Robot X Laserbeam – Review

Erfolge anknüpfen ist schwer – aber dafür ist die Liebe da. (nicht, was ihr jetzt schon wieder denkt)

Robot x Laserbeam hatte vielleicht nicht die besten Voraussetzungen für einen waschechten, viel zu langen Shounen. Das muss man schon sagen. Fujimaki Tadatoshi der zuvor Kuroko no Basket (und einen anderen One Shot) gezeichnet hat, sprach schon eher davon einen Golf-Manga zeichnen zu wollen. Dementsprechend war es nicht überraschend, dass er mit so etwas um die Ecke kam. Allerdings soll es dann doch eher eine Serie gewesen sein, die von einem seiner Redakteure in Auftrag gegeben wurde. Aber schauen wir uns das mal genauer an.

Protagonist Robato ist ein super seriöser, sturer und genauer Freak, welcher wenig Raum für Flexibilität zulässt und nie die Situation richtig lesen kann. Sein emotionsloses Gesicht gab ihm den Spitznamen „Robo“. Eines Tages jedoch lernt Robo den Sport Golf kennen und …!?

Tatsächlich kann man mehr gar nicht zu dieser Serie sagen. Aber auch hier haben wir wieder einen eher untypischen Protagonisten für so eine Sport-Serie. Ich würde mich jetzt nicht so weit aus dem Fenster lehnen, aber Robato ist schon ziemlich autistisch. Deswegen hatte er es auch nicht sonderlich einfach in seiner bisherigen Schulzeit – aber sein Kumpel Tomoya mag Golf und schleppt ihn einfach mal in den Club dafür. Relativ simpel und Robato hat auch schon mal einen Golfschläger in der Hand gehabt – er hat nur absolut keinen Bock auf diesen Sport und das merkt man ihm auch an.

Der Ansatz ist meiner Meinung nach aber schon mal sehr interessant. Immerhin hätte Robato nicht mehr Desinteresse zeigen können, auch wenn es am Anfang nur um den Rivalenkampf mit Profi-Jüngling Youzan ging. Man hat nach und nach die älteren Mitglieder aus dem Club kennengelernt und Robato hat mit jedem Kapitel so einen kleinen Schritt nach vorn getan. Eben, wie ein normaler Teenager der etwas neues entdeckt und seine Erfahrungen sammelt. Diese Serie füllt sich einfach sehr natürlich an, wenn man sie zum ersten Mal ließt. Klar, die ganzen Schüsse und dergleichen sind wie immer etwas übertrieben – aber ich mag die Charaktere hier eigentlich alle ganz gern. Golf wirkte hier sogar mal interessant, da es auch recht gut erklärt war. Alles hätte so gut werden können – würde diese Serie nicht in der Jump laufen, hätte ich fast gesagt.

Tja, was genau hat Robot x Laserbeam nun das Genick gebrochen, um es so auszudrücken? Die ersten Kapitel kamen gut an, Band 1 bis 4 gingen gut über den Ladentisch und waren recht beliebt. Aber ab da an begann diese Reihe leider zu schwanken. Denn, als RxL immer tiefer im Ranking unterwegs war, wurde es kritisch. Fujimaki musste irgendwas tun, um seine Serie wieder steigen zu lassen. Für ihn ist das auch keine neue Situation, damals mit Kuroko no Basket ist das damals auch vorgekommen (wenn nicht sogar zwei oder dreimal). Aber es war diese eine Entscheidung, bei der die Talfahrt losging und das war der Timeskip. Ich war damals so verwirrt, als ich dieses „3 Jahre später“ las. Spätestens da habe ich allmählich angefangen zu ahnen, was da im Busch ist. Die Serie stand kurz davor geaxed zu werden, was bei der Jump ja leider sehr oft vorkommt. Und mein armes Herz wollte das auch nicht so wahr haben, weil hier eben doch einiges an Liebe drin steckte.

Denn ab dem Timeskip sollte es zumindest in eine andere Richtung gehen – Robato hat ab da an einiges gelernt und möchte Profi-Golfer werden. Die ersten Spiele ab der Zeit sind auch gar nicht mal so übel, da merkt man auch noch gar nichts davon das es langsam kritisch wird. Vor allem, als dann noch ein riesiges Turnier mit einigen Charaktere eingeführt wird, das eigentlich stattfinden soll. All das wirkt wie weg geworfen, wenn man es am Ende sieht. Natürlich endet es nicht völlig abrupt, es endet in sich schon recht logisch. Aber vielleicht hat sich allein die Shounen Jump für diesen Manga echt nicht ausgezahlt gemacht. Es lag nicht am Mangaka, der hat genug Liebe in diese Serie investiert und die Fans am Anfang auch. Nur war das Interesse eben auch schnell wieder weg und das ist ein bisschen traurig zu sehen. 62 Kapitel sind es am Ende geworden, sprich lief es über ein Jahr. Manche Reihen in der Jump werden sogar noch schneller abgesägt, was auch was heißen soll. Ich hoffe zumindest, dass Fujimakis nächste Serie vielleicht etwas besser durchkommt und es dann hoffentlich keine Kuroko Fortsetzung ist. Er hat hier gezeigt, dass er auch was anderes kann und ich bin gespannt was es unter Umständen werden kann. Vielleicht versucht er sich ja auch mal an was neuem, was nichts mit Sport zutun hat oder dergleichen. Man kann nie wissen, aber ich bleibe zumindest gespannt.

Eine Sache wollte ich aber noch unbedingt ansprechen – die Zeichnungen. Klar, Fujimaki hat schon so viele Charaktere entworfen, da fallen einem mit der Zeit schon Ähnlichkeiten zu seinen alten Charakteren auf. Aber seine Zeichnungen sind nochmal ordentlich besser geworden, hier ist wirklich nichts mehr von dem verwackelten Zeichnungen aus seiner Anfangszeit zu erkennen. Ich liebe solche Entwicklungen und mag es, wenn man so was über die Jahre beobachten kann. Denn viele Zeichner haben so viel Potenzial, können es aber nicht wirklich ausschöpfen wegen solchen Entscheidungen. Aber Potenzial und Talent ist eben immer eine Sache – wenn dein gegenüber das nicht erkennt und zu sehr auf Erfolg fixiert ist, kann das nicht werden. Zum Glück war es hier nicht der Fall, aber bei RxL ist der Versuch zu einer weiteren längeren Serie leider gescheitert. Zumindest lag das meiner Meinung eben nicht am Mangaka, sondern eher an der Leserschaft. Wäre da ein bisschen mehr Interesse dagewesen, hätte das bestimmt was werden können. Aber na ja, Jump-Leser heutzutage. Ob er aber schon direkt zu einem Seinen-Magazin gehen sollte, ist noch so eine andere Sache. Aber das wird die Zukunft zeigen.


Was kann ich am Ende sagen? Ich war doch ein wenig traurig, wegen dieser im Grunde abgebrochenen Serie. Ich habe auch von Anfang an nicht verstanden, was das Problem der anderen Leser war. Ich habe natürlich schon wesentlich eher mit einem Abbruch gerechnet, aber dieses eine Jahr hat sich dann doch solide gezogen für die Serie. Ich würde sie dennoch weiterempfehlen, auch wenn es eben abgebrochen wurde. Hier wurde alles gegeben was ging, ohne Zweifel. Ich bereue nichts, in diesem Fall und bin gespannt was die Zukunft so zeigen wird.

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Verlag: bisher nur japanischer Release – in wahrscheinlich sieben Bänden abgeschlossen

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Ein Gedanke zu „Robot X Laserbeam – Review

  1. Frustriert natürlich immer wenn man merkt das diverse Sachen schnell abgenudelt werden schlicht weil es nicht wirklich ankommt. Ich kann den Verlag aber keine echten Vorwürfe machen, die wollen Geld verdienen und müssen dann halt etwas abschneiden wenn es letztendlich nicht rentabel ist. Natürlich ist GOLF auch wieder ein Nischensport und etwas anderes als Basketball, Fußball und ähnliche „Big Sports“

    Wobei ich es glaube ich schlimmer finde wenn ein Manga ZU erfolgreich wird… und dann künstlich verlängert und endlos fortgesetzt wird wie z.B. Dragonball oder One Piece, das ist dann genauso schlimm, wenn nicht sogar schlimmer? Sieben Bände sind denke ich zu vershcmerzen ^^

    Guter Bericht ansonsten, nur der erste Satz „Erfolge anknüpfen ist schwer“ klingt nicht richtig, da fehlt vorne das „AN Erfolge“, ansonsten gute Mischung und gute Bildaufteilung ^^

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