Love Live! Sunshine!! – Review

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Ein Review zu dieser Serie muss folgen. Tief Luft holen und möglichst jegliche Nahrung drin behalten.

Ist ein Franchise erfolgreich, gibt es selbstverständlich meistens eine Fortsetzung. Love Live! (zur Erinnerung, das Review zur Urspungserie gibt es hier) war in Japan unglaublich beliebt un brach einige Rekorde, wie zum Beispiel sogar welche, die K-On! zuvor aufgestellt hat. Nach zwei Staffeln und einem Film wurde die Geschichte um µ’s allerdings abgeschlossen und fand ein würdiges Ende. Was ist also nahe liegend? Eine völlig neue Serie mit neuen Charakteren. Vor der eigentlichen Serie gab es wieder zwei Musikvideos, um schon einmal mit den Mädels warm zu werden. Die Meinungen waren damals schon gespalten, aber ich wollte wirklich ohne Erwartungen rangehen. Wirklich, ich habe nichts von Aquors erwartet. Aber Nachfolgerserien sind immer so ein Problem – bei Yu-Gi-Oh! funktioniert es seit Jahren prima, aber hier? Naaa ja …

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Story

Die private Uranohoshi-Mädchenoberschule, umgeben von einer großen Meeresküste, liegt in Uchiura, einem Stadtteil von Numazu in der Shizuoka-Präfektur. Eine kleine Oberschule, an der Ecke der Suruga Bucht, ist das Zuhause von neun Mächen, die von Chika Takami, Schülerin im 2. Jahr der Oberschule angeführt wird und einen Traum verfolgt: Die nächste Generation von hell strahlenden „School Idols“ zu werden. Inhaltlich spielt die Serie fünf Jahre nach der Geschichte von µ’s.

Man hätte so viel machen können. Das Konzept der School Idols bietet unglaubliche Vielfalt und man hat schon im Original gesehen, was möglich war. Wenn ich an A-RISE denke, kann man schon sagen, dass jede neue Idolgruppe einen einzigartigen Stil haben könnte. Aber diese Gruppe? Fuck nein. Es hat mich nicht mal gestört, dass es wieder genau neun Mitglieder sind. Schon gar nicht, dass sie wieder exakt drei Mitglieder am Anfang hatten. Doch das bewusste kopieren hört hier nicht auf – einzelne Elemente wurden trotzdem übernommen und µ’s wird von den Mädels völlig verehrt. Das reine Kopieren hätte diese Serie nicht nötig gehabt und schon gar nicht die Lobpreisungen, die sich an µ’s richten. Das sie erwähnt werden müssen, ist völlig normal. Yugi wurde damals in GX genauso erwähnt (und auch kurz gezeigt), aber in fast jeder Folge? Jede andere Nachfolgerserie eines Franchises ist origineller als Sunshine, sogar Pretty Cure Splash Star ist kreativer als das hier (die Protagonisten dieser Serie sind … exakt wie Honoka und Nagisa. Das mag was heißen). Wenn man ein Trinkspiel spielt, in dem man immer wieder trinken muss, wenn das Wort µ’s in diesem Anime fällt … ist man seeeehr schnell betrunken. Und das ist bei nur dreizehn Folgen echt hart, oder nicht?

Hier spreche ich schon von: „Ein Glück waren es nur dreizehn Folgen und nicht mehr.“ Ich will nicht sagen, das Sunshine der schlechteste Anime aller Zeiten ist. Aber im Durchschnitt schwimmt es wegen dem Kopieren auch nicht wirklich mit. Klar, es gab durchaus lustige Momente auch mit diesen Charakteren. Aber am Ende bleibt nicht viel, woran man sich erinnern kann. Diese Gruppe war zum Teil sogar erfolgreicher als µ’s es am Anfang war. Die eventuelle Schulschließung, Charakterzüge … viel an eigenen Dingen hat diese Serie nicht. Es ist schwer, in besonders tiefe Fußstapfen zu treten. Das sehe ich durchaus ein. Vielleicht wollten die Macher auch so vorgehen, die Charaktere zu Fangirls zu machen, eben WEIL die alte Serie so erfolgreich war. Man soll also irgendwo mit diesen Charakteren auf einer Stufe stehen, aber sonderlich gelungen ist dies Sunrise leider auch nicht. Irgendwo ist das echt traurig, aber ich würde diese Serie auch kein zweites Mal schauen. Sollte eine zweite Staffel kommen schau ich sicher rein, aber so? Nö, da kann ich auch die alte Serie schauen.

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Charaktere

Was hat diese Serie an Charakteren zu bieten? Eigentlich sollte ich wieder ein Verzeichnis aufbauen, wie ich es schon im damaligen Review getan habe. Nur leider … quält es mich hier schon, nichts wirklich positives sagen zu können. Ich wollte diese Charaktere als eigenständige Figuren ansehen, aber die Vergleiche sind leider alle, völlig berechtigt.

