Reingelesen – Robot X Laserbeam

Golf? Ist das ihr Ernst? <— ist bestimmt gerade euer Gedanke, oder?

Ihr habt sicher meine Kuroko no Basket Beiträge gelesen (und wenn nicht, auch egal) und werdet nun sicher einen wahren Fangirlbeitrag erwarten. Zugegeben, ich habe Robot X Laserbeam auch mit dem Gedanken: „Geil, mehr Zeug wie Kuroko.“ angefangen und bitte verurteilt mich nicht dafür. Allerdings wusste ich nicht wirklich, was auf mich zu kam. Ich wusste, das Fujimaki irgendwann einen Golf-Manga zeichnen würde (da er es irgendwann mal am Rand erwähnt hat). Nur das Format war nicht ganz klar, aber die Jump war natürlich mit mein erster Gedanke. Mittlerweile sind seit dem Ende von Kuroko drei Jahre vergangen und Robot läuft nun auch schon seit dem März diesen Jahres. Relativ zeitnah verfolge ich also jede Woche das neue Kapitel und kann zumindest eines jetzt schon sagen – ich wurde nicht enttäuscht. Mein jetziger Eindruck besteht auf den bisher jetzt vorhandenen 33 Kapiteln (entspricht etwa aktuell drei Bänden, zwei sind bisher erschienen). Dezente Spoiler sind vorhanden, aber wahrscheinlich nicht so krass. Immerhin läuft die Serie ja noch.

Protagonist Robato ist ein super seriöser, sturer und genauer Freak, welcher wenig Raum für Flexibilität zulässt und nie die Situation richtig lesen kann. Sein emotionsloses Gesicht gab ihm den Spitznamen „Robo“. Eines Tages jedoch lernt Robo den Sport Golf kennen und …!?

Ich kann den Satz gern beenden – er scheint recht gut darin zu sein, hat aber keine Lust auf diesen Sport. So ging es mir als Leser tatsächlich am Anfang auch, aber bei Robato ist das noch eine ganz andere Geschichte. Er wirkt wirklich ziemlich in Gedanken versunken und sehr eigenartig, wenn ich an die ersten Kapitel denke. Die Sache mit dem Golf ist im Manga allerdings besser erklärt, als Basketball in Kuroko zu seiner Zeit. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Basketball in Japan sehr beliebt ist und Golf wahrscheinlich nicht so … verbreitet ist, könnte ich mir jetzt damit erklären. Wir sehen in den ersten Kapiteln erst mal zum großen Teil nur, wie Robato an diese für ihn neue Sportart herankommt, dem Club dafür an seiner Schule beitritt und nach und nach besser wird. Es gibt allerdings auch einen Rivalen, der das etwas mitmischt. Bisher waren die Spiele mit ihm und Robato eher unspektakulär, aber Youzan kann sich eigentlich auch als Charakter sehen lassen. Er ist wahrscheinlich doppelt so ernst und stur wie Robato, ist aber das genaue Gegenteil was den Golf angeht. In dem Alter schon so gut zu sein scheint auch recht cool zu sein, aber kann mit keinem Interviewer umgehen (was dementsprechend noch witziger ist). Die beiden werden wohl eher in näherer Zukunft so richtig miteinander zu tun haben, da der Manga sehr schnell mit Zeitsprüngen ist.

Die Schulzeit von Robato wird in etwa 20 Kapiteln beleuchtet und neben den paar Nebencharakteren die da vorkommen (und sehr blass wirken, nicht wirklich im Gedächtnis bleiben), entschied sich Fujimaki überraschenderweise für einen Zeitsprung von drei Jahren. Robatos charakterliche Entwicklung schritt in den zwanzig Kapitel nämlich so schnell voran, dass er schließlich verstanden hat was die Leute um ihn herum an Golf mögen und er hat nun selbst auch Spaß daran. Seine Reaktionen auf viele alltägliche Dinge sind sehr unterhaltsam, da er vieles scheinbar noch nicht kennt. Das ist wohl sehr darauf zurückzuführen, dass er ein Außenseiter in der Schule war und alle ihn wegen seinem roten Haar angestarrt haben. Ich finde es sehr interessant, dass der Hauptcharakter tatsächlich schottländische Abstammung hat. Seine Mitschüler aber nicht so, weswegen sie ihn auch gern ein wenig gemobbt haben – er scheint das aber nicht so wirklich begriffen zu haben. Für mich ist er ein ziemlich interessanter Charakter, der sich auf seine Art weiterentwickelt und eben nicht der typische Stereotyp eines lebhaften Shounen-Protagonisten ist. Zugegeben war Kuroko das auch nicht, aber er wirkte lange Zeit unbegründeter emotionslos als Robato es tut. Hier ist für mich sehr klar zu erkennen, wie viel Liebe in diesen Charakteren steckt. Durch die höhere Menge an Charakteren geht hier schnell mal einer unter, hier sogar ein paar mehr. Aber das kriegt diese Reihe mit der Zeit bestimmt auch noch hin, da bin ich mir sicher. Es gibt nur einen Charakter, der mir bisher nur sehr gruselig erscheint und das ist Kyosuke. Dieser Junge erinnert an den schlimmsten Albtraum wenn man Angst vor Stalkern hat. Erst wirkte er wie ein verwöhntes, reiches Gör und später schließlich völlig besessen und kaputt im Kopf. Da kommt zwar noch sicher irgendwas von ihm, aber ich hoffe es wird nicht zu … na ja, komisch halt.

