Koneko Sports – Analyse


Oh Junge, endlich eine Koneko Special über Sport.

Ich kaufe normalerweise gar keine Printmedien in Sachen Anime & Manga. Warum? Das Internet ist heutzutage eine Quelle, die schneller ist als die erscheinenden Magazine im Laden. Das liegt aber auch vor allem daran, da die meisten nur noch zweimonatlich erscheinen. Gibt es noch eines, das jeden Monat erscheint? Mir ist zum Beispiel kein Beispiel bekannt, korrigiert mich wenn ich falsch liege. Die Koneko Sonderhefte finde ich persönlich aber interessanter, da sie eben auf ein gewisses Thema anpeilen. Ich besitze auch das Magical Girl Sonderheft, aber ich weiß leider nicht wo es ist. Die Artikel dort waren recht gut geschrieben, gerade die um Sailor Moon das natürlich den Löwenanteil des Magazins ausgemacht hat (was aber auch daran lag, das Sailor Moon German daran schrieb). Aber wie ist es mit dieser Variante, der Koneko Sports? Das gilt es natürlich jetzt rauszufinden. Andere Sondermagazine der Koneko besitze ich übrigens nicht, ich habe nur dieses und noch die Magical Girl Variante. Ich werde keine Bilder oder Texte aus dem Heft direkt posten, sondern nur auf die Themen ansprechen und kritisieren. Seit also gefasst auf eine Menge Text und auch meine Meinung, die nicht immer unbedingt eurer Meinung entsprechen muss. Kaufen könnt ihr dieses Heftchen direkt bei raptor.de oder im Kiosk eures Vertrauens.

Auf dem Cover grüßen uns schon einige bekannte Genrevertreter: Haikyuu in der Mitte, drumherum Prince of Tennis, Yuri on Ice, Kuroko no Basket, Free und Yowamushi Pedal. Persönlich habe ich nur Kuroko und Free gesehen, Haikyuu hab ich angefangen (und gedroppt, weil null Interesse), Prince of Tennis liegt bei mir auf On Hold und der Rest ist mir bekannt. Aber hey, ich bin offen für neues. Vielleicht lerne ich durch diese Artikel noch neue Serien kennen, wer weiß? Wenn man das Heft aufschlägt, springt einem links erst mal Koneko Werbung entgegen und natürlich auch welche für den Haikyuu Manga. Mir ist jetzt schon bewusst, wie viel Haikyuu in diesem Heft sein wird. Was im Magical Girl Heft Sailor Moon war, scheint hier Haikyuu zu sein. Neben der Inhaltsangabe auf der ersten Seite gibt es außerdem schon mal eine kleine Einführung worum es geht. Ganz nett gemacht, aber jetzt nichts nennenswertes. Wenn man dann die nächste Seite aufschlägt, trifft man auf eine Bilderstrecke. Ich habe die Augen verdreht, als ich den Titel dieser Strecke gelesen habe.

„Eye-Candy“-Captains. Ah ja, weil ich Sportanime auch wegen den gut aussehenden Kerlen schaue. Klar, das Auge freut sich. Aber der Inhalt muss auch stimmen und bei Haikyuu fand ich beides nicht so krass. Für mich wären diese vier Seiten auch gar nicht so schlimm, aber es ist einfach nur Haikyuu. Es gibt nicht nur in diesem Anime Kapitäne, Teams gibts in jedem der auf dem Cover angeteaserten Anime. Aber man muss ja unbedingt auf die Serie anpeilen, die momentan beliebt ist und in Deutschland gehyped ist. Ich hätte wahrscheinlich für jeden Anime einen verwendet, auch wenn ich wahrscheinlich sehr in Kuroko (oder Robot x Laserbeam) versunken wäre (ich bin ehrlich). Aber das ist so öde, einfach nur Haikyuu zu bringen. Als wäre dieser Anime dadurch bekannt, weil die Kerle so gut aussehen. Ist wahrscheinlich Ansichtssache, aber ich fand diesen Zeichenstil noch nie ansprechend. Zu jedem Charakter gibt es dann auch noch ein wenig geschriebene Beschreibung, die aber nur aus einem Textblock besteht. Hab es jetzt grob überflogen, mich interessiert Haikyuu nun mal leider so gar nicht.

Danach folgt ein etwas längerer Artikel über die Animatoren der Anime-Industrie. Wie harte Arbeit es ist dort Fuß zu fassen, ist wohl mittlerweile kein so großes Geheimnis mehr. Persönlich fand ich die Texte ein wenig zu sehr von Bildern überladen. Da hätte man teilweise Seiten mit reinem Text bringen können und dann ein oder zwei mit Bildern. Warum das jetzt aber genau in diesem Sonderheft enthalten ist, wird mir nicht ganz klar. Aber egal, es ist ein gar nicht mal so uninteressanter Artikel gewesen.

Beim nächsten Artikel ist mir aufgefallen, das man wohl bei der Schriftart-Auswahl nicht aufgepasst. Bei Wörtern wie Shonen fehlt zum Beispiel das o, weil da wahrscheinlich ein Strich über dem o war – das der Font nicht übernehmen konnte. Ist mir schon öfter aufgefallen, aber da hätte man vielleicht drauf achten sollen. In diesem Artikel geht es schließlich darum, was an Sport-Anime fasziniert. Meist werden einige Themen genannt mit denen man sich identifizieren soll/kann und ein paar bekannte Beispiele aus Sport-Anime. Was schließen wir daraus? Die meisten Zuschauer sehen ihre Probleme ähnlich wie die in Anime und das ist bei Sport-Anime wohl auch keine Ausnahme. Nun ja, vielleicht bin ich auch schon etwas zu alt um all diese Probleme zu verstehen (mit 22 kann man sich nicht mehr ganz in 16-jährige Kerle hineinversetzen, aber das ist okay). Kein schlechter Artikel, fügt die Begeisterung der meisten Zuschauer auch zusammen. Ist jetzt aber nichts, was mir im Kopf hängen bleib.

Beim nächsten Artikel geht es um das Thema „Nur Teamkollegen?“. Na, da hab ich mir aber was eingebrockt. Als männlicher Leser (der ich nicht bin, aber na ja) scheint man mit diesem Magazin teilweise hoffnungslos verloren, aber vielleicht verstehe ich ja nun die Begeisterung hinter den krampfhaften Geshippe in Sportanime. Ich bin ja auch weiblich, aber ich habe nicht den Drang in jeder Freundschaft zwischen Jungen auch gleich eine Beziehung zu sehen. Weil, so kommt es rüber. Die meisten Boys Love Liebhaber im Sport-Genre sehen schon jeden kleinen, längeren Blick als Andeutung. Als Argument wird dann gebracht, dass es doch niemanden weh tut. Ja, tut es nicht. Aber einen besonders guten Ruf bringt es den meisten Serien auch nicht – sehr oft werden die meisten Sport-Anime nur zu gern als Shounen Ai Serien abgestempelt, wenn man solchen Fangirls zu lang zuhört. Ist nicht immer so, aber gerade bei den neueren Sport-Anime ist das so. Als Argument kommt dann auch noch, das es in Sport-Anime generell allgemein an Frauen fehlt. Für Boys Love Fans nun mal gefundenes Fressen, die Frauen als unnötig betrachten. So bekommt man wohl angeblich noch mehr das Gefühl, das die Charaktere eher vom anderen Ufer sind – weil es ja oft keine Mädchen zum anhimmeln gibt. Da frage ich mich ja echt, warum Fujimaki in seinen Fanbooks zu Kuroko für jeden seiner Charaktere eine Art von Mädchen festgelegt hat, auf die der jeweilige Charakter steht (bis auf eine Ausnahme). Angeblich sei das Shippen von Produzenten und Autoren doch so gern gesehen. Ich kann das nicht völlig beurteilen, aber es wird Gründe haben warum eine Animatorin bei Production I.G. wegen anstößigen Boys Love Zeichnungen raus geflogen ist. Natürlich will ich keinem Fangirl hier die Welt zerstören, aber das elende Geshippe zerstört gern Konzepte von Shonen Anime. Bei Free sage ich nichts, er Fanservice ist eindeutig. Aber bei so Serien aus Jump und Co. habe ich doch einige Fragen … ein klarer Artikel warum geshippt wird, aber meiner Meinung nach kein Argument es völlig zu akzeptieren. Tut mir leid.

Als nächstes folgen die Themen Schulklubs (Bukatsu) und Oendan (japanisches Cheerleading), hier sind eher die Japan-Liebhaber gefragt und angesprochen. Zwei sehr interessante Artikel, die das Thema sehr gut beleuchten. Wer sich dafür interessiert, wird hier auf jeden Fall gut informiert werden. Auf den folgenden vier Seiten kommt dann ein riesengroßer Artikel für Haikyuu! Ich habe in diesem Heft schon genug von dieser Serie gesehen (und werde es wohl auch noch), deshalb überspringe ich diese Seiten. Im Grunde hätte es mal eine Hype Hell von mir verdient, aber mich interessiert dieser Manga auch gar nicht. Hier wird wahrscheinlich wieder ordentlich Marketing für den deutschen Publisher geschoben, aber da spiele ich nicht mit. Was mich nicht interessiert, wird auch nicht gelesen. Nach Haikyuu wartet eine weitere Volleyballserie auf uns – Mila Superstar. Habe ich als Kind gelegentlich auf Tele 5 gesehen, als es dort wiederholt wurde. Mir kann also keiner sagen, dass mich Volleyball null interessiert. So weiß ich nun, das Mila eigentlich nicht Mila heißt. Ihr wahrer Name ist Kozue Ayuhara, was auf Attacker You zurück zu führen sei. Dort benannte man die Protagonistin von Yu zu Mila um und das hat man dann mit Kozue auch gemacht.

Bevor ich aber jetzt zu hart mit jedem Artikel umgehe, möchte ich zumindest ein paar Dinge erwähnen und den Rest etwas zusammenfassen. Die darauffolgenden Artikel befassen sich mit Ace of Diamond (Baseball, 4 Seiten), Big Windup! (auch Baseball, nur eine Seite), Welcome to the Ballroom (Tanz, eine Seite), Yowamushi Pedal (Fahrad-Sport, zwei Seiten), Free! (Swimmsport, 2 Seiten – überraschend wenig), Yuri On Ice!!! (Eiskunstlauf, zwei Seiten), Chihayafuru, Prince of Tennis (Tennis, zwei Seiten), Kuroko no Basket & Slam Dunk (beides Basketball – jeweils 4 und 2 Seiten) und Captain Tsubasa (Fussball). Die Serien werden alle recht gut beleuchtet, auch wenn mir der Vordergrund der Shipper vielleicht doch manchmal zu sehr in den Vordergrund rückt. Was Serien wie Yu-Gi-Oh!, Pokemon und Beyblade hier zu suchen haben … keine Ahnung, aber sie füllen einen ganzen Artikel mit mehreren Seiten. Es gibt noch weiteres um Sport & E-Sport in Japan, einen Personality-Guide und Interviews mit ein paar Fanart-Mangaka. Außerdem gibt es in der Mitte noch 8 Poster, jeweils von Yowamushi Pedal, Haikyuu, Kuroko no Basket (ein Plakat zum Film, das ich in Übergröße schon durch das TV-Anime Artbook besitze), Yuri on Ice!!!, Chihayafuru, Free, Welcome to the Ballroom und eine von den Baseballserien (kenne den Namen jetzt nicht, sorry). Für 7,90 € doch genug Inhalt, aber fühle ich mich auch informiert zum Thema Sport in Anime?

