Medaka Box – Review

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Nach so langer Zeit wird auch diese Serie abgeschlossen. Reviewtime~

Medaka Box liegt schon lange auf meiner Leseliste. Als ich diesen Blog anfing, habe ich gerade den Anime fertig geschaut und angefangen, die Scans für den Manga runterzuladen. Der Grund dafür ist nicht, dass ich den Anime scheiße fand – Gainax macht nur einfach nicht weiter, aber das kennen wir ja von denen. Die Blu-Rays haben sich so unterirdisch schlecht verkauft, dass ein Remake fast realistischer wäre. Doch umsonst war der Anime ja auch nicht, gemocht hab ich ihn schon (aber er deckt halt grade mal sechs Bände ab). Wer in der Story weiterkommen möchte, sollte also wirklich den Manga lesen. Erwartet hier nur keinen normalen Manga, es ist der Schreiber der Monogatari-Reihe.

Medaka Kurokami ist der Inbegriff eines Genies und Supertalents. Brillant bei Tests und anderen geistigen Aufgaben, unschlagbar im Sport und mit geradezu übermenschlicher Kraft und Ausdauer gesegnet. Mit ihrem unzerstörbaren und stark ausgeprägten Selbstbewusstsein setzt sie nun alles daran ihre Vorstellung einer gerechten Welt umzusetzen und verlässt dabei auch des Öfteren die Welt des rationalen Denkens und Handelns. Um ihre Ziele besser verwirklichen zu können, vollbringt sie das Kunststück sich als High School Neuling gleich zur Präsidentin des Schülerrates wählen zu lassen, für den sie kurzerhand ihren langjährigen Begleiter Zenkichi Hitoyoshi rekrutiert, die anderen offenen Posten aber unbesetzt lässt und die Aufgaben selbst übernimmt, denn nur wer ihren Vorstellungen entspricht, ist geeignet als einer ihrer Helfer. Um die Probleme der Schule in Erfahrung zu bringen, richtet sie eine Vorschlagsbox ein, in der man Wünsche und Beschwerden platzieren kann, die dann von ihr in oftmals ungewöhnlicher und sich dem gesunden Menschenverstand widersetzenden Weise gelöst werden. (anisearch Beschreibung, stammt nicht von mir)

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Was soll man dazu noch sagen? Medaka Box beginnt als School-Comedy Shounen-Manga mit leicht romantischen Ansätzen und wird später zu einem Battle Shounen Manga – fertig. Jeder der was anderes behauptet, hat den Manga nicht richtig gelesen. Doch hierbei handelt es sich nicht einfach nur um ein Werk, das ein bisschen Gekämpfe mit Fanservice paart. Nein, Medaka Box ist sowohl verdammt lustig, als auch ziemlich düster (vor allem wegen den Antagonisten, teilweise sind da echt kranke Leute bei). Wie das funktionieren kann? Sie machen sich über so gut wie jeden Battle Shounen Manga lustig, geizen nicht mit Anspielungen, Wortspielen (die man als westlicher Leser zum Teil erklärt kriegen muss, weil da zeitweilen japanische Silbenspiele veranstaltet werden) und Witzen, die einen mehr als nur einmal zum lachen bringen. Die vierte Wand wird dementsprechend auch sehr oft gebrochen, allein mit Aussagen wie „weil das hier die Shounen Jump ist“ oder „immerhin ist das hier ein Manga“ sind nur eine kleine Auswahl an solchen Dialogen. Es gab sogar eine Stelle, in der ein Gegner es ablehnte gegen Medaka zu kämpfen. Warum? „Der Protagonist gewinnt eh immer, kein Bock.“ Diese Serie ist alles andere als normal, aber das macht sie aus.

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Ajimu, Kumagawa, Zenkichi, ganz unten Shiranui, Medaka, Kikajima und Akune.

