Subaru: My Dirty Mistress – Review

Was tue ich mir nur wieder an …

Ja, ich und Lynn Okamoto sind so ein Ding für sich. Nach Brynhildr hab ich eigentlich gesagt, ich fasse nichts mehr von ihm an. Allerdings ist das faktisch hier auch nicht ganz korrekt. An Subaru saß Okamoto nicht allein – er gibt hier nur die Story und die Vorzeichnungen hin. Gezeichnet wurde diese Serie von Mengo Yokoyari, die im Gegensatz zum Autor weiblich ist, aber selbst auch schon ein paar Manga gezeichnet hat (Scums Wish erscheint aktuell hierzulande bei Kazé). Als ich den Titel in Okamotos Myanimelist gesehen habe, war ich allerdings schon erstaunt. Erst habe ich nicht richtig gelesen, dass er hier nur der Autor ist. Deswegen war ich über die Zeichnungen erstaunt, aber für die war er hier ja eigentlich nur bedingt zuständig. Aber na ja, was solls.

Subaru Kawana und Akira Saito sind Kindheitsfreunde. Sie werden jedoch getrennt, als Subaru, die Tochter einer wohlhabenden Familie, an eine Elite-Schule kommt, während Akira eine „normale“ Schullaufbahn einschlägt. Nach qualvollen Jahren des Lernens erhält er ein Stipendium, das ihm ermöglicht, endlich an die Schule von Subaru zu wechseln – das Wiedersehen fällt aber anders aus, als Akira gehofft hat, denn Subaru hat sich in eine schöne und allseits beliebte junge Frau entwickelt, die zu jedem Mitschüler freundlich ist, sich aber verachtend gegenüber Akira verhält. Als beide sich wünschen, dass ihre Schlafräume miteinander verbunden sind, erfüllt sich dieser Wunsch – mit dem Preis, dass Subaru täglich für eine Stunde ihre Selbstbeherrschung verliert. Während dieser Zeit kommen ihre sexuellen Gelüste gegenüber Akira zutage. Er möchte dies gerne ausnutzen, könnte dadurch aber ihre Beziehung gefährden. (Quelle: Anisearch)

Was ich von diesem Manga halten soll, weiß ich bis jetzt immer noch nicht. Von Lynn Okamotos anfänglichen Zeichenschwierigkeiten an neue Charaktere ranzukommen, ist hier schon mal mit einer anderen Zeichnerin umgangen. Man sieht seinen Einfluss aber dennoch, wenn man klar davon weiß. Wenn ich an seine anderen Werke denke, konnte er sich hier etwas mehr austoben. Elfen Lied hatte schon reichlich sexuelle Anspielungen, aber mehr Gewalt. Nononono hatte dann wieder mehr sexuellen Kram durch das Gender Bender-Thema, kam aber nie zur Sache. Brynhildr in the Darkness wollte ein besseres Elfen Lied sein, kratzt aber noch weiter an den sexuellen Anspielungen und scheiterte dann an den gewalttätigen Szenen. Hier durfte Okamoto tatsächlich mal machen was er will – zumindest was die sexuellen Themen angeht. Hier geht es hauptsächlich um die Beziehung zweier Menschen, Schamgefühl, Lust und eben halt Sex. Wäre da nicht dieser komische Gott, der von Subaru als Opfer des Wunsches ihre Selbstverlagen haben will. Die Idee mit dem Gott wäre ja nicht so blöd – wenn der nicht hauptsächlich ein sprechendes Kissen wäre. Was raucht der Kerl eigentlich, mal wirklich? Ich wüsste nur zu gern, wie sich Yokoyari manchmal beim Lesen vorkam. Ich weiß oft absolut nicht, ob der Kerl sich mit seinem Inhalt über mich lustig macht oder ob er das einfach zum Spaß macht, weil es keinen Sinn ergibt. Das Kissen hat zwar auch eine menschliche Form und kann auch auf den Tisch hauen, aber sonst ist es nur zur Belustigung da.

