Love Trouble (To Love Ru) – Review

200 Arten in den Brüsten eines Mädchens zu landen … alternativ geht auch der Hintern, sucht euch einfach was aus.

An bestimmten Serien kommt man einfach nicht vorbei. Entweder wegen ihrer Beliebtheit, ihrer Absurdität oder weil sie einfach schlecht sind. Was bei To Love Ru wirklich der Fall ist, weiß ich leider auch noch nicht so genau. Ich habe hier und da immer mal etwas über den dazugehörigen Anime gehört und hab auch die Hälfte der ersten Staffel gesehen. Aber irgendwie fand ich die Zeichnungen im Manga etwas ansprechender, auch wenn die im Anime auch nicht übel sind. Meine Erwartungen waren etwa so: „Hm, irgendeine mega beliebte Ecchi-Serie, die in der Jump lief. Man kann es ja mal versuchen.“ So in etwa muss das abgelaufen sein.

Rito Yuuki, ist ein ganz normaler High School-Schüler. Er ist in Haruna verknallt, traut sich aber nicht, ihr seine Liebe zu gestehen. Eines Tages, als Rito gerade versucht, Haruna endlich zu sagen, wie er fühlt, taucht aus dem Nichts ein bildhübsches Mädchen vor ihm auf. Die Schöne, der er so versehentlich seine Gefühle gesteht, ist Prinzessin Lala vom Planeten Deviluke. Weil ihr Vater sie verheiraten wollte, ist sie von zuhause abgehauen. Nun wählt sie Rito zu ihrer Nummer eins. Dabei ist er doch in Haruna verliebt! Das Gefühlschaos nimmt seinen Lauf und außer den beiden Mädels wirbeln auch noch extravagante Erfindungen der Prinzessin und ungebetene außerirdische Besucher Ritos Leben durcheinander …

Was total bekloppt wirkt, ist auch tatsächlich so. To Love Ru hatte in der Jump eigentlich extrem schlechte Rankings, lief aber wegen gut verkauften Volume-Verkäufen stätig weiter. Wie soll man diese Serie erklären? Man sieht in den Jahren ja viele Ecchi-Serien oder zumindest eine, womit man eine ungefähre Vorstellung von solchen Serien bekommt. Sie haben wenig Inhalt und der Protagonist landet eigentlich immer in den Geschlechtsteilen der Mädels, natürlich ganz aus Versehen. Die Serie hätte wirklich an jeder Stelle enden können, so generisch und episodisch (da die Kapitel nur geringfügig aufeinander aufbauen und sich bei konstanten Dingen sogar drüber lustig gemacht wird) wie sie zum Teil ist. Dabei ist To Love Ru so mit Klischees beladen, wie keine andere Serie. Prinzessin Lala ist zwar ein Genie, aber total unbekümmert und ihre Erfindungen funktionieren nur selten wie sie es sollten. Haruna ist das typische, schüchterne Mädchen und ist ansonsten verdammt langweilig und pinkelt sich bei jeder zweiten Sache vor Angst ein. Rito macht dieses Trio quasi auch nicht besser, weil er ja immer nur der ach so böse Perverse ist und in Wirklichkeit doch so ein starker und lieber Kerl ist, wenn er doch nur will. Komischerweise funktioniert das aber trotzdem irgendwie, egal wie klischeehaft es ist.

Aber da hören die Klischees natürlich nicht auf. Es gibt da auch noch Ritos kleine Schwester Miikan, die sich eigentlich gut um sich selbst kümmern könnte. Dies liegt auch daran, dass die Eltern der beiden konstant damit beschäftigt sind zu arbeiten (der Vater ist Mangaka, die Mutter ist Modedesignerin). Selbst wenn Lala das halbe Haus zerlegt, würden die nicht heim kommen. Dann haben wir da auch noch die typisch strenge Klassensprecherin Yui, die keine größere Tsundere gegenüber Yuki sein könnte. Natürlich gibt es parallel dazu noch ein typisches Prinzesschen, dass sich für etwas besseres hält und auch noch ihre Untergebenen hat. Saki könnte nicht nerviger sein, so wie sie von sich selbst überzeugt ist. Wären wir damit durch alle wichtigen Menschen durchgerusht, haben wir da auch noch die anderen Aliens. Da wäre zum Beispiel Lalas Bodyguard Zastin. der rumläuft wie ein generischer Held und sie am Anfang nur nach Hause bringen will. Es ist aber tatsächlich lustig, wie er später Assistent von Ritos Vater wird und selbst Manga zeichnet. Das war schon irgendwo witzig.

Auch einen Geschlechtswechsler gibt es in diesem Manga mit Run und Ren, die durch niesen tauschen und dementsprechend entweder in Lala oder Rito verliebt sind (und im anderen Geschlecht dann auch den jeweilig anderen hassen). Von Lalas Geschwistern Nana und Momo will ich an der Stelle mal gar nicht anfangen, das wäre dann schon fast ein Spoiler. Es gibt letztlich nur noch die Doktorin Mikado, die auf der Schule von Rito und Co. ist und gleichzeitig Außerirdische auf der Erde gesund macht. Die Frau ist ein ziemliches Mysterium, aber vielleicht hab ich sie auch einfach nur überlesen, bei den ganzen Charakteren. Es gäbe sonst noch einen Charakter, der interessant wäre – Golden Darkness. Als Auftragskillerin sollte diese eigentlich Rito umbringen, aber irgendwie waren Lala und die anderen doch etwas zu ablenkend und der Auftrag ging durch Betrug des Auftraggebers eh in die Hose. Golden Darkness, auch Darkilein genannt, wäre eigentlich ein interessanter Charakter gewesen. Dumm nur, dass sie zu einem daueressenden und ruhigen Mädchen degradiert wurde. Entweder steht sie irgendwo lesend in der Ecke und beobachtet Rito – oder der landet wieder aus Versehen unanständig auf ihr drauf und sie wird deswegen gewalttätig. Am Anfang unterhaltsam, aber auf Dauer einfach nur lächerlich.

