Anonymous Noise – Review

Yuzu, Nino und Momo.

Von Musik, Teenies und Dreiecks-Beziehungen.

Bei diesem Beitrag habe ich euch auf Twitter gefragt, welche Form ihr für diesen Beitrag haben wollt – ein klassisches Anime-Review oder ein Reingelesen-Beitrag. Warum? Ich kenne zu diesem Titel beides und hätte beides schreiben können – so wird es aber ein Anime-Review mit Hintergrundwissen zur Vorlage. Schauen wir uns das mal an. Von der Mangaka habe ich auch noch gar nichts gelesen, also wird das sicherlich spannend.

Story

Jeden Tag steht ein junges Mädchen mit Gesichtsmaske am Strand um dort eine für es nostalgische Melodie zu singen. Nachdem sie in ihrer Kindheit gleich zwei herzzerreißende Abschiede durchleben musste, singt Nino „Alice“ Arisugawa ihre Lieder nun dem Meer vor. Sie fühlt sich von einem Versprechen gebunden, welches sie ihren beiden Kindheitsfreunden gegeben hat. Zum einen ihrer ersten Liebe, Momo Sakaki, zum anderen Kanade „Yuzu“ Yuzuriha, der damals Musik für sie komponierte. Ohne sich je persönlich getroffen zu haben, versprachen beide Jungen Nino, dass, sollten sie jemals von ihr getrennt werden, sie durch Ninos Stimme wieder zu ihr finden werden. Sechs lange Jahre später ist es soweit. Nino, Momo und Yuzu besuchen die gleiche Highschool. Doch im Verlauf der Zeit haben sich viele Dinge in ihrem Leben verändert. Während Nino weiterhin unablässig versucht, ihr Kindheitsversprechen zu erfüllen, kommen bei Yuzu die von ihm am liebsten verdrängten Gefühle für Nino wieder in voller Stärke zurück, wohingegen Momo alles versucht, um ein Wiedersehen mit Nino zu vermeiden. Wird es ihnen durch Musik gelingen, ihre alte Freundschaft wiederherzustellen und das Gefühlschaos ihres Dreiecksverhältnisses zu überwinden? (Quelle: Anisearch)

Klingt jetzt wahrscheinlich ein wenig melodramatisch und das trifft auch irgendwo zu. Ich mein, diese Charaktere sind eigentlich noch unglaublich jung. Mir wären in der Zwischenzeit schon andere Dinge eingefallen, die ich hätte machen können. Die Mangaka beschrieb die Geschichte als eine Romance mit Musik und unerwiderter Liebe – trifft den Nagel eigentlich ganz genau. Das eigentliche Dreieck finde ich hier gar nicht mal so schlimm, weil es nicht offensichtlich ist in welche Richtung es eigentlich gehen soll. Ein paar nette Witze sind auch dabei, was das ganze recht frisch hält. Die Musik spielt auch eine sehr wichtige Rolle und geht mit dem Rest eigentlich gut Hand in Hand. Hier gibt es von dem einen nicht mehr, als von dem anderen. Aber Drama ist eben vorprogrammiert, dem muss man sich schon bewusst sein. In den zwölf Folgen denkt man inhaltlich etwa fünf Bände des Manga ab – der sechste Band der aktuell erschienen ist auch, aber da wurde schon massiv Inhalt übersprungen. So extrem wie im letzten Band war das eigentlich nie der Fall, aber so ist es eben. Inhaltlich sind ein paar Charakterinteraktionen zwischen Momo und Nino raus geflogen, die meisten Sachen zwischen Nino und Yuzu sind eigentlich drin. Die Nebencharaktere bekommen auch einigermaßen genug Beachtung geschenkt und inhaltlich hab ich selbst nicht viel zu bemängeln. In den zwölf Folgen ist halt nicht zu sehr gesteckt oder gekürzt worden, aber eine zweite Staffel fände ich selbst auch ganz nett.

Charaktere

Da gibt es natürlich auch eine Menge. Nino ist als Protagonistin aber recht unterhaltsam – sie hört einem nie richtig zu und ist eigentlich sehr witzig, verpeilt drauf. Auch ist sie mir nicht zu weinerlich, was man in manchen Shoujo-Werken ja gelegentlich hat. Bei Yuzu hab ich die Meinung da nicht ganz so – er ist ein starker Charakter dafür, dass er ständig vom Schicksal in den Arsch getreten wird. Aber charakterlich ist er schon eine ziemlich Tsundere, ihm fehlen nur die Brüste – kein Scheiß. Außerdem kommt ständig der Witz, warum er so klein ist und deswegen trinkt Yuzu auch öfter mal Milch um größer zu werden (was nicht sonderlich gut geklappt hat, bisher). Momo finde ich persönlich zwar als Charakter interessanter, aber mir ist nie klar was er will – auf der einen Seite will er Nino vergessen und ist ziemlich kalt. Auf der anderen Seite spricht er aber öfter davon, dass ihm Ninos Stimme gehört und schreibt gefühlt zwölftausend Lieder für sie. Aus dem Kerl wird man einfach nicht schlau, was will der jetzt nun eigentlich?

Nebencharaktere gibt es aber auch genug – allein in Ninos Band in NO hurry to shout; hat genug Mitglieder neben Nino und Yuzu. Man nehme noch einen leicht homosexuell angehauchten Bassisten und einen super gelaunten Drummer und dann hat man die Band so gut wie zusammen. Ist ja nicht so, als wenn Nino später öfter mit Gitarre spielt (tut sie). Aber ich mag das Prinzip mit der Band, dass sie sich in Cosplays schmeißen und dann auch noch Künstlernamen haben. Zu dieser Band gehörte ursprünglich auch Miou als Sängerin, aber die ist ausgestiegen um für Nino Platz zu machen – sie wusste ja, das Yuzu seine Lieder nur für Alice geschrieben hat und Miou nimmt dann an einem Casting für eine andere Band teil. Silent Black Kitty – was ein beknackter Name, ist die neue Band der Miou beitritt und als Konkurrenz für in No Hurry darstellen soll. Ratet mal, wer da Bassist ist? Richtig – Momo. Der Manga hat ja auch schon 15 Bände in Japan, wir sind gerade mal bei einem Drittel davon angekommen. In der Richtung wird auf jeden Fall noch einiges interessantes kommen, da bin ich mir sicher. Bei neuen Charakteren bin ich mir nicht sicher, aber es sind auch schon genug um mit arbeiten zu können. Klar, die Charaktere sind alle Teenager. Aber sie sind nicht unglaublich nervig, auch wenn sie gelegentlich etwas sehr über-emotional sind.

Zeichnungen & Animationen

Hier im Anime musste ich mich nicht zu sehr an den Zeichenstil gewöhnen, der sieht im Manga noch etwas markanter aus. Macht keinen so großen Unterschied, aber hier wirkt alles eben etwas glatter. Hier saß das Studio von Durarara! dran – Brain Base macht ziemlich flache Sachen, was Animationen angeht. Störte mich hier relativ wenig, auch wenn CG natürlich immer so eine Sache ist bei Musik-Anime. Man kann die Charaktere sehr gut auseinander halten, was ja auch oft ein Problem bei Shoujo-Serien ist. Brain Base hat aber erhalten können, was der Manga hier an Stimmung und Zeichnungen vorgelegt hat. Ob es aber sinnvoller gewesen wäre mehr zu animieren und mehr Folgen zu produzieren, kann ich jetzt gar nicht mal so sagen. In den zwölf Folgen passt es eigentlich ganz gut.

Musik & Synchronisation

Wenn es musikalisch in einem Musik-Anime nicht stimmt, läuft was falsch. Hab ich immer gesagt, aber hier stimmt eigentlich alles. Das Genre Alternative-Rock wurde sehr gut getroffen und Nino hat mit Saori Hayami eine gute Sprecherin und Sängerin erhalten. Ihre Stimmen wird sehr rar und zäh beschrieben, was auch auf sie zutrifft. Miou dagegen hat eine etwas angenehmere Stimme, aber sie klingen sich tatsächlich etwas ähnlich. So kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass es niemandem aufgefallen ist, dass da eine ganz andere Sängerin singt. Die Sprecher machen ihre Arbeit gut und Hayami schien beim Sprechen auch teilweise eine Schutzmaske im Studio getragen zu haben. So, wie es halt sein muss. Aber fragt mich nicht nach dem Dub, der war zu der Zeit als ich es gesehen habe eh noch nicht draußen. Lasst euch einfach überraschen, was Nipponart da macht.


Nach BanG Dream! und diversen anderen Musik-Anime (Love Live gilt auch) hab ich wohl ziemlich den Geschmack für dieses Genre gefunden. So sehr, dass ich selbst wahrscheinlich eine solche Geschichte schreiben will. Anonymous Noise legt aber zumindest schon mal einiges vor und ist dabei nicht zu sehr klischeebehaftet. Ich empfinde es schon als nachvollziehbare Idee, eine Romanze mit Musik zu verbinden und diese Serie wird auf jeden Fall noch vorankommen – das hier war definitiv erst mal nur der Anfang. Hier wird auf jeden Fall kein Moe-Kram (oder Idol-Kram) vorgelegt und das bringt schon mal etwas Abwechslung in dieses Genre.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

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Ein Gedanke zu „Anonymous Noise – Review

  1. Ich halle neulich ein Trailer für den Live Action Adaptations gesehen und fand es recht interessant. Generell steh ich ja darauf wenn viel Musik oder Gesang dabei ist ^^ vielleicht schau ich mal rein.

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