Dieser Manga hat einige lustige Szenen, aber auch viele ernste. Allerdings überwiegen die lustigen Szenen nicht, dass ich auf diesen Band Comedy drauf schreiben würde – auch das Kissen nicht, auch wenn es im ersten Moment lustig war. Ich schwöre, ich habe diesen Band kurzzeitig ungeduldig gesucht und musste mir von der Verkäuferin helfen lassen, die selbst meinte: „Lol, das ist Comedy.“ Romance war dieser Band zwar auch nicht, aber das ist doch schon irgendwo erotischer Content. Warum schreibt man das nicht drauf, wenn man den Band schon einschweißt und eine Lese-Empfehlung ab achtzehn drauf klebt? Drama wäre für mich auch noch gut gegangen, wenn ich die andere Serie von Yokoyari lese. Kazé hat da Drama drauf geschrieben – aber Tokyopop ist ja so kreativ, ne? Für den unregelmäßigen Abstand, in denen die Kapitel entstanden sind ist die Geschichte aber ziemlich konstant. Die Kapitel sind in innerhalb von etwa vier Jahren erschienen und das finde ich gar nicht mal so blöd, als kleines Nebenprojekt. Leider ist es halt auch kein anspruchsvoller Manga, als das sich das Warten für japanische Leser wirklich gelohnt hätte … keine Ahnung wie die das sehen, aber hätte ich in den Abständen warten müssen, hätte ich die Reihe sehr schnell vergessen. Die Geschichte dümpelt im ersten Band noch etwas vor sich hin und wird dann im zweiten Band etwas ernster und erreicht einen finalen Höhepunkt (nein, nicht weil das Mädel so viel Sex will und dabei kommt, ja?). Die Geschichte ist nicht unnötig gestreckt worden und das fand ich ziemlich lobenswert. Ob man allerdings etwas ernsteres von Okamoto erwarten kann, ist fraglich. Er weiß ja tatsächlich, wie man tragische und dramatische Szenen schreibt. Aber leider versaut er es sich immer wieder mit irgendwas, sei es auch nur ein dummer Witz. es ist sein Stil, aber das macht mich jedes Mal ein klein bisschen aggressiv.

Die Charaktere empfinde ich allerdings auch nicht als sonderlich helle. Der Protagonist ist mit seinem Ziel, seine Kindheitsfreundin zu erobern zwar nachvollziehbar, aber für was er sich da Mühe macht ist eher fraglich. Subaru gibt sich immer als das feine Mädel aus gutem Haus, denkt in Wirklichkeit aber nur an das eine und das ist ihr ganzer Charakter. Manchmal hat sie noch Schamgefühl und muss sich vor irgendwem rechtfertigen, aber sonst ist sie einfach ein doofer Charakter. Da ist nichts, was sie außer ihrem Aussehen sonderlich besonders macht. Selbst die Protagonistin aus Brynhildr hatte mehr Charakter und die war auch einfach nur eine Tsundere (und selbst der Plot um eine Kindheitsfreundin ist in Brynhildr ist ähnlich, nur dass diese nicht „tot“ ist). Nebencharaktere gibt es hier so gut wie keine, bis auf die kleine Schwester von Subaru (die nur dafür da war um raus zu finden, ob der Protagonist ein gescheiter Kerl für ihre Schwester ist). Die Zeichnungen sollte man allerdings loben und auch die Darstellungen sahen nicht aus wie aus einem billigen Porno. Da steckte schon ordentlich was drin, sehen tut man unter dem Strich aber eigentlich nicht viel. Warum dieser Band eingeschweißt ist, kann ich nachvollziehen. Nur das Rating finde ich etwas hoch – das hätte man vielleicht auch schon ab sechszehn verstanden. Von Tokyopop war es aber doch klug zu warten, auch wenn zwischen Band 1 und 2 fast ein Jahr lag. Aber wie gesagt, die japanischen Leser mussten länger warten.


