Wenn das Liebe ist – Review

Spontankäufe passieren. Aber ob sich das auch gelohnt hat?

Eigentlich werde ich ja langsam müde von der großen Shoujo-Welle, die auf dem deutschen Anime-Markt vorhanden ist. Ich lese auch gern mal Shoujo-Manga, gar keine Frage. Nur, wenn man vor dem Regal steht, zwei uninteressante Shounen-Manga und fünfzehn Shoujo-Manga sieht – wozu wird man dann wohl greifen? Ganz sicher nicht zu den zwei uninteressanten Shounen-Manga, auch wenn das meinerseits sehr übertrieben dargestellt ist. Auch der Name der Mangaka sagt mir rein gar nichts. Saki Aikawa scheint zwar schon einige Manga bei Egmont verzeichnen zu können, aber gehört hab ich von ihr eigentlich noch nie. (gibt mal wieder Spoiler, ich bin bei einer zweibändigen Reihe mit so was gnadenlos)

Sakura Suzuki hier, Sakura Suzuki da … Sora ist wirklich genervt von ihrer ach so perfekten Schwester, welche von jedem bewundert wird. Als sie dann auch noch einem Jungen ihre Liebe gesteht und dieser ihr sagt, er stehe auf ihre Schwester, war es für Sora entschieden. Ab sofort besucht sie eine Schule, weit weg von ihrer Schwester und dennoch scheint es sie zu verfolgen …

Thematiken, wo das Drama schon aus der Inhaltsangabe schreit, interessieren mich eigentlich immer. Solche Geschwister-Plots hat man zwar immer wieder (siehe Miyako, den ich auch noch nicht fertig gelesen habe), aber wenn sie gut gemacht sind – warum nicht? Wobei man jetzt auch nicht von so gut sprechen kann … will ich zumindest meinen. Sich unbedingt wegen der älteren Schwester eine Schule weit weg zu suchen, ist schon etwas übertrieben. Meiner Meinung hätte einfach eine andere Schule als sie gereicht, aber das ist ja eh noch was anderes. Penetrant mit der perfekten, älteren Schwester verglichen zu werden ist aber blöd – das kann ich wiederum verstehen. Vor allem der Kerl, auf den sie stand fand ich etwas na ja. Ich mein – klar, er kann ja sagen, das er nicht auf sie steht. Aber so ist das schon echt mies. Es schien mir dann umso natürlicher, dass hier nicht sofort auf Krampf irgendeine Liebesgeschichte erzählt werden musste. Kataoka-senpai (was ein komischer Name) ist jetzt nicht unbedingt ein charakterloser Schönling, auch wenn man ihn schon als Tsundere bezeichnen kann. Er hilft ihr ja eigentlich im Volleyball-Club um besser zu werden, aber das hat mich nicht wirklich interessiert. Ich war sogar etwas überrascht, als er ihr Geständnis tatsächlich abgewiesen hat. Nur das genau DANN wieder die dumme, perfekte Schwester um die Ecke stehen muss und den Senpai wieder kennt … na ja. Auch die Freunde die Sora über die Zeit bekommt, waren ziemlich blass. Da hätte man auch mehr rausholen können.

So war der erste Band schnell durch und man erfährt noch, das der Senpai daheim dasselbe Problem mit seinem Bruder hat und ein neuer Kerl steht schon um die Ecke, der Interesse an Sora gefunden hat. Ganz ehrlich? Ich hätte nach der Abweisung des Senpais auf ihn geschissen und auch auf die Schwester. Es war zwar ein Missverständnis, dass die beiden wirklich was miteinander haben … aber na ja. Natürlich hätte ich mich nicht an den nächsten rangeschmissen, aber trotzdem. Der andere Typ aus dem Volleyballclub (sorry, ich hab seinen Namen nicht im Kopf) versucht also so ein wenig an Sora ranzukommen, während Kataoka sich bei Sakura (oder auch die dumme, blöde Schwester) ausheult – weil sein Bruder ja so krass ist und bald Lehrer wird. Als man diesen Geschwisterplot dann noch mal angebracht hat, musste ich schon ein wenig die Augen verdrehen. Für mich wäre die Story ideal gewesen, wenn Sora einfach was richtiges mit den anderen Typen angefangen hätte (der es ja auch ernst mit ihr gemeint hat) und einfach auf den blöden Senpai geschissen hätte. Wenn sie dann doch noch mit Kataoka zusammengekommen wäre und es eine ordentliche Prügelei gegeben hätte, wäre ich sogar zufrieden gewesen. Ich weiß auch nicht, ich hab es irgendwie damit. Aber was war es unter dem Strich? Dieses dumme Missverständnis, dass sie sich ständig über den Weg laufen müssen und haste nicht gesehen. Die blöde Schwester, die dann später auch noch rumheult, weil sie wegen ihrer perfekten Art nur Kataoka als Freund hat und niemand anderes. Ich hasse diese Sakura wirklich, kein Scheiß. Sora kann Kataoka nicht vergessen, mit dem anderen Kerl wirds nichts (trotz Geständnis) und na ja … der dümmste Knüller kommt natürlich noch.