Man kann die meisten Kapitel eigentlich damit abtun, dass mal wieder irgendwas passiert ist und Rito oder Lala was dagegen tun müssen. Sei es wegen irgendwelchen Aliens die Lala heiraten wollen, wegen ihrer eigenen Dummheit oder weil in der Schule mal wieder irgendwas ist. Natürlich kann das auch total witzig rüberkommen und man lacht bestimmt auch darüber – aber nicht, weil es gut geschrieben ist. Ich kann mir bis jetzt nicht erklären, warum ich diesen Manga durchgehalten habe. Die Witze und Kapitel hatten teils so wenig Inhalt, dass ich mit einem Band in nicht mal einer halben Stunde fertig war. Ich habe alles gelesen, aber da gab es nicht viel misszuverstehen. Die ach so schmutzigen Ecchi-Szenen enden meistens sehr harmlos, auch wenn da genug Andeutungen wären sie weiterzuführen (bei ein paar Stöhnern und nackter Haut bleibt es also meistens). Anders als eine Parody auf jeden Harem-Manga kann man das hier fast nicht gelten lassen. To Love Ru hat zwar auch andere Einflüsse, wie den Sci-Fi und Fantasy Bereich, aber ernst zu tragen kommt das hier auch nicht. Natürlich erwarte ich eine ernste Handlung in diesem Manga auch gar nicht. Aber es hat ja eigentlich nicht viel, weshalb ich mich groß daran erinnern werde. Natürlich, die Geschichte ist auf trashige Art und Weise unterhaltsam und lustig. Nur, mehr hat dieser Manga auch nicht zu bieten. Warum brauchte man für diese Reihe eigentlich einen Mangaka und einen Storyschreiber? Das geht mir echt nicht in den Kopf. Bei komplexen Werken würde ich es vielleicht noch verstehen oder eben Werken, die auch wirklich Inhalt haben. Aber To Love Ru … hat ja eigentlich nicht nichts davon. Der Inhalt ist zum Teil so durchschnittlich und austauschbar, dass ich den Inhalt in jeden anderen Ecchi-Titel schieben könnte. Keiner von euch kann mir jetzt sagen, dass dies in keinster Weise auffallen würde. Es ist mir ein völliges Rätsel, wie man so drei Jahre durchhalten konnte und das in einem wöchentlichen Erscheinungszeitraum. Das Ende war dementsprechend so offen, dass es eine Fortsetzung geben musste. Man kann diese Art von Inhalt so lang weiterspinnen wie man will, weil die Macher eigentlich eh auf alles was konstant ist scheißen. Ich nenne nur die Stelle in der Rito meinte „Wow, wir tragen wieder die Sommeruniformen. War nicht erst Herbst?“ und Lala antwortet: „Sei nicht so pingelig“.

Man kann dieser Reihe zumindest eine Sache nicht ankreiden – die Zeichnungen. Die sind ziemlich gut und man sieht auch keine zu dürren Mädels mit Riesenmöpsen. Heutzutage merk man ja immer mal wieder, das so manch ein Mangaka noch nie vor einer echten Frau gestanden hat. Anders kann man sich viele Zeichenstile nicht erklären, aber hier ist das glücklicherweise nicht der Fall. Zu kreative Characterdesigns sieht man zwar auch nicht, aber das ist wohl auch eine Ansichtssache. Ich kann hier zumindest nicht wirklich nachtragend sein, weil das Auge eben auch mitliest. Wahrscheinlich ist das auch einer der Gründe, warum ich weitergelesen habe. Viele männliche Charaktere gibt es zu dem auch nicht, aber das soll hier wohl auch nicht so sein. Es gibt ja sogar eine weibliche Form des Protagonisten, also wurde echt alles abgehackt was geht.


Unterm Strich ist To Love Ru (oder auch Love Trouble) einer dieser Ecchi-Titel die man kennt und auch weiß warum. Am Inhalt kann es nicht liegen, hier überragen wirklich nur die guten Zeichnungen den eher durchschnittlichen Inhalt. Das heißt aber auch nicht, dass man keinen Spaß damit haben kann. Im Gegenteil, wenn man sein Hirn wirklich abschalten will, ist das hier sogar ziemlich gut zum lesen. Ein anspruchsvoller Leser wird sich hier aber völlig überfordert fühlen und sehr schnell abbrechen. Man kann diesen Manga aus vielen Blickwinkeln sehen, aber er bleibt für mich in jeder Hinsicht Durchschnitt mit guten Zeichnungen. Die Fortsetzung werde ich wahrscheinlich lesen, aber nicht selbst neu anfangen zu kaufen. Shima hat die ersten paar Bände da und wenn ich wirklich Lust habe, kaufe ich ihm die halt weiter. Ein Extra-Review wird es aber wahrscheinlich nicht wert sein. Lasst euch also überraschen, entweder man mag das hier oder eben nicht. Kommt ganz auf die persönlichen Prioritäten an.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – 18 Bände (abgeschlossen)

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Ein Gedanke zu “Love Trouble (To Love Ru) – Review

  1. Interessante Review, ich meine manchmal IST etwas altbacken, generisch und vorhersehbar… aber man kann dennoch eine gewisse Unterhaltung daraus erzielen, so altbekannt die Ideen aus sind. Wenn ich bedenke wie ich als Manga-Noob noch von LOVE HINA Geflasht war… nach 100 Varianten davon kann ich eher darüber lachen xD

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