Card Captor Sakura – Review

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Mit ein wenig Zuckerguss stirbt man eventuell auch den Karies-Tod.

Hätte die kleine Sakura Kinomoto gewusst, welchen Ärger sie sich auflädt, hätte sie bestimmt die Finger von dem Buch mit dem Titel Clow Cards gelassen, das sie in der Bibliothek ihres Vaters gefunden hatte. So aber öffnet sie es und die Probleme beginnen. Denn in dem Buch befinden sich magische Karten, die sich nach dem Öffnen des Buchdeckels sofort in alle vier Windrichtungen verstreuen. Gleichzeitig erwacht auch der Wächter der Karten, Kerberos, der eigentlich auf die Karten ein Auge werfen sollte – aber selbst Kartenwächter müssen ab und zu ein Nickerchen machen. Kurzum: Die Karten sind weg. Und sie sind mit ihren magischen Kräften imstande, große Schäden anzurichten. Kerberos fackelt also nicht lange und verleiht Sakura die Kraft, sich in einen Card Captor (eine Kartenfängerin) verwandeln zu können, um die Clow Cards wieder einzufangen. Und damit beginnt für Sakura und ihre Freundin Tomoyo das große Abenteuer, das mit vielen Überraschungen aufwarten wird…

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Ich glaube, jeder der mindestens in meinem Alter ist, sollte diese Reihe schon als Anime kennen (oder davon gehört haben). Ich hatte verdammtes Glück, als ich nochmal an card-captor-sakura-287084diese Reihe rangekommen bin (völlig out of print, sag ich euch). Eigentlich wollte ich erst die alte Version kaufen, aber die pinke Neuauflage ist wohl eine bessere Übersetzung und da hab ich gleich zugeschlagen (und zwölf Bände für 65 € in dem Zustand waren sehr günstig). Meine Erwartungen waren recht solide und an den Anime konnte ich mich eh nicht mehr (wirklich) erinnern. Von einem typischen Magical Girl Anime können wir hier trotzdem nicht ganz sprechen. Klar gibt es viele Fantasy-Elemente und die Magie kommt keineswegs zu kurz. Aber Sakura verwandelt sich ja eigentlich gar nicht, sondern bekommt einfach nur ständig neue Klamotten von Tomoyo. Die Kämpfe wirken auch wesentlich dynamischer und hübscher als beispielsweise in Sailor Moon und die Geschichte ist simpler, geht liebevoller auf die Charaktere eingehen. Es gibt tatsächlich mal Probleme und ein wenig Drama findet man hier und da trotzdem. So flauschig, weich und unschuldig dieser ganze Manga wirkt, kann man fast meinen: „Boar, ist das kitschig.“, aber genau das würde ich nur sagen, wenn wir hier mehr Romance vorhanden wäre. Denn romantische Ansätze sind vorhanden, aber eben nur ganz sanft. Man sollte dabei immer bedenken, das Sakura eigentlich erst im Grundschulalter ist und noch gar nicht so weit entwickelt ist, dass sie besondere Tiefe als Charakter hat. Diese ganze Welt, die Geschichte und alles drumherum verleiten ein wenig zum träumen und lassen einen vergessen, das man eigentlich viel zu alt für diesen Manga ist. Die eigentliche Zielgruppe ist wohl eher bei Grund- und Mittelschülern zu sehen, aber dann fühle ich mich eben gern nochmal wie zwölf. Ist von meiner Seite her auch kein Problem.

