Stardust Wink – Review

Es soll eigentlich dramatisch wirken, aber eigentlich lacht man über das Drama nur.

Wie ich genau auf Stardust Wink gekommen bin, weiß ich auch nicht mehr so genau. Ich habe den Manga irgendwann auf Amazon gesehen und nach dem Einfügen auf meine Wunschliste nie wieder angerührt. Solange, bis ich in den Comicladen meines Vertrauens gegangen bin und den ersten Band gekauft habe. Dann ist ein Monat vergangen und ich habe die restlichen Bände gekauft. Ja, ich bin etwas seltsam.

Anna ist von klein auf mit den Jungs Hinata und So befreundet. Dumm nur, dass sie dadurch schlechte Karten beim anderen Geschlecht hat. Das ändert sich mit Enomoto, mit dem sie zusammenkommt. Doch statt auf Wolke sieben zu schweben, bemerkt Anna, dass sie viel mehr als bloß Freundschaft für Hinata und So empfindet. Annas Gefühle beginnen, Achterbahn zu fahren, und dann macht ihr So auch noch eine Liebeserklärung!

Klingt wie ein verdammt generischer Shoujo-Manga, oder? Im Grunde ist er das auch, aber ich nehme das Stank (so die Abkürzung laut Nana Haruta) nicht einmal übel. Der besagte Enomoto ist übrigens so unwichtig, dass ich ihn direkt nach dem ersten Kapitel völlig vergessen habe. Im Grunde geht es hier vor allem um Anna, Hinata und Sou. Die Serie ist sehr Character fokusiert, hat ein paar nette Jokes aber das ist auch schon alles wodurch sie stark glänzen kann. Anna läuft ungefähr nach dem folgenden Prinzip: 1. irgendwas passiert, 2. Anna versteht es falsch, 3. Sie kriegt Panik und macht etwas extrem dummes, 4. Anna weint, 5. Irgendwer sagt ihr, sie hat es missverstanden, 6. Sie entschuldigt sich und zuletzt 7. Sie vergisst alles und macht die selben dummen Dinge noch mal. Kein Wunder, dass selbst Sou mit der Zeit von ihrer Art genervt ist (oder konstant eigentlich, aber was sich neckt das liebt sich auch ein wenig). Von Anna erwarte ich allerdings auch keine geistig überlegenen Ergüsse, so habe ich sie mir schon vorgestellt. Es ist wohl wirklich ihrer Kindheitsfreundschaft zu den beiden Jungs zu verdanken, dass sie bei irgendwem landen konnte und den Tag übersteht. Der Manga ist außerdem mehr aus ihrer Sicht beschrieben, aber ihre Gedanken wirken meist etwas intelligenter als ihre Dialoge.

Sou ist auf der einen Seite der ach so angesabberte Mädchenschwarm der Schule und total gut in der Schule. Allerdings kann er eine ziemlich Kratzbürste sein und redet die ganze Zeit über Pokemon. Am Anfang hat der Manga noch versucht, das Wort Pokemon zu zensieren. Allerdings haben sie mit der Zeit aufgehört Pokemonnamen zu zensieren und dann schließlich nur noch konstant PoXXmon zu schreiben. So war dann leider auch die zwölfte Pokemonanspielung nicht mehr lustig, aber das war nun mal sein Charakter. Zum Glück hat er diese Vorliebe dann nicht mit Anna verglichen oder die ganze Zeit verwendet. Das eine Beziehung mit ihm und Anna nicht funktionieren würde, habe ich auch sehr schnell erwartet. Irgendwie kam es mir eh schon ziemlich spanisch vor, dass er überhaupt auf sie stand. Der Grund, ich steh schon seit immer auf dich, ist halt ziemlich bescheuert. Auch dieses konstante Leiden, Anna mit Hinata zu sehen, war auch etwas komisch. Ich konnte ihn nicht hassen, aber auch nicht richtig mögen.

Hinata ist da zumindest eine angenehme Abwechslung. Er ist sehr ruhig, verträumt und liebt das Zeichnen. Auch liebt er Frettchen total gern, so auch das was Anna hat und Koko heißt. Es war aber irgendwie voraus zu sehen, das Hinata später ihr Freund werden würde. Er hat sich über zwei Bände Zeit gelassen auf ihr Geständnis zu antworten, aber ansonsten ist er ziemlich okay. Ein Plot um ihn hat mich aber sehr aufgeregt. Das er während der Mittelschulzeit eine andere, sehr schüchterne Verehrerin (Kurumi beschde) hatte, war ja ganz süß. Aber seine Betreuungslehrerin vom Kunstclub war zum Kotzen. Beziehungen zwischen Lehrer und Schüler sind für mich eh so ein Tabu-Thema, aber diese Frau hat es ordentlich auf die Spitze getrieben (obwohl sie verlobt war). Zum Glück ist sie nach ihrem späteren Auftritt endlich verschwunden und es stellte sich heraus, das Hinata einfach nur Bewunderung als Lehrerin für sie hatte und diese als große Stütze sah. Trotzdem ist er wegen ihr von seiner Highschool in Tokyo geflogen und das war schon heftig, nur weil sie gemeinsam fotografiert worden sind (und das ging halt echt nur von der blöden Kuh aus). Ich mochte aber auch das Theaterstück, dass sie am Ende aufgeführt haben. In jedem verdammten Manga/Anime führen sie immer nur Romeo und Julia auf und hier war es Schneewitchen. Mal eine angenehme Abwechslung.

