Happy Sugar Life – Review

Was ist hier eigentlich normal?

Eigentlich habe ich diese Season nur Enttäuschungen erlebt. Oder sagen wir mal, nur Serien die mich nicht sonderlich beeindrucken konnten. Free ist nun mit seiner dritten Staffel einfach nur noch langweilig, Yunas Geisterhaus ist eine 1:1 Adaption und wird von mir als Manga weitergelesen und sonst habe ich eigentlich nur die Mini-Chibi Serie zu BanG Dream! geschaut (die man sogar auf Youtube schauen kann). Somit blieb eigentlich nicht viel zum Reviewen, außer das Persona 5 und Steins;Gate 0 nun zu Ende ist (und wahrscheinlich beide beim Shimapan Channel eh irgendwann reviewt werden). Wie komm ich dann aber zu Happy Sugar Life? Eine Freundin von mir (Mizu, sag der Welt hallo, wenn du magst) hat die ganze Zeit von diesem Titel geredet. Da sie über ihre Semesterferien dann bei mir daheim war, wollte sie diese Serie schauen – also haben wir alle Folgen nachgeholt, die sie schon gesehen hat. Legen wir mal los. Wie immer, Spoiler sind dezent gehalten, aber wahrscheinlich vorhanden.

Story

Happy Sugar Life handelt von der Oberschülerin Satou Matsuzaka, die für den ständigen Wechsel ihrer Liebhaber bekannt ist. Eines Tages trifft das Mädchen jedoch auf die kleine Shio Koube, für die es erstmals eine richtige Liebe spüren kann. So kommt es, dass Satou ihren bisherigen Lebensstil völlig umkrempelt, um ein „normales“ Leben führen zu können. Das wirkt allerdings nur nach außen so, denn im Inneren würde sie alles dafür tun, nur um mit Shio zusammen zu sein – darunter fällt auch das Ermorden „störender“ Mitmenschen … (Quelle: Anisearch)

Was wusste ich über diese Serie? Es gibt ein Loli, eine Yandere und jede Menge abgefuckten Scheiß. Hatte ich mit meinem Wissen Recht? So ziemlich, ja. Außerdem haben wir eine Menge Yuri-Vibes und wenig Charaktere die … na ja, normal sind. Wir werden hier erstmal an eine Oberschülerin rangeführt, die ziemlich beliebt ist und neben der Schule jobbt. Absolut hübsch, sehr freundlich und eben alles was ein äußerlich perfektes Mädel ausmacht. Aber das Geheimnis sieht man erst, wenn sie Heim kommt und die Tür aufmacht. Dort wartet die kleine Shio auf sie, bei der man erst noch nicht weiß, warum und wieso sie bei dieser Oberschülerin ist. Über die Zeit gibt es einige, finstere Dinge und Hinweise die zeigen: hier stimmt was nicht. Ein Zimmer in der Wohnung, das voll mit Blut ist und in Säcke stehen – ähnlich schmutzig wie die Wände. Aber dieses Geheimnis aufrecht zu halten, ist schon schwierig genug, wenn da zuerst nicht einige Probleme wären – die Chefin in Satous anderem Job, die sie auf dem Kieker hat (und selbst keine weiße Weste hat). Der Lehrer, der eindeutig was von ihr will und ein Masochist ohne Ende ist. Die Liste ist Lang, das würde jetzt wahrscheinlich einiges spoilern. Aber über die zwölf Folgen wunderte man sich eher, wenn mal etwas normales in dieser Serie auftauchte. Auch ist vieles nicht so, wie es scheint. Happy Sugar Life verteilt gern einige rote Herringe und lässt einen glauben, was dann doch gar nicht gestimmt hat. Es gibt hier auch einiges an Drama und psychologische Elemente, allein wenn ich schon an Shio und ihre Familie denke.

Ich bin inhaltlich von einem stumpfen Yandere beschützt kleines Mädchen ausgegangen, aber dahinter steckt zumindest auch noch etwas mehr. Allerdings ist man mit der Zeit von all den seltsamen Dingen nicht mehr geschockt, das ist mir zumindest aufgefallen. Keine Ahnung wie viel hier aus dem Manga adaptiert werden konnte, aber es kommt mir nicht so vor, als wenn eine Menge fehlen würde. Die meisten Fragen die ich hatte wurden geklärt, wenn auch teils mit merkwürdigen Antworten die man so nicht erwartet hätte. Der vorkommende Horror ist subtil, nicht zu schrill. Zumindest schon mal ein Pluspunkt.