Fängt man bei Chika an, sieht man schon den extremen Honoka Rip Off, wenn man sie nur ansieht. Vielleicht würde ich sie noch ein bisschen intelligenter als Honoka selbst sehen, aber trotzdem. Die Persönlichkeit ist nahezu dieselbe. Ob sie eine gute Anführerin ist, will ich auch gar nicht in Frage stellen. Süß kann sie auch sein, keine Frage. Aber was hat dieser Charakter, woran ich mich erinnern kann? Genau, nichts. Dasselbe ist es auch mit You (schreibt man das so? MAL schreibt das so). Irgendwie hat sie was mit Seefahrt zu tun und mag Klamotten, aber ich habe keine Ahnung, was sie eigentlich sein sollte. Riko dagegen ist eine Kreuzung zwischen Maki und Umi, noch dazu kommt sie von der Schule, welche die µ’s Mädchen besucht haben. Ihre Eltern haben einen Preis dafür verdient, sie an eine Schule geschickt zu haben, die geschlossen werden soll. Ich kann sie aber noch irgendwo leiden, möchte ich meinen.

Im ersten Jahr gibt es dann noch Ruby, die einem nur im Gedächtnis bleibt, wenn man schüchterne Mädchen mag. Sie ist in Ordnung, aber auch sie ist ein weiteres µ’s Fangirl, genau wie ihre Schwester. Die hockt im dritten Jahr und ist wie schon Eri Schülerratspräsidentin, anfangs gegen die Gruppe … ach, ich höre einfach auf. Das bringt uns einfach nicht weiter. Der Geschwisterplot war ganz nett, aber die beiden sind mir viel zu friedlich. Auch bei Geschwistern fliegen Fetzen, selbst wenn sie sich lieb haben und einander beschützen. Yohane ging mit ihrem Chuuni-Shit (siehe Chuunibyou) auch ziemlich auf den Sack, weil ihr Gelaber einfach doof war. Gefallener Engel hier, blah und blah da. Einfach, nein. Das braucht man nicht. Einzig Hanamaru, das süße Mädel aus der Bibliothek ist noch ganz angenehm. Leider hat sie viel zu wenig Screentime gehabt, schade.

Was bleibt, sind nur noch die überdrehte Schuldirektorin Mari (ja, ihr lest richtig) und Kanan. Mari tut oft so, als könnte sie kein japanisch und nervt mit ihrem engrish und … ihre Witze sind mit der Zeit auch nicht mehr lustig. Es gibt Leute, die das lustig fanden, aber ich gehöre nicht dazu. Kanan … keine Ahnung, was mit der gleich noch war. Spricht ja nicht unbedingt für sie. Aber besonders gute Charaktere sind das jetzt nicht unbedingt. Nicht mal die Gegnergruppe Saint Snow konnte wirklich glänzen und die klangen wie fucking Evanescence. 

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Zeichnungen & Animationen

Nicht mal die technische Qualität konnte diesen Anime retten. Weder über die Animationen noch über den Zeichenstil kann man gutes sagen. Es sieht alles so ziemlich aus wie immer und der Zeichenstil hat sich nun wirklich nicht verändert. Manche CGs sahen sogar schlechter aus, als damals. Es gibt so viele Serien, die am Anfang scheiße aussahen und sich dann extrem weiterentwickelt haben. Aber Sunshine gibt dem Franchise nichts neues mit. Dabei hätte man gerade an einer Schule, die am Meer ist, einiges bewerkstelligen können. Es ist einfach zum heulen.

Musik & Synchronisation

Wie schon erwähnt – Aquors hat musikalisch nichts neues zu bieten. Während µ’s sehr poppig und hübsch anzuhören war, konnte man von A-RISE noch sagen, man hört da coole Popmusik. Aber Aquors? Fuck nein, auch hier kopieren sie µ’s wieder nur. Keines der Lieder ist mir hängen geblieben und die Stimmen der Sprecherinnen sind auch nicht sonderlich erinnerungswürdig. Bei µ’s wusste man immer – jetzt singt Honoka, oh jetzt Umi-chan und jo – das quietschen ist Kotori. Man merkt, wie sehr diese Sprecherinnen gecastet wurden. Und das nicht mal auf ihre sprachliche Leistung, was aber auch logisch ist. Nur, warum klingt alles so gleich? Das verstehe ich einfach nicht. Viel, viel versenktes Potenzial.

Love Live! School Idol Project war dieser liebevolle Idiot, den man einfach gern haben muss. Aber was genau ist Sunshine? Was macht es aus? Das kann ich euch leider nicht sagen und das, obwohl ich alle dreizehn Folgen gesehen habe. Ich bin schon etwas enttäuscht, ich bin ehrlich. Nicht völlig, aber es macht mich einfach traurig, wie blass all diese Charaktere sind. Damit ist alles gesagt. Ich habe mich dieses Mal sehr zurückgehalten, aber meine Meinung ist denke ich deutlich. Wer aber einfach nur unterhalten werden will, wird hier seinen Spaß haben … denke ich.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

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Ein Gedanke zu “Love Live! Sunshine!! – Review

  1. Animes leiden ja auch an der Remake/Reboot/Fortsetzungssucht, das will man nicht abstreiten können. Doch Serien wie Digimon oder eben YGO haben ja mal gezeigt das Fortsetzungen funktionieren KÖNNEN (unter bestimmten Umständen) wenn man frische Ideen einbaut. Das hier klingt eher nach „Wir wollen euer Geld, also kauft“ Schade Schokolade

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