Cutie Honey Universe – Review

So ein Titel wo man sich fragt: „Warum schaue ich das eigentlich?“

Die aktuelle Season hatte so eine handvoll Serien, die ich geschaut habe. Abgebrochen habe ich meines Wissens nur eine Serie, ansonsten hab ich alles bis zum Ende geschaut – Ausnahmen sind Steins;Gate Zero und Persona 5 die noch am laufen sind. Aber keiner dieser Titel ist so alt wie Cutie Honey, dass gern von deutschen Zuschauern als Sailor Moon Klon bezeichnet wird. Dahinter steckte eigentlich nur ein Remake aus den 90ern, dass von Sailor Moon Zeichnerteam stammte. Die Serie selbst ist mittlerweile über vierzig Jahre alt. Mit Cutie Honey Universe sind wir nun schon bei Remake Nr. 4 angekommen, wobei man das hier eher als Reboot zählen sollte. Dieses Mal sitzt Production Reed an der Serie, welche in der Vergangenheit schon an Projekten mit Madhouse und Toei zusammengearbeitet haben. Spoiler sind vorhanden, lesen auf eigene Gefahr. 

Story

Honey Kisaragi ist Schülerin an irgendeiner katholischen Schule und lebt mit ihrer Freundin Natsuko dort in einer Friede-Freude-Eierkuchenwelt. Ihre Lehrer und manche Schüler sind zwar ziemlich abgefuckt, aber Honey ist auch nicht ganz normal. Von ihrem verstorbenen Vater Professor Kisaragi erschaffen, ist sie eine Art Androide und kann sich in Cutie Honey verwandeln – die Kriegerin der Liebe. Doch sie kann sich nicht nur in die rothaarige Heldin verwandeln, sondern auch noch in fünf andere Formen die gelegentlich dran kommen. Doch ihr Vater wurde von den Panther Claw umgebracht, die es auf irgendein Air Bone Dingensbums abgesehen haben. Wird vom Plot leider nie so genau erklärt, aber Sister Jill ist darauf scharf und setzt ihre Monster immer wieder auf Honey an um ihr dieses Ding zu bringen.

Cutie Honey ist mir jetzt nicht völlig neu – ich hab bisher den Gainax Ableger mit seinen drei Folgen (die jeweils eine dreiviertel Stunde lang waren) gesehen und ein paar Folgen aus der 90er Fassung. So war es doch überraschend, noch eine Serie aus diesem Franchise zu sehen. Go Nagai hatte wohl ein großes Jubiläum zu verzeichnen und da musste wieder eine Anime-Adaption für Cutie Honey her. So richtig Sinn hat hier aber nicht viel gemacht. Die ersten Folgen waren relativ interessant, keine Frage. Es gibt einige lustige Szenen, nur lutschen sich die Witze nach einer gewissen Zeit auch aus. Ernst will die Serie von Zeit zu sein auch sein, aber richtig rüber kommt das leider auch nicht so wirklich. Das Monster des Tages-Prinzip wirkte in einer zwölf Folgen Serie völlig falsch am Platz und vom vorankommenden Plot kann irgendwie auch nicht die Rede sein. Interessant war es schon, dass Sister Jill eine Art Doppelleben führt und gleichzeitig als Inspektorin Genet bei der Polizei arbeitete. Wie sie an zwei Orten gleichzeitig sein konnte ist mir zwar ein Rätsel, aber das war halt so. Außerdem droppte auch diese Serie so etwas, was ich aus anderen Anime absolut nicht leiden kann – sie haben Charaktere sterben lassen und dann einfach wieder zurückgeholt (bis auf eine wichtigere Person, aber na ja). Außerdem sind in der Serie Yuri-Vibes drin, wo sie nicht hinsollten. Was zwischen Honey und ihrer Freundin Natsuko abging war mir relativ Bohne, da war auch schon in der Gainax Version irgendwas im Gange aber geklärt wird das nicht so wirklich. Storytechnisch ist diese Story absolut chaotisch geschrieben und die Jokes mit all ihren Ecchi-Anspielungen nerven mit der Zeit dann eigentlich nur noch. Selbst bei den Panther Claw war noch ein Mitglied, dass sich mit der Zeit noch irgendwie dazu hinreisen lassen wollte auf Honeys Seite zu wechseln – was ebenfalls ziemlich bescheuert gelöst war. So habe ich mich ab der Hälfte gefragt, warum ich eigentlich noch weiterschaue und was das alles noch bringen soll. Durchgehalten habe ich trotzdem und das Ende war ziemlich nutzlos. Und meine Fresse, diese Yuri-Vibes ey … das stört mich normalerweise nie, aber Sister Jill war ja echt besessen von Honey.

