke, Toei. Allerdings hat Season III etwas, das sein Vorgänger nicht hatte – eine TV-Ausstrahlung. Diese Staffel läuft nun wieder jede Woche im japanischen Fernsehen, meine Freunde. Warum nicht gleich so? Immerhin hat Crystal Nr. 1 etwas später auch eine TV-Ausstrahlung erhalten, also warum wurde daraus überhaupt eine Webserie gemacht? Aber egal, ob es der Qualität der Serie zu gute kommt, klären wir jetzt.

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Story

Thematisch handelt diese Season von den Dingen, die wir aus der alten Sailor Moon S Serie kennen. Die Death Busters sind relativ ähnlich wie im alten Anime dargestellt, nur gibt es nicht mehr so viele lächerliche Kleingegner. Immerhin ist die Serie auch kürzer, deshalb ging auch so ziemlich jede Folge eine Hexe drauf. Ansonsten ist der Plot ziemlich gerushed, wie es eben schon im Manga war. Ein wenig Drama und eben die neuen Sailor Kriegerinnen werden vorgestellt, aber so wirklich viel neu ist eigentlich nicht. So passiert es halt, das Uranus und Neptun in der einen Folge gegen Usagi sind und in der nächsten verbeugen sie sich vor ihr, weil Prinzessin vom Mond. Jetzt mal ganz ehrlich – die wissen wer Sailor Moon ist und reagieren TROTZDEM so? Pluto kommt auch wieder, weil Baum. Sie ist zwar gestorben, weil ihr was verboten wurde … aber wer stört sich schon daran? Genau, niemand. Der Kram mit Hotaru hat mir allerdings etwas weniger gefallen, zumindest am Anfang. Klar, sie ist ungefähr im selben Alter wie Chibiusa, wirkte aber stets älter und reifer als sie. So kommt das für mich hier gar nicht rüber. Ist nicht so dermaßen tragisch, aber trotzdem. Das Erwachen von Mistress 9 ist hier wesentlich gruseliger, als im alten Anime. Ich mein, wäre Mamoru nicht gewesen, wäre Chibiusa daheim abgenippelt. So krass war das glaub damals nicht. Ich mein, in den 90ern waren nur alle hinter dem heiligen Gral her. In dieser Version wollen die Death Busters nur einen zweiten Heimatplaneten und sind seeeeehr … gruselig. Klar, damals gabs Haarbondage, ABER Mistress 9 hat hier einfach so Hotarus Körper zerfetzt. In einem Ausmaß, das war pfui (in der alten Version hat sie ja einfach nur Puff gemacht). Ihre Mimiken waren einfach fürchterlich, darauf will ich gar nicht eingehen. Der Rest plätschert einfach so dahin, nur die Erweckung von Sailor Saturn ist halbwegs episch und ihre Monologe sind ganz nett. Drama gabs hier auch, keine Frage. Aber trotzdem – es gab schon epischeres.

Außerdem finde ich Saturns Kraft etwas zu zerstören und sich dabei selbst, auf der einen Seite geil … und auf der anderen doof. Das wirkt fast so, als könnte sie nichts anderes. Auch dieses Mal konnte sie sich keine Verwandlungsszene leisten, was aber daran lag, dass sie erwacht ist. Ohne einen festen Körper, der relativ zerstört wurde, macht auch keine Verwandlungsszene Sinn. Der ganze Schwachsinn mit Super Sailor Moon ist hier aber auch relativ unspektakulär. Schon unfair, das nur sie und Chibi Moon neue Outfits bekommen und die anderen kriegen nur neue Broschen. Aber Sailor Moon braucht eben auch irgendwo ihren Mary Sue Bonus, ne? Diese eigene Schule der Death Busters fand ich aber schon cool, die hatten nette Uniformen.

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Charaktere

Viel gibts hier ja nicht zu sagen. Die einzig neu eingeführten Charaktere sind Haruka, Michiru und Hotaru, wenn man es genau nimmt. Bei Haruka ergibt es nun noch weniger Sinn, dass sie Männchen und Weibchen ist. Wie soll das bitte funktionieren? Michiru war meistens ziemlich ruhig, genauso wie Pluto/Setsuna. Hotaru war ja im Manga eh schon immer das schwarze Schaf. Umbringen wollte man sie schon vor zwanzig Jahren, allerdings ist ihre Backstory noch ein wenig krasser. Durch den Brand bei ihr daheim (bei dem ihre Mutter umkam) ersetzte ihr Vater ihren halb verbrannten Körper durch Metallteile, wodurch sie nun ein halber Cyborg war. Daran erinnere ich mich gar nicht mehr, wenn ich an den 90er Anime zurückdenke. Außerdem habe ich hier das aufdringliche Gefühl, dass Chibiusa und Hotaru vershippt werden. Is ja kein Problem, aber für mich waren die Beiden immer nur Freunde. Ansonsten benehmen sich die Charaktere wenigstens wieder wie Teenager, auch wenn man das selten sieht. In der ersten Season haben sie sich manchmal wie dreißig Jahre alte Kriegerinnen benommen und das war schon leicht merkwürdig. Wirklich viel gibt es hier nicht zu sagen – die Bösewichte waren wieder böse und warum, hat auch keinen Sinn ergeben. Aber das ist erstmal egal, denke ich.

