Mirai Nikki – Review

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Wie fährt man einen interessanten Anime so richtig hart gegen die Wand? Die Antwort auf diese Frage können euch nur die Mirai Nikki Schreiber beantworten.

Über diesen Anime hatte ich zuvor schon einiges gehört. Die aktive Nutzung des Yandere-Klischees wird hier wirklich in die Höhe getrieben, ernsthaft. Ich habe mir ziemlich viel Zeit damit gelassen, diesen Anime überhaupt anzufangen. Und ja – ich hätte auch den Manga lesen können, aber ehrlich? Die Mirai Nikki Fanboys und Fangirls gingen mir zeit weilen so auf den Sack, dass ich mir diese Serie nun schnappe und auseinander nehme. Passt doch, oder? Mir fällt so viel zu dieser Serie ein, dass ich wahrscheinlich nicht alles aufschreiben kann. Wie Leute aber dazu kommen, diesen Anime genial zu nennen … frage ich mich bis heute.

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Story

Den Mittelschüler Yukiteru Amano plagt das Gefühl der Einsamkeit. Einzig das imaginäre Wesen Deus Ex Machina leistet Yukiteru Gesellschaft und erklärt diesem, dass er der Gott von Raum und Zeit sei. Deus Ex Machina modifiziert Yukiterus Handy um, so dass es die Zukunft seines Besitzers in einem Handy-Tagebuch voraussagt. Doch nachdem Yukiteru der Besitzer des neuen Handys wird, muss er zusammen mit anderen auserwählten Tagebuchbesitzern an einem Spiel auf Leben und Tod teilnehmen, um am Ende der Nachfolger von Deus Ex Machina zu werden, wobei er von seiner Mitschülerin Yuno Gasai tatkräftig unterstützt wird.

Tatkräftig muss dabei betont werden. So süchtig und abhängig wie diese von Yuki ist, kann man das so oft unterstreichen, das euer Papier reißen wird. Im Ganzen ist Yuno auch das riesige Problem dieses Animes – so sehr wie sie Yuki liebt, ist es purer Psychoterror. Obwohl dieser am Anfang noch Angst vor ihr hat, verliebt er sich später trotzdem in sie. Wie kann man jemanden nur so terrorisieren, dass sich dieser wirklich in einen verliebt? Was zur Hölle? Aber die Idee war wirklich nicht schlecht. Das Zukunftstagebuch als Waffe für ein Überlebensspiel zu machen, war wirklich eine interessante Sache. Ich mein, genug blutige und actionreiche Szenen gab es genug. Es ist ein Wunder, das Death Note nicht so ausgeartet ist. Ich meine, Light wollte auch ein Gott werden. Aber wer sonst noch? … Ihr solltet die Antwort auf diese Frage kennen, oder nicht? An Spannung mangelte es den ersten Episoden zumindest nicht. Der Kampf ist ordentlich, doch irgendwann meinte der Anime: „Jo, lass mal einen unlogischen Zeitreiseplot einführen, der eigentlich kein Zeitreiseplot ist. Niemand hat auch nur eine Ahnung von alternativen Universen.“ Alternative Welten und Zeitreisen sind zwei verschiedene Dinge, das war in Steins;Gate wesentlich logischer erklärt. Aber sonst kann man nicht viel aussetzen, was die Story an sich angeht. Bis auf die Logik der Redial OVA … das Mädel hatte auf einmal Erinnerungen, die sie nie hätte haben können.

Charaktere

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Aufgrund der hohen Anzahl der Charaktere, werde ich wohl nicht alle aufzählen können. Yukiteru ist aber wohl einer der dümmsten, nervigsten und schwächsten Charaktere ever. Ihr dachtet, Shinji aus Evangelion sei ein weinerlicher, ängstlicher Charakter? Ihr habt Yukiteru noch nicht kennengelernt, er perfektioniert alles, worüber Shinji je geheult hat. Der Junge nervt so dermaßen, kriegt lange nichts auf die Reihe und lässt Yuno die ganze Arbeit machen. Warum steht sie eigentlich so sehr auf diesen Waschlappen? Seine geheuchelte, spätere Stärke, kann er sich auch sparen. Außerdem sind seine Eltern einerseits total merkwürdig, als auch genial blöd – seine Mutter checkt wirklich nicht, dass Yukiteru ne völlig irre Freundin hat und sein Vater ist der Ursprung seines Waschlappen-da seins. Der Apfel fällt nun mal nicht weit vom Stamm, was?