Genug Anime zum Schauen habe ich jetzt, oh ja. Die Infos waren gut, wenn auch nicht immer richtig. So lautet es im Artikel zu Slam Dunk, das die Anime-Serie 2006 auf MTV lief. In Deutschland, obwohl der Manga abgebrochen wurde … natürlich ist das nicht wahr, sondern nur in Italien der Fall gewesen. Da hat eine Autorin des Artikels wohl im Ausland gelebt, anders kann ich mir das nicht erklären. Ich habe auch ordentlich rumgefragt, aber keiner konnte mir das bestätigen. Außerdem wirkt die Bilderauswahl wirklich sehr willkürlich, als hätte man einfach Sport-Anime in der Google-Bildersuche eingegeben. Man hat sogar Bilder aus Yandere Simulator verwendet, der Charakter ist Budo Masuta (und das ohne Quellenangabe, das Bild des Charakters findet ihr hier). Meine Kritikpunkte sind vor allem die übermäßige Nutzung von Haikyuu. Überall sah man in den Artikeln oft nur Bilder davon und es war einfach zu viel (selbst im Personality Guide). Klar, wenn man eine Serie mag, wankt man sehr dazu diese auch viel zu benutzen. Aber das war mir teils einfach zu viel, egal wie ich es sehe. Teilweise falsche Fakten lasse ich mir auch noch einreden, aber das ist dann wirklich etwas zu viel. Diese Zeitschrift ist auch meiner Meinung nach zu sehr nach der weiblichen Leserschaft gerichtet, was mich nicht wütend macht. Aber ein wenig gleichmäßiger hätte man das doch verhalten können – hier wird von Sport-Anime, Shounen Serien gesprochen und nicht von irgendwelchen Serien mit Shonen Ai-Aspekten. Auch werden nur Serien angesprochen, die bereits einen Anime haben. Wundert mich das? Nein, aber es war dadurch etwas zu eindeutig – man hätte ruhig auch Serien vorstellen können, die noch keinen Anime und nur einen Manga haben.

Allein die Existenz dieses Magazins zeigt mir, dass mir deutsche Manga-Publisher nicht mehr mit dem Argument „Sport lohnt sich nicht“ um die Ecke kommen können. Die Leser sind im Moment zwar nur zum großen Teil pubertierende Mädchen, aber eigentlich sollten diese Serien ja eigentlich Jungs ansprechen. Ich fühle mich von diesem Sonderheft durchaus informiert, allerdings schlägt es mir eben zu sehr in die Mädelsrichtung (und ich bin ein Mädchen). Der Kauf des Magazins lohnt sich also – wenn man darauf vorbereitet ist. Ich hätte es anders gemacht, aber so ist es in Ordnung. Kann man so stehen lassen, auch wenn ich andere Erwartungen habe.

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2 Gedanken zu „Koneko Sports – Analyse

  1. Ja eine Hype Hell zu Haikyuu! wäre ganz ulkig, schau doch wenigstens ne Staffel dazu xD Ja, die Grenze zwischen Sport und Spiel ist manchmal fließend, YuGiOh und Pokemon sind da natürlich grenzwertig…wobei ich TANZEN jetzt auch nicht sofort als „Sport“ bezeichnen würde, doch man musste vielleicht das Magazin füllen ^^; Ich müsste auch mal wieder eine Animania kaufen um einen Eindruck zu bekommen, es ist nur schade das MANGGA da so garnicht vorkamen, ich schätze so ein Ecchi-Manga für Männer wie „Mai Ball“ würde da nie auftauchen, was ein wenig schade ist.

    Gute review aber allemal, sehr informativ

    • Naaa, ich werde bestimmt noch was dazu machen, aber mein Wissen sollte möglichst nicht über Folge 1 gehen. Mich hat es wirklich null gereizt, ich bin ehrlich.

      Das mit den Manga stört mich aber auch. Nononono ist zum Beispiel auch noch ein nennenswertes Beispiel, aber das ignoriert die Zeitschrift leider. Ich denke, man sollte sich das Heft dann wirklich mal zulegen. Das hilft etwas mehr.

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