Warum ich Free gedroppt habe

Der Titel klingt fast wie eine Rechtfertigung, aber ich wüsste nicht mal wie ich es anders nennen sollte.

Ja … warum hab ich Free gedroppt? Gemeint ist dabei die aktuelle Staffel, die ersten zwei Staffeln und den Starting Days Film habe ich gesehen. Meine Erinnerungen sind auch nicht mehr allzu genau, was das alles angeht. Aber was sollte man schon an Free vergessen haben? Das Drama, die Boys oder die ganzen Animationen brennen sich ja irgendwie in das Hinterhirn ein. Ich habe die ersten Staffeln sehr brav geschaut und fand sie selbst mit den leicht homoerotischen Anspielungen gar nicht mal so übel (nein, jetzt echt, kein Witz). Klar, es fühlt sich unter dem Strich einfach nur an wie K-On! mit Kerlen und Schwimmen. Das verdankt man natürlich auch Kyoto Animation, aber konnten die mit so einem Hype rechnen? Irgendwo schon, aber wenn man an den Riesenflop mit Nichijou denkt … ist das nicht sonderlich einfach zu beurteilen. Im Grunde war ich eigentlich sehr zufrieden mit Free, auch wenn es natürlich seine Schwächen hatte. Ich spürte, wie soll man sagen – schon immer das Fehlen einer richtigen Story in dieser Serie, auch wenn die Animationen natürlich genial waren. Aber vielleicht sollte ich genauer dazu kommen, warum ich es ab der dritten Staffel dann aufgegeben habe.

Die eigentliche Länge an Serien und Filmen

Mit den ersten zwei Staffeln hatte ich gar kein Problem. Hab ich damals geschaut als es lief und jede Woche eine Folge ist schon in Ordnung. Aber diese ganzen Specials, die gefühlt zwanzig Filme und jetzt auch noch die dritte Staffel. Das ist mir dann doch etwas zu viel. Wenn eine Serie erfolgreich ist, kann man natürlich viel dazu produzieren. Aber irgendwann erreicht es die Grenze, wo es eigentlich nur noch bedenklich ist. Kyoto Animation hat bis heute keine Serie mit einer dritten Staffel produziert und Free soll jetzt die erste sein? Na, ich weiß ja nicht. Ich hab vor der dritten Staffel noch den Starting Days Film gesehen, der für mich auch eine eher fraglich Existenz hat. Ja, die Mittelschulzeit von den Boys ist ja toll und schön, aber was da an sexueller Spannung zwischen ein paar 12-jährigen los war … das ist schon echt nicht mehr lustig. Die homosexuellen Untertöne sind kein Ding, aber bei so jungen Charakteren ist es dann echt nicht mehr vertretbar. Da hätte die Freundschaft wesentlich mehr im Vordergrund stehen müssen.

Das eher eigenwillige Fandom

Ist jetzt eher der kleinste Faktor der Gründe, aber hier tümmelt sich der Teil der weiblichen Yaoi-Fans … die ich überhaupt nicht mag. Jedes Mädel, dass mir glaubhaft erzählen will, sie schaut Free wegen dem Sport – gebt auf, vergesst es. Spätestens ab der zweiten Staffel ist Free ein einziges Shippingfest und das ist ein ungeschriebenes Gesetz. Während sich der eine Teil also streitet, welcher Kerl nun oben oder unten liegt (als wenn es nichts wichtigeres gibt) ist der restliche Teil mit sabbern beschäftigt und auch irgendwie sich selbst. Negative Kritik gegen die Lieblingssserie ist eh nicht gern gesehen, deshalb sagt man auch ungern noch was zu denen und geht einfach. Ist dann vielleicht doch besser. Das muss man sich nicht geben.