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Was man von Yuno hält, bleibt einem wohl selbst überlassen. Aber ganz ehrlich? Ich mochte das Mädel nie. Sie wird von der Fanbase gern als die Göttin der Yanderen bezeichnet, was für mich völliger Stuss ist. Was ist schon so toll an Yanderen? Ja, sie wirken liebevoll, kümmern sich bis zu einem gewissen Punkt rührend um den, welchen sie lieben. Aber würdet ihr gern mit jemandem zusammen sein, der jeden umbringt, mit dem ihr auch nur zwei Wörter geredet habt? Warum Yuno so ist, erklärt sich im Anime zwar, aber trotzdem. Yandere ist so überbewertet, ich zitiere gern mal ein Spiel, das Shima mir gezeigt hat: „Alle schreien sie, wir wollen eine Yandere. Aber wenn wir da sind, heißt es nur – bitte, hör auf damit.“ Gerade das Ende wäre glaubhafter gewesen, wenn sie nicht so versessen auf Yukiteru gewesen wäre. Sie ist der ganze Grund, warum der Anime höchstens als gut bezeichnet werden kann. Ich mag sie nicht, aber ich hasse sie auch nicht. Diesen Psychoterror werde ich ihr wohl nie verzeihen.

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Zu den anderen Gegnern von Yukiteru und Yuno kann man nun nicht viel sagen. Irgendwie haben sie funktioniert und das war auch völlig in Ordnung. Aber gerade Uryuu Minene wurde einem mit der Zeit sympathischer, als die eigentlichen Hauptcharaktere. Am Anfang war sie irgendeine Terroristin, für die sich keine Sau interessiert hat. Aber irgendwie wurde sie einem mit der Zeit sympathischer, wenn man das so sagen kann.

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Man kann aber zumindest behaupten, alle Charaktere haben irgendwie einen Grund, so zu sein, wie sie sind. Außer bei Akise hab ich zum Verrecken keine Ahnung, warum er so ist. Selbst Yukiterus Freunde, die völlig normal waren, brachten bei mir nicht solche Verzweifler. Akise taucht einfach irgendwann auf, weiß ein paar Sachen zu viel (weil er ja selbst ernannter Detektiv ist) und steht ziemlich auf Yukiteru, was mehr als einmal angedeutet wird. Schaut ihn euch an. Fällt euch was auf? Ja, wir haben es hier mit einer abgespeckten Version von Kaworu aus Evangelion zu tun. Ganz zufällig ist Akise aber auch Teil von Deus (dem momentanen Gott) selbst, aber hey, sie unterstreichen die Kaworu Anspielung noch härter. Wie? Synchronsprecher. Aber zumindest ist er genauso unachvollziehbar gegenüber dem Protagonisten, wie es Kaworu seinerzeit war. Ich mein – der war zwei Folgen da und ist gleich danach gestorben.

Abgesehen von Mur Mur, Deus kleiner Dienerin, die halbwegs witzig war … bleibt hier nicht viel nennenswertes. Viele Hintergrundgeschichten der Nebencharaktere waren nachvollziehbar und gut erklärt. Zum Teil war auch echt harter Stoff dabei, aber die Hauptcharaktere versauen einem alles. Eigentlich schon traurig, wenn ein Nebencharakter sympathischer ist, als der Charakter … der eigentlich im Mittelpunkt steht, oder nicht?