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Zeichenstil & Animationen

Verteufelten die Fans den Zeichenstil des Vorgängers, sind sie nun total zufrieden damit. Was ich davon halte, ist eher neutral. Man muss schon sagen, dass es jetzt zeitgemäßer aussieht. Moe ist eben modern, dagegen kann man nichts sagen. Nun wirkt es allerdings noch kindlicher und das kommt dem ganzen vielleicht nicht ganz so gut. Mir ist es am Ende allerdings egal, wenn man bedenkt, dass der Zeichenstil des Vorgängers eigentlich näher am Original war. Aber hey, fuck it, moe verkauft sich. Ob dieser Wechsel nun an dem TV-Format liegt oder einfach, weil sich zu viele Leute aufgeregt haben, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Von den Animationen sieht das relativ ähnlich aus. In dieser Staffel gab es ein paar mehr Actionszenen, die ganz nett in Szene gesetzt wurden. Das mit dem Irrgarten fand ich allerdings lächerlich dargestellt, das war im Manga weitaus gruseliger und besser in Szene gesetzt. Und hier? Is passiert, aber erschreckt hat das unsere Heldin Sailor Moon natürlich nicht. Ich mein, ihre Freunde haben sie angegriffen, sich gegen sie gestellt. Komisch, dass die nicht Satan sind.

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Musik & Synchronisation

Mit neuen Openings und Endings hat man in dieser Staffel nicht gegeizt. Allein vier Versionen des Openings waren zu hören und drei unterschiedliche Endings. Die erste Version des neuen Openers war einschläfernd, die zweite war relativ 90er und die letzten Beiden stammen von der Band, die schon in der Vorgängerserie das Titellied gesungen hat. Ganz nettes Lied, aber es gab schon bessere Sailor Moon Songs. Die Endings waren da schon etwas unterhaltsamer. An das erste erinnere ich mich schon gar nicht mehr, das zweite war schrecklich pink und Chibiusa war darin zu hören. Das letzte war ein von Tuxedo Mask gesungener Love-Song-irgendwas und Gott war das catchy. Ich mein, er ist der nutzloseste Charakter der Serie und bringt einfach mal so was. Das ist schon cool.

Zur Synchronisation verliere ich an dieser Stelle auch nicht zu viele Worte. Viele neue Sprecher gab es ja nicht, auch wenn ich enttäuscht war – keine Megumi Ogata als Sailor Uranus. Ich weiß, alle Sprecher außer Sailor Moon wurden neu besetzt. Aber Ogata rockt alles, da kommt auch eine neue Sprecherin nicht ran. Sailor Moon war wie immer derby, komisch und bah. Klar, sie kann auch erwachsener klingen, aber für sie hätte ich mir wirklich eine neue Sprecherin gewünscht. Ob das Ansichtssache ist, keine Ahnung. Sie klingt einfach meh, sorry. Die neue Hotaru Sprecherin hat ihr Ding auch gemacht, keine Frage. Aber sonst? Sehr enttäuschend.


Auch wenn die Infinity/Death Busters-Arc stets mein Liebling war, finde ich diese Umsetzung eher nüchtern bis mittelmäßig. Es ist alles drin und es fehlt auch nichts, keine Frage. Aber die beste Umsetzung gibt es immer noch in der 90er Version, auch wenn diese ziemlich angepasst ist. Das Wort Enttäuschung beschreibt diese Staffel wohl ganz gut. Warum auch nicht gleich im Anschluss weitergemacht wird, ist mir auch ein Rätsel. Man kann nur hoffen, dass die nächste Arc dann auch mit der letzten ausgestrahlt wird. Dann würde es doch etwas Sinn machen. Trotzdem – Crystal versenkt so viel Potenzial in emotionalen Szenen, die sie kaum rüber bringen. Harte Sailor Moon-Fans werden diese Staffel allerdings auch genießen können, da bin ich mir sicher.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

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Ein Gedanke zu “Sailor Moon Crystal Season III – Review

  1. Das Wort „vershippt“ kenne ich nicht, werden romantische Untertöne zwischen den beiden Mädels angedeutet? Ansonsten hm, auch bei mir waren Death Busters die Staffel die man gesehen haben sollte, wenn auch alle anderen eher nicht 😄 Muss mir mal die serie ansehen sobald man sie synchronisiert

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