Bakuman. – Review

Das hat irgendwie länger gebraucht, als ich gedacht habe.

Ein Manga übers Manga zeichnen? Am Anfang war ich noch recht skeptisch, bis ich gelesen habe wer dafür verantwortlich ist. Das Death Note Duo hab ich bei so einem Manga irgendwie am wenigsten erwartet, aber na ja. Ursprünglich wollte ich die Reihe auch selbst kaufen, doch dann hat mein Cousin die Boxen vor mir gekauft und schließlich hab ich sie mir eine nach der anderen geliehen. So kann man sich auch Geld sparen und auf den Zugfahrten hatte ich gleich mal wieder was zu lesen. (milde Spoiler, keine Sorge)

Moritaka Mashiro ist im dritten Jahrgang der Mittelschule und wird von den Erwachsenen ständig genervt, welche berufliche Laufbahn er denn einschlagen möchte. Er ist künstlerisch äußerst talentiert und zeichnet daher lieber Bilder von seinem Schwarm Miho Azuki in sein Notizbuch, als sich Gedanken über seine Zukunft zu machen. Als er eines Tages von der Schule nach Hause geht, bemerkt er, dass er sein Notizbuch vergessen hat und kehrt zurück, um sich dieses zu holen. In der Klasse angekommen, wartet auf ihn der Klassenbeste Akito Takagi (dass er eine Brille auf hat, war so klar xD) mit seinem Notizbuch in der Hand. Nachdem dieser von seinen Fähigkeiten erfahren hat und auch von seinen Gefühlen für Azuki, versucht er Moritaka zu überreden, für ihn Mangas zu zeichnen. Moritaka lehnt entschieden ab und Akito sieht sich gezwungen, Azuki von Moritakas Geheimnis zu erzählen. Als sie schließlich vor ihrem Haus stehen, erzählt Akito ihr, dass sie Mangaka werden wollen. Überwältigt von den Geschehnissen, macht Moritaka, ohne groß zu überlegen, Azuki (die mal Seiyu werden will) einen Heiratsantrag…

Am Anfang war diese völlig unschuldige Beziehung zwischen Morikita und Azuki ganz niedlich. Wie sie sich nur über Mails schreiben und sich gegenseitig anspornen war ja noch irgendwie putzig. Aber mit der Zeit wird es irgendwo schon nahezu nervig. Klar, es ist der Ansporn für Morikita und Akito, einen Manga zu zeichnen, der irgendwann als Anime umgesetzt wird. In der Jump kann das auch schnell gehen und Miho dann später auf die weibliche Hauptrolle besetzen zu wollen, ist auch nicht verkehrt. Aber das alles umzusetzen, nur damit Morikita das Mädel irgendwann heiraten kann? Ist das nicht ein bisschen umständlich? Ich könnte jetzt aus Spaß sagen – jo, schreibt ne Story für einen Anime, das geht schneller, aber … na, dann wäre es wirklich schneller gegangen. Der Weg um sich bei der Jump zu intigrieren ist hart und lang, deshalb vergehen zwischen den Bänden auch gern mal einige Monate. Am Ende war ich sehr erstaunt, das zehn Jahre vergangen waren. Was die Zeichner in diesem Manga allerdings an Storys bieten, ist dennoch nicht zu unterschätzen.

Viele Storys sind einfach mal zehnmal interessanter als die meisten Dinge, die heutzutage in der Shounen Jump laufen. Das macht den Konkurrenzkampf noch umso interessanter, aber zwischen all den Zeichnern die man im Manga kennen lernt, fand ich einen doch stark … unrealistisch. Auch wenn Eiji Nizuma als ach so tolles Highschool Genie gilt und in den Rankings immer ganz oben ist, find ich das für sein Alter doch stark unwahrscheinlich. Klar, er kam vom Land und hat die ganze Zeit nur gezeichnet. Aber während der Highschool einen Manga zeichnen, der wöchentlich veröffentlicht wird? Wenn selbst Morikita und Akito damit Probleme haben (und so schlecht waren sie am Anfang wirklich nicht), ist das arg merkwürdig. Ich bezweifle, dass es viele echte Zeichner gab, die in dem Alter mit Manga zeichnen angefangen haben. Als Assistenten, klar. Keine Sache, sag ich nichts gegen. Gegenbeispiele dürfen gern eingereicht werden, aber ich glaube nicht daran. Unter den Zeichnern in der Reihe war auch einer, den ich nur gefeiert habe. Hiramaru, der ursprünglich in einem Bürojob arbeitete, fing einfach so an Manga zu zeichnen und bekam gleich mal eine Serie angeboten. Der Grund warum das aber nicht so arg unrealistisch ist? Hiramaru hat eigentlich schnell keinen Bock mehr und will nur noch aufhören, weil er den Stress nicht aushält. Aber sein Redakteur erpresst ihn ziemlich und verspricht ihm gern Dinge, die er gern hätte. Merkwürdigerweise zeichnet Hiramaru mit all diesen negativen Gedanken besser, als mit guten. Aber das ist wohl eine sehr eigenartige Art von Naturtalent. Der anfängliche und spätere Redakteur von Morikita und Akito (oder kurz Muto Ashirogi, wie sie sich nennen) sieht Ryuk aus Death Note übrigens ein bisschen ähnlich. Aber die Referenzen in Richtung Death Note sind meist so dezent, das man ziemlich gut darüber lachen kann.

