Reingelesen – 31 I Dream

Unbenannt

Führen wir eine Wiederbelebungsmaßnahme eines Formates durch, das nach einem Jahr wieder ausgegraben wird. Oh ja, das muss so sein.

Chikage Deguchi ist 31 Jahre alt und hatte noch nie im Leben einen Freund. Als sie auf einem Klassentreffen vor allen Leuten als alte Jungfer geoutet wird und ihr ehemaliger Schwarm sich daraufhin für eine andere entscheidet, verliert sie jeden Lebensmut. Da mischt sich ihr alter Schulfreund Tokita in ihr Leben ein und bietet ihr die geheime Wunderpille I Dream an, mit deren Hilfe sie sich für kurze Zeit in ihr 15-jähriges Ich verwandeln kann. Schon kurz darauf wird Chikage auf der Straße gescoutet und landet im Showbusiness. Ist das die Chance für sie, ihre Jugend noch einmal von vorn zu durchleben?

Das erste Kapitel war schon durchaus hart – Chikage versucht sich das Leben zu nehmen, was man so in dieser Form noch gar nicht von Arina Tanemura gewohnt ist. Ihr Werk UnbenanntFullmoon wo Sagashite ist mit diesem quasi umgedreht worden – in Fullmoon wird die Krebskranke Mitsuki von einer zwölfjährigen zur sechszehnjährigen und ebenfalls vorübergehend ein Idol, bzw. vollkommen gesund. Allerdings geschah das dort noch durch Magie, wohingegen hier Medikamente gebraucht werden. Von einer 31-jährigen zur 15-jährigen ist dann allerdings ein größerer Sprung zurück und der Manga widmet sich auch älteren Lesern, die vielleicht sogar zuvor Fullmoon gelesen haben.

Die ersten zwei Bände sind bisher allerdings nicht so ausschlaggebend. Das liegt auch unter anderem daran, dass diese Reihe zeitweilen parallel mit einer anderen Reihe von Tanemura lief (My Magic Fridays) und nun parallel zu Arinas neuer Reihe. Ich für meinen Geschmack mag diese etwas erwachsenere Geschichte und bin gespannt, wie sie sich weiterentwickelt. Das sie quasi ein Doppelleben hat, könnte eventuell zu einigen Schwierigkeiten führen und gerade weil ihre normale Seite älter ist, Probleme für ihr jüngeres Ich machen (bzw. hat es schon). Chikage ist keine völlig fröhliche Frau sondern eher schüchtern, hat über die Jahre ziemlich gelitten aber dennoch ein warmes Herz und wie sich die Beziehung zu Tokita weiterentwickeln könnte, ist auch interessant. Dieser hat im Moment noch wenig erinnerungswürdigen Charakter und auch die anderen Charaktere sind mir bisher wenig im Gedächtnis geblieben.

UnbenanntRein erzählerisch geht der Manga sein eigenes Tempo an, aber auch nicht zu langsam. Arinas Zeichenstil hat sich sehr schön weiterentwickelt und ihre Charaktere sehen endlich nicht mehr absolut gleich aus. Es gibt weniger große Augen, weniger Wimpern und die Sachen sind meistens simpler gehalten als in ihren anderen Werken. Die Hintergründe sind auch nicht so umwerfend, sondern meist eher schlicht gewählt. Ich kann mich an eine klassische Kirschblütenszene erinnern, die dennoch wirklich wunderbar aussah. Ein Vergleich mit ihren alten Werken ist wirklich fast so, als wenn man die eines anderen Zeichners betrachtet. Über die Jahre sollte man sich allerdings entwickeln, das ist wohl bei vielen Zeichnern so.

