Shuriken & Faltenrock – Review

Eine zwei bändige Reihe von Matsuri Hino? Zeit für eine zweite Chance, los gehts!

Der Grund, warum ich mir diese Reihe zugelegt habe, ist einfach. Vampire Knight von Matsuri Hino war mein erster, eigens gekaufter Manga (im Jahre 2010, als ich noch Schülerin war) und ich dachte mir so: „Ach komm, es kann ja eigentlich nicht schlimmer sein als Vampire Knight.“ Mal ehrlich, hab ich noch irgendwas zu verlieren? Im Grunde war diese Mangaka auch nie meine Lieblingsmangaka, aber ihre zeichnerische Entwicklung gefiel mir sehr gut, wahrscheinlich hab ich auch deswegen zugegriffen.

Zu den Zeiten der Samurai waren Ninja hoch angesehen. Sie standen in den Diensten der höchsten Kräfte des Landes. Doch nachdem sich mit den Jahren viele Veränderungen auftaten, gerieten auch die Ninja in Vergessenheit. So arbeiten sie fortan mehr im Untergrund und erledigen ihre Dienste für jeden mit dem nötigen Kleingeld. Sie werden von ihren Organisationen an reiche Mitbürger vermittelt, um diese zu beschützen. So auch Kirio Mikage. Diese wurde als Tochter von einem der hohen Bosse solch einer Organisation mit dem Namen Shadow Village Company (Schatten-Dorf-Organisation) aufgenommen und schon von klein auf dazu ausgebildet, ihre zukünftigen Herren zu beschützen. So landet sie in den Diensten von James G Rod, einem englischen Geschäftsmann, den sie sehr schätzt. Mikage weiß wenig über dessen Firma, jedoch nimmt sie sich vor, diesen ihr liebgewonnenen Mann mit all ihrer Kraft zu beschützen.

Ich war als erstes erstaunt, dass Carlsen hier als Genre Action gesetzt hat. Klar kommt es drin vor, aber irgendwie sehe ich den Romance Aspekt etwas aktiver als das. Doch diese Reihe hat dem vorherigen Werk von Matsuri Hino etwas voraus und das ist der Verständlichkeit. Vampire Knight war teils so wirr und komisch mit seiner Handlung und dem Verhalten seiner Charaktere, dass dieses Werk schon fast idiotenfreundlich wirkt. Alles ist etwas simpler, auch wenn ich nicht wirklich raus habe wann dieser Manga spielt. Von der Gegenwart kann irgendwie kaum die Rede sein, ich tippe auf die 90er oder eher. Wie im Manga später auch mal das ganze Land gewechselt wurde, hab ich dann auch eher über die Dialoge raus gefunden. Aber kommen wir doch zum eigentlichen Punkt, worauf ich hinaus will.

Für die zwei Bände die diese Reihe hat, kann ich mich aber gar nicht so sehr beschweren. Es wäre eher schlimm gewesen, wenn man Mikage zu schnell in irgendwelches Characterdevolpment gesteckt hätte und das ganze in einem Band runtergerattert hätte. Wäre weder glaubhaft noch nützlich gewesen. Mikage wirkte wie sie auch sollte anfangs sehr gefühlsarm und zeigte wenige Emotionen in ihrem Gesicht. Das ihr Charakter eigentlich eher simpel und putzig ist, war dann ein bisschen unerwartet. Der Manga handelte ja auch um ein sehr merkwürdiges Verbrechen und viele, komisch verworrene Familienclans, was wohl einfach so ein Ding von Matsuri Hino ist. Dafür hat sie irgendwie ein Faible und das akzeptiere ich auch so, wie es ist. Wie emotional und auch ein bisschen dramatisch der Verlauf mit der Zeit wird, hat man einige Dinge vielleicht nicht so kommen sehen, wie sie schließlich passiert sind. Es wäre aber genauso komisch gewesen, diesen Manga künstlich in die Länge zu ziehen. Ein oder zwei weitere Bände wären sicher kein Beinbruch gewesen, aber alles weitere wäre zu lang gewesen. Die Nebencharaktere kamen hier auch nicht wirklich zum Nutzen, den sie vielleicht haben hätten können. Aber bei zwei Bänden ist das wahrscheinlich wirklich etwas schwierig, möchte ich meinen.