Anzumerken ist auch noch, wie verstrickt alle Clamp-Manga miteinander sind. Ich habe bisher nicht sonderlich viele Manga von ihnen gelesen (Kobato sonst noch, mehr nicht), aber man spürt dieses erschaffene Universum dennoch oft mit kleinen Hints zu anderen Charakteren aus ihren anderen Werken. Die sind aber so dezent, das man sie fast nicht merkt und wirklich aufpassen muss, um sie nicht noch zu verpassen. Sakura wird auch nicht immer und immer stärker, sondern lernt Dinge dazu und macht einen Schritt nach den anderen. Die Beziehung zwischen ihr und Shaoran ist auch recht niedlich und na ja … irgendwie war es ja klar, dass es so enden würde. Überrascht war ich ein wenig über Yukitos kleines Geheimnis, aber es wäre auch ziemlich komisch gewesen, wenn er dauerhaft in der Ecke steht und nicht besonders viel macht. Das sich dieser Manga aber auch an gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Gefühlen versucht, kam etwas unerwartet. Natürlich ist das für mich kein Problem, aber so etwas hatte ich aus der damaligen Zeit nicht in Erinnerung und hier habe ich es am allerwenigsten erwartet. Ein weiterer, etwas kritischer Punkt ist für mich auch die Beziehung zwischen Sakuras Eltern gewesen, die auch von Tomoyos Mutter angekreidet wurde. Eigentlich finde ich Schüler-Lehrer Beziehungen sehr merkwürdig und habe eigentlich erwartet, dass andere Charaktere auch noch mal darauf eingehen. Aber es hat wohl schon gereicht, das Sakuras Mutter so jung gestorben ist. Allein diese Tatsache war oft genug traurig, aber nicht völlig zum heulen.

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Zeichnerisch bekommt man aber dennoch einiges geboten. So viele hübsche Kostüme, Hintergründe und Details bekommt man in wenig anderen Shoujo-Manga geboten. Und wenn, dann wirken sie dort sehr oft überladen und komisch. Wenn sogar meine Mutter versucht, meine Sakura Figur aus dem Bücherregal zu klauen, dann soll das was heißen. Manchmal hat man das Gefühl, Clamp haben daheim so kleine Porzellanpüppchen stehen, wo sie einfach die Outfits abzeichnen. Denn so wirken manche Outfits – kindlich und fast puppenhaft, aber so wirkt allgemein auch Tomoyo in ihrem ganzen Charakter. Wenn man dann aus dem süßen Traum aufwacht, bemerkt man, dass der Manga den man da in der Hand hat recht süß ist. Aber was noch? Das alles entspricht eher einem Wunschtraum, den man als Grundschüler nie hatte. Wäre meine Grundschulzeit so gewesen, meine Herren, ich wäre das glücklichste Kind auf Erden gewesen. Aber so viel Moe hält man dann doch als Erwachsener nicht im Kopf aus. Trotz der Fantasy-Elemente ist dieser Manga nicht völlig an den Haaren herbei gezogen und auf seine Weise sympathisch. Man schüttelt trotz vieler ironischer Dinge nicht so oft den Kopf wie bei Sailor Moon, die mit ihren vierzehn Jahren vergleichsweise alles andere als unschuldig wirkt.

Am Ende hat man eigentlich einen Manga in der Hand, für den man genau genommen zu alt ist. Aber die ernsten und emotionalen Dinge in Card Captor Sakura gibt es trotzdem und sie sind manchmal auch etwas traurig, aber nicht unbedingt zum weinen. Kobato fand ich da zum Beispiel eher traurig und das war am Anfang ein in Slice of Life getarnter Romance-Manga, mit sehr, sehr traurigen Szenen. Welche Reihe aber besser ist, will ich gar nicht bestimmen. Beide sind auf ihre Weise süß, emotional und schön, aber nicht übertrieben kitschig oder zu sehr in rosa gepackt. Man kann sich darin verlieren, ein wenig träumen und sich danach fragen, wo man gerade ist … weil man zu sehr in diese Welt versunken ist. Ich denke schon, dass diese Manga gerade für Träumer wie mich (und auch andere) gemacht sind und das ist auch gut so.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

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Ein Gedanke zu “Card Captor Sakura – Review

  1. Ein Hübscher Beitrag (auch wenns nen Wortfelher gab “ die Geschichte ist simpler, geht liebevoller auf die Charaktere eingehen“ <-?) ich selber hatte mal 2-3 Folgen des Anime damals auf Pro7 gesehen, schlicht um mal mitreden zu können. Ich fand die Idee der Karten und das Sakura immer ein neues Kostüm GENÄHT bekommt sehr drollig, alles andere war mir wohl mit meinen 18-19 jahrne doch zus eicht und der Ton ist halt doch wie angedeutet für Kinder, doch ich bin froh das es auch solche unbeschwerten Serien gibt, heutzutage sind sie unter Manga lustigerweise sehr viel seltener zu finden meinem Empfinden nach, oder ich schaue nur nicht genau hin(?)

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