Was gibt es noch zu sagen? Die Bände erscheinen extrem langsam, weil die Kapitel nur alle zwei Monate erscheinen. In einem Jahr kommt da also nur ein Band zusammen. Wie lang die Reihe überhaupt wird, ist auch völlig unklar. Ich kann jetzt also nicht mal sagen: „wartet darauf, dass die Reihe abgeschlossen wird“, weil es so gesehen noch eine ganze Weile gehen kann. Für alle die aber trotzdem Interesse haben, sollten sich einfach Band 1 besorgen und dann entscheiden. Ich finde Arinas Entwicklung dennoch bemerkenswert, auch wenn sie sich nicht völlig neu erfunden hat. Aber auch ich bin in der Hinsicht irgendwo eine weibliche Leserin, die genau in dieses Zielgruppe fällt. Ich erwarte noch einiges von dieser Reihe und bin gespannt, wohin das noch führen wird. Sollte mein Review später bitter ausfallen, wird es zwar hart, aber ich glaube eigentlich nicht an eine bittere Enttäuschung. Wenn, dann höchstens an gerushte Plotfäden, aber sonst … nope. Alles gut.

Kommen wir nun zur klischeereichen Empfehlung für Fan XYZ – Arina-Fans haben sich das hier eh schon gekauft, darüber müssen wir hier nicht reden. Shoujo-Fans (und auch Seinen-Fans, eigentlich geht das hier ja in die reifere Richtung) können mal was riskieren und jemand der Mut zur Überraschung hat, sowieso. Ich mein, es ist nichts besonderes, wenn eine Frau Shounen liest (was ich ja auch zum Teil mache). Sieht man einen Mann mit einem Shoujo-Manga, ist das aber sofort was besonderes. Warum eigentlich? Blöde Klischees, ist ja fast so, als wenn alle weiblichen Shounen-Leser ihre Hand beim Lesen in der Ho- … vergesst was ich gesagt habe, aber zu den Weibern gehöre ich nicht.

Und nein, eine Anime-Adaption scheint nicht in Planung zu sein. Ich glaube, die Anime-Industrie hat nach Jeanne und Full Moon gemerkt, das Tanemura Sachen nix für Animes sind. Wobei – lassen wir uns eines besseren belehren, sollte es irgendwann mal soweit sein.

Vorübergehende Bewertung: 6 von 10 Punkten

 

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3 Gedanken zu “Reingelesen – 31 I Dream

  1. Naja Shounen oder Shojo, ich finde diese Begriffe weiterhin ziemlich irreführend, „Limit“ ist genauso angeblich ein Shojo sowie Blood Lad halt als „Seinen“ bezeichnet wird, das so garnicht eigentlich passt dem empfinden nach, aber ich bin froh das du dieses Format wieder bringst und du hast es auch angenehm persönlich und unterhaltsam ausgeführt. Vielleicht muss Kame auch mal Arina Tanemura lesen ÖÖ *hach* Wobei ich objektiv zugeben muss das „My Magic Fridays“ eigentlich ganz drollig klang von der Beschreibung her, das hier ist wie du schreibst wohl etwas „erwachsener“ von der Thematik her

    • My Magic Fridays ist auch recht drollig, auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum am Anfang so ein Aufwand wegen dem Altersunterschied der Protagonisten gemacht wird. Vielleicht bin ich da ziemlich abgestumpft, aber dazu kommt denke ich ein Review, wenn ich durch bin. Alle Arina Sachen würde ich auch nicht empfehlen, schon gar nicht so Sachen wie Time Stranger Kyoko oder ihre ganz alten Sachen. Aber Full Moon und diese Reihe hier haben es mir schon angetan. Ansonsten ist das wohl Geschmackssache. Aber du hast Recht – Genren sind wirklich Ansichtssache. Death Note gehört für mich ja auch eher in Richtung Seinen, als Shounen. Aber Japan meint ja, das ich falsch liege. xD

  2. Muss ich mir auch noch holen!!
    Ich muss sagen, mir ist aufgefallen das Arina Tanemuras Mangas von mal zu mal „härter“ werden. Nicht nur die kleine süße Mädchen Geschichte von Junge liebt Mädchen, sondern manchmal auch richtig „gewalttätig“! Aber gefällt mir 😉

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