Miyako – Auf den Schwingen der Zeit – Review

Sieht niedlich aus, aber der Inhalt … na ja.

Unter den dreitausend Shoujo-Titeln die es bei Tokyopop gibt, ist es ja nicht unbedingt schwer etwas zum lesen zu finden. Wie ich jetzt aber noch mal genau zu Miyako gekommen bin, kann ich gar nicht so genau sagen. Vielleicht war es auch eher zufällig, was ich an dieser Stelle sehr vermute. Aber erst mal egal. Ich hab wirklich versucht ohne Vorurteile an diese Reihe zu gehen, nur … mit dem Inhalt ist es halt echt schwer viel richtig gutes zu sagen. (Spoiler inklusive)

Die schüchterne Miyako spielt lieber Videospiele, statt zu lernen, und ist in den gut aussehenden Hiroto aus ihrer Klasse verliebt. Doch der ist ausgerechnet mit Miyakos großer Schwester zusammen! Die beiden turteln zu sehen, bricht ihr immer wieder aufs Neue das Herz. Als sie eines Tages ihr Leid ihrem Mitschüler Shirota klagt und Hirota und Miyakos Schwester zufällig mithören, kommt es zum Eklat, und Miyako wünscht sich, alles ungeschehen machen zu können. Und dann fällt ihr ein Schlüssel in die Hände, der genau das möglich machen soll! Sie reist zwei Jahre in die Vergangenheit und bekommt die Chance, ihr Leben zu ändern …

Keine Sorge, für mich ist Miyako jetzt nicht die beschissenste Reihe auf Erden. Aber es hätte durchaus besser sein können, da bin ich ganz ehrlich. Wie tragisch und dramatisch hier um sich geworfen wird, kommt erst mit Miyakos Entscheidungen zu Stande. Vor dem ersten Zeitsprung ist alles noch so halbwegs okay und man weiß, ja, die will jetzt eigentlich nur gern was ändern an ihrem Leben. Doch man erfährt in den geänderten Welten eben, was Miyako nach dieser Sache mit dem Kerl und ihrer Schwester eigentlich vor hatte und auch durchgezogen hat. Sie war so verzweifelt, dass sie Selbstmord begangen hat und der Shirota aus der Zukunft möchte das gemeinsam mit Miyakos bester Freundin um jeden Preis verhindern. Auch, weil diese auf Miyakos Beerdigung darum von ihrer Schwester Hotaru (warum immer ich? xD) gebeten worden sind, die unter Tränen darum gefleht hat. Wie in dieser Reihe durch die Zeit gereist wird ist eh komisch, aber ganz ehrlich – Miyako ist so eine schwache Protagonistin. Eben, weil sie echt jeden Scheiß bereut, sich ständig in irgendwelchen Kram reinreitet und dann wieder zurück reisen will um es rückgängig zu machen. Allein an ihr scheitert diese ganze Reihe schon, weil sie erst gar nicht akzeptieren will, das dieser Hiroto eigentlich mehr ihre Schwester gern hat (und das jedes verfickte Mal auf den ersten Blick, kein Witz). Leider ist das aber nur ein Problem dieser Reihe – dieser Shirota ist auch so ein Ding für dich. Und sein Name klingt dem Namen vom anderen Typen auch sehr ähnlich … was zur Hölle.

Die ersten Bände konnten aber zumindest irgendwo die Geschichte voran bringen – nur wurde es mit der Zeit leider immer wirrer und das hätte es gar nicht sein müssen. Die Zeitreisen selbst werden nur sehr wenig erklärt, was schade ist. Natürlich kann man das hier nicht mit einem Steins;Gate vergleichen – aber wenn man Geschichten mit Zeitreisen mag, würde ich in jedem Fall eher das empfehlen als Miyako. Klingt vielleicht hart, aber es ist leider so. In den Randnotizen kann man auch klar erkennen, wie viele Gedanken sich die Autorin gemacht hat – aber es ist schon schwer nachvollziehbar wo sie mit manchen Szenen hin will. Allerdings war eines sehr offensichtlich, mit der Zeit – wenn es mit dem einen nicht klappt, muss Miyako halt was mit dem anderen Kerl anfangen. Hat mich nicht gestört, aber es war irgendwie sehr offensichtlich. Ich muss allerdings sagen, dass mir hier die Schwester gar nicht mal so auf den Sack gegangen ist. Ich denke nur an Wenn das Liebe ist, den ich vor einigen Monaten gelesen habe … da war die Schwester so furchtbar, ich wollte richtig rein treten. Hotaru ist zwar auch ein bisschen wie sie, etwas zu perfekt und so – aber ihr Charakter ist dafür noch halbwegs aus haltbar. Können wir so überperfekte Schwestern trotzdem als Klischee in Zukunft streichen? Ich hab darauf so gar keinen Bock mehr (ich hab auch keine Schwester, lol).

Hiroto und Shirota machen es auch nicht so wirklich besser – sie sind keine perfekten, 08-15 Shoujo-Boys. Aber sie sind leider auch zu uninteressant, um wirklich etwas nennenswertes über sie zu sagen. Hiroto hat noch irgendwo dramatischen Hintergrund in seiner Familie und hätte durchaus ab einem gewissen Punkt als ernsthafter Antagonist durchgehen können – aber darauf wurde hier leider verzichtet. Ich habe für diesen Manga keinen ernsthaften Gegenspieler für Miyako erwartet, aber davon gibt es ja wirklich nichts in diesem Manga. Miyako hätte sich mit der Zeit zu einem mutigeren oder stärkeren Charakter entwickeln können – aber am Ende kriegt sie einfach nur ihren Kerl, der sie eh schon mochte. Ich habe bei ihr echt das Gefühl, von einer Anti-Sue zu sprechen. Sprich, eine Mary Sue, die aber echt gar nichts kann und trotzdem geliebt wird. Einzig allein ihre Boys Love liebende Freundin war der einzig interessante Charakter in diesem Manga, aber ich hab leider ihren Namen vergessen. Ich bitte um Verzeihung.

Doch ich hab viel geschimpft über den Inhalt des Manga – die Zeichnungen sehen zumindest sehr süß aus und das hat es mir ein wenig gerettet. Die Kerle sehen zwar sehr feminin aus, aber ich mochte das Design von Miyakos Freundin echt gern. Mädels mit Brille die dann auch noch gut aussehen, sieht man leider etwas selten. Ich sehe auch noch darüber hinweg, dass Tokyopop den kompletten Titel der Serie geändert hat. Denn dieser Manga heißt eigentlich The Wandering Single Wing (Henyoku no Labyrinth), aber das klang denen wohl zu langweilig. Außerdem gibt es auch noch einen Sonderband zur eigentlichen Reihe – diesen hab ich aber noch nicht gelesen, weil es halt einfach nur Bonuskapitel sind und dergleichen. Außerdem lang noch ein Mini-Print, ein Notizblock und ein Storyboard bei (und ein Schuber, der alles zusammenhält). Die Hälfte der Extras hätte nicht sein müssen, aber na ja. Tokyopop halt.


Miyako – Auf den Schwingen der Zeit war ein netter Manga für zwischendurch und hat sich auch recht schnell gelesen, aber ich würde es kein weiteres Mal kaufen. Ich verstehe auch die Message hinter dem Manga, aber mit so einer Protagonistin kommt das leider nicht wirklich rüber. Das Ende selbst war auch für ein gutes Ende viel zu kitschig, mag ich meinen. Ich verstehe auch, was einige weibliche Leser an dieser Reihe finden, aber es reicht eben nicht um es wirklich weiterzuempfehlen. Ich habe das Gefühl, die Autorin hatte an vielen Stellen einfach Angst vor dieser Thematik die sie anreißt und ich kann das auch irgendwo verstehen. Die ernsteren Szenen wurden auch gut rüber gebracht, aber das reißt es leider auch nicht so sehr raus. Echt schade.

Bewertung: 5 von 10 Punkten

Verlag: Tokyopop – in zehn Bänden abgeschlossen (+ein Sonderband, wenn man noch mehr braucht oder es vollkommen komplett haben will)

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2 Gedanken zu „Miyako – Auf den Schwingen der Zeit – Review

  1. Zeitreisen haben schon faszinierende Plotts ergeben, aber weinerliche Helden sind mir meistens eher zu lästig, beziehungsweise wenn sie sich so garnicht entwickeln. Die Wertung klingt zumindest ziemlich nahe deiner Beschreibung, Umfang der Reihe steht hier nicht das wäre noch das einzige, obs 3 Bände sind oder 40 XD

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