Psyren – Review

psyren

Manche Dinge brauchen einfach länger … anscheinend.

Ich wollte dieses Review eigentlich schon wesentlich eher schreiben. Allerdings war ich auch noch nicht mit dem lesen fertig und so musste es eben warten. Vor etwa einem Jahr habe ich die Reihe in einem Gewinnspiel von Kame gewonnen, übrigens noch einmal danke dafür. Ich hatte gar nicht erwartet, dass ich wirklich gewinnen würde. Mit Gewinnspielen hatte ich letztes Jahr eh ein bisschen Glück, da ich auch zufällig ein ziemlich großes Avril Lavigne Konzertplakat auf Twitter gewonnen habe. Aber das ist jetzt nicht das Thema, widmen wir uns Psyren.

Der Rabauke Ageha Yoshina geht keiner Schlägerei aus dem Weg und ist für jeglichen Unsinn gleich zu haben. Plötzlich findet er eine mysteriöse Telefonkarte, die einem Zugang zum angeblichen Paradies Psyren gewährt. Doch in dieser verwüsteten Welt lauert der Tod und nur um Haaresbreite gelingt Ageha die Flucht. Doch nun hat das „Spiel“ begonnen und es gibt kein Zurück… (kopierte Inhaltsangabe von Egmont, gehört nicht mir)

Ohne richtige Erwartungen bin ich an den ersten Band gegangen und war dann doch recht überrascht, was mir geboten wurde. Ein interessanter Plot, trotz Battle-Shounen? Für Battle-Shounen (oder eben Action Manga) brauche ich oft eine interessante Story, um überhaupt weiterzulesen. Der erste kleine Twist kam ja schon im ersten Band und ich war schon gespannt, wie es weitergehen würde. Doch dann kam meine unmotivierte Phase und man muss dazu sagen, dass die ersten Bände trotzdem etwas zäh sind. Die Erzählweise ist klasse, kommt ohne Filler aus und es ließt sich wunderbar. Nur fehlt gelegentlich das gewisse Etwas, bei dem man als Leser sofort weiterlesen will. Gerade das ist so eine Sache mit Psyren – die Reihe ist unglaublich interessant, kommt Band für Band auch weiter, aber die Erdbeere auf dem Kuchen fehlt einfach. Ab der zweiten Hälfte wurde es aber wesentlich interessanter und ich habe die letzten Bände nacheinander gelesen. Psyren ist bodenständig, relativ plausibel erklärt und nicht völlig bescheuert, wie manch andere Reihen aus der Shounen Jump. Psyren ist schlicht, schießt nicht zu sehr über das Ziel hinaus und erzählt uns die Geschichte von normalen Menschen, die übernatürliche Kräfte entwickeln. Man versucht nicht irgendwelche dummen Klischees zu kopieren, sondern erzählt einfach eine gute, solide Geschichte.

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Diese Punkte sprechen für, aber auch gegen Psyren. Nur, wenn ich ein Problem damit habe, mir die Charaktere der Namen zu merken … ist irgendwas ganz komisch. Gerade mal den Namen des Protagonisten Ageha und eventuell noch Amamiya ist mir im Kopf geblieben. Wenn man mir die Charaktere zeigt und verlagt: „Joar, erzähl mir was dazu.“, würde ich sicher etwas dazu erzählen können. So ist es leider ein bisschen schwer, alle Charaktere zu nennen – diese Reihe hat wieder einmal ne Menge Charaktere. Doch niemand hat mich wirklich genervt oder ist negativ in Erinnerung geblieben. Ageha war sogar ziemlich normal in meiner Sichtweise und recht angenehm, wie ich finde. Amamiya war auch noch ziemlich cool und niedlich dazu, aber mehr kann ich zu den Charakteren leider gar nicht sagen. Tut mir leid. Normalerweise lege ich hier ja meinen Schwerpunkt rein, aber bei dieser Reihe ist das echt schwierig.

Zeichnerisch fand ich den Manga dann gar nicht so schlicht, möchte ich meinen. In den Action-Szenen kriegt man einiges zu sehen und der Stil gefällt mir recht gut. Die Entwicklung des Mangakas macht sich auch recht ordentlich, die Cover der Manga sehen auch recht ordentlich aus. Aber sticht diese Reihe damit total raus? Leider nein. Für einen Shounen Manga sind die Charakterdesigns schon fast langweilig, aber da war jemand mit seiner zeichnerischen Leistung einfach er selbst. Ich weiß nicht, ob es sich hier um ein Erstwerk handelt (glaube ich mal schnell nicht, aber kann durchaus sein), aber dafür wäre es schon mal ganz ordentlich. Denn inhaltlich fand ich es ziemlich gut gemacht. So ein Band zwischen durch, das ging eigentlich immer. Wenn man wirklich gelangweilt von all den überhypten Sachen wie Naruto und Co. ist, lohnt sich ein Blick in diese Reihe doch ganz gut. Was davon allerdings hängen bleiben wird, ist die nächste Frage.

Schließlich bereue ich es auch gar nicht, die Reihe gelesen zu haben. Gerade den Teil mit Amamiyas gespaltener Persönlichkeit fand ich klasse, aber darauf stehe ich eh meistens, wenn so was gut gemacht ist. Ich persönlich könnte mir aber gut vorstellen, das Psyren als Anime vielleicht sogar noch etwas besser funktionieren könnte. Animiert stelle ich mir die Reihe ziemlich gut vor, wenn sie so bodenständig bleibt, wie der Manga. Eine direkte Empfehlung kann ich deswegen leider nicht aussprechen, aber eine Überraschung kann es für den einen oder anderen sicher sein. Hier ist wirklich der Geschmack gefragt – worauf legt man besonderen Wert, Story oder interessante Charaktere? Psyren hat beides, nur hängt es hier wirklich vom Interesse des Lesers ab, wie sehr er die Reihe mag.

Bleiben noch ein paar Worte und Gedanken? Werdet selbst schlau daraus, ob euch diese Reihe gefallen könnte. Viel falsch machen kann man nicht und das ist doch eigentlich das wichtigste.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

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Ein Gedanke zu “Psyren – Review

  1. Japp, das Problem bei Psyren ist das eben nichts herraussticht: Es ist wirklich nicht schlecht, aber leider hat es auch nichts wo man sagt „Boah ja DIE IDEE war mal neu und cool“ oder ähnliches, es sinbd sind schlicht bekannte Elemente solide zusammengeführt, aber eben ohne Risiko, ohne Fanservide, ohne Splatter, ohne etwas das einzigartig ist. Die Bewertung passt punktgenau ^^

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