Charaktere

Davon gibt es hier eine Menge, glaubt mir. Satou ist zumindest keine völlig Klischee-Yandere und sie ist auch nicht so perfekt wie ihr Aussehen. Ich verstand auch nicht so wirklich, wie fast jeder Idiot auf sie stehen konnte, aber es waren zumindest nicht völlig alle. Shio ist dagegen das unschuldige Kind, das von ihr beschützt wird und in ihrer Vergangenheit einige Probleme hatte. Für eine Grundschülerin ist das was sie erlebt hat, echt etwas viel. Ganz zu schweigen, wie ihr älterer Bruder sie die ganze Zeit sucht und bei dem eigentlichen Problem irgendwie fast nur daneben stand und nichts gemacht hat. Ihr Bruder war unterm Strich aber nicht viel besser als seine Eltern, auch wenn er nur seine Schwester zu sich holen wollte. Und von Satous Freunden/Kollegen will ich schon fast nicht anfangen. Da wäre dieser blonde Taiyou, der von der bösen Chefin die ich oben erwähnte sexuell vergewaltigt wurde und dann ein Problem Berührungen mit älteren Frauen hat. Nachvollziehbar, aber warum er dann später auf die Vermisstenanzeigen von Shio gesabbert hat – das war schon sehr, sehr merkwürdig. Dann ist da noch auf der anderen Seite Satous beste Freundin Shouko und ein weiteres Mädchen, deren Namen ich jetzt nicht finden konnte. Zweitere gestand Satou einfach so die Liebe – wurde dann aber auch nur auf sehr manipulative Art und Weise von Satou abserviert. Und Shouko ist dieser Typ Freundin, die nur möglichst alles gut für ihre Freundin tun will und dann hinter ihr Geheimnis kommt, sogar mit Shios Bruder in Kontakt kommt und ihn sehr offensichtlich mag. Aber na ja – auch das ist ziemlich böse ausgeartet.

Und von den Erwachsenen will ich gar nicht anfangen, da gäbe es so viel zu erzählen. Dieser merkwürdige Lehrer, den Satou dann sogar erpresst oder auch ihre Chefin die sie hatte. Aber es gab einem Charakter, der alles nur noch merkwürdiger machte: Satous Tante. Diese zog sie allein auf, nach dem Satou ihre Eltern verloren hatte. Diese Frau ist einfach nur … was zur Hölle. In dieser Serie findet man eh schon wenig normale Charaktere, aber diese Frau war der Gipfel. Schon als ich den Satz, ich liebe dich und alle Menschen gehört habe wurde mir klar, warum Satou so kaputt ist. Irgendwie war sie zwar auch unterhaltsam, aber meine Fresse … bei ihr dachte ich dann wirklich nur: „Wie kann man so kaputt sein?“ Im Bereich Charaktere ist hier alles ziemlich abgefuckt, aber das soll wohl so sein.

Zeichnungen & Animationen

Süßer Zeichenstil, der aber trotzdem düster sein kann und schockiert. Ja, das ist schon ein Trend geworden, was Anime in den letzten Jahren anging. Madoka, Higurashi, School Days in gewisser Hinsicht sogar Mirai Nikki oder auch Gakkougurashi! Wahrscheinlich gibt es noch einiges mehr in der Richtung, aber auch diese Serie fährt die Schiene mal wieder sehr hart. Ezόla ist zumindest ein Studio von dem wir noch nie was gehört haben und das macht es zumindest recht interessant. Die Darstellungen die man gerade im Opening und Ending sind, machen die Serie visuell sehr interessant. Für ein neues Studio ist das schon eine ganze Menge, möchte ich meinen. Die Szenen, in denen gerade etwas psychologisches gezeigt wird sind beeindruckend und das mag ich hier eigentlich ganz gern. Mir fällt tatsächlich wenig ein, wie man es hätte besser machen können.

Musik & Synchronisation

Hier hat man mit Opening und Ending auch sehr gute Wahlen getroffen. Ich hab die Songs noch nicht sehr oft danach gehört, aber es passt ziemlich gut rein. An ein paar Insert Songs erinnere ich mich auch, aber die waren nicht sehr einprägsam. Bei der japanischen Synchronisation hat man vor allem auf eher neue Sprecher gesetzt, die ich für meinen Teil noch nicht so oft gehört habe. Zwei bekannte Stimmen dürften aber Kana Hanazawa und Kikuko Inoue sein (Satou und Satous Tante, die Frau hat echt keinen Namen). Erstere ist mittlerweile in jedem zweiten Anime und ihre Stimme irgendwo nicht rauszuhören, ist sehr schwer. Zweitere war unter anderem als Belldandy in Oh! My Goddess zu hören und wird sehr oft in Mutterrollen besetzt, weil passt halt. Da ja noch keine deutsche Synchronisation existiert, können wir uns hier kein Urteil machen. Ist also alles okay für die Ohren und kann man sich ganz gut anhören.


Zwölf Folgen lang eine Menge Terror, hier und da etwas edgy und sonst ganz okay. Worauf diese Serie hinaus laufen würde, war eigentlich von Anfang an relativ klar. So viel wie hier passiert, konnte kein gemeinsames Happy End für Shio und Satou entstehen. Das Ende selbst ist zwar auch etwas fraglich, aber es passt halt trotzdem … irgendwie. Da hier wirklich kein normaler Charakter dabei war und alles ziemlich abgefuