Broken Girl – Review

„Was ist das?“ – Dann sah ich den Namen des Autors dieser Reihe. – „Her damit.“

Ich glaube, Broken Girl habe ich irgendwann in einer Ankündigung zwar bemerkt – dann aber völlig vergessen. Hierbei handelt es sich um eine Zusammenarbeit des Zeichners Mitsuru Hattori der für Sankarea verantwortlich ist und dem Schreiber NisiOisiN. Dieser ist ein sehr aktiver Autor, der zeit weilen monatlich Romane herausgegeben hat und extrem viel schreibt. So entstanden sehr viele Kurzgeschichten und Reihen in Zusammenarbeit mit vielen Mangaka von ihm – seine bekanntesten Werke sind wohl die Monogatari-Reihe, Medaka Box und Death Note: Another Note. Sind nur ein paar Titel, aber von den ersten beiden hat man bestimmt schon einmal gehört. Er ist gerade in Richtung Mystery ziemlich bewandert, auch wenn er noch einige andere Genres wie Parody und Comedy sehr gut umsetzen kann. (ich werde aber Spoilern, also Vorsicht) Außerdem erscheint aktuell von diesem Autor noch die Reihe Attractive Detectives, aber davon möchte ich erst mal absehen.

Der Protagonist von Broken Girl ist Student und angehender Autor. Er hat bisher keinen wirklichen Erfolg erzielen können und lebt eigentlich eher in den Tag hinein. Doch als er mit ansehen muss wie eine Grundschülerin von einem Laster überfahren wird, passieren merkwürdige Dinge. Die Freundin des verunglückten Mädchens speichert erst das Spiel auf ihrem Game Boy ab und steckt das Spiel weg, bevor sie zum leblosen Körper ihrer Freundin rennt. Etwas später wird der Protagonist von diesem Mädchen gefangen genommen und in ihrem Haus festgehalten. Die Geschichte wird in einer Ich-Perspektive erzählt, die vom Protagonisten selbst kommt. Sprich, er erzählt die Geschichte 10 Jahre später, als erwachsener Autor.   

Die Geschichte von Broken Girl beginnt schon sehr ungewohnt. Es wird direkt gesagt, dass dies keine Fiktion ist und wohl tatsächlich passiert sein soll. Der Protagonist hat auch keinen Namen, das Mädchen wird mit dem Namen u.u. benannt. Von Anfang an hat man das Gefühl, dass hier irgendwas ganz komisch ist und man bekommt auch ein sehr unwohles Gefühl bei der Sache. Ich habe mich wirklich gefragt, was mit diesem Mädchen nur sein kann und so geht es dem Protagonisten auch. Für die Verhältnisse von NisiOisiN ist bei Broken Girl allerdings wenig Dialog vorhanden. Wenn ich mich so an manche Seiten von Medaka Box erinnere, ist da echt wenig zu lesen gewesen. Bei Broken Girl saß ich teilweise unter dreißig Minuten an einem Band und ich habe mir wirklich Zeit gelassen.

Für mich hat sich auch wirklich die Frage gestellt, warum der Protagonist wirklich nichts getan hat um u.u. zu helfen. Er hat verhältnisweise immer sehr ruhig reagiert, wenn u.u. an den Schrank kam um mit ihm zu reden. Sie ist zwar eh immer sehr seltsam gewesen, da sie sich immer extrem an Regeln gehalten hat, aber trotzdem. Er war ja anfangs der Überzeugung, dass dieses Mädchen einfach ein Monster ist und ihn nur wegen ihrem Verhalten so einsperrt. Das dahinter aber noch mehr stecken könnte, hätte ihm doch wesentlich eher einfallen können. Aber auch u.u war selbst für dieses wahnsinnige Verhalten teilweise extrem ruhig. Selbst mit ihrem wahrscheinlichen Trauma und den vielen Verletzungen am Körper, verhält sie sich gegen Ende so extrem ruhig – ich hätte gedacht, sie würde sich wesentlich aggressiver verhalten. Eine richtige Bindung bauen die beiden nicht auf – der Protagonist ist einfach der Gefangene, der später nach einigen Tagen raus kann und von selbst herausgefunden hat, wie er aus dem Schrank kann. Er forscht zwar auch selbst ein wenig im Haus des Mädchens nach, in dem niemand außer ihr ist, aber das war es schon. Zu den meisten Dingen macht er sich kein Urteil, auch nicht zu dem Regelheft das er von dem Mädchen findet. (u.u. hatte sehr seltsame Eltern)

