BanG Dream! – Review

Tae, Arisa, Kasumi, Saya und Rimi. (Links nach rechts)

Eine kleine Überraschung, aber völlig perfekt leider auch nicht.

Sein wir doch mal ehrlich – von all den Moe-Musik Anime kennt jeder mindestens eine. K-On! und Love Live! waren ja recht erfolgreiche Vorreiter und Bang Dream (wieder so ein groß werdendes Media-Franchise, oh Junge) hat auch ein Handyspiel bekommen. Dieses war nach Release sogar kurzzeitig erfolgreicher als Love Live!, was Musikspiele seiner Richtung angeht. Relativ spontan habe ich dann den Anime angefangen und innerhalb einer Woche jeden Tag zwei Folgen geschaut. Ist bei einem dreizehn Folgen Anime aber nicht so schwierig, aber kommen wir mal zum wesentlichen. Spoiler sind mehr als vorhanden, also aufgepasst.

Story

Seit ihrer Kindheit ist Kasumi Touyama auf der Suche nach dem „Star Beat“, einem funkelnden und aufregenden Ton, den sie bereits hörte als sie eines Abends in den Nachthimmel schaute. Als sie beginnt, die Oberschule zu besuchen, kauft sie sich eine sternförmige Secondhand-Gitarre und gründet mit vier weiteren Mädchen eine eigene Band. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise, auf der Suche nach dem strahlenden Ort. (Quelle: anisearch)

So wirklich akkurat ist diese Inhaltsangabe nicht, aber nun ja. Sie stimmt zumindest irgendwie. Katsumi kommt jedoch nicht so einfach an diese Gitarre ran, da sie diese von ihrer Mitschülerin Arisa abkauft. So geht es in den ersten zwei Folgen erst einmal darum, die Gitarre zu erarbeiten und das wurde gegen Ende sogar ein klein wenig dramatisch. Man tastet sich hier nach und nach an die Charaktere, führt alles so nach und nach ein. Im Gegensatz zum Spiel steht hier nur eine einzige Band im Vordergrund und das ist Poppin’Party. Im Spiel gibt es auch noch weitere Bands wie Rosalia (die ziemlich Goth sind), Pastel Pallets (typische Idols, nur als Band), Hallo, Happy World! (der Name ist Programm) und Afterglow (relativ typische Girls Rock Band, mit sehr gutem Gesang). Ein paar Charaktere aus diesen Bands haben hier kleine Randauftritte, aber das ist wirklich nichts besonderes. Ich bin bei dieser Serie aber froh, nicht wieder die typischen Idol-Dinge zu sehen. Love Live! mag ich zwar sehr, aber der Idol-Trend geht allmählich auch zu Ende. Hier wird allgemein relativ simpel das Leben dieser Mädels gezeigt und wie sie eben zur Band selbst (vor allem durch Kasumi) gekommen sind. Hier geht es nicht darum, in irgendwelchen ausverkauften Hallen zu spielen. Das hier sind immerhin nur Oberschülerinnen, das ist dann doch einen Schritt zu weit. So ist es das Ziel dieser Mädchen, erst einmal in einem Live House (mit dem Namen Space) mit eher mäßig großen Publikum zu spielen. Die anderen Bands die dort spielen, sind ebenfalls meist im Alter von Kasumi und Co., aber so richtig viel kriegt man da auch nicht mit. Inhaltlich traut man sich hier aber tatsächlich etwas mehr, als in einem völlig seichten K-On!, wo das größte Problem der Abschluss von 80 % der Band war.