Dennoch setzt sich der Manga sehr kritisch mit dem Zeichnen selbst auseinander und wir bekommen auch genug Mangaka zu sehen, die auf ihrem Weg scheitern. Ob das nun Takuro war, der später nur noch mit der Hose denkt oder Light Verschnitt Tooru, der in Chats mit fünfzig Person gleichzeitig an der Story seines Manga arbeitet. Wie sehr die Jump durch das Ranking entschieden wird, ist einem während des Lesens eigentlich immer bewusst. Serien werden abgesägt wegen schwankender Beliebtheit und Serien mit bekannten Mangaka sind immer ganz weit oben. Einzig und allein die Entscheidung von Nizuma später, fand ich völlig gerechtfertigt. (Spoiler) Er wollte seinen Manga zu einem ordentlichen Ende führen und ihn nicht endlos in die Länge ziehen. Der Junge hat Prioritäten, auch wenn er etwas durchgeknallt ist. (Spoiler Ende) Auf der anderen Seite hat er aber gleichzeitig zwei Serien in der Jump gezeichnet (wenn auch bei einer nur die Zeichnungen beigesteuert). Mit Nizuma werde ich wohl immer im Kontra liegen. Nicht zu vergessen ist Morikitas Onkel, der einst eine erfolgreiche Serie hatte, einen weiteren Hit landen wollte und sich dann völlig so überarbeitet hatte, dass er daran starb. Wenn man darüber nachdenkt, ist das Zeichnen bei der Jump gar nicht mehr so toll. Auch in der echten Jump wurden Reihen schon in ganz andere Genres gezehrt (Medaka Box zum Beispiel), nur um nicht aus dem Ranking zu fliegen. Eine Schreibblockade in der Jump stelle ich mir richtig tödlich vor, da bin ich ganz ehrlich. Manga mit Animeadaptionen können sich da noch irgendwo retten, weil der Anime immer irgendwo noch Werbung für das Original bleibt. Es gab einige ernste und durchaus dramatische Momente in Bakuman, aber die paar unrealistischen Sachen fallen halt auf. Letztlich war es immer die eigentlich so unschuldige Beziehung des Protagonisten und seiner Waifu, die mir auf den nicht vorhandenen Sack ging (wenigstens hat sie ihm später mal im Krankenhaus besucht und stand am Ende zu ihm, als ihre „Beziehung“ raus kam). Die weiblichen Charaktere in diesem Manga sind ähnlich wie bei Death Note nicht wirklich … präsent oder gut geschrieben, sondern einfach vorhanden. Akito heiratet seine Freundin zwar früh, aber sonst? Sie hilft mal aus und ist ein wenig lustig, sieht aber sonst nur aus wie eine Palme. Einzig Aoki reißt das mit vorhandenem Characterdevelopment noch raus (von einer arroganten Zicke zur recht normalen Zicke, aber sie war erträglicher), aber am Ende wird sie auch nur Hiramarus Freundin. Also auch nur ein Grund, die Schultern zu zucken.

Zeichnerisch steht das ganze Death Note aber in nichts nach. Allgemein sieht es aber noch ein bisschen mangamäßiger aus, Death Note wurde ja später sehr, sehr realistisch. Erzählerisch ist es ganz gut, auch wenn hier wieder viele Erklärungen geboten werden. Trivia gibt es zur Genüge, aber bei der Textmasse fühlt man sich oft erschlagen. An einem Band saß ich meist mehr als eine Stunde, obwohl ich für einen Manga in der Regel nur eine halbe Stunde oder etwas mehr brauche. Hier muss wohl einfach das Interesse da sein, aber an der Story mangelt es wirklich nicht. Man merkt irgendwo immer noch, dass es vom Death Note-Duo ist, obwohl das Genre ungewohnt anders ist.  Comedy und Romance habe ich von den beiden nicht erwartet, aber es blieb ja zum großen Teil realistisch. Für die ach so unschuldige Beziehung bin ich aber trotzdem etwas verärgert, sorry. Nicht mal die Japaner sind so dermaßen verklemmt, doch sonst habe ich den Manga sehr gemocht.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – 20 Bände (abgeschlossen)

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Ein Gedanke zu “Bakuman. – Review

  1. Manchmal sind textlastige Mangas recht unangenehm, einige ausgaben von Death Note waren auch sehr verkopft, aber ich bin vor allem immer wieder beeindruckt wie die Cover von Bakuman sind: Unfassbar viele Details und so immens aufwendig, irre anzusehen. Das Thema wirkte immerhin frisch, ich müsste mir wohl mal wenighstenms beizeiten den anime ansehen. Deine Review fand ich ok, auch wenn ich perönlich mal absätze und schwerpunkte brauche, aber jeder hat da sicher andere Vorlieben ^^

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