Kuroko no Basket: Last Game – Review


Bei so einer Adaption schreit der Shounen-Fan in mir doch recht hart.

Nach gut zwei Jahren war es endlich so weit – die Film-Adaption zum Kuroko no Basket Extra Game bekam Anfang des Jahres seine Aufführung und viele japanische Mädchen gingen kreischend ins Kino. Ich habe die Serie erst im letzten Jahr gesehen, habe aber doch Feuer dafür gefangen. Ich habe erst den Anime geschaut und dann festgestellt, dass der Manga hundertmal besser ist. Ist dies hier auch der Fall? Allein der Titel verrät es schon – Last Game ist eben nicht das, was Extra Game war. Dieser Beitrag ist voll mit Rage und Spoilern. Kommt also wieder, wenn ihr die Serie und den Film gesehen habt (oder spoilert euch halt). Ansonsten genießt die Show, es wird wieder sehr würzig.

Worum geht es in Last Game eigentlich? Seit dem Winter Cup ist ein halbes Jahr vergangen und die Wundergeneration geht wieder getrennt seine eigenen Wege. Diese Wege sollen sich aber zu einem gemeinsamen Spiel noch einmal kreuzen – das amerikanische Streetball Team Jabberwock betritt japanischen Boden und sorgt für ordentlich Chaos. Das Collegeteam Strky (welches nur aus Abgängern des letzten Jahres besteht, die wir kennen) kriegt dies als erstes ab und Rikos Vater schaltet sich sehr schnell ein. Dieser fordert Team Jabberwock heraus und stellt ihnen die Wundergeneration vor die Beine, wobei auch Kuroko und Kagami dabei sind. Das ist zumindest der Grundkern der Geschichte, sowohl im Manga als auch im Film. Warum man allerdings grundlegende Änderungen überhaupt machen musste, ist für mich völlig unverständlich. Denn nicht nur der Titel ist von Manga zu Film völlig anders.

 

Amerikaner halt.

Die Anime-Adaption war schon damals so. Es wurden sehr oft Charakter-Interaktionen (worunter Charaktere auch selbst Züge nicht zeigen konnten, die sie eigentlich hatten) gestrichen, gute Witze oder einfach dumme Änderungen, die oftmals nicht mal Sinn ergeben haben. Nur ein paar ergänzende Szenen (z.B. die letzte Folge von Staffel 3 und die Bonus OVA), die es im Manga nicht gab, konnten das irgendwo wieder rausholen. Aber hier kann ich nicht sonderlich viel Gutes in diese Richtung behaupten. Ich bin kein Fan von Production I.G., ihr merkt es bestimmt schon. Schon allein der Anfang des Filmes ist ganz anders und präsentiert uns das schlechteste Foreshadowing ever. Gezeigt wird ein Flashback aus Kagamis Mittelschulzeit, in dem er sich mit den Worten: „Ich bin Kagami Taiga und will mal zur NBA.“, vorstellt. Hm, ich frag mich ja warum der Film Last Game heißt. Für mich persönlich war Kagami noch nie mein Lieblingscharakter, ich habe ihn aber akzeptiert und nie wirklich etwas Schlechtes über ihn gesagt. Klar, man kann ihn echt null ernst nehmen, keine Frage. Aber mal ehrlich? Hätte er jemals zur NBA gewollt, hätte er das in irgendeinem Satz schon in der Serie gesagt. Er liebt Basketball so sehr, dass hätte er sehr bestimmt schon damals gesagt (hat er aber nicht, auch im Manga nicht). Völlig aus dem Kontext geht es dann zu dem Spiel von Team Jabberwock und Team Strky, was im Manga etwas besser gelöst wurde. Dieser beginnt eigentlich damit, dass Seirin sich das Team anschaut und vorher noch trainiert hat. Sonst folgt der Film bis zur Inhaltsangabe erst mal dem Manga. Bis auf die Szene mit Kiyoshi (worauf ich später noch eingehe), aber bis dahin kann man damit leben. Die nächste Abweichung folgt allerdings schon beim eigentlichen Spiel der Wundergeneration (die hier Team Vorpal Swords heißen) gegen Team Jabberwock. Das Spiel findet in einer Halle statt, im Manga war es eigentlich draußen. Team Jabberwock ist nämlich „eigentlich“ als Streetballteam bekannt, aber nun ja. Anscheinend war das unbedingt nötig.

 

Der besondere Reiz am Manga war ja eigentlich, das die Wundergeneration wie früher mit Spaß zusammenspielt und diese Arschlöcher fertig macht. Hier ist das einfach ein Spiel auf Filmlänge und das Team ist halt verdammt stark (weil, es sind halt Amerikaner). In der Vorlage wird eben sehr darauf eingegangen, wer welche Fähigkeiten und Stärken hat – sogar bei Team Jabberwock. Ich mein, man muss so überpowerte Kräfte doch auch erklären, oder nicht? Aber der Film meint halt, dass irgendwelche Animationen aus komischen (halt anderen als in der Serie) Kamerawinkeln dafür sorgen würden, dass man dem Film besser bewertet. Ein Tipp – tun sie nicht, weil einfach die Erklärungen fehlen und das Spiel damit einfach leer wirkt. Die Zuschauer die meistens aus bekannten, älteren Schülern aus der Serie bestehen, sitzen hier auch im Publikum (im Manga schauen die meisten von ihnen das Spiel im Fernsehen oder über Stream). Das Spiel endet schließlich knapp im Punktestand, aber das verrate ich euch nun wirklich nicht. Sonst könntet ihr euch ja ersparen, diesen Film zu schauen.

