Prinzessin Sakura – Review

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Längste Tanemura Reihe – beste Reihe? Na, ob ich das so unterschrieben kann, warten wir es mal ab.

Wie schafft man es, Nebencharaktere interessanter als die eigentlich wichtigen Charaktere zu machen? Richtig, man gibt ihnen keine Persönlichkeit. Doch im Falle von Sakura ist das ein kleines bisschen anders. Heute nehme ich mir die Zeit, diese Mangareihe kurz anzusprechen und genau zu erläutern, was mich daran stört. Ich habe nicht nur negative Aspekte, aber die wiegen bei dieser Serie schwer ins Gewicht. Bis jetzt habe ich alle anderen Arina Tanemura Reihen gelesen und Sakura war die letzte, die mir noch fehlte. Aber – was genau ist denn mein Problem? Schauen wir uns das doch mal genauer an.

Auf einem einsamen Berggut weitab der kaiserlichen Hauptstadt lebt die 14-jährige (Mond-)Prinzessin Sakura. Von Kindesbeinen an ist sie dem kaiserlichen Thronfolger versprochen, doch Sakura pfeift auf diese Heirat. Als eines Tages der Gesandte Aoba auftaucht, um sie zum kaiserlichen Hof sakura-hime-kaden-850984zu geleiten, nimmt Sakura die Beine in die Hand und flieht. Doch in den dunklen Wäldern ihrer Heimat lauern ihr die Yokos ‒ menschenfressende Monster ‒ auf!

Hätte ich nicht gewusst, dass diese Serie irgendwann im 11. Jahrhundert (oder so) spielt, wäre mir das Setting nie aufgefallen. Der Sprachstil ist halbwegs so gelegt, dass es weder zu alt noch zu modern wirkt. Wie man das wirklich glaubhaft hin bekommt, ist mir tatsächlich ein Rätsel. Müsste ich sagen, wo ich die Serie anordne, dann wäre es irgendwo zwischen Fantasy, Romance, Drama und Action anordnen. Komische Mischung für einen Shoujo-Manga, aber es wirkte anfangs gar nicht so uninteressant und konnte teils sogar etwas düster sein. Richtig spannende Momente gab es nie so richtig, aber teils fehlte auch ein wenig der rote Faden in der Geschichte. Am Anfang war es noch so ein Ding zwischen Sakura und Prinz Aoba, aber dann fing der ganze Kram mit Sakuras Bruder Enju an und es wurde teils echt wirr. Das ihr Bruder quasi der Antagonist war und teils auch echt Leute umgebracht hat, war ziemlich mies. Nur habe ich nie verstanden, warum er so hart auf seine Schwester abging. Er liebte sie wirklich so sehr, dass er eine Kopie von ihr erschuf und diese nur liebte, weil sie aussah wie Sakura. Das war tatsächlich der Part der Story, der mir mit am meisten gefallen hat. Sakura und Aoba sind so ziemlich uninteressant und austauschbar, dass man selbst Marron und Chiaki dahinstellen könnte. Würde keinen wirklichen Unterschied machen. Sakura ist keine Mary Sue und hat auch eine angenehme und meist aufgeweckte Persönlichkeit, ist aber nicht interessant genug um zu überzeugen. Selbst Nebencharaktere waren überzeugender als sie und gerade Asagiri, ihre kleine Dienerin war bei weitem interessanter.

