Rosario + Vampire – Review

Wenn man das Review so nicht schreiben wollte, aber einem dann doch gar keine große Wahl bleibt.

Eigentlich wollte ich diesen Manga ja reviewen, sobald Season 2 auch als Box bei Tokyopop erschienen ist. Die erste Serie erscheint in sinngemäßen 5er Boxen (zu je 25 €), was bei 10 Bänden ja tatsächlich Sinn macht. Dumm nur, dass Season 2 nicht auch so erschienen ist. Bei 14 Bänden wären es dementsprechend 7 Bände bei 2 Boxen gewesen. Ist bisher was angekündigt worden? Nope, also muss ich erst mal so weiter machen und dann auf weitere Boxen warten … oder die Bände einzeln kaufen, je nach dem. Aber widmen wir uns nun den Bänden, die vorhanden sind.

Als der 15-Jährige Tsukune Aono durch alle High School-Aufnahmeprüfungen fällt, schicken ihn seine Eltern auf die Yokai Gakuen High, deren Prospekt ein mysteriöser Mönch fallen gelassen hat. Doch spätestens als er die süße Vampirin Moka trifft, wird klar, dass es sich hierbei um keine normale Schule handelt. Alle Schüler sind Monster und, was noch viel schlimmer ist … Menschen hassende Monster! Um nicht getötet zu werden, führt Tsukune fortan ein Doppelleben und muss sich gegen Macho-Menschenfresser, sadistische Sukkubi und Nixen behaupten. Wie gut also, dass es Moka gibt. Doch schätzt ihn das Vampirmädchen wirklich als Freund oder nur als Blutquelle?

Mein erster Eindruck von dieser Serie war erst einmal nur ein Ecchi-Fanservice Titel mit Vampiren und zwei bis drei Actionszenen. Ganz falsch lag ich damit auch nicht, aber es ist zum großen Teil interessanter als ich erwartet habe. Wie viele unheimliche Wesen es an dieser Schule gibt, es schon wahrlich betrachtlich. Durch Infoboxen wird dann auch meistens erklärt wer was ist und der Ursprung dieser Geschöpfe. Zum Beginn war es jedoch schon etwas offensichtlich und fast langweilig, wie schnell Moka manche Gegner platt macht. Der Protagonist trägt am Anfang wirklich fast gar nichts dazu bei, außer Probleme zu machen und Moka als Zapfsäule zu dienen. Allerdings gibt man sich hier mit der Zeit doch mehr und mehr Mühe, wodurch auch ein paar ernstere Themen angekratzt wurden die Teenager in dem Alter haben können. Klar war es verdammt nervig, dass sich Moka, der Sukkubi Kurumu, die Hexe Yukari und das merkwürdige Yandere-Eismädchen Mizore sich konstant um den Protagonisten gekloppt haben (während der Leiter des Schulklubs daneben steht und vielleicht ein Kapitel mal relevant war, so sinnlos der Kerl). Sie müssen nicht nur einmal eingreifen, weil der Protagonist zu nichts zu gebrauchen ist und erst am Ende halbwegs nützlich wird (damit aber auch Probleme macht). Es war ja von Anfang an eine ganz nette Idee, eine solche Geschichte etwas lustiger zu gestalten und gelegentlich Klischees einzubauen. Aber wäre ich nicht so geduldig wie ich bin, hätte ich trotz der konstanten zeichnerischen Entwicklung des Mangaka nach der ersten Box gedroppt. Am Anfang dröppelt das ganze ziemlich vor sich hin und ist halt nur irgendeine von vielen Fantasy-Stories mit vielen Wesen an einer Schule, leicht gewürzt mit allen möglichen Genres.

Richtig ernst nehmen konnte in den Manga erst mit der Hälfte. Da kamen endlich Bösewichte dazu, die man zumindest ein bisschen ernst nehmen konnte. Der verdammt gut aussehende Hokuto, der als leitende Kraft für das Schulfest da war wirkte so sympathisch und nett. Denkste, er war eigentlich das dümmste Arschloch auf Erden und der finale Boss dieses Manga. Seine Vergangenheit schrie mir schon fast ein wenig zu sehr Drama, aber dass er ursprünglich auch mal ein Mensch war kam interessant rüber und war nachvollziehbar. Ich fühlte mich inhaltlich ein wenig an der Nase herumgeführt, muss ich sagen. Erst klatscht man mir Klischees ohne Ende ins Gesicht und dann wird es interessant, bäm, Ende. Lies Season 2, du Pisskopf schreit es einem schon gefühlt ins Gesicht. Hätte ich gern, aber na ja. Das ist ein anderes Thema.

