Demon Chic x Hack – Review

Das Scheitern, wegen der Beliebtheit. Ein ewiges Leid, dem auch dieser Manga nicht entkommt.

Schon mehrere Jahre lese ich Arina Tanemura zur Genüge, man siehe nur den letzten Beitrag mit dem Ranking um meine Lieblingswerke, die sie bisher gezeichnet hat. So ist es auch kein Wunder, dass Demon Chic x Hack ebenfalls ein komplettes Review von mir erhält. Es gibt viele Dinge, die man über diese Reihe sagen kann. Was dabei entsteht ist eine … sehr komische Suppe, möchte ich meinen.

Giselle ist die Prinzessin der Dämonen! Doch schon seit über sechs Jahren ist sie in den menschlichen Jungen Shiina verliebt, der sein Leben aufs Spiel gesetzt hat, um sie um einen Gefallen zu bitten. Um ihm diesen Gefallen zu erfüllen – und natürlich auch, um ihm nahe zu sein – verwandelt sich Giselle in einen Menschen und kommt auf die Erde. Doch Shiina ist nicht mehr der Gleiche wie noch vor sechs Jahren. Hat ihre Liebe trotzdem eine Chance …?

Diese Reihe scheitert an vielen Dingen. Während man in den ersten Kapiteln genug Inhalt hat um mehrere Bände zu füllen (allein schon durch die Welt, aus der Giselle kommt), beschränkt sich dieser Manga nur auf eines und zwar sein Romance. Ich denke, dass der Manga eigentlich die Message hat, über seine erste Liebe hinwegzukommen und schließlich weiter nach vorn zu gehen. Leider scheitert es hier an der Glaubhaftigkeit der Charaktere und auch deren Gefühle untereinander. Die Versuche, großes Drama zu schlagen wirken lächerlich und Giselle entwickelt sich nicht wirklich weiter. Ist das ein Wunder bei zwei Bänden? Nein. Was ich mit der ersten Liebe allerdings meine, lässt sich ziemlich weit fächern. Dies gilt sowohl für Shiina als auch Giselle. Ihr wisst gar nicht wie hart Shima geschrien hat, als raus kam, das Shiina schwul ist und auf seinen besten Kumpel steht. Denn da endet der erste Band und das war schon ein netter Cliffhänger. Genau da dachten alle schon, dieser Manga würde nun hardcore Shonen Ai werden – ha, als ob. Denn Shiinas Gefühle bleiben bis zum Ende hin einseitig und nicht erwidert, genau wie die von Giselle im Endeffekt. Es hätte auch cute sein können, dass ihr Diener auf sie steht, der ja eigentlich nur durch Liebestrank mit ihr zusammen war. Aber wisst ihr was? Wenn man einer Mangaka penetrant die Knarre in den Nacken legt und die Reihe schnellstmöglich beenden müsst, seit ihr ziemlich undankbar. Ja, ich rede mit dir, Shueisha.

Leider ist es auch so, dass ich in den zwei Bänden zu wenig auf diese Charaktere gebe, als dass ich mich über ein Ende oder einen Band dieser Reihe freuen könnte. Die Geschichte ist halt vorbei und das wars. Früher war es so, dass alle Mädchen von Arina Tanemura gleich aussahen. Hier sind es dummerweise die Kerle und das ist schon ziemlich traurig. In diesem Manga gibt es aber zumindest nicht das Problem von zu vielen, vorhandenen Charakteren. Das hatte Time Stranger Kyoko immerhin zur Genüge und das kann hier niemand wirklich abstreiten. Dagegen hatte dieser Manga so zwei bis drei wichtige Charaktere und das war es auch schon. Als ich erfuhr, was Shiinas Wunsch ist, hätte ich vor Wut schreien können. Der Pakt den die beiden (Shiina und Giselle) eingegangen sind, war süß. aber dieser Wunsch und dieser Junge … ist so abartig behämmert. Nach dem Manga nannte ich diesen Jungen einfach nur noch Emo Gay Boy und sein Kumpel, der völlig hetero ist. Ich hätte ja nicht mal etwas gegen einen kleinen Hauch von Shonen Ai gehabt, das hatten selbst schon Clamp-Werke. Aber hier wirkt es einfach völlig deplatziert und lässt den Leser eher enttäuscht zurück. Es war ja toll, dass er seinen besten Kumpels Beine wieder heilen wollte, weil er an der Verletzung schuld war. Alles kein Problem. Aber dieses „ich wollte schon als Kind sterben, ich lösche mich aus seinen Erinnerungen und kann dann einfach sterben wie ich will“ ist so dämlich, das ein Shinshi Domei Cross mit seiner Midlifecrisis Protagonistin (die gerade mal fünfzehn ist) mehr Sinn ergibt als DAS.