Charaktere

In wie weit die Charaktere jetzt richtig dargestellt waren, kann ich gar nicht so sehr beurteilen. Honey ist nach wie vor sehr dümmlich und naiv, was sie ja auch in den anderen Fassungen ist – oder zumindest in der Gainax-Fassung. Ihre Freundin Natsuko verhält sich da auf dem selben Level, wobei die eher gerafft hat was mit Genet/Sister Jill (das war absolut offensichtlich, das ist nicht mal ein Spoiler) Phase ist. Natsuko wurde bei Gainax ja als ziemlich ernste Polizistin dargestellt – hier ist einfach eine weitere dumme Schülerin von Honeys Schule. Wenn Honey also mal nicht verwandelt ist, verhält sie sich völlig dämlich und rafft so eigentlich gar nichts. Mit der steigenden Anzahl an verstorbenen Mitschülern wird sie zwar ernster, aber die Naivität legt sie nicht ab. Wie lang sie das mit Genet noch geglaubt hat, ist verdammt bescheuert gewesen. Selbst als Natsuko das nicht richtig sagen konnte, hätte es doch irgendwem anders auffallen müssen. Die männlichen Charaktere in dieser Serie sind allerdings auch ein Witz. Ob das nun dieser komische andere Komissar war oder der Opa und sein Enkel – alle sind irgendwie nur dafür da Honey anzugaffen und mal kurz zu helfen. Mit ihren Mitschülern verhält sich das relativ ähnlich, würde ich sagen.

Aber die nicht erklärten Yuri-Vibes gehen mir ordentlich auf die Nerven. Ob das wie gesagt die Besessenheit von Sister Jill ist, die Honey als so unschuldig und rein bezeichnet oder Natsuko … weil die einfach lesbisch ist, das ist so beknackt gemacht. Ich hab auch nicht wirklich gerafft, warum sie diese ganzen Formen von Honey beibehalten haben. Die waren fast nie wirklich hilfreich und meist verwendet sie so wieso zu viel Energie und verwandelt sich schon wieder halb zurück. Von Panther Claws anderen Charakteren will ich auch nicht anfangen, das waren einfach nur ursprünglich irgendwelche Mädels die Genet eingelullt hat und nun ihre „Werkzeuge“ sind. Fuck Yuri, was soll das … zwei davon sind zwar mit der Zeit zu Honey übergegangen, aber nun ja. Hat ihr oder ihnen auch nicht sonderlich viel Tiefe gegeben und der Abgang von Jill war dann auch so unspektakulär wie die ganze Serie an sich. Panther Zora war für den Anime sogar angekündigt und sollte auch eine wichtige Rolle spieln – aber sie hatte dann doch nur ein Cameo. Schade, ich kenne sie selbst von Gainax nur angeteasert aus dem Opening. Wäre sicher cool geworden, aber Universe will ja weder cool noch irgendwie besonders sein.

 

Zeichnungen & Animationen

Ich will nicht zu viele Worte verlieren, aber hier bewegt sich die Serie schon relativ sicherer. Die Folgen sind zwar auch sehr unterschiedlich in ihrer Qualität. aber das ist noch aus haltbar. Den Zeichenstil fand ich nicht so schlecht, auch wenn mir Cutie Honey im Gewand der 90er (beide Fassungen, nur vom Zeichenstil) etwas mehr gefallen hat. Aber hier sind die Meinungen sicher sehr unterschiedlich, weil es eben schon so viele Fassungen von Cutie Honey gibt. In dieser Serie mischen sich aber sehr viele unterschiedliche Zeichenstile, was wohl auf den Titel der Serie zurückzuführen ist – man hat das ganze sicherlich Universe genannt, um alle Charaktere einfach einfügen zu können und das finde ich nicht mal so verkehrt. So sehen manche Charaktere einfach mal aus, als seien sie aus der 70er Fassung, andere wiederum wirken wieder etwas moderner. Man hat sich nicht zu sehr an irgendeinen Zeichenstil orientiert und einfach das genommen, was am besten gepasst hat. Die Fanbase von Cutie Honey bezeichnet das hier auch gern mit Scheiße + Farben, aber zeichnerisch hätte es wirklich schlimmer sein können. Da will ich gar nicht mal so viel schimpfen, man muss es ja auch nicht völlig übertreiben. Die Kämpfe waren aber durchaus eigenartig gemacht, mit dieser komisch dargestellten Dimension, kann man in Textform leider nicht so gut beschreiben.

Musik & Synchronisation

Der Ton von Cutie Honey Universe war auch nicht so übel. Es gibt ein paar ganz nette Stück und die Eyecatcher sind ganz cool gemacht. Allerdings hat man bei dieser Fassung auf das ikonische Onegai verzichtet. Sie haben quasi die Tradition gebrochen, den Song Cutie Honey zu nutzen – was sie sonst immer gemacht haben. Die Fassungen hatten alle irgendwas eigenes, obwohl es eigentlich immer das selbe Lied war. Hier hat man jetzt ein neues Lied, das irgendwie nicht sonderlich viel mit Cutie Honey zutun hat. Es hört sich nicht schlecht an, aber das war es auch wieder. Für mich hört es sich zumindest nicht so an, als sei es wirklich für die Serie geschrieben worden. Das Wort Honey und solche Dinge kommen zwar im Lied vor, aber das war es auch schon. Der Ending-Song ist dagegen schon wieder etwas jazziger, was eine Abwechslung zu dem poppigen Opening ist. Außerdem wird es von einem Mann gesungen, aber das war es schon mit der Abwechslung. Bei der Synchro will ich jetzt nicht zu viel Zeit verlieren, aber ich fand es bescheuert das Honey wirklich sechs Synchronsprecherinnen hatte. Sprich, für jede Form eine und für die blonde und verwandelte Honey halt Maaya Sakamoto als Wichtigste. Klar, kamen die Formen gar nicht groß vor. Aber das empfinde ich dann doch als etwas viel Arbeit. Es kommt mir eher so vor, als hätten sich die Produzenten nicht entscheiden können und haben einfach alle Seiyuus genommen die da waren. Sind auch bekannte Namen dabei (siehe Kana Hanazawa, die hört man überall), aber warum? Das ist Mühe, die sie sich eigentlich nicht hätten machen müssen, Sakamoto hätte das sicherlich auch so hinbekommen, für Misty Honey hätte eine reine Gesangsstimme noch gereicht und dann wäre es in Ordnung gewesen. Da hat man sich meiner Meinung nach einfach an der falschen Stelle Gedanken gemacht.


Ja, Cutie Honey ist schon eine recht eigenartige Serie gewesen. Man wusste anscheinend nicht wirklich, wo man mit der Serie hin will und welche Prioritäten man setzen wollte. Für ein Franchise wie dieses ist es allerdings etwas schade, da Cutie Honey doch gute Dinge vorgebracht hat und in seinen paar Serien einige gute Sachen dabei hatte. So lernt die neue Generation, wenn das Interesse da ist, dass hier nicht wirklich jemand Plan hat und die Story einfach viel zu wirr geschrieben wurde. Wer sich wirklich ernsthaft mit der Serie auseinander setzen will, sollte sich eher die vorherigen Fassungen anschauen. Welche genau, sei jedem selbst überlassen. Eine richtige Empfehlung kann ich da nicht geben, aber die sind sicher alle besser als Universe. Wer das Hirn abschalten will und einfach was nebenbei laufen lassen will, sollte sich aber nicht so daran stören. Wenn man über alles hinweg sehen kann, geht es vielleicht noch als belächelter Trash weg. Aber das mag ich auch zu bezweifeln, also besser die Hände weg und die anderen Fassungen schauen.

Bewertung: 3 von 10 Punkten

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Ein Gedanke zu „Cutie Honey Universe – Review

  1. Ecchi MUSS(!) denke ich in den Cutey Honey Serien dabei sein, denn es ist Fakt (nein nicht wie Trump., sondern wirklich belegt): Go nagai schuf NICHT nur das Mecha-Genre, er brachte auch den ersten Ecchi Manga in Japan raus (damals noch beachtlich handzahm). Ich bin enttäuscht, es gab in der Sailor-Moon Version „BAZOOKA-Honey“, die sollte es überall geben. Ich muss mal die Gainax Serie nachholen, und du den Realfilm, der war recht ulkig ^^

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