My Magic Fridays – Review

668756
Wenn dir der Klappentext von Tokyopop eine Dreiecksbeziehung teasert und du dich fragst, wo diese denn ist.

Als treue Arina Tanemura Leserin war ich ja schon recht gespannt auf diese Reihe. So gespannt, dass ich auf Prinzessin Sakura geschissen (vorläufig, ich hab die Reihe komplett da und werde sie auch noch lesen) habe und direkt diese Reihe lesen wollte. Elf Bände später sitze ich nun da und weiß so ungefähr, was ich sagen möchte.

Ai liebt Freitage über alles! Denn freitags hilft sie in der Schulbibliothek aus und trifft dort jede Woche ihren Schwarm Mia-senpai! Und dann soll sie freitags auch noch ihrem neko-to-watashi-no-kinyoubi-3911551niedlichen kleinen Cousin Nekota Nachhilfe geben, und kann sich so noch ein wenig Geld verdienen. Das Leben scheint endgültig perfekt, als Mia sie zu einem Date einlädt! Aber nicht nur er hat ein Auge auf sie geworfen, auch ihr Cousin gesteht ihr seine Liebe und macht deutlich, dass er unter keinen Umständen aufgeben wird …!

Klingt nach einem Dreiecksbeziehung – ist aber keine. Denn Ais Entscheidung ist später relativ eindeutig und damit hebt sich das alles ziemlich auf. Das die Beziehung zwischen einer Oberschülerin und einem Grundschüler eher eine heikle Sache ist, braucht man an dieser Sache nicht sagen. Ich persönlich störe mich nicht an Leuten, die mit einem jüngeren Partner aufkreuzen. Soll jeder machen, was er will. Das genau solche Beziehungen aber hinterfragt werden, ist völlig normal. Nekota benimmt sich aber so null wie ein elfjähriger und wirkt oft völlig lüstern und nahezu schon pervers, wo man schon da sitzt und sich fragt: „Alter, das hast du jetzt nicht gesagt.“ Aber irgendwie ist er trotzdem relativ süß und das bis zum Ende. Ai ist auch relativ sympathisch, aber Arinas Protagonisten sind allgemein relativ gleich – leicht lieb zu haben und ziemlich sentimental. Auf die gute Ai trifft das auch zu und wirklich tiefgründig erscheint sie mir auch nicht (ist euch mal ihr Name aufgefallen? Nekota nennt sie oft liebe Ai, was auf japanisch so etwas wie Ai no Ai ergeben würde. Dieser Wortwitz trieft wie scheiße, wenn man weiß, wie er im Original aussehen könnte). Erst tut sie Nekotas Liebe noch als ziemlichen Schwachsinn ab, erliegt dieser schließlich doch und na ja. So wird das eben fortgesetzt. Völlig ohne Probleme läuft es aber auch nicht ab. Wenn man die beiden so sieht, sind sie schon süß zusammen. Mia-senpai ist aber nicht wirklich nennenswert. Der Senpai auf den die Protagonistin halt steht – mehr nicht. Ihre beste Freundin Mosko ist eigentlich genauso farblos, glaubt man könne durch das Küssen schwanger werden. Als ich das gelesen habe, wollte ich fast den Band durch die Gegend werfen. Erstaunlicherweise ist es aber wirklich der Humor, der My Magic Fridays auszeichnet.

hcm_neko_to_watashi_no_kinyoubi_-_ch001_046-047

Es gibt Jokes in diesem Manga, die einem nur den Kopf schütteln lassen. Meistens sind diese relativ simpel, aber sie erfüllen ihren Zweck. Es wundert mich wirklich, wie auf MAL kein Comedy für die Serie eingetragen ist. Die vierte Wand wird hin und wieder auch eingetreten (sowas wie: „Ich habe dir gerade sechs Seiten lang die Liebe gestanden …“) und ein perverses Grinsen kann man sich zeit weilen auch nicht verkneifen. Wirklich schmutzig wird die Reihe allerdings nicht und es verhält sich eigentlich immer im aushaltbaren Verhältnis zu Romantik und Drama. Tanemura lässt auch keine Gelegenheit offen, Anspielungen aus ihren anderen Manga einzubringen. Ob nun die Shinigamis in Kätzchenform (Full Moon wo sagashite) oder Marron die mit Chiaki unterwegs ist – treue Leser werden diese Dinge immer wieder entdecken. Was aber auch nicht fehlen darf, ist eben der übliche Drama-Prozentsatz und am Ende gibt es diesen mehr als genug. Ob nun Ais anderer Cousin gerade nervt oder eben der letzte Band im ganzen – Drama wohin man schaut. Auch das verhält sich aber noch verträglich – diese Story ist eher fluffig süß und kuschelig (wie Ais Haare).