Kasumi kommt relativ einfach an neue Mitglieder, Arisa hat sie durch die Sache in den ersten Folgen sehr schnell dran gekriegt. Danach kommt die schüchterne kleine Schwester von Glitter Greens Sängerin (relativ bekannte Band dort in Space) dazu, die Rimi heißt. Gefolgt von Hanazono, die im Space arbeitet und dann als letztes Saya, ist diese Band eigentlich komplett. Nur mit Saya hat es etwas länger gedauert, da es bei ihr etwas komplizierter war. Ich fand es tatsächlich interessant, dass ihre Familie so ein wenig der Grund dafür war für sie zu zögern. Ihre Eltern betreiben eine Bäckerei und das ist gar nicht so das Problem – Saya war ursprünglich schon mal in einer Band und konnte da nicht am Auftritt teilnehmen, weil ihre Mutter ziemlich kränklich ist und irgendwer musste ihr ja helfen (weil ihre Geschwister auch noch zu klein waren). Für mich war der Grund warum sie deswegen bei Poppin’Party nicht mitmachen wollte auch sehr logisch. Zum einen war es wegen ihrer Mutter, andererseits auch wegen den Mädels der anderen Band bei der sie war. Sie hatte einfach Gewissensbisse wegen ihnen und nun ja – für mich nachvollziehbar. Leider hat man dieses Problem etwas bescheuert gelöst und das war einfach nur ihre Mutter die dann am Ende einer Episode einfach nur sagte: „Ja, geh. Ich komm klar.“ Keine sonderlich gute Lösung für dieses Problem, möchte ich meinen. Ein weiteres Problem war für mich die Besitzerin des Space. Es war mir völlig klar, dass die Mädels nicht direkt dort angenommen werden würden und Kasumi einfch etwas zu viel Begeisterung an den Tag gelegt hat. Schon als ihre Stimme gegen Ende des Anime weg war dachte ich: „Wow, das ist ja mal völlig neu.“, aber wie das gelöst wurde erschien mir auch nicht völlig rund. In dieser Geschichte sind sehr gute Ansätze gewesen, aber man hat sich irgendwie nicht getraut alles durch zuziehen. Das Ende der Serie wirkte dann sehr abschließend, fast als würden die Produzenten selbst nicht an den Erfolg dieser Serie glauben. Na ja … eine Ankündigung für Staffel 2 und 3 ist mittlerweile erfolgt. Scheint ja doch nicht so schlecht angekommen zu sein.

Charaktere

Hier sollte man nicht mit zu vielen Erwartungen rangehen. Kasumi ist als Protagonistin sehr typisch für so eine Serie, eben das typische Genki Girl. So richtige Unterschiede zu anderen Protagonisten in der Richtung konnte ich auch nicht erkennen – Honoka (Love Live!) hätte wahrscheinlich das meiste genauso gemacht wie sie. Ich verstehe tatsächlich auch, wenn Leute relativ schnell von ihr genervt sind. Aber grundsätzlich ist sie in Ordnung und gibt auch nicht so schnell auf. Das hat sie Honoka zum Beispiel voraus, will ich meinen. Arisa dagegen folgt leider auch einem recht typischen Stereotype und das ist einfach nur Tsundere. Ihre netten Seiten zeigt sie zwar, aber ihr Gezicke war teilweise nicht wirklich nachvollziehbar. Sie wirkte im Spiel teilweise sehr gelangweilt, aber hier ist es einfach nur Gezicke. Wenigstens hat sie beim Gärtnern den Mund gehalten, so war sie mir am liebsten. Saya würde ich noch als recht individuell einstufen und auch mit tatsächlichen Characterdevelopment. Sie ist zwar meist recht gewöhnlich und von den meisten Dingen überzeugt, aber sie zweifelt eben sehr schnell an sich und woran war ja auch nachvollziehbar. Für sie hätte ich mir einfach eine andere Lösung gewünscht, ihre Probleme zu lösen … aber na ja. Rimi ist da zum Beispiel wieder sehr schüchtern und das hört man bei ihr sogar im Gesang, wie man kurzzeitig auch hören konnte. Sie wirkt immer sehr verängstigt, aber sie kommt mit der Zeit zumindest ein bisschen aus ihrem Schneckenhaus und ich mag sie eigentlich ganz gern. Zuletzt wäre da noch Tae, die da oben als Hanazono mit ihrem Nachnamen betitelt hab. Auf dem ersten Blick wirkte sie sehr streng und pflichtbewusst. Aber irgendwie ist sie doch eher ein kleiner Luftkopf und macht gern alles in ihrem Tempo. Sie weiß aber, was wichtig ist und das finde ich auch in Ordnung so. Ohne sie wäre Kasumi mit dem Gitarre spielen echt aufgeschmissen gewesen und die beiden hatten eine interessante Dynamik.

Der Rest der Nebencharaktere ist dann eher recht mau. Da kann ich tatsächlich nur die Besitzerin des Ladens nennen und Glitter Green. Es war aber auch klüger, die anderen Band hier noch nicht großartig zu zeigen. Dafür war einfach zu wenig Zeit da und das ist auch absolut in Ordnung für mich. Bei der Besitzerin des Space war ich mir nie so sicher, wohin sie eigentlich wollte. Man merkt schnell, wie streng sie ist und die Musik auch liebt. Ihre netten Seiten kommen irgendwann auch zum Vorschein und sie hat auch wirklich ein liebes Lächeln. Aber warum sie ihren ach so geliebten Laden dicht machen wollte, ist mir ein Rätsel. Klar, sie war schon recht alt – aber sie hat keinen exakten Grund dafür genannt, es hieß nur irgendwann: „Jo, Hanazono. Ich mach bald dicht, weißte das noch nicht.“ Ich erinnere mich noch daran, in Hanasaku Iroha eine ähnliche Szene gehabt zu haben. Die Oma dort war auch superstreng, aber ihr Grund war irgendwo etwas klarer. Natürlich wurde auch von der Besitzerin angedeutet, dass den Laden wahrscheinlich irgendwer übernimmt (im Spiel heißt er auch anders) – nur, soll das echt alles sein? Ich weiß ja nicht. Glitter Green fand ich übrigens eigentlich als Band ganz cool. Immerhin waren sie es ja auch, die Kasumi irgendwo geprägt hat. Aber sonst war da nicht viel, was sie ausgemacht hat. Man hat Rimi manchmal noch mit ihrer Schwester gesehen, aber wirklich nützlich waren sie nicht, als Poppin’Party nicht weiter wusste und bei den Vorsprechen des Space antanzte. Das hat mich ein bisschen gekratzt, muss ich sagen.

Zeichnungen & Animationen

Hier muss ich auch etwas meckern. Leider hatte dieser Anime keine wirklich konstante Qualität und das will man bei 12 Folgen ja eigentlich doch erwarten können. Viele Folgen sahen mittendrin einfach mal völlig anders aus oder einfach komisch. Das hat mich rein qualitativ etwas unter den Fingern gejuckt, wo man hier doch schon eine Produktion von zwei Studios sieht (Xebec & Issen). Teilweise hat hier manches einfach überhaupt nicht gestimmt und ich rede nicht von den CGS allein. Ich weiß jetzt nicht wie die Musikvideos aussehen, die es zu der Serie noch gibt. Aber meine Güte, hier stimmte teilweise manches echt gar nicht.

Ob es bei dem neuen Studio Sanzigen (unter anderem für Black Rock Shooter) besser laufen wird, weiß ich nicht. Persönlich hoffe ich nur, dass die zweite und dritte Staffel irgendwo noch etwas besser wird was das hier angeht. Man merkt leider so ein bisschen, dass hier anscheinend selbst keine wirkliche Überzeugung drin gesteckt hat. Für so ein großes Franchise muss hier unbedingt noch was gemacht werden.

Musik & Synchronisation

In Anime hier hört man noch relativ wenig Musik, im Vergleich zum Spiel. Die Songs hier sind eigentlich ganz gut, auch wenn Kasumi nicht die beste Sängerin ist. Es wurde dann erträglicher, als die anderen mitgesungen haben. Für mich ist es auch irgendwie unlogisch, dass so neue Bands immer direkt neue Songs schreiben können. Klar, wenn man ein paar erfahrene Leute dabei hat, ist das kein Ding. Aber das ist ja echt immer so in solchen Anime und für mich wäre es logischer gewesen, wenn sie vielleicht noch ein paar Lieder gecovert hätten. In zwei oder drei Folgen sangen sie noch Funkel, Funkel, kleiner Stern … rauf und runter, was super nervig war. Im Spiel gibt es jedoch neben originalen Songs auch Coversongs und die hätte ich hier gern gehört. Eigentlich recht schade.

Zu dieser Serie gibt es bis jetzt auch noch keinen Dub, also gibt es hier nicht viel zu bewerten. Allerdings gab es hier relativ viele neue Seiyuus und das ist immer recht frisch, als ständig nur bekannte Sprecher zu hören (ist im deutschen Bereich ja genauso).


Bang Dream! hat einiges an Potenzial, das es aber nicht richtig nutzen kann. Es mangelt hier und da an allen Kanten und Ecken, was wohl an dem Glauben der eigenen Produzenten lag. Für mich gab es hier viele sympathische und frische Dinge zu sehen, die ich teilweise so nicht mal aus K-On! kannte. Hätte ich das Spiel nicht gespielt, wäre ich hier wohl aber so gar nicht drauf gekommen. Warum dieser Anime an sich aber eher unbekannt ist, stellt für mich kein wahres Rätsel dar. Ich mochte die Serie wirklich, aber ich sehe da wirklich noch viel mehr Potenzial. Mit der Bewertung bin ich hier gnädiger als ich selbst glaube, aber das bleibt so. Bin gespannt, wie es weiter geht.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

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Ein Gedanke zu „BanG Dream! – Review

  1. Klingt recht typisch, wobei ich denke wenn man heutzutage Girls-Musik-Idol Gedöns als Thema nimmt und optisch vollkommen 08/15 ist (also weder schlecht noch zu experimentell) hat man aktuell garantiert einen Hit, dafür ist das Genre aktuell noch zu gut am laufen, klar ebbt das langsam ab aber einen harten Kern gelüstet es da sicher immer nach mehr. Die Review war ganz nett, auch wenn ich solche „Ah meine Eltern wollen/können mich nicht bei meinem Traum unterstützen“ – Plots nun auch zur genüge kenne, es klingt alles solide, aber neue Grenzen werden hier wohl nicht ershclossen, wohl eher ein „save“ Anime versuch

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