All You Need Is Kill – Review

So realistisch und gut gezeichnet, dass selbst ein Kothaufen gut aussehen würde.

In diesem Fall ging Hotaru mal wieder zu ihrem Cousin und lieh sich etwas aus seiner Sammlung, die überschaubar und doch relativ Shounen und Seinen geprägt ist. Weil ich aber keine wirkliche Lust auf Tokyo Ghoul hatte (welchen ich irgendwann noch lesen werde, aber das hat Zeit), griff ich halt zu den zwei Bänden All You Need Is Kill. Rein theoretisch hätte ich auch Platinum End weiter lesen können, aber das läuft noch und wird von mir deshalb erstmal noch nicht angerührt. Ich hatte keinerlei Vorwissen zu dieser Reihe, nur das Obata (Death Note, Hikaru no Go oder auch Bakuman) diesen Manga gezeichnet hat. Alles andere hab ich dann einfach dem Zufall überlassen. Kann ja an sich nicht schaden, war so mein Gedanke.

Die Mimics greifen die Erde an und verwandeln den Planeten in ein blutiges Schlachtfeld. Keiji Kiriya ist Soldat und wurde ausgebildet, die außerirdischen Angreifer zu töten. Doch er ist unerfahren, das Gefecht lähmt ihn, seine Sinne verlassen ihn, seine Bauchwunde bringt ihn um den Verstand. Er stirbt … und wacht plötzlich auf. Er erlebt den Tag wieder und wieder. Eine Zeitschleife beginnt, die Kiriya unterbrechen muss. Doch wie soll er das schaffen?

Mit seinen zwei Bänden schafft All You Need is Kill tatsächlich eine kleine Überraschung. Normalerweise lese ich gerade bei brutalen Sachen lieber was längeres, aber diese Reihe setzt trotz seiner Kürze alles ziemlich gut um. Keiji ist nicht unbedingt ein cooler Protagonist oder in irgendeiner Weise besonders hervorstechend, aber er macht sein Ding und das trotz der Tatsache, dass er ständig aufgrund der Zeitschleife stirbt. Hätte man über diese drei Bände seine frustrierenden Versuche, dem ganzen zu entkommen mitbekommen und in die Länge gezogen hätte das Ganze hier sicher nicht die Wirkung, wie sie es eigentlich hat. Der erste Band dreht sich also so gut es geht völlig um ihn und diese Probleme, während er selbst über die Zeitschleifen stärker wird, da er die Erinnerungen aus den anderen Zeitschleifen immerhin nicht vergisst. Die Mimics wirken dabei sehr bedrohlich und unaufhaltbar zugleich, was sie ziemlich gruselig macht. Was man teils an Blut und Gewalt sieht, ist nichts für den schwachen Magen. Die Geschichte funktioniert aber gut und das macht das alles noch ein wenig glaubhafter. Der Autor dieser Geschichte scheint ziemlich was drauf zu haben und es wurde auch ziemlich gut geschafft, die Geschichte übersichtlich und plausibel darzustellen. Bei Death Note gab es immer ein wenig das Problem mit dem vielen Text, aber hier ist das irgendwie gar nicht so. Das liegt dann wohl immer an dem jeweiligen Autor, der mit Obata zusammenarbeitet.

Der zweite Band widmet sich dann mehr Rita Vrataski, der wirklich starken, weiblichen Protagonistin. Alle Charaktere außer sie und Keiji sind hier wirklich eher Nebensache. Ich weiß gar nicht was sie in dem Sinne so besser macht, als andere weibliche Charaktere die ich kenne. Sie ist halt ziemlich entschlossen und schreckt vor nichts zurück, auch wenn sie im Kern immer noch ein ziemlich nettes Mädchen sein kann. Sie interessiert mich nicht mehr als Keiji, weil die beiden in diesem Manga auch nur zusammen funktionieren. Die Geschichte läuft wirklich darauf hinaus, dass die beiden direkter miteinander reden und dann zusammenarbeiten. Für so eine reine Kriegsgeschichte mit vielen Aliens, macht sich das zumindest nicht schlecht. Man kann die Nebencharaktere allerdings wirklich kaum ernst nehmen. All die Leute aus den Truppen sind wirklich nur Statisten und die kleine Mechanikerin in der Werkstatt ist eher ein Moeblob, als das man sie ernst nehmen kann. Sie passt halt so überhaupt nicht da rein und das ist irgendwie ein wenig schade.

Was gibt es noch zu sagen? Die Zeichnungen sind extrem gut. Es wundert mich aber auch nicht, das Obata das so gut hin bekommt. Seine realistischen Zeichnungen kommen hier extrem gut zur Geltung und man kann ihn eigentlich fast alles zeichnen lassen, das es zumindest gut aussieht. Dennoch ist es nicht auf dem selben Level wie bei Death Note und das ist auch in Ordnung so. Zu realistisch finde ich dann auch wieder doof und ein wenig strahlendes Leben in den Augen von Charakteren zu sehen, auch wenn es nicht viel ist, kann man doch mal ein wenig gut heißen. Die Cover mag ich irgendwie total in ihrer Farbgebung, auch wenn Keiji für meinen Geschmack etwas zu aggressiv darauf schaut. Bei Rita geht es ansich wieder, da passt der Gesichtsausdruck auch zu ihrer Persönlichkeit.

Mit einem interessanten Plotwist am Ende und einem ziemlich traurigen noch dazu, schließt All You Need Is Kill seine Story ordentlich und schlüssig ab. Natürlich hätte man mehr Charaktere einbeziehen können und das ganze wäre länger geworden – so ist es aber auch völlig in Ordnung. Der Manga reißt mich jetzt aber auch nicht so von den Socken, dass ich die Novel auch lesen muss. In der Regel ist so ein Kriegsetting gar nicht mein Ding, aber wenn die Story dazu stimmt, passt es eben ganz gut zusammen und ich kann mich damit abfinden. Nochmal lesen werde ich es aber wahrscheinlich nicht, höchstens wenn ich es irgendwann gänzlich vergessen habe und einfach nochmal lesen will. Diese Reihe ist aber vor allem geeignet für die, die total auf solches Kriegs-Setting stehen und eher reifere und erwachsene Manga lesen wollen. Ich höre Leute immer wieder darüber schimpfen, wie lang Manga-Serien doch sein können und ich kann mir vorstellen, das diese mit diesen beiden Bänden ganz schnell zufriedengestellt werden können. Ich bin auf jeden Fall zufrieden und auch ganz froh, vorher nichts zu diesem Manga nachgelesen zu haben.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – 2 Bände (abgeschlossen)

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Ein Gedanke zu “All You Need Is Kill – Review

  1. Ah, ich habe es dann doch bei der Inhaltsangabe bemerk: Dieser Manga wurde vor einigen Jahren unter dem Titel „Edge of Tomorrow“ verfilmt ^^ (Wenn auch wohl abgewandelt) Ich finde es immer wieder gut wenn Manga nicht in über 50 Bänden ausschweifen, und ja, Kriegs-Szenario… es kommt darauf an, „Home Sweet Home“ ist doch mal eine sehr interessante herangehensweise zum Kriegs-Thema, aber ansonsten gibt es ja auch selten kriegs Manga ^^

    Gute Review allemal

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