Die anderen Nebencharaktere tauchten dann größtenteils an der Oberschule auf. Ayane war ein so hübsches Mädel, aber als Sous Freundin hat sie irgendwie alles ruiniert und ihre Freundin Nanoka war eine dauerhaft eifersüchtige und anhängliche Kuh, die gern lügt um an ihr Ziel zu kommen. Die beiden sind Kindheitsfreunde gewesen, wozu natürlich auch noch ein Kerl gehört. Hinata (der von Haruta nur Mangaka Hinata genannt wird, weil es ja schon einen gibt) zeichnet neben der Schule Manga und will in der Regel nur seine Ruhe. Er hatte keine großen Auftritte, hat von der Autorin selbst aber noch eine Bonusstory mit Nanoka geschenkt bekommen. Netter Bonus, aber völlig irrelevant für die Hauptstory. In der Nachbarschaft von Anna, Sou und Hinata lebten ansonsten noch die Geschwister Mashiro (ein Student, der gelegentlich heim kommt und Anna unterstützt) und Beni (wesentlich jünger als unser Trio, steht ziemlich auf Sou und ist nervig) die frischen Wind in die Story brachten, aber sonst im Hintergrund verschwanden.

Die Story in diesem Manga ist also nicht sehr gut, aber zumindest der freundschaftliche Teil wird sehr betonnt. Anna denkt nicht einfach daran ihre Kindheitsfreunde zu daten, sondern auch an ihre Freundschaft untereinander. Immerhin kann man durch so etwas einiges ruinieren und das ist während dem Manga schon einige Male fast in die Hose gegangen. Wenn ich mir Annas Dummheit so richtig überlege, ist es gar nicht so unrealistisch sich in ihrem Alter so zu verhalten. Am Anfang war sie erst 14 und ist dann über die Story vielleicht ein Jahr älter geworden. Es wirkt eben mehr klischee-beladen, als man glaubt. Nur warum Sou so auf Anna stand, habe ich nie verstanden. Hinata würde ich nicht abstreiten wollen, weil er sich da wahrscheinlich nicht ausdrücken kann. Aber dieser Manga macht zum Teil was er will, ergibt unter dem Strich aber noch Sinn.

Zeichnerisch ist Nana Haruta sicher keine Bombe, aber sie scheint zu wissen was sie tut. Ihre Charakterdesigns wirken mit der Zeit sehr ähnlich, gerade bei den Jungs. Sou und Hinata würden exakt gleich aussehen, hätten sie nicht jeweils die dunklen und helleren Haaren. Mangaka Hinata sieht aus wie Sou mit geschnittenen Pony und Mashiro schaut aus wie Sou und Hinata gemischt, mit einer Brille auf. Ihre Mädels wirken da nicht sehr viel besser, aber Anna hat die Augen meist offener als die anderen und fällt dadurch eher auf (oder sie hat einfach größere Augen, keine Ahnung). Alle weiblichen Charaktere habe ich nur an den Frisuren fest gemacht – so bin ich gut durchgekommen. Die Cover sind alle sehr simpel, aber das gefiel mir irgendwie. Ich persönlich brauche keine überladenen oder total coolen Cover. Für mich reicht da etwas simples schon aus. Mir geht nur nicht aus dem Kopf, das Tokyopop nicht das Sternzeichen von Anna auf der Character Card korrigiert hat. Haruta spricht in den Kommentaren zwar über den Fehler und entschuldigt sich, aber das hätte man genauso auch korrigieren und vermerken können. Nein, stumpf übersetzen, das passt doch.


Stardust Wink ist ein ziemlich durchschnittlicher Shoujo-Manga (wenn nicht sogar der durchschnittlichste, den ich in letzter Zeit gelesen habe) und wird mir wohl nur schwer im Gedächtnis bleiben. Ich werde mich in ein paar Wochen wohl nur noch an Anna erinnern, weil sie einfach so verdammt dümmlich ist. Dennoch hatte der Manga zumindest ein klein wenig Realismus und geht nicht die völlige Haremschiene, obwohl das als Genre in diesem Manga auf MAL gelistet ist. Kaufen würde ich die Reihe nicht noch einmal, aber als Liebesdreiecks-Geschichte funktioniert es doch ganz gut. Sprich – wer etwas besseres und natürlicheres als XX me lesen will, ist hier gut bedient.

Verlag: Tokyopop – 11 Bände (abgeschlossen)

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Ein Gedanke zu „Stardust Wink – Review

  1. Das erinnert mich an Akuma No Riddle: 15 Profikillerinnen in einer Schulklasse…. und sie führen NATÜRLICH Romeo und Julia auf XD Wir sollten mal eine Liste basteln wo und wie oft gerade dieses Werk benutzt wird. Ja ansonsten kenne ich die Story entfern: Zwei Jungs, ein Mädel, schon haben wir eine Story. Da lobe ich mir aktuell MY LOVE STORY die mal einfach das Schema „zerstört“ und ganz ohne Egos auskommt und einfach mal simpler eine Beziehung thematisiert ^^

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