Ai startet durch – Review

So fluffig, wie ein Eimer voller Zuckerwatte.

Der Anlass, diesen One Shot zu kaufen, kam eher spontan. Ich hatte Hiyokoi von Moe Yukimaru schon länger auf der Liste, wollte aber irgendwie ungern etwas riskieren. Wie hab ich also gehandelt? Da lag Ai startet durch von ihr und ich habe den One Shot einfach gekauft. Hiyokoi habe ich dann neulich „versehentlich“ fast komplett gekauft, aber so enden die meisten größeren Käufe von mir eh immer. Widmen wir uns daher erstmal diesem Werk hier.

Seit Ai in der Grundschule Taiyo kennengelernt hat, muss sie immer an ihn denken, sobald sie Sonnenblumen sieht. Da Taiyo von einem Tag auf den anderen umziehen musste, verlor Ai ihn aus den Augen. Doch als sie ihn plötzlich auf der Highschool wiedertrifft, nimmt sie sich fest vor, ihm ihre Gefühle zu gestehen. Auch wenn sich ihr Sandkastenfreund in den letzten Jahren ziemlich verändert hat und sie ordentlich zappeln lässt, wünscht sie sich nichts mehr, als mit ihm zusammen zu kommen.

Während der One Shot an sich aus drei Kurzgeschichten besteht, ist Ai startet durch der längste und geht über drei fortlaufende Kapitel. Im Gegensatz zu manch anderen romantischen Kurzgeschichten die einfach nur schnell abgeklappert werden, fühlt sich dieser aber wesentlich natürlicher und gelassener an. Ai ist ein sehr einfacher und normaler Charakter, so wie die anderen Mitschüler in ihrer Klasse auch und das fühlt sich auch nicht wirklich verwerflich an. Taiyo ist dagegen so ein rebellischer Schlägerteenager, der ständig in irgendwelche Probleme rein gerät und irgendwie wenig rafft ohne darauf hingewiesen zu werden. Somit hat man mit der ersten Geschichte schon einen ganz guten Einblick und das macht sich so eigentlich schon ganz gut.

Sugarless Kiss als zweite Geschichte wirkt dagegen schon etwas schwächer. Ein Kerl der sich von seiner Mitschülerin gern mit Süßigkeiten füttern lässt und irgendwie unfähig ist, eine Beziehung mit ihr einzugehen und na ja … irgendwie war da ein wenig der Wurm drin. Die Idee an sich war schon nicht schlecht gemacht, aber man merkt dass es nicht auf dem selben Level wie die erste Geschichte spielt. Die dritte und letzte Kurzgeschichte heißt also Tsunderenjo, bei der uns der Titel allein schon ins Gesicht springt. Ein typisches Mädchen aus dem Archetype Tsundere hat einen verdammt freundlichen Arschkriecherfreund und sie ist die ganze Zeit eine egoistische, selbstsüchtige Zicke und er lässt das im Grunde immer auf sich ergehen. Schließlich wird sie eifersüchtig, weil er ja zu jedem nett ist und es gibt Streit – was schließlich darin endet, dass Tsundere-chan erkennt wie sehr sie an Arschkriecher-kun hängt und ihn doch bitte nicht verlieren möchte. Alle Kurzgeschichten haben also ihr Happy End gefunden und funktionieren ganz gut. Aber was hat es uns schlussendlich gebracht?

Es gibt Zeichnerinnen wie Kayoru, die fünfzig One Shots zeichnen können und alles sieht exakt gleich aus. Doch Moe Yukimura hat lebendige und realistische Charaktere in ihren Kurzgeschichten geschafften, die noch so einfache Romanzen wieder gut wirken lassen. Die Geschichten sind schlicht und bräuchten eigentlich kein so schnell abgeschlossenes Ende, hätten in sich sogar noch etwas weiter laufen können. Ai startet durch geht ja auch zugegebenermaßen über drei Kapitel und folgt genau dieser Richtung. Doch die anderen beiden Kurzgeschichten wirken dagegen echt lahm und nur die Tsundere-Geschichte konnte noch ganz gut überzeugen. Ich schätze aber auch, das Sugarless Kiss schon etwas älter ist und deshalb nicht ganz an die anderen beiden Geschichte ran kommt.

Die Zeichnungen sind dennoch sehr gut. Klar, man merkt sofort welcher Charakter wirklich wichtig wird und die Nebencharaktere kommen so überhaupt nicht zur Geltung. Aber in Kurzgeschichten kann man sich selten auf fünf bis sechs Charaktere konzentrieren, das Maximum bleibt da einfach drei bis vier. Den typischen Shoujo-Manga Stil mit seinen kleinen Ups und Downs hat man hier natürlich auch vorliegen, aber jemand der vielleicht neu mit Manga an sich ist, wird das sicher nicht stören. Nur lustige Szenen kamen in diesen Geschichten noch etwas zu kurz und das ist etwas schade. Man merkt hier und da mal einen Ansatz in diese Richtung, aber wirklich eingegangen wird darauf nicht wirklich. Dieser Manga ist auch eigentlich nicht Yukimuras Erstwerk, aber für eine Mangaka die bis dahin nur ein paar Volumes fertig bekommen hat, ist es völlig in Ordnung.

Ein Shoujo-Manga Fan kann mit diesem Band eigentlich nicht viel falsch machen. Für mich war es eher ein Versuch um zu schauen, ob ich die Werke dieser Mangaka mögen kann. Überraschend natürlich und auch zum großen Teil realistisch überzeugt Ai startet durch dann doch. Es brauchte keine gekünstelten, überhübschen Kerle oder übermäßig niedliche Mädchen und das ist doch mal ganz cool. Es zeigt, dass hier noch wesentlich mehr Luft nach oben ist und aus diesem Grund habe ich mir auch Hiyokoi nach diesem One Shot gekauft. Viele Shoujo-Manga laufen mittlerweile nur noch nach dem selben Prinzip und es ist schön, mal wieder etwas frischeres aus der Richtung zu lesen. Tokyopop war wenigstens mal wieder nicht zu faul, die Seitenklappen zu übersetzen. Das hat mich gerade in den Arina Sachen so hart gestört, aber nun ja. Das Hiyokoi-Review kommt ja bald, also kann ich diesen One Shot als ganz nett in mein Regal stellen.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – One Shot (abgeschlossen)

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