Die Tatsache, dass Animationen eben nicht alles besser machen

Ja, die Animationen und Zeichnungen in Free sind sehr geil. Sag ich gar nix gegen, das Auge isst ja für gewöhnlich mit. Aber mittlerweile übertreiben sie es damit sogar, wie ich finde. Dieser ganze Detailgrad der da mittlerweile drin ist, hätte zu anderen Serien weitaus mehr gepasst die von Kyoto Animation produziert wurden. Selbst ein Violet Evergarden sieht dagegen schon fast wie ein durchschnittlich animierter Anime aus. Aber ganz ehrlich, das macht es nicht gleich besser. Animationen sind sehr wichtig bei so einer Serie, gar keine Sache. Für mich stellt sich aber doch noch die Frage, ob genau diese Serie jetzt unbedingt eine dritte Staffel verdient hat. Hätte man von Anfang an mehr Vertrauen in diese Serie gehabt, wäre man vielleicht sogar mir mehr Folgen für die einzelnen Staffeln ausgekommen. Aber ja, leider ein paar nette Animationen helfen leider nicht um alles besser zu machen.

Das Fehlen von eigentlichem Inhalt

Hab ich ja denk schon angesprochen. In Free passiert zwar einiges im Wasser, aber so eine richtige Story verfolgt das ganze nicht. Ich sehe kein Ziel bei dieser Serie und wenn Free weiterhin gut läuft, wird wahrscheinlich auch noch eine viertel Staffel rauskommen. Man stützt sich natürlich immer auf irgendwelche Konflikte unter den Charakteren, was ja gar nicht so das Problem wäre – aber es ist ja immer nur das. Es fühlt sich nach gewisser Zeit einfach nur noch gleich an und irgendwann hat man dann auch keine richtige Lust mehr. Wenn ich gute Sportserien sehen will, schaue ich mir nicht Free an und wenn es um Serien mit Freundschaft und homoerotischen Untertönen geht auch nicht (dann erst Recht nicht, aber wann hab ich darauf schon mal Lust). Natürlich fühlt sich die neuste Staffel deswegen nicht leer und inhaltslos an – aber für mich lohnt es sich nicht mehr weiterzuschauen. Für mich hätte es mit Staffel 2 enden können, oder einer längeren ersten Staffel. Ich würde nicht mal sagen, das Free an schlechtem Inhalt oder schlecht geschriebenen leidet. Es leidet nur selbst an seinem, sich immer wiederholenden Konzept und so toll sind diese Waschlappen dann auch wieder nicht, dass ich mir das weiter geben muss.

Sport – was ist das? Kann man das Essen?

Natürlich sollte der Sport eigentlich an erster Stelle in Free stehen – aber man bringt leider zu gern irgendwelchen emotionalen Schwachsinn in diese Serie (plus Slice of Life). Wären es nur ein oder zwei Folgen, kein Ding. Aber das füllt in Free leider gern fast die Hälfte der Staffel, wenn nicht sogar mehr. Ich habe fünf Folgen der neuen Staffel gesehen, aber es ist eigentlich fast gar nichts passiert. Was Kuroko an Sport viel zu viel hat, hätte man vielleicht sogar zu Free rüber schieben können. Stellt euch Kuroko bei Kyoto Animation vor, ich hätte innerlich geschrien wenn sie das gemacht hätten. Aber leider schauen die meisten Fangirls diese Serie eben nicht wegen dem Sport und das wissen die Produzenten leider auch. Selbst die Tropes sind teilweise aus Kuroko und anderen Shounen übernommen, wenn es mal wieder um Drama geht. Irgendwelche Bro-Fights oder der verletzte Senpai – hab ich alles schon besser gesehen, sorry. Ich mag Kyoto Animation eigentlich, aber für Free liebe ich sie ganz sicher nicht.