Shiina hat mir den Manga aber nicht völlig ruiniert. Es wäre okay gewesen so etwas einzuführen, wenn es irgendwann an der Zeit gewesen wäre und eben … subtil und nicht so in you’re face, als Cliffhänger im ersten Band. Dieser Manga hatte das Potenzial für eine längere Geschichte, aber hier wurde sogar auf andere weibliche Charaktere außer Giselle verzichtet. Ein wenig mehr Fokus auf die Dämonen und vielleicht noch eine Rivalin oder irgendwas, hätte hier wesentlich mehr Dynamik und auch Länge rein bringen können. Entweder wollte der Redakteur von Arina in diesem Fall nicht, dass es eine gute Story wird und hat keine Verbesserungsvorschläge gemacht, oder hier wurde einfach drauf losgezeichnet. Es gab so viele interessante Ansätze, gerade weil Giselle sich für Shiina sogar in einen Jungen verwandelt hat. Wieso ist man so dämlich und lässt einen so guten Plot laufen? Das geht mir nicht ganz in den Kopf.

Zu den Zeichnungen kann man aber nichts negatives sagen. Eine Zeichnerin wie Arina Tanemura hat genug Erfahrung um eine Geschichte wie diese gut in Szene zu setzen. Giselle sieht einmal nicht typisch Marron aus und nur die Kerle sehen irgendwie exakt alle gleich aus. Zumindest haben sie keine wirklichen Merkmale, um sie wirklich auseinander zu halten. Der eine ist halt emo, der andere grinst die ganze Zeit und der Diener von Giselle … ist halt da und hat nen Bobschnitt. Das waren die einzigen Merkmale, an denen ich sie auseinander halten konnte. Giselle ist wie gesagt auch ganz cute, da sie eben manchmal etwas verpeilt ist und nicht so die Hellste ist. Trotzdem macht ein netter Charakter eben keinen ganzen Manga aus.

Der einzige Vorteil den diese Reihe gegenüber dem ebenfalls gerushten Time Stranger Kyoko hat, ist seine Anzahl an Charakteren. Ansonsten verlaufen beide auf dem selben Level und für diesen Manga hätte es so viele, mögliche Richtungen geben können. Shiina hätte ruhig ein selbstmordgefährdeter Teenie bleiben können, aber Giselle hätte ihn doch davon abhalten können und ihm zeigen können wie geil das Leben sein kann … oder so. Ich habe ja nicht mal was gegen den Shonen Ai Aspekt, der hier kurz vorkam (und auch nur sehr kurz angetastet wird, weil einseitig), aber selbst der kleine Twist am Ende war ziemlich lasch. Zumindest ließt man aus dem Nachwort raus, das selbst Arina Nachsicht zeigt und gern noch ein paar Extrakapitel zeichnen würde. Ob es die jedoch besser machen würden, bleibt eine andere Frage. Wenn ihr einen aktuelleren Manga von Arina lesen wollt, der nicht gerusht ist, greift eher zu 31 I Dream.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – Zwei Bände (abgeschlossen)

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Ein Gedanke zu “Demon Chic x Hack – Review

  1. Ist auch so ein bekanntes Klischee für abstrakte Wünsche in Animes „Oh ich behandel meinen Sohn sein leben Lang schlecht dann kann er mich leicht töten wenn ich zu einem Dämon werde“ oder „Oh ich wünsche das meine Eltern mich hassen damit sie nicht traurig sind wenn ich in 13 Tagen sterbe“ und ähnliche Geschichten.

    Ansonsten verwirrte mich nur Shimas Name hier, allgemeiner „Ein Freund“ wäre für Leser die den Namen nicht kennen etwas besser gewesen, zumal es im Manga einen Shiina gibt, ansonsten ein schöner persönlicher Bericht wie so oft ^^

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