Hin und wieder gab es auch kleine Momente, in denen man lachen konnte. Die waren aber wirklich zu selten, um wirklich einen davon aufzuzählen. Wahrscheinlich waren diese Momente auch so blass, dass man sich später auch nicht daran erinnern soll. Wie auch immer, ansonsten sind da ja noch die männlichen Charaktere neben Mikage. Ihr Meister wirkte eigentlich wie ein sehr netter, älterer Herr und ich hab auch irgendwie nichts gegen ihn. Das er seine Familie verloren hat war irgendwie traurig, aber ich hätte mich wirklich gefreut, wenn er Mikage richtig adoptieren hätte können. Das diese aber nicht Gefühle auf solcher Basis für ihren Meister hatte war dann schon irgendwie seltsam, aber diese Liebe wird wohl nicht wirklich von ihm erwidert worden sein (so ein riesiger Altersunterschied ist doch zu heftig). Immerhin war Mikage etwa so alt wie seine verstorbene Tochter, da setzt die Vernunft dann aus. Dann gab es da noch diesen anderen Typen, mit dem sie irgendwie eine ganze Weile zusammen war. Der war so vergessbar, dass ich mich nicht mal mehr an seinen Namen erinnere. Irgendwie war dann auch klar, dass er Mikage am Ende mögen würde … aber das Ende des Manga war ja relativ offen, was die Beziehungen der Charaktere untereinander anging. Da darf wohl jeder entscheiden, wen er mit wem zusammen sehen will.

Die Zeichnungen waren wieder auf dem selben Level, wie einst in Vampire Knight. Yuki und Mikage sehen sich auch ziemlich ähnlich, wenn man es sich genau anschaut. Trotzdem sieht das ganze sehr gut aus und das kommt dem Manga in seiner Darstellung sehr zu gute. Man muss aber auch sagen, dass hier eine erfahrene Mangaka dran sitzt. Da darf man das auch schon erwarten, möchte ich meinen. Ich kann gar nicht genau erklären was ich an den Zeichnungen so genau mag, aber über die Jahre haben die Zeichnungen von ihr ziemlich großen Fortschritt gemacht. Wenn ich da so an frühere Zeiten denke, sah das alles noch echt eigenartig aus.

Shuriken & Faltenrock ist abschließend kein Meilenstein der Shojo-Manga-Geschichte, aber eine nette, kurze Reihe von einer erfahrenen Mangaka. Das gilt nicht so richtig für die Story, aber da streitet man sich sicher drum. Ich denke, das Matsuri Hinos Zeichnungen gut für eine Serie wären, wo vielleicht jemand anderes die Story schreibt. Ihre Geschichten sind nicht schlecht und auch ihre Charaktere nicht – nur bleiben immer unglaublich viele Fragen offen und ihre Charaktere verhalten sich sehr oft merkwürdig. Ob ich eine weitere Serie von ihr wirklich kaufen würde, hängt also wirklich von der Story ab. Man riskiert mit diesem Manga nicht wirklich viel, aber ob es für einen Lieblingsmanga tauglich wäre? Zumindest ist diese Reihe simpler und schlichter als das dramatische und überspitzte Vampire Knight seinerzeit. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Verlag: Carlsen Manga – 2 Bände (abgeschlossen)

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2 Gedanken zu “Shuriken & Faltenrock – Review

  1. Punkt für den Titel, Shuriken und Rüschen BH wäre wohl noch besser gewesen XD Ich denke Carlsen wollte mit der „Action“ Etikettierung vielleicht noch an die Herren appellieren, so von wegen das wäre coole Ninja Action. Ninjas waren nebenbei im alten Japan nicht hoch angesehen, wenn das so im Manga stand ok, aber Ninjas galten damals als abschaum und hehrlose Meuchelmörder, die gewannen ihre Coolness erst in der heutigen zeit ^^

    • Mit ein wenig Ecchi wäre das ganze noch irgendwie witziger gewesen, du hast Recht. Sehr gut gewählter Titel. xD Die Inhaltsangabe ist so kopiert wie auf dem Cover, aber Ninja in diesem Manga sind eh etwas eigenartig. Da konzentriert sich die gute Frau nicht so sehr drauf.

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