Romantica Clock – Review

Zwillinge, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Manchmal sehe ich Cover zu Manga und denke mir: „oh, das ist hübsch.“ Ich hab die Inhaltsangabe nicht gelesen oder nur flüchtig, aber was passiert? Ich kauf den ersten Band. So entstehen ja ziemlich schnell Fehlkäufe, aber Romantica Clock hat mich schon irgendwie böse angegrinst. Diese schönen Hintergründe und die Zeichnungen waren einfach anziehend. (dezente Spoiler enthalten)

Akane und Aoi sind Zwillinge, doch sie könnten unterschiedlicher kaum sein! Akane ist eine beliebte Sportskanone, aber nicht gerade die Hellste. Aoi dagegen ist hochintelligent, aber ein totaler Eigenbrötler, der nicht zur Schule geht. Ständig liegen sich die beiden in den Haaren! Um ihren Schwarm Tsujiri zu beeindrucken, bittet Akane ihren Bruder, ihr beim Lernen zu helfen. Doch der beschließt nach ihrem Waffenstillstand, ab sofort auch auf ihre Schule zu gehen … Ihr gruseliger Bruder auf ihrer Schule? Akanes Albtraum wird wahr!

Eigentlich hätte man auf diesen Manga auch genauso gut Slice of Life drauf schreiben können. Wenn man aber in Datenbanken nachschaut, sieht man überall nur Comedy, Romance und Shojo. Ist im Grunde auch richtig, aber der Alltag der beiden Geschwister steht hier oft eher im Vordergrund als die Romance oder der Comedy-Anteil. Wirklich gelacht habe ich in den zehn Bänden eigentlich nie, wenn ich so darüber nachdenke. Heißt nicht, dass er absolut unlustig ist, aber vielleicht waren die Witze für mich auch zu langweilig. Über Akanes Dummheit kann man halt nach dem fünfzigsten Kommentar darüber auch nicht mehr lachen, aber nun ja. Romantica Clock behandelt aber nicht nur einfache Liebesgeschichten zwischen den vielen Charakteren die mit Akane zur Schule gehen. Jeder Charakter hat seine eigene, romantische Geschichte und Akane ist zum Anfang eigentlich viel zu dumm um Liebe wirklich zu verstehen. Über ihren Schwarm Tsujiri kommt sie zumindest schnell hinweg und lernt dann auch sehr viel für die Oberschule – Aoi ist da sehr streng mit ihr. Aus dem Jungen bin ich irgendwie nie wirklich schlau geworden, obwohl er eigentlich so die Art von Charakter ist, den ich mag. Hält den Mund, spricht nur wenn es wichtig ist. Aber er ist irgendwie komisch gewesen, so richtig was mit ihm anfangen konnte ich nicht. Deswegen hat es mich auch wenig gejuckt, als er schließlich mit Akanes superfreundlichen, besten Freundin Karin zusammengekommen ist und alle Mädels in der Schule nein geschrien haben. Der Bäckersjunge Shin mit seinem Komplex nicht gerade groß zu sein und jünger zu wirken als er ist, war da etwas interessanter. Er kam auch nicht gleich mit Akane zusammen, weil die nun mal … nichts rafft. Dem Leser wird eine sehr niedliche Fernbeziehung gezeigt und ich mochte das irgendwie.

Die zehn Bände eiert ziemlich dahin, während es meist nur um die Tatsache geht, das Akane lernen muss und ihren Bruder als Rivalen sieht. Schon allein die Idee, auf die selbe Oberschule wie er zu wollen war … einfach, nein. Ich mein, Aoi ist hochbegabt und sie war einfach ihr halbes Leben faul. Bis Band 6 eiert die Geschichte ein wenig vor sich hin und kommt dann am Ende erst so richtig in Fahrt. Das wäre auch gar kein so großes Problem, wenn es gelegentlich mehr Highlights gegeben hätte. Doch ab Band 8 wurde es dann doch etwas ernster und das hat die Reihe für mich gerettet. Achtung, Spoiler an dieser Stelle -> An Akane wird eine Blutkrankheit (Leukämie) erkannt, die nur mit Chemo oder Stammzellen geheilt werden kann. In der Zeit in der sie im Krankenhaus ist, lernt sie ein kleines, abweisendes Kind kennen. Dieses erkennt nach seiner langen Zeit im Krankenhaus, welches Kind durchkommt und wer nicht. Am Abend zeichnet sie ein Bild von Akane, während sie am nächsten Morgen an einem Herzinfarkt stirbt. Nach ihrem Tod erhält Akane das Bild von ihren Eltern auf dem nur steht, Akane wird wieder gesund. Dieser Teil war schon ziemlich hart für mich und sicher auch für andere Leser. Deshalb kommt die Endwertung tatsächlich auch einen Punkt höher, als ursprünglich erwartet. Spoiler Ende. Warum der letzte Band jedoch ein Kapitel enthält und dann noch zwei Bonusstorys, ist ein wahres Rätsel für mich. Diese beiden Bonusstorys gehören für mich eindeutig zur Hauptstory, auch wenn sie an der Oberschule spielen. Auch der Rest der Familie von Akane und Aoi kommen dort gut zur Geltung – ihr Vater der stets auf Reisen war kommt zurück und ihre Mutter ist sehr sauer, während die kleine Schwester der Zwillinge ihren Vater nicht erkennt (was völlig logisch ist, da er nie da war und Ichika erst zwei oder drei Jahre alt ist). Ich war zum großen Teil doch sehr überrascht, wie realistisch diese Story war. Das ganze Gelerne war etwas nervig, aber das sagt wahrscheinlich auch viel über den Druck auf japanische Schüler aus. 

Die Zeichnungen von Yoko Maki waren mir bis hierhin völlig unbekannt und ich mag ihren Sinn für das Detail schon sehr. Ihre Art Augen zu zeichnen sind zwar nicht sonderlich hübsch, aber das passt schon. Ich empfinde sie nicht als zu groß oder zu klein, aber irgendwie mag ich sie nicht so sehr. Da gefallen mir ihre Haare noch etwas mehr, die sehen immer sehr schön fluffig und weich aus. Als Schreiberin ihrer Storys kann ich sie leider nicht so gut einschätzen, aber na ja. Sie weiß zumindest, wo sie einen emotional treffen kann und das ist schon mal ganz gut. Ihre Tiere waren aber sehr hübsch, ich muss irgendwo noch mal das Alpaka raussuchen, das sie gezeichnet hat. Das sah total cute aus. Außerdem gab es in den Bänden noch sehr viele Kurzgeschichten, die auch nicht schlecht waren. Vor allem die letzte (Melancholy Days) ist so gesehen ein Prolog für ihre neue Reihe Sparkly Lion Boy (was ein Kackname), den ich mir ja tatsächlich auch gekauft habe. Ich bin gespannt, wie sie das noch fortsetzt.

Mit Shoujo ist es immer schwer – die eine Story ist zu kitschig und die andere kommt nicht zur Sache. Romantica Clock hingegen lässt sich einfach etwas zu viel Zeit und ich kann sogar verstehen, wenn man ab der Hälfte kein Interesse mehr hat. Trotzdem gab es am Ende noch eine bewegende Sache zu erzählen und das war eigentlich ganz schön. Vielleicht wäre ein eher trauriges Ende überraschender gewesen, aber so ist es natürlich auch in Ordnung. So schwimmt Romantica Clock etwas über dem Durchschnitt, weil es sich eben selbst noch retten konnte.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – 10 Bände (abgeschlossen)

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Ein Gedanke zu “Romantica Clock – Review

  1. Man sollte mal zählen wieviele Väter in solchen Serien immer „auf fernreisen im Ausland“ sind damit die Figuren ungestört alleine wohnen können XD Gute Review, las ssich sehr flüssig und nachvollziehbar, ich kenne auch wenige Comedy Manga bei denen ich wirklich laut auflachen muss („MY LOVE STORY“ ausgenommen, da lache ich minimum sicher einmal jeden Band) aber das heißt nicht zwangsweise das sie unlustig sind. Die Cover finde ich von der Farbgebung ok, das Motiv ist typiusch japanisch grauenhaft, die Figuren stehen nur herum. Schön finde ich das es um Geschwister und nicht um ein liebespärchen geht, das ist mal erfrischend anders ^^

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