Was aber ist mein massives Problem mit diesem Film? Wir sehen hier ein Team, das sich schon jahrelang kennt. Die reden hier echt null miteinander und wenn, dann nur das nötigste. Kagami um den es hier eigentlich geht, hat vielleicht zwei gute Szenen. So ist es mir am Ende scheißegal gewesen, dass er geht. Wie soll ich dann eine emotionale Bindung zu dem Abschied nehmen, der hier im Film dargestellt wird? Mit diesem Aufbau ist das einfach nur auf dem schreiblichen Niveau eines Yaoi-Fangirls und absolut dämlich zusammengekratzt. Ein Glück, Fujimaki hat das im Manga nicht gemacht. Er hatte mit der Hauptreihe keine so gute Möglichkeit, die Reihe ordentlich abzuschließen. Deshalb gab es Extra Game ja auch und er schließt den Manga sinnvoller ab. Dieser endet nämlich nach dem Spiel und einer Szene, die ich sehr mochte. Kiyoshi (Gründer von Seirins Basketballclub, der aktuell wegen seinem Knie in der Reha ist) sitzt währenddessen in Amerika, hat sich das Spiel angeschaut und telefoniert wahrscheinlich mit Hyuuga und redet über das Spiel. Erstmal ist es ein netter Moment für mich zu wissen, dass mein Lieblingscharakter wohl auf ist und bald wieder gesund heim kommt und es kaum abwarten kann. Für Leute die aber auch die Teiko Arc mochten, sieht man aber auch noch ein anderes Gesicht, der sich ebenfalls sehr über den Sieg seiner früheren Mitschüler freut. Nijimura ist tatsächlich ein sehr blasser Charakter über den Verlauf der Geschichte, aber er hat das gut abgerundet. Diese Szene fehlt im Film völlig, weil das schlechte Drama um Kagami ja wichtiger war. Kiyoshi kommt stattdessen kurz am Anfang mal vor, als es um Team Jabberwock geht, weil na ja … er ist in Amerika und könnte ja irgendwas wissen (und tut das auch). Und um auf die Animationen zurückzukommen – diese waren eher Durchschnitt und nicht wirklich gut (wenigstens war die Musik so gut wie immer). Das neue Charakterdesign sieht zum Teil echt furchtbar aus, auch wenn es sich am Manga orientiert und die Charaktere auch älter aussehen. Früher war es noch so, dass der Anime zu Kuroko am Anfang besser aussah als der Manga (weil der Anime auch wesentlich später angefangen hat und sich am damalig aktuellen Stand orientiert hat). Nun ist es genau umgekehrt, was schon fast ein wenig frustriert.

Für die Fans des Anime ist dieser Film vielleicht ganz gut oder halt nett. Aber als Adaption und für mich als Fan des Manga, ist es absolut Grütze. Wenn ihr völlige Neulinge mit diesen Franchise seid, lest lieber den Manga. Anders kann ich es nicht sagen. Natürlich gibt es gute Momente im Film, genauso wie im Anime selbst. Aber wer den originalen Inhalt für diesen Film geschrieben hat, gehört doch ein bisschen verprügelt. Fujimaki kann es egal sein, der zeichnet nun Robot x Laserbeam und ist mit Kuroko relativ durch. Für mich bleibt dieser Film aber eher eine Negativerfahrung und wird einfach nicht dem gerecht, was er hätte sein können. Ich meine, das waren zwei Bände an Manga, die adaptiert werden sollten. Kyoto Animation schafft es sieben Bände A Silent Voice in einen Film zu packen und Production I.G. schafft nicht mal das? Mehr als eine durchschnittliche Wertung gibt es nicht, tut mir leid.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

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2 Gedanken zu “Kuroko no Basket: Last Game – Review

  1. Klingt etwas brutal, auch wenn man wohl wirklich die Serie kennen muss um hier mitreden zu können, das einzige was man debattierne könnte wäre: Wenn sich das Wunderteam so lange kennt, müssen sie dann noch viel reden? Der Gedanke das sie sich ohne Worte verstehen könnte man anbringen, andererseits… isses kacklangweilig wenn man stummen Figuren zusieht XD

    Schöner Bericht ansonsten, klingt wie üblicher Fanservice aka „naja kommt halt nochmal nen Film dazu“

    • Rein vom Prinzip, hast du schon Recht. Aber es gab eben auch ein paar nette Dialoge unter den Jungs, die halt zeigen … dass sie irgendwo auch noch Freunde sind. Darauf wollte ich dann eher hinaus. Es gab bestimmte Charaktere, die ich in der Serie einfach gehasst habe, weil sie nie richtig erklärt wurden. Im Manga war das so nie der Fall und ich hab nur die Antagonisten gehasst (außer Hanamiya, den hasse ich und mag ihn gleichzeitig … ich weiß auch nicht so genau).

      Ich empfinde einen Film hier auch etwas überflüssig. Man hätte daraus eine kurze OVA machen können, die zwar auf mehr Laufzeit kommt, aber trotzdem alles vernünftig abhackt. So wirkt es halt doch wieder wie Geldmacherei.

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