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Wie und warum manche Parteien gegen wen waren und wer gleich noch mit wem zum tun hatte, keine Ahnung. Unsterbliche Mondwesen, Mondwasser … so richtig hab ich da nie durchgesehen, ich habe es einfach hingenommen. Die meisten Beziehungen zwischen den Charakteren waren gar nicht so schlecht gemacht, aber gemerkt habe ich mir keine einzige. Versenktes Potenzial hatten zum Beispiel auch Rurijo (Sakuras Kopie) und Prinzessin Sakura. Bei Rurijo dachte ich eigentlich, das wäre eine finstere und coole Version von Sakura. Was war es schließlich? „Enju-sama liebe mich, blah, blah, blah, ich sehe aus wie Sakura und will sie am liebsten sein. Weil, Enju-sama liebt sie ja so.“ Prinzessin Yuri kam anfangs auch als ziemlich bösartige Gegenspielerin in die Serie, aber Tanemura fand sie anscheinend nicht so wichtig … um genau das dauerhaft beizubehalten. Die Leser haben sie anscheinend zu sehr gehasst und so fiel Yuri später völlig weg. Schon komisch, wenn man sich für weibliche Antagonisten mehr interessieren kann, als die eigentliche Protagonistin. So richtig konnten sich beide nicht durchsetzen und am Ende der Serie gab es auch dieses merkwürdige Dauergemätzel, wo ein wichtiger Charakter nach dem anderen weg fiel. Ich sage nichts gegen die Erzählweise der Serie, die war völlig in Ordnung. Aber mitten in einem Kampf ein Flashback anzufangen und das ein ganzes Kapitel durch zuziehen … ist sehr eigenartig. So etwas kennt man dann doch eher aus richtig klischeehaften Shounen Titeln, aber nicht direkt aus Shoujo Manga und gerade nicht von Arina Tanemura. Dabei waren diese Flashbacks auch nicht wirklich schlecht und es kamen teils echt tiefsinnige und gute Sachen zustande. Aber der rote Faden war einfach nicht mehr findbar, schon schade irgendwie. Um kurz zu Sakura zurück zu kommen – im Vergleich zu Arinas anderen Protagonisten aus anderen Serien, war sie einfach schwach. Selbst die ewig jammernde Haine aus Shinshi Domei Cross war gegen sie noch interessanter und die hat mehr geflennt, als jemand mit ihrem doppelten Alter. Sakura war mehr eine Brücke zwischen allen Charakteren, wenn sie auch nicht eine sonderlich starke Brücke war.

sakurahimekaden_06Zwischen all dem undurchsichtigen Plot und gab es durchaus gute Ansätze, keine Frage. Ich will nicht sagen, diese zwölf Bände wären für nichts und wieder nichts. Nur hat Arina tatsächlich schon besseres gezeichnet, das ist wahr. Von der schlechtesten Serie würde ich aber nicht reden, da ist Time Stranger Kyoko wirklich schlimmer gewesen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass richtig eingefleischte Fans eher Gefallen an dieser Serie finden können. Für jemanden der ihre Serien aber einfach so ließt, kann es tatsächlich eine Enttäuschung sein. Die neueren Reihen von Tanemura sind einfach bodenständiger und haben einfach mehr Übersicht, als diese Serie. Es war eine gute Entscheidung das Magazin zu wechseln, nach dem sie diese Serie beendete. Die Ribbon war ja stets eher bekannt für Fantasy-Reihen und realistische, normale Geschichten liegen ihr einfach mehr. Drama kann die Frau überall, das müssen wir uns sicher nicht vormachen. Eine zeichnerische Entwicklung sieht man aber durchaus schon hier. Die Hintergründe und Details sind in Prinzessin Sakura durchaus vorhanden und schön anzusehen. Das Same-Face Syndrom gibt es aber auch hier noch, so sehr Tanemura auch dagegen ankämpft. Bei so vielen Charakteren neigt sie oft zu den selben Gesichtern oder einfach ähnlich großen Augen. Ist halt nicht vermeidbar, aber sie hat sich ja mittlerweile wesentlich gebessert. Die meisten Cover und Farbillustrationen waren dennoch ziemlich schön anzusehen, keine Frage.

Prinzessin Sakura ist leider kein Meilenstein in Tanemuras Manga-Übersicht, aber es ist auch kein völliger Reinfall. Was genau schief gelaufen ist, kann ich auch nicht sagen. Vielleicht lag es ein bisschen an der Umsetzung oder am Setting, das kann ich mir durchaus vorstellen. Bei einer Mondprinzessin denke ich halt nicht an Sakura, sondern eher an Sailor Moon. Wenn man mit den Werken von Arina anfangen will, sollte man doch eher My Magic Fridays oder Kamikaze Kaito Jeanne kaufen, dies ist als Einstieg eher geeignet als diese Serie. Ich kann aber auch positive Stimmen zu dieser Serie verstehen, so ist es nicht.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – 12 Bände (abgeschlossen)

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Ein Gedanke zu “Prinzessin Sakura – Review

  1. Interessant das man einen Mangaka so beständig kauft, ich bin zwar auch ein Fan von 1-2 Mangaka, bewusst aber nun alle dessen Reiohen kaufen würde ich nie, da wie du ja schon erwähnst Qualitäten schwanken. Schön aber auch wenn sich ein Mangaka klar entwickelt und verbessert, und wenn einem ein Genre mehr liegt sollte er auch dazu mehr machen.

    Gute Review ^^

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