Suisai – Review

Ein Manga über Blassinstrumente … mir fällt kein Joke ein, verdammt.

Nach Hiyokoi und Ai startet durch, habe ich auch bei Suisai zugegriffen. Moe Yukimaru hat meiner Meinung nach nicht mal besonders gut (oder schlechte) Zeichnungen, aber ich mag ihre Geschichten sehr gern. Deswegen hab ich nach dem super fluffigen Hiyokoi und ihrem später erschienen One Shot (der eigentlich auch schon fast zehn Jahre alt ist) zu dieser Reihe gegriffen. Ich besitze ja auch alle Arina Tanemura Manga, die es in Deutschland gibt … gewisse Lieblings-Mangaka hab ich halt irgendwie und bei Shoujo-Reihen kann man meiner Meinung durchaus zugreifen, wenn man von einer Serie überzeugt war und diese sehr mochte.

Suisai selbst erzählt die Geschichte von Urara, die eine sehr begabte Leichtathletin ist und davon eher gelangweilt ist um nach der Mittelschule damit weiterzumachen. Trotz ihren Rekorden möchte sie sich etwas neuem widmen und landet zufällig beim Schulorchester. Nach einem Schnupperkurs ist sie von den schönen Melodien sehr begeistert und hat nicht nur Interesse an der Querflöte gefunden – sondern auch an dem Typen am Saxofon. Er heißt Minato, für seinen Namen musste ich gerade nachschauen (sagt ja schon mal viel über ihn aus). So tritt sie dem Club dann auch bei, aber das mit dem Querflöte spielen ist gar nicht so einfach, wie sie sich das vorgestellt hat.

Ich bin erst davon ausgegangen, dass die Musik in diesem Manga nur Nebensache ist und die Romanze im Vordergrund steht. So wirkte nämlich auch die originale Beschreibung von Tokyopop, die ich etwas abgewandelt habe. Suisai bedeutet außerdem Aquarellmalerei, was daran andeutet dass die Begeisterung des Orchesters auf Urara abfärbt und sie in den Bann zieht. Außerdem wurde im ersten Band auch erklärt, wie man die Kanji dafür schreibt. Aber kein Plan, die haben das Kanji nicht mal abgedruckt. Schon bescheuert, irgendwie. Doch inhaltlich steht wirklich die neue Leidenschaft zur Musik im Vordergrund – verglichen mit Ai und Hiyori ist Urara auch ein sehr lebhafter Charakter. Ich finde ihren Namen nur irgendwie komisch – er wird sicherlich bewusst gewählt worden sein, aber als Namen für eine Protagonistin finde ich ihn etwas merkwürdig gewählt. Eine Romanze gibt es in Suisa aber, wenn sie sich auch nicht sonderlich weit entwickelt. Minato ist irgendwie in eine Lehrerin verknallt, die eine Kindheitsfreundin von ihm ist und was mit dem Club zutun hat. Aber er hat selbst nicht genug Persönlichkeit, um diese ach so tragisch, einseitige Liebe irgendwie bittersüß zu machen. Ich kann euch nicht sagen, was der Kerl für eine Persönlichkeit hat. Der Protagonist aus Hiyokoi war ein verdammter Idiot und trotzdem konnte man ihn gern haben – aber Minato hat nicht mal irgendwelche erkennbaren Charakterzüge, wie ich finde. Er mag Musik und ist gut drin, aber sonst? Nix. Ich bin ehrlich, die Geschichte hätte mir ohne ihn viel mehr gefallen.

Ein paar Klischees gibt es aber unter den Charakteren schon – die liebe, nette beste Freundin und der superstrenge Senpai. Allerdings kann man sich aufgrund der Länge von vier Bänden wirklich wenige Charaktere merken, obwohl es nicht mal so viele sind. Trotzdem hat Suisai ein paar nette Dinge zeigen können – es ist keine super-typische, ich versuch was neues und bin super gut darin-Geschichte. Den dummen Plot mit Minato mal bei Seite geschoben, macht Urara durchaus eine Entwicklung durch. Mit ihrem Talent, dass sie eigentlich hatte, war sie stets immer eine Einzelkämpferin. Zwar wurde sie für ihre Leistungen bewundert, aber sie hat das stets nur für sich getan. Mit der Zeit lernt sie, wie wichtig es ist mit vollem Einsatz hinter einer Sache zu stehen und in einem Team zusammen zu arbeiten. Mir persönlich gefiel auch, als die Leute für den Auftritt gewählt wurden und Urara nicht mitmachen durfte. Warum? Sie war zwar gut, aber das Mädel sollte die Musik noch ein wenig lieben lernen. Das war schon ein kleiner Aha-Effekt.