Ich empfinde den Protagonisten einfach als viel zu desinteressiert, wenn man mich fragt. Statt einfach zu flüchten als er die Chance hat, tut er nicht viel um zu entkommen. Dann forscht er nach, zeigt aber kein wirkliches Interesse an dem Mädchen – selbst als er die Wahrheit herausgefunden hat. Natürlich hat die Polizei am Ende Wind bekommen, aber das meiste passierte hier teilweise etwas eigenartig. Eine Grundschülerin die einen Studenten entführt, ist auch etwas seltsam. Was die Hintergründe für das Verhalten des Mädchens waren zwar schon, aber da haben ein paar Sätze gefehlt um es zu erklären. Aber nun ja, das Desinteresse des Protagonisten halt. Zumindest hat er am Ende dieses kleine Mädchen etwas beruhigt, als sie völlig aus der Fassung war und ihr ein paar Geschichten erzählt. Der Dialog dazu war recht interessant, deswegen sehe ich ein wenig darüber hinweg.

Künstlerisch sieht das alles aber sehr gut aus. Die Hintergründe sind zwar meist simpel, aber doch sehr passend und fügen sich oftmals sehr gut zu extremeren Darstellungen ein. Vieles wirkt sehr symbolisch und komplex, die Haltungen sind meist ziemlich gut dargestellt. Die Charakterdesigns sind alles sehr simpel, immerhin sieht man hier hauptsächlich nur zwei Charaktere und ein paar Randfiguren. Eine düstere Stimmung kommt selbst bei normalen Szenen zu Stande und das ganze hält sich auch bis zum Ende.


Für einen eigentlich recht kurzen Manga mit drei Bänden ist Broken Girl wirklich sehr gelungen. Alle Puzzleteile setzen sich nach und nach zusammen, auch wenn sie am Anfang nicht ganz passen. Es passt zu dem sehr bizarren Stil, den NisiOisiN zum Beispiel auch in den Monogatari-Serien eingesetzt hat. Hier gibt es auch keine unnötigen Nebencharaktere, die völlig deplatziert wirken. Alles passt sehr gut zusammen, auch wenn es ein wenig unrealistisch wirkt. Ich meine … eine Grundschülerin die einen Studenten entführt? Das ist eigentlich alles andere als realistisch, aber irgendwie verzeihe ich es diesem Manga. Mit drei Bänden hat diese Reihe alles erklärt was sein muss und ist mit seinen drei Bänden auch auf eine gute und sinnvolle Länge gekommen. Ob das beispielsweise in einem Band oder zwei Bänden zusammengekommen wäre, mag ich zu bezweifeln. Fans von NisiOisiN werden sicherlich begeistert sein, aber Mystery-Fans auch. Für mich war diese Reihe eine nette, wenn auch kurze Erfahrung die sich auf jeden Fall gelohnt hat. Ich kann mir das ganze aber auch gut als kurzen Anime vorstellen, darin würde es sich sicher auch gut machen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Verlag: Egmont Manga – in drei Bänden abgeschlossen

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Ein Gedanke zu „Broken Girl – Review

  1. Hm, klingt durchwachsen, so richtig erfasst WORUM es nun direkt in der geschichte geht und wie derbe oder psychologisch die Thematik ist ist mir auch nicht klar, aber die Grundprämisse klingt zumindest angenehm seltsam, das erinnert mich immer noch and en wunderbar seltsamen manga Vanilla Fiction, aber so richtig ierig auf Broken Girl wäre ich jetzt nicht, dennoch schöne Review ^^

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