Scissor Sisters – Review

Wenn man sich wünscht, dass ein Manga eigentlich eine Parody wäre.

Spontane Mangakäufe entwickeln sich meist in drei Richtungen – man ist begeistert, eher gelangweilt oder einfach enttäuscht. Bei den Scissor Sisters habe ich eher spontan reingeschaut, weil ich das Cover ganz putzig fand. Ich dachte so: „Ja, Magical Girls mit Frisörzeug ist sicher lustig.“, doch irgendwie … na ja.

Die junge Friseurin Momoko landet auf der verzweifelten Suche nach einem Job im Traditionssalon der Kamimoris, der fest in den Händen der fünf Töchter der Familie ist. Zu ihrer Enttäuschung wird Momoko auch dort abgewiesen. Doch als sie sich auf den Heimweg macht, starten haarfressende Aliens urplötzlich eine Invasion der Erde! Nun ist es an den fünf „Scissor Sisters“, die Menschheit vor den bedrohlichen Außerirdischen zu beschützen: Mit der Macht der Schere verwandeln sie sich und stehen zum Kampf bereit!

Wenn man mit dem ersten Witz anfängt, denkt man hier gleich an die Haarausfallaliens. Es gab sicher einige Ideen für Feinde in diesem Manga, aber fucking Haarausfall? Dann will einem der Manga auch noch weiß machen, dass die Vorfahren und auch die Eltern der Magical Girls selbst einst die Welt vor diesen Aliens beschützen mussten und ursprünglich sogar wegen diesen starben. Nach dem etwa zwei Kapitel deswegen ein Drama geschoben wurde und es dann wieder vergessen wurde, ging es ganz normal weiter als wäre nichts gewesen und alles wäre okay. Schon als der Offizier der Aliens hinunter zur Welt kam und sich als Ausländer ausgab, wollte ich meinen Kopf in die Wand rammen. Die haben in der Übersetzung echt seine ganz normalen deutschen Worte genommen und richtig schlechtes Englisch reingehauen. Wenn das aber nur alles gewesen wäre, was die deutsche Übersetzung von Tokyopop versaut hat.

Die Mädels verwandelt sich ja jedes Mal und sagen auch einen Spruch dazu. Eigentlich rufen sie da nur Verwandlung und ihre Angriffe sind sehr solide und einfach mit einem Wort wie Schere oder so. Na, was hat Tokyopop drauß gemacht? Eine riesige Sailor Moon Anspielung. Klar, die Verwandlungsszenen sahen wirklich ein wenig wie Sailor Moon aus und ich dachte die ganze Zeit das Momoko irgendwann auch eine Scissor Sister wird. Aber sie wurde es tatsächlich nicht und sie war auch keine geheime Prinzessin oder irgendwas. Sie wurde am Anfang einfach schlicht weg vergessen (und ging auf die Kadokawa Schule, was einfach nur der japanische Verlag war, bei dem dieser Manga erschien). Nur zerstören die Anspielungen die von Tokyopop in die Übersetzung gepflanzt wurden extrem den Lesefluss und die Originalität des Manga. Zugegeben, der Manga nimmt sich nicht sehr ernst, aber er ist eben auch nicht wirklich lustig. Styling, macht auf, Shaggy Cut, flieg und sieg … jeder Sailor Moon Leser weiß, das dies nur freie Übersetzungen aus der alten Auflage waren und Tokyopop nimmt das echt ernst und zerstört hier echt einen Lesefluss. Die Handlung ist natürlich ziemlich Klischee und mieft nur vor Dingen, die nicht gerade originell sind. Aber es stört eben extrem und das selbst bei einem so kurzen Manga.

Über die Charaktere kann man auch nicht sonderlich viel sagen. Da ist eben ein Dusselchen, die zwei kleinen Schwestern und die großen anderen zwei. Storytechnisch und auch von den Charakteren her gibt es hier echt nichts besonderes und der Manga wirkt auch wie von einem Anfänger geschrieben. In zwei Bänden hat man eben keine Zeit, irgendwelche Charaktere zu entwickeln und groß einzuführen. Ich hab mir daher echt keinen Charaker merken können, was schon echt hart ist. Die Beiden kleinen sehen aus und sind wie Madoka und Homora, die Blonde ist wie Sailor Moon und die anderen beiden sind einfach vorhanden. Keine tiefgründigen Hintergrundgeschichten auch nichts wirkliches zu erzählen. Das ist schon echt ein wenig peinlich, selbst für ein Erstlingswerk.

Zeichnerisch ist dieser Manga aber zumindest ganz okay, auch wenn es sicher besseres gibt. Das ist eben immer so ein Problem, wenn mehrere Autoren und ein Zeichner dran sitzt. Natürlich sind die Outfits auch cool und süß, gar keine Frage. Aber es hat auch optisch nichts wirklich eigenes und das ist schon ein wenig doof. Quasi, als hätte man einen Zeichner gecastet und irgendeinen genommen, weil kein anderer dafür in Frage kam. Ich hätte ja gern gesagt: „Ja, der Inhalt ist zwar kacke, aber die Zeichnungen sind okay.“, aber nicht mal das kann ich wirklich sagen.

Scissor Sisters ist nett, aber keinen wirklichen Re-Read oder eigentlich auch Kauf wert. Es hat kein richtiges Ende, sonderlich originelle Story und der Rest lässt auch zu wünschen übrig. Jemand der noch nicht sonderlich viele Manga gelesen hat, kann wahrscheinlich bedenkenlos zugreifen. Wenn man allerdings schon viele Manga gelesen hat, ist es den Kauf nicht wert. Dann sollte man doch eher zu anderen Magical Girl Serien greifen, die zwar länger – doch aber origineller wirken und etwas eigenes an sich haben. Ob hier nun die Story oder Tokyopop schuld ist, mal dahingestellt. Lest dann doch lieber Card Captor Sakura, Sailor Moon, Madoka oder meinetwegen auch Jeanne. Da habt ihr mehr von.

Bewertung: 4 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – 2 Bände (abgeschlossen)

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Ein Gedanke zu “Scissor Sisters – Review

  1. Eine riesige Schildkröte? 10 von 10!!!! Spaß beiseite, ich fand die Grundidee lustig, aber ich schätze es war auch nicht viel mehr als ein „Haha Magical Girl mit Friseur-Thematik“ Gag der nicht mehr „fleisch“ bot. Es muss ja auch mal miese Manga geben, und solange sie kurz sind ^^

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