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Zeichenstil & Animationen

Was mich so wirklich am Animationsstil der Serie stört, weiß ich eigentlich auch nicht. Gut animiert ist die Serie eigentlich schon, wenn ich so darüber nachdenke. Brutale Szenen kamen eigentlich immer gut rüber und die Zensur (habe die TV-Fassung gesehen, keine Ahnung ob es eine unzensierte Fassung gibt) vom Studio selbst war meiner Meinung nach angemessen. Aber ich habe wohl eher ein Problem mit dem Zeichenstil, der so zwischen akzeptabel und meh schwebt. Die Characterdesigns finde ich in Ordnung und man kann die Charaktere auch gut auseinander halten. Aber ein wahres Kunstwerk ist hier optisch nicht vom Himmel gefallen. Vor allem die letzten zwei Folgen sehen extrem anders aus, als der Rest der Serie. Ob hier wohl das Gainax-Syndrom zugeschlagen hat? Man weiß es nicht so genau. In wie weit das im Manga aussieht, keine Ahnung. Die Bilder die ich gesehen habe, sehen nicht unbedingt anders aus, als das was ich im Anime gesehen habe.

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Musik & Synchronisation

Rein musikalisch war der Anime eigentlich ganz gut. Ich erinnere mich zwar an kein Stück aus dem BGM, aber die Openings und Endings waren recht gut. Allerdings war das erste Opening mit seinen paar deutschen Wörtern nach einer Zeit, sehr nervig. Die Sängerin des zweiten Openings konnte kein Englisch, aber na ja. Damit muss man leben, aber es klang recht nice. Die Endings waren an sich auch völlig okay. Da es zu dieser Serie außer dem Original nur einen englischen Dub gibt, kann ich dazu nichts sagen. Das Original klang wie gewohnt ganz gut, auch wenn mir Yunos Sprecherin mit ihrem ständigen „Yuki“ echt auf die Eierstöcke ging.


Ich denke, an diesem Anime scheiden sich wirklich die Geister. Ich fand Mirai Nikki auch nicht grottenschlecht und würde auch nicht behaupten, es sei zu kurz gewesen. 26 Folgen sind eigentlich immer genug Folgen, um das wesentliche und wichtige einer guten Story zu vermitteln. Aber hier stören mich einfach die wichtigen Charaktere und das ist für mich noch einer der wichtigen Aspekte in Anime und allgemein auch Manga. Die Story fährt sich im Laufe auch ordentlich gegen die Wand und muss noch doch Charaktere gerettet werden, die eigentlich gar keine wichtigen Charaktere waren. Völlig unlogisch war eh immer noch der Alternate Universe Plot am Ende, der als Zeitreise getarnt war … aber gut, ich bin still. Verteidiger der Serie dürfen gern auf mich zukommen und mir sagen, wie wenig Ahnung ich doch habe. Aber wirklich – Yandere ist so überwertet, kein Scheiß.

Bewertung: 6 von 10 Punkten (was noch echt hoch ist, wenn ich so darüber nachdenke. Tendenz geht eher zu einer niedrigeren Wertung, aber jo. Passt schon)

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2 Gedanken zu “Mirai Nikki – Review

  1. Der Mangaka von Mirai Nikki und Big Order ist ein Roh Diamant. Er ist super darin nen Plot zu beginnen, verlauft sich dann aber während der Reise selbst.
    Was er meines Achtens nach am Besten kann sind Action Szenen.
    Wenn man selbst im Manga hierdurch unterhalten wird, macht man in meinen Augen etwas verdammt richtig.

    Ich finds btw klasse, wie er eine Massenmörderin zu einer der sympathischsten
    Figuren macht. Minene ist Gold xD

    Für mich persönlich steht der Manga auch sehr hoch in der persönlichen Wertung.
    Aber es liegt mehr daran, dass es selten wirkliche Trash Manga gibt.
    Im Sinne von gutem, unterhaltsamen Trash.
    Es hat mich irgendwo fasziniert, dass es soetwas überhaupt gibt 😀

    Wenn man mal Lust auf Trash hat und einfach mal nur unterhalten werden will kann man
    Mirai Nikki auf jeden Fall empfehlen.

  2. Die Grundidee klingt schön abstrakt, aber ja, der „Yandere“-Hype ist mir auch aufgefallen, werde es mir sicher mal ansehen aber es reizt mich jetzt auch nicht massiv. Deadman Wonderland hatte ja auch einen eher „Weichei“-Helden dessen Freundin dann immer die Psychoterroristin war. Danke erstmal für deine Bewertung, und ja: Der Typ sieht wie Kaworu 2.0 aus XD

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