Subaru hätte ein durchaus guter Seinen mit netten Sex-Szenen sein können. Leider ist dafür der Inhalt nicht ernst genug genommen worden. Ich sehe viele Bemühungen in den Zeichnungen, aber die Story kommt da nicht nach. Die weibliche Protagonistin ist einfach schwach und lächerlich, was diese kurze Reihe ganz schön runter zieht. Es ist aber trotzdem noch besser als manche Ecchi-Serien, die man heutzutage lesen muss. Das muss man bei dieser Serie schon zugeben, aber ich hab mich nicht sonderlich gefordert gefühlt. Zur kurzen Unterhaltung reicht es aber sicher aus, will ich meinen.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – in zwei Bänden abgeschlossen

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5 Gedanken zu „Subaru: My Dirty Mistress – Review

  1. Hey 🙂
    Oh man, das klingt nach einer sehr eigenen Story… und teilweise auch sehr platt. Aber trotz deiner vielen Kritikpunkte, hast du ja noch sechs Sterne vergeben, weshalb ich mal denke, dass die Reihe gar nicht mal soo schlecht sein kann, oder?^^
    Dennoch muss ich ehrlich sagen, dass das nach keinem Manga klingt, den ich mir kaufen würde. Sollte ich den irgendwann mal so in die Finger bekommen, würde ich ihn zwar auch lesen, aber sonst hat er mich nach deiner Review leider so gar nicht überzeugt.

    Liebe Grüße! 🙂

    • Ich denke, die sechs Punkte haben die Zeichnungen noch raus gerissen. Hätte Okamoto das selbst gezeichnet, wären es wahrscheinlich fünf Punkte geworden. Außerdem ist es auf die Länge gesehen noch nicht so extrem schlimm, wie manch andere Serien. Ich denke da an Brynhildr in the Darkness, dem ich nur noch fünf Punkte gegeben habe weil es mit 18 Bänden einfach zu lang wurde. Man kann ihn durchaus lesen, aber ich würde jetzt keine völlige Empfehlung aussprechen. Sprich – es sind schon viele grobe Schnitzer drin, aber es ist insgesamt noch besser als Durchschnitt.

      • Das stimmt wohl, zwei Bände kann man wirklich noch verkraften. 😉 Naja.. mal schauen, ob ich irgendwann über einen davon stolpere 😀

  2. Ich habe diesen Manga letztens bei einem Freund verschlungen. Von Okamoto hab ich noch nichts gelesen, lediglich den Animu zu Elfen Lied gesehen, daher kann ichs nicht mit seinen Werken vergleichen.
    Der erste Band dieser Serie war noch ganz unterhaltsam, auch gerade weil er sich nicht ganz ernst nimmt. Subaru hat mir aber auch zu wenig Charakter … Außer Sex nix im Kopf. Der zweite Band ist meiner Ansicht nach nur eine schlechte 0815 RomCom, mit ein bisschen Ecchi und nimmt sich zu ernst um als Parodie durch zu gehen, aber nicht ernst genug für Drama. Zumal der Plot absolut uninnovativ und flach war.
    Die Zeichnungen fand ich auch eher durchschnittlich, im vgl zu z.B. To love-ru Darkness oder Yuragi-sou no Yuna-San. Die Messlatte ist sehr hoch angelegt, aber das ist halt mein Anspruch bei Ecchi …

    Alles in allem geh ich da mit, die Serie ist leider eher mäßig. Schade eigentlich, die Idee hätte eine gute RomCom abgeben können …

    • Ich schätze, für eine gute RomCom hat hier einfach der Inhalt gefehlt. Oder der Charakter bei Subaru. Auf mich wirkte es schon eher wie ein halber Hentai, das mit anderen Ecchis zu vergleichen ist schon fast beleidigend für diese Titel xD. Aber ich versteh schon, worauf du hinaus willst. Zumindest konnte dich der erste Band unterhalten. ^^

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