Man muss auch gestehen, dass die Charaktere nicht alle absolut dämlich sind. So kann Tsukune auch relativ nett sein und Moka hat auch durchaus Schwächen, obwohl sie stark ist. Ich raffe zwar bis heute nicht, warum ein Vampir eine Schwäche gegen Wasser haben soll … aber egal. Die andere Moka mit dem Rosario in dem Rosario ist zu dem wesentlich interessanter als die uns bekannte mit den rosa Haaren – während die normale Moka einfach naiv und süß bleibt, ist die andere Moka sehr ernst, kalt und misstrauisch. Während Moka schon sehr offensichtlich auf Tsukune steht (und auch andersrum), ist der anderen Moka eigentlich alles ziemlich egal und Tsukune erst Recht. Die andere Moka wirkt manchmal so erwachsen, dass sie für mich eher wie eine ältere Schwester der normalen Moka wirkt. Die anderen Weiber sind halt da, haben ihre Sprechzeilen und das Eismädchen Mizore verhält sich wie ein kranker Stalker. Nichts, was ich jetzt positiv hervorheben wöllte.

Den Zeichnungen muss man aber auch noch eine konstante Entwicklung nachsagen. Am Anfang sahen die Kapitel echt bescheiden aus, nicht so schlecht wie die ersten Elfen Lied Kapitel, aber auch nicht so gut um sie direkt als durchschnittlicher Anfang zu bezeichnen. Gegen Ende sind wir sogar fast im Semirealismus angekommen, den ich eigentlich so gar nicht ab kann. Bleibt für mich abzuwarten, wie das dann in Season zwei aussieht. Vom Prinzip hätte ich es gern auf den wöchentlichen Rythmus der Jump geschoben, aber Rosario erschien dort nur einmal im Monat. So wurde ab Season 2 die sinnvolle Entscheidung getroffen, Rosario in ein monatliches Magazin zu verlegen. Warum man das nicht gleich von Anfang an gemacht hat, ist mir eh ein Rätsel. Ich kam ja eher durch einen One-Shot zu diesem Zeichner und war erstmal richtig geschockt, wie seine Zeichnungen hier aussahen. Aber zum Glück sieht man hier eben eine sehr gute Entwicklung, was die Zeichnungen angeht.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Ich will doch noch etwas zum deutschen Band verlieren. Hätte ich gewusst, dass man einfach nur die erste Serie in Boxen veröffentlichen will und kein genaues Datum für Season 2 nennen will, hätte ich mir gleich die Komplettbox aus dem Amiland bestellt. Die Übersetzung der ersten Bände hätte meiner Meinung nach auch noch einmal komplett überarbeitet werden können. Yokai Gakuen High (wörtlich übersetzt Yokai Schule Ober … was zum Fick)? Euer verdammter ernst? Ich hätte Yokai Oberschule oder Yokai Highschool akzeptiert. Gar keine Sache, alles gut. Aber Gakuen, das japanische Wort für Schule in einem deutschen Manga? Ich sage nie etwas gegen Suffixe oder unübersetzten Worten in unseren Bänden, aber das ist schon verdammt beknackt – so mal es ab Band 5 dann irgendwann Yokai Highschool genannt wird. Mir wäre eine direkte Komplettbox (auch wenn sie teurer gewesen wäre) mit leicht überarbeiteter Übersetzung lieber gewesen, als dieser Release. Ja, auch mit dem günstigen Preis von 25 € (wodurch man bei fünf Bänden auf 5 € kommt).


Nach den ersten fünf Bänden habe ich echt überlegt, diese Serie wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen. Doch Rosario konnte sich noch irgendwie aus der Schlinge ziehen und hat mich dann doch halbwegs packen können. Verglichen mit anderen Titeln wie dem verkorksten Vampire Knight ist diese Serie auch wesentlich besser, auch wenn die Logik von Mokas Vampir-Dasein eher komisch ist. Bessere Titel was Vampire angeht gibt es mit Shingetsutan Tsukihime aber auch, oder sogar die Monogatari Series (den, der Protagonist dort ist auch einer, mehr oder weniger). Ob Rosario dann mit der zweiten Season genauso bleibt wie die zweite Hälfte der Serie, bleib abzuwarten. Wäre diese nicht gewesen, hätte der Manga vielleicht gerade so eine 4er Wertung bekommen. So sieht meine Wertung dann doch nicht so schlimm aus.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – in 10 Bänden abgeschlossen

Advertisements

2 Gedanken zu „Rosario + Vampire – Review

  1. Es kommt bei mir selten vor das ein Manga nach einer weile BESSER wird, das ist interessant. Meistens kaufe ich einen Manga mit einer spannenden Idee, und lese bis diese Ausgelutscht ist, umgekehrt ist das eher seltener bei mir ^^

    Vampire und Wasser? Es gibt ab und an in Medien die Aussage das Vampire kein fließendes Wasser überqueren können (neben den 100 anderen Schwächen die es inzwischen gibt) aber ich mag die „Sonder-Schul“ Settings wie auch My Hero Academiy oder Soul Eater eigentlich immer gerne, ob der Anime den Manga halbwegs vernünftig adaptiert hat? Gute Reviw allemal, der Bericht gibt auch deine Wertung logisch wieder

    • Ob der Anime zu Rosario gut adaptiert ist? Na ja, wenn man auf Fanservice und Ecchi steht, dann ja. Wirkliche Charakterentwicklung gibt es da nicht und es hängt stark hinter dem Manga her. Hab aber bisher nur einen Teil davon gesehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s