Allerdings haben es Sportmanga in der Jump allgemein nicht sehr leicht. Man braucht schon viel Talent, Wissen und Leidenschaft um das umsetzen zu können. Natürlich gibt es auch Mangaka, die da einfach Glück haben – aber ob man so etwas mag ist eben immer so eine Frage. Nun könnte man sagen, Fujimaki weiß doch was er tut. Das stimmt zwar tatsächlich, aber Kuroko schwankte seiner Zeit auch sehr oft in den Rankings, stand kurz vor dem Abschuss und wenn ich die von Laserbeam beobachte, schwanke ich auch sehr oft. Allerdings passen solche Manga auch sehr gut zu ihm und ich finde es auch gut, dass er nach dem Erfolg mit Kuroko auch etwas anderes versucht und sich nicht auf alten Erfolgen ausruht. Es gibt Zeichner, die Jahre lang das selbe machen und schließlich irgendwann in der Versenkung verschwinden wenn sie einen Erfolg gehabt haben. Hier spüre ich aber wesentlich mehr Leidenschaft und auch Erfahrung, in dem was in diesen Bildern steckt. Wenn ich an die ersten Zeichnungen aus Kuroko denke, ist hier eine starke zeichnerische Entwicklung zu spüren. Früher haben Fujimakis Redakteure sogar Witze gemacht, wenn sie Fanarts sahen und diese besser waren als die eigentliche Arbeit des Originalmangas. Doch darüber sind diese Zeichnungen schon lange hinweg. Hier steckt endlich das Detail und das Machwerk eines erfahrenen Mangaka drin und für mich ist das einfach total schön anzusehen. Ich war nie Teil der weiblichen Fanbase, die in jedem Blick der Charaktere irgendwas homoerotisches gesehen hat (ich hab auch nichts dagegen, aber ich mach es halt einfach nicht, weils ein falsches Bild auf das Werk zieht). Viel eher habe ich über die guten Witze gelacht und man erkennt selbst in Laserbeam noch ein paar kleine Hints dazu, dass sich Fujimaki selbst aus den homoerotischen Anspielungen einen Scherz erlaubt (er hat auch hier wieder einen Charakter, der sich ein wenig in dem Klischee eines super homoerotischen Charakters bewegt). Wenn man jedoch ein Fan seiner Zeichnungen im allgemeinen ist, erkennt man jedoch immer Ähnlichkeiten zu seinen vorherigen Charakteren. Man muss nur Kagami und Aomine kombinieren und bekommt Youzan heraus, oder halt Akashi eine Brille aufsetzen und dann hat man auch Robato (wobei Robato weniger Details in den Augen hat). Das ist in der Hinsicht immer schwierig, aber wenn man zum Beispiel jetzt direkt mit Laserbeam anfängt ohne Kuroko zu kennen, fällt das eigentlich nicht auf.

Robot x Laserbeam ist für mich ein weiterer Sportmanga von Fujimaki, der sich aber sehen lassen kann. Er steckt hier all seine Erfahrung rein und eiert nicht zu sehr herum, trifft auch klare Entscheidungen und weiß aus meiner Sicht einfach was er tut. Ich bin auf jeden Fall nach wie vor dahinter und wäre sehr überrascht über einen deutschen Release – was ich aber nicht vermute. Gerade hierzulande braucht es eine riesige Fanbase bei solchen Titeln und wenn, dann wird es erstmal Kuroko schaffen (was aber auch noch nicht passiert ist, aber ihr wisst ja, ich bin kein großer Haikyuu-Fan). Wie sich das ganze als Anime machen würde, ist natürlich auch eine Frage. Ich vermute ja, dass irgendwann eine Ankündigung kommen könnte – allerdings werden sie sich sicher noch Zeit damit lassen. Solang es nicht wieder Production I.G. ist, bin ich sehr offen dafür. Als völliger Neuling was Sportmanga angeht, ist Laserbeam wahrscheinlich eher weniger empfehlenswert. Wer sich aber nicht zu sehr von Klischees blenden lässt und nicht glaubt, das Golf völlig langweilig ist wird hier definitiv seinen Spaß haben können. Ich bin zumindest sehr zuversichtlich.

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2 Gedanken zu „Reingelesen – Robot X Laserbeam

  1. Schöner Beitrag, hast eigentlich das wichtigste zusammengefasst, was einem auffällt 🙂
    Nur eine Frage: Was hast du denn gegen Production I.G.?

    • Sie sind nicht unbedingt mein Lieblingsstudio, um es so zu sagen. Bisher war meine Erfahrung mit ihnen eher durchschnittlich bis völlig öde. Kuroko kann man aber bekanntlich schauen, wenn man die Vorlage nicht so sehr verschlungen hat wie ich (oder manch anderer Fan des Manga). Und na ja Guilty Crown, aber darauf brauchen wir nicht weiter eingehen. Die Beziehung zwischen mir und I.G. ist eben noch nicht so gut. Vielleicht bessert sich dass ja irgendwann.

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