Na, wer steht am Ende ganz plötzlich auch auf Kataoka? Natürlich Sakura, die das jetzt ganz plötzlich gemerkt hat, obwohl sie ja immer nur Freunde waren. Es hätte doch andere Möglichkeiten gegeben, diese Reihe zu beenden. Die Geschichte endet da natürlich nicht, Kataoka antwortet ihr auf ihr Geständnis und serviert sie auch ab (hab nichts anderes erwartet, sonst wäre ich echt sauer geworden). Im letzten Kapitel wird dann auch endlich das Missverständnis geklärt und der Senpai spricht dann auch endlich aus, wenn er wirklich liebt. So war es dann natürlich umso vorhersehbarer, aber ich hätte noch andere Wege gesehen, diese Reihe zu beenden (oder weiterzuführen). Die Charaktere in dieser Reihe reagieren zum großen Teil nicht völlig unrealistisch, aber der Schwester möchte ich schon gern ins Gesicht kotzen. Es ist ja auch verständlich, dass jeder Charakter irgendwo die Zeit braucht um ihn auch nachvollziehbar darzustellen. Aber der hätte ich allein in ihrem eigenen Kapitel schon den Hals umdrehen können. Wie schon gesagt, ich persönlich hasse es auch wenn Romanzen viel zu schnell an ihr Ziel gebracht werden. Wenn, dann sollte man sich doch wenigstens ein bisschen Zeit lassen. Natürlich funktioniert diese Reihe auch gut so, wie sie ist. Diesen Inhalt in einen Band zu quetschen hätte zwar sicher auch funktioniert, wäre aber sicher sehr komisch rüber gekommen. Da haben zwei Bände doch reichlich Sinn ergeben. Nur wie das halt teilweise passiert ist, fand ich halt nicht so krass. Klar, die Kerle haben absolut das selbe Gesicht und die Mädels sehen jetzt nicht so anders aus. Aber Stereo-Typen gab es hier eben nur einen und das war der Senpai. Wäre Sakura eine richtig berechnende Kuh gewesen und wäre auch als bösartig dargestellt worden, wäre sie wahrscheinlich ein interessanter Charakter gewesen – aber so? Nope, danke. Perfektes Mädchen ohne Kanten und viel Geheule braucht man nicht.

Ich finde aber schon, dass diese Reihe einige interessante Ansätze hatte. Die Frisur der Protagonistin ist zwar mega ausgelutscht, aber na ja. Zöpfe gehen halt immer. Ob diese Reihe mit mehr Bänden und mehr Inhalt besser gewesen wäre, kann ich aber nicht beurteilen. Mit noch mehr Charakteren wäre das ganze wahrscheinlich unübersichtlich geworden und so krass sind die Zeichnungen dann auch nicht. Ich empfinde sie als soliden Durchschnitt, aber nichts was mich jetzt vom Hocker reißt. Keine Ahnung, ob Aikawa in ihren anderen Manga bessere Arbeit geleistet hat – für mich war das hier nichts halbes und nichts ganzes. Mich regt nur tatsächlich auf, das Egmont nun auch auf den Zug mit den dummen Extras aufspringt. Die Shoco-Karten waren eine Sache, aber Match Me Karten? Wenn ich Memory spielen will, suche ich mir ein richtiges Spiel dafür, nope. Mein Fazit ist also – es hätte besser sein können, aber für das was es ist kann man es schon mal lesen.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Verlag: Egmont – in zwei Bänden abgeschlossen

Ein Gedanke zu „Wenn das Liebe ist – Review

  1. Klingt recht generisch, es ist mühsam wenn Figuren zu perfekt dargestellt werden, gerade viele weibliche Charaktere sind allzugerne herzensgut und dementsprechend langweilig, da braucht es mehr um interesse zu wecken.

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