Die Romanze selbst zwischen Minato und Urara entwickelt sich wie schon erwähnt, bis zum Ende nur so, dass sie irgendwas wie „ich will weiterhin mit dir spielen“ sagen. Irgendwie hat sie ihm auch halb die Liebe gestanden, den Satz aber dann so geändert, dass sie die Musik meinte. War schon irgendwie ein bisschen Klischee, aber na ja. Aber richtig fertig fühlt sich die Reihe auch nicht an – es hat zwar ein richtiges Ende, aber am Anfang des letzten Bandes hat man eigentlich noch das Gefühl, die Reihe würde noch ein paar Bände gehen. Ob Shueisha (der japanische Verlag) hier nun wieder am Ende gesägt hat, kann ich nicht richtig beurteilen. Fakt ist – hier hätte man noch einen oder zwei Bände machen können, meinetwegen sogar die eigentliche Romanze fort führen können. Aber es wurde eben drauf verzichtet und so schlecht finde ich das tatsächlich auch nicht. Nur dieser Minato regt mich auf, weil er eben kein wirklicher Charakter ist. Yukimaru konnte immer mit ihren lebhaften Charakteren und kleinen Witzen strahlen, aber neben Urara wirkt er so leer und farblos.

Von den Zeichnungen her hat sich Yukimaru nicht wirklich weiter entwickelt, aber die Musikinstrumente sahen ganz gut aus und man merkt sehr, wie viel Leidenschaft hier drin steckte. Sie war wohl selbst zur Schulzeit im Schulorchester und man merkt im Manga auch, dass sie auch Ahnung hat wovon sie da geschrieben hat. Meiner Meinung nach hätte sie sich aber doch etwas mehr auf andere Charaktere konzentrieren können und mehr Sideplots machen können – aber das sei der Länge der Serie geschuldet. Außerdem weiß sie auch, wie man Charaktere ordentlich weiterentwickelt – auch wenn der Typ halt wirklich langweilig war. Für mich hätte dieser Manga sogar an einer Mädchenschule spielen können, aber dann wäre es wahrscheinlich zu sehr Hibike Euphonium gewesen. Zumindest wirkte diese Serie auch nicht zu sehr davon beeinflusst und macht sein eigenes Ding – auch ohne künstliches Drama und geht nicht zu sehr auf eben die Romanze ein.


Suisai hat zwar hinten Romanze drauf stehen, aber es ist kein weiterer, blöder Shoujo-Manga der einfach nur einen Club nennt und ihn nur beiläufig erwähnt. Für nur vier Bände hat sich die Protagonistin gut weiterentwickelt worden und wäre auch gut ohne ihren Love Interest ausgekommen. Das Ende wirkt irgendwie sehr plötzlich, aber das macht eigentlich gar nicht so viel aus. Als kleine Abwechslung neben den sehr generischen Shoujo-Mangas hat man hier zumindest eine Abwechslung und nicht pausenloses, inhaltsloses Rumgeturtel. Wenn ihr Musik mögt, kommt euch die Serie sogar noch ein Stückchen weiter entgegen. Sollte es mehr von Yukimaru nach Deutschland kommen, greife ich auf jeden Fall zu.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – in vier Bänden abgeschlossen

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2 Gedanken zu „Suisai – Review

  1. Klingt für mich so als würde Tokyopop veilleicht da bewusst sagen „Oh Romance kommt mehr an lasst es uns als Romance bezeichnen“ denn es liest sich ja schon fast eher wie Slice of Life. Die Zeichnungen wirken ganz nett und ich mag es das die Romanze nicht das dominierende Element ist, vielleicht hat sich der Manga aber auch nicht gut verkauft und die Mangaka hat es abbrechen müssen, dein Kommentar das es etwas abgehackt wird vermutet das etwas, erstaunlich viele Manga werden vorzeitig abgeschnitten, das ist man sich manchmal garnicht so bewusst, bin aber froh das es insgesamt dennoch gefallen hat ^^

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