neko-to-watashi-no-kinyoubi-4004559Zeichnerisch sieht das ganze mittlerweile sehr gut aus. In meinem Post zu 31 I Dream habe ich ja schon geschrieben, wie sehr sich ihr Zeichenstil verändert und verbessert hat. Am Anfang stolpert sie immer noch ein wenig über ihren alten Stil, aber sie kommt nach und nach rein und gibt ihren Charakteren etwas eigenes. Ihre Hintergründe sehen nun auch endlich ordentlich aus und sie nutzt auch nicht mehr so merkwürdige Rasterfolien wie damals in den 90ern. Aber allgemein – die fand ich in Shoujo-Manga aus dieser Zeit schon immer höchst merkwürdig. Das einzige was ich manchmal zu bemängeln hatte, waren die Cover – Band 10 und 6 haben irgendwie Cover, die so gar nicht zur Story passen. Was mir leider auch ein bisschen fehlt, sind ihre Autorenkommentare. In ihren alten Reihen (vor allem in Jeanne und Full Moon) hatte sie immer ausgiebige Randkommentare, in denen sie ziemlich ehrlich und offen schrieb, was sie so beschäftigt. Ob sich das nun mit dem Manga selber oder nicht beschäftigte, war mir da meistens egal. Ich mochte ihre Art relativ gern, das ist wohl der Grund dafür. So gab es eigentlich zu jedem Kapitel immer einen Kommentar (immer mit Spoilerwarnung, falls man das Kapitel noch nicht gelesen hat) und ihre eigene Meinung. Zu kritisch war sie dabei auch nicht, man ließt bei vielen Zeichnern ja oft: „Boar, das sieht meh aus, dass hätte ich mal besser machen können“, und das gefühlt jedes Kapitel. In My Magic Fridays (und 31 I Dream) gibt des die etwaigen Autorenkommentare nur noch am Ende und manchmal in Form von kleinen Panels, wenn es was witziges zum darstellen gibt. Ich weiß nun nicht, an wem es liegt – sind die Kommentare ganz weg, oder übersetzt Tokyopop sie einfach nicht mehr? Das wäre mal ganz nett zu wissen.

My Magic Fridays ist nun auch nicht die beste Arina Tanemura-Reihe, aber vergleichsweise noch die frischste und lustigste. Sie hat davon abgesehen, zu viel Drama zu machen und hier wirkt es halbwegs realistisch und auch sehr knuffig. Das ist bei ihr kein Normalfall. Mit den Charakteren kann ich mich jetzt nicht so ganz identifizieren, aber ich mochte den Humor dieser Reihe und das hat sie mir wohl auch versüßt. Von der Länge her sind elf Bände auch recht angemessen und es streckt sich auch nicht sonderlich. Ich lese ja hin und wieder, dass ihre Manga so gar nicht für Anime adaptierbar sind, aber hier würde ich das gar nicht so für unmöglich halten. Muss sich halt nur ein Studio finden, wa? Aber selbst wenn, ich kann auch drauf verzichten. Bleibt mir ja eigentlich nur noch Prinzessin Sakura zu lesen, schätze ich mal.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop -11 Bände (abgeschlossen)

1280_1024

Advertisements

7 Gedanken zu “My Magic Fridays – Review

  1. Ich hatte den Manga geistig vermerkt weil mich die Prämisse „Jüngerer Kerl liebt älteres Mädchen“ doch aufmerksam gemacht hatte, natürlich ist es bei mir so: Bei 8 Reihen die ich kaufen kann ist so ein Zuckersüßes Werk dann doch eher nicht im engeren Kreis der Auswahl ^^ Es ist ja auch ein Witz der deutschen Szene das Arina Tanemura immer geht, aber ich finde es spaßig das sie sich selbst kritisiert, ich mag auch viele Insider Kommentare in Manga (z.B. Cheeky Vampire oder One Piece)

    Der Humor klingt auch ganz drollig, vielleicht wäre mal ein Beitrag über die Mangaka selbst mal gut, oder eine Top 10 ihrer Mangawerke oder sowas ^^ Gute review allemal

  2. Ich hatte mir den Manga auch geholt, weil ich früher die Manga sehr mochte von Arina Tanemura.
    Von Prinzessin Sakura war ich schon sehr enttäuscht. My Magic Fridays ist zwar etwas besser, aber hat mich auch nicht wirklich unterhalten. Ich fand es nachher einfach nur noch albern und kindisch…

    • So kann man es tatsächlich auch sehen. Gab ja auch Witze, wo ich da saß und dachte: „Oh Gott, bitte.“ Ich mag 31 I Dream wesentlich mehr, aber wenigstens hat sich Arina zeichnerisch echt gut weiterentwickelt. Soll ja auch so sein, nach zwanzig Jahren. ^^ Prinzessin Sakura hab ich noch nicht fertig, steht noch ungelesen im Schrank. War nach drei Bänden aber auch nich so begeistert, na mal schauen. ^^

      • 31 I Dream gefällt mir bis jetzt auch tausend mal besser, wobei es trotzdem nicht an ihre früheren Werke rankommt. Aber Ihr Zeichenstil ist wirklich echt gut geworden, der gefällt mir immer noch sehr 🙂

      • Das stimmt allerdings. Full Moon ist immer noch am besten, gefolgt von Jeanne. Mal schauen, irgendwann kommt sicher mal eine kleine Top 10 oder etwas zu Tanemuras zeichnerischen Entwicklung, so ein Format hatte ich eh schon länger vor.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s