Um zu den Charakteren zu kommen – Medaka ist keine Mary Sue. Nein, sie ist die Definition von Jesus selbst. Die Beschreibung oben sagt ja schon viel über sie aus. Ich mein, sie lebt nur für andere Menschen, liebt jeden inklusive ihrer Feinde und will diese zu guten Menschen machen. Mit drei Jahren konnte sie jegliche Probleme auf der Welt lösen, hat immer Recht, besiegt jeden und kriegt sämtliche Beachtung. Medaka ist die Stärke und Schwäche dieser Serie, aber sie hat genauso ihre Schwächen. Deshalb ist es auch sinnlos darüber nachzudenken, was für eine Mary Sue ist. Man mag sie oder hasst sie, aber brecht diese Serie bitte nicht wegen ihr ab. Dann habt ihr definitiv was falsch verstanden. Denn dadurch dass sie zum Teil relativ langweilig wird, kommen die anderen Charaktere dazu, sich zu entfalten. Ob nun Zenkichi, der im Grunde eigentlich recht normal ist, die süß aussehende Shiranui (die allerdings ziemlich gehässig sein kann), Kikajima (geldgierig bis zum geht nicht mehr), Akune (der Schönling, der Medaka ganz am Anfang noch verehrte) oder andere – diese Serie hat so verdammt viele Charaktere, dass man nicht fertig wird, sie alle zu beschreiben. Die besten sind aber nach wie vor immer noch Kumagawa und Ajimu. Kumagawa kann man einfach nur lieben, auch wenn er als Antagonist eingeführt wird. Ständig am Lügen, dabei zu verlieren, pervers zu sein und damit auch noch drollig zu wirken, ist er für mich der liebste Looser aller Zeiten. Ajimu dagegen ist … ziemlich speziell. Sie hat nicht nur eine Fähigkeit, nein. 7.932.135.441.523.222 Abnormalitäten und 4.925.916.526.110.643 Minuse (also insgesamt 12,858,051,967,633,865 Skills, aber viele davon sind auch sehr nutzlos), um genau zu sein. Ach ja und sie ist 3.402.193.822.311 Jahre alt, aber das sollte genug über sie sein. Dieser Manga ist einfach … was zur Hölle.

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Zum anderen werdet ihr in diesem Manga mehr Text bekommen, als in normalerweise üblichen Action Manga (und relativ viele Arcs sowieso). Warum? Mit Wörtern kann man sich besser ausdrücken, als mit reiner körperlichen Kraft. Sonst hat man ja stets das – es wird mitten im Kampf geredet, Klischee. Das ist hier aber völlig neu definiert und Nisio trollt einen zum Teil so hart, dass man sich fast dumm vorkommt. Dieser Mann hat das Schreiben einfach gemeistert, mehr kann man dazu nicht sagen. Es gab aber auch Arcs, die ich ziemlich langatmig fand. Gerade wenn es um viele japanische Zeichen geht, die erklärt werden, fühlt sich das als nicht japanischer Leser sehr langweilig an (was für Leute aber interessant sein kann, die sich gerade für die japanische Sprache interessieren). Die Zeichnungen stehen der Story allerdings in fast nichts nach. Am Anfang ist jeder Shounen Manga noch etwas holprig im Zeichenstil, aber hier verhält es sich relativ gut. Akira Akatsuki hat seinen eigenen Stil und den erkennt man auch ziemlich gut.

Eine Empfehlung für dieses Werk auszusprechen fällt mir eigentlich nicht sonderlich schwer. Wer einfach müde von flachen Charakteren, schlecht geschriebenen Dialogen, zu langen Shounen-Reihen oder allgemein gelangweilt von den meisten Manga ist, sollte sich Medaka Box auf jeden Fall anschauen. Dabei sei gesagt, dass man sich nicht sonderlich viele Gedanken machen sollte, was man genau ließt. In aller erste Linie soll diese Reihe unterhalten und das schafft sie auch mit Leichtigkeit. Ob damit alles wichtige gesagt ist, weiß ich nicht. Aber im Grunde ist das alles, was wirklich wichtig ist.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Bisher noch nicht in Deutschland erschienen – in 22 Bänden abgeschlossen
(Scanlations werden von mir nach wie vor empfohlen, da die Serie noch nicht mal auf englisch erhältlich ist. Komischerweise gibt es trotzdem Länder in Europa, die diese Serie schon haben. Sollte ein deutscher Verlag das hier lesen – ich bitte darum, diese Serie hat sogar ein bisschen Ecchi und ist trotzdem verdammt gut. Vielen Dank)

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2 Gedanken zu “Medaka Box – Review

  1. Klingt eigentlich ganz drollig, ich mag Mangas die etwas Meta sind, entweder im ernste (Vanilla Fiction) oder eben als Comedy (One Punch Man). Mary Sues sind wenn richtig angwendet ja auch ok, Medaka klingt nach The Irregular at Magic High School nur in gut. Irgendwie kommt mir auch GTO in den Sinn, so von wegen kranke Typen an Schulen XD

    • Ich denke, Medaka ist eher als eine Parodie auf Mary Sues zu sehen. Bin mir sicher, der Manga würde dir Spaß machen, wenn er erstmal hierzulande draußen ist. Ich warte ja selbst drauf, Lieblingsreihen hat man ja immer gern im Schrank stehen. ^^

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