Ständig irgendwelche neue Charaktere, die sich eh keine Sau merken kann

Ist mir vor allem in dieser aktuellen Staffel aufgefallen, wo kommen all diese unnötigen Charaktere her? Ein paar neue Charaktere sind ja nicht schlimm, aber gleich wieder so viele? Wer soll da noch die Übersicht behalten, mit der Zeit sehen die sich doch eh alle ähnlich. Natürlich kann man mit neuen Charakteren immer wieder sein repetitives Drama auf Recht erhalten. Wie sollte man diese Serie denn sonst am Leben erhalten? In vielen Fällen ist weniger etwas mehr – aber das wissen die Schreiber von Free leider nicht. Kein Scheiß, ich mochte die Charaktere in Staffel eins sogar noch. Makoto war mein Liebling, aber nach dem Starting Days Film dachte ich mir nur noch: „Junge, bitte … jetzt zieh die Hose einfach runter und macht es einfach, dann hab ich es hinter mir.“ Wäre Free eine richtige Shounen Ai Serie und würde nicht nur die Anspielungen droppen, wäre ich nicht mal böse. Es wäre ja mal eine Überraschung gewesen, aber nicht mal das gönnt mir diese Serie. Nein, ich hab absolut nichts gegen Shounen Ai, glaubt es oder nicht. Aber der Inhalt muss auch stimmen und das tut er leider sehr selten. Für mich fühlt sich diese Staffel nur noch wie eine Fanfiktion an, die noch neue Charaktere hinzugefügt hat (beim Film ist das auch der Fall, aber na ja). Nennt mir einen neuen Charakter daraus, ich werde mich eh nicht an ihn erinnern. So traurig das alles klingt, so ist es nun mal.

Und wenn das alles nicht als Begründung reicht – ich schaue normalerweise eh keine Serien in solcher Richtung – also Richtung Pretty Boys und leicht homo (außer, sie haben Inhalt, aber ich mag nun mal ordentliche Sport-Shounen lieber). Heißt auch nichts, das ich was gegen diese habe. Aber wahrscheinlich werde ich einfach zu alt für solchen Scheiß, oder ich erkenne die Genialität dieser Serie nicht (beides stimmt nicht, aber egal). Ich hab Free nun offiziell abgebrochen und bereue es auch nicht. Mir stellt sich eher die Frage, warum ich es nicht schon wesentlich eher abgebrochen habe. Vielleicht war es die Angst was zu verpassen – aber nicht mal das könnte hier der Fall sein. Immerhin gibt es inhaltlich nichts zu verpassen, möchte ich meinen. Aber die Openings fand ich eigentlich meist ganz gut, nur eben das neuste schon gar nicht mehr. Hat einfach so gar nicht gepasst. An alle, die es trotzdem mögen – lasst euch den Spaß nicht von mir verderben und schaut weiter. Geht mir nur einfach nicht auf den Keks damit. Ich bin die letzte, die anderen Leuten ihren Spaß nicht gönnt.

2 Gedanken zu „Warum ich Free gedroppt habe

  1. Ich hatte es mir mal aus neugier angetan und fand Staffel 1 schon damals recht seicht aber wie du schon sagst, ansehbar, 12 Episoden, das tat keinem weh und optisch war der anime schon gut. Zum Glück konnte mich der Yaoi-Fanservice auch nicht abschrecken XD Staffel 2 wiederrum war unerträglich zäh und wie du schon andeutest:So richtig neue Ideen, Fokus auf Sport oder andere Sachen hatten die Macher nicht, da wurde halt ein alter bester Freund zurückgebracht (von dem man vorher NIEMALS was gehört hat) und das war dann wieder der Plott.

    Kann dich also verstehen ^^

  2. Ich habe den Anime nicht gesehen. Spiele zwar immer mal wieder mit dem Gedanken, aber habe noch nie von einer richtigen Story gehört. Alle schwärmen einem immer nur von den Jungs vor. Dafür fang‘ ich aber keinen Anime an.
    Nach deinem Beitrag wird sich das wohl auch nicht mehr ändern.
    Naja.

    Liebe Grüße!

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