Haven’t You Heard? I’m Sakamoto – Review

Das gute alte Bishounen-Klischee ordentlich aufs Korn nehmen ist hier ganz oben auf der Tagesordnung.

Als begeisterte Medaka Box-Schauerin (und Leserin, da der Anime die Story des Manga nie abgeschlossen hat) war ich sehr überrascht, als ich von diesem Werk erfuhr. Natürlich kann man Sakamoto und Medaka nicht wirklich miteinander vergleichen, doch sie sind sich nicht ganz unähnlich. Natürlich ist Sakamoto kein Schulsprecher der alles auf den Kopf stellt, aber hat schon seine eigene Art um einzigartig zu sein. Die zwölf Folgen basieren auf dem vierbändigen Manga, der auch hierzulande bei Egmont verfügbar ist (bis auf den ersten Band, eigentlich muss ich mir den auch noch schnappen).

Story

Sakamoto ist nicht einfach nur cool, sondern er ist der Coolste von allen. Schon gleich nach dem Start des neuen Schuljahres zieht er die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Die Mädchen lieben ihn, von den Jungs wird er dafür gehasst. Daher versuchen sie ihn, wo es nur geht, zu ärgern. Aber egal welche Tricks sich seine Mitschüler auch ausdenken, Sakamoto schafft es immer wieder sich mit Leichtigkeit und Anmut aus jeder misslichen Lage zu befreien. Egal welche Hindernisse ihm begegnen, er zieht mit Zuversicht und Stil durch sein Schulleben!

Normalerweise mag ich Anime mit den typischen Bishounen-Eigenschaften nicht wirklich. Wie dieser Anime das ganze aber auf das Korn nimmt, erkennt man recht schnell. Es ist egal, was Sakamoto macht – er wirkt selbst in der lächerlichsten Situation noch absolut cool und daraus macht der Anime auch kein Geheimnis. Die Folgen sind meist in zwei bis drei Teile eingeteilt und behandeln dementsprechend auch eher einfachere Themen. ob Sakamoto mal wieder Ärger mit seinen Mitschülern hat, seine Verehrerinnen hinter ihm her sind, er seinem späteren Kumpel hilft oder dessen Mutter entkommt – es bleibt lustig und Sakamoto hilft anderen dabei etwas aus ihren eigenen Fähigkeiten zu machen. Als ultimative Gary Stue geht er allerdings nicht durch, weil er trotz seiner hilfsbereiten Art auch unnahbar und wie in einer eigenen Welt wirkt. In zwölf Folgen ist hier wirklich alles drin, was rein muss. Hätte man sich hier wirklich dazu entschieden, die einzelnen Folgen in die Länge zu ziehen, wäre es nur halb so lustig gewesen. In mehr als zwölf Folgen wäre es dann zu lang gewesen, weshalb dieses Format perfekt ausgereizt wurde. Leider wirkten einige Witze und Darstellungen für mich aber doch etwas zu bizarr um hier zu schreiben, bester Comedy-Anime der letzten Zeit. Gegen andere Slice of Life Titel kommt Sakamoto aber sehr gut an und solang man die Folgen nicht alle am Stück schaut, nutzt der Humor auch nur geringfügig ab. Das Ende wirkt wirklich sehr gut gesetzt und man merkt, dass die Mangaka schon in der Vorlage wusste wo das Ende steht. Eine sehr gute Umsetzung einer solchen Geschichte. Vor allem die Folge mit der Karaoke-Party war toll, als Sakamoto von anderen Leuten eingeladen wurde und schließlich den Erlkönig auf Deutsch sang. Kein Witz, es war fantastisch.

Charaktere

Man kann hier eigentlich einen ellenlangen Aufsatz über den perfekten Sakamoto schreiben, aber ich hinterlasse erstmal nur ein paar kurze Worte. Ich frage mich stets, wie man auf die Idee für Charaktere wie Sakamoto und Medaka kommt. Wenn die Umsetzung gut ist, können solche Charaktere schon extrem witzig sein. Gerade bei so einem Parodyformat muss man aber immer aufpassen, dass sich die Witze nicht irgendwann auslutschen. Hier ist das zum Glück nicht der Fall. Alle anderen Charakter wirken im Vergleich zu Sakamoto sehr normal und das sollen sie auch sein. Ob das der komische Typ ist, der gemobbt wird und von Sakamoto Hilfe bekommt oder eben irgendwelche Schlägertypen. Der einzige Charakter bei dem ein wenig Potenzial versenkt wurde, war Fukase. Der Typ ist zwar eigentlich schon über dreißig und besucht noch immer die Oberschule, ist aber extrem manipulativ und das wurde eigentlich nur kurz am Ende genutzt. Als Antagonist hat er einem echt Angst gemacht, das war schon ein klein wenig schwach. Es passt aber zu ihm, dass er sich die Hände nicht selbst schmutzig machen wollte.

Soweit sind aber alle Charaktere sehr sympathisch und passen gut in das Slice of Life Setting, das Sakamoto hier nun mal hat. Da gibt es kaum Beschwerden meinerseits, wirklich tiefgründig auf Nebencharaktere eingehen kann man in so einem Format und bei der Episodenanzahl nicht wirklich.

Zeichnungen & Animationen

Bei diesem Zeichenstil hab ich eigentlich ein eher an weibliche Leser gerichtete Story erwartet, aber ich war echt überrascht. Sakamoto entspricht von seinem Design eben dem typischen Bishounen (hübsche Kerle Klischee) Thema und der Rest dagegen muss eben sehr gewöhnlich wirken. Bei den männlichen Charakteren find ich das auch in Ordnung, nur ein paar weibliche Charaktere waren irgendwie … sehr verstörend komisch im Aussehen. Die Designs wirken meiner Meinung auch sehr schlicht, aber das ist ja auch nicht schlimm, wie ich finde.

Studio Deen hat mit den Animationen außerdem einen sauberen Job geleistet. Gerade das Opening finde ich extrem cool in Szene gesetzt und das Ending steht dem in nichts nach. Zweiteres ist ziemlich gut, wenn man die Folge ein wenig ausklingen lassen möchte. Ich empfehle daher, das Ending danach immer mitzuschauen.

Musik & Synchronisation

Es gibt nicht viele Songs in Sakamoto, aber das Opening und Ending waren schon ziemlich coole Titel. Als dann spätestens der Erlkönig zu hören war, liegt man nur noch unterm Tisch vor lachen. Außerdem finde ich persönlich die Einführungen der Folgen gut gemacht, in dem eigentlich nur die Coolheit von Sakamoto mitgeteilt wird. Es passt einfach alles sehr gut zusammen und wurde ziemlich gut umgesetzt, auch in diesem Punkt hier.

Sakamoto ist die Perfektion in einem Menschen selbst, aber das stört einen hier gar nicht so. Eigentlich will man nur so sein wie er, wenn man wirklich ehrlich zu sich selbst ist. Er hat aber auch Schwächen und ist sich diesen auch völlig bewusst. Im Gegensatz zu Medaka Box geht Sakamoto aber einen eher schlichten Weg, wird nicht völlig abstrus und eskaliert auch nicht zum überharten Battletitel. Man bleibt weitestgehend im Slice of Life Genre und das macht sich auch ganz gut. Keine Beanstandungen, sauberer Comedy-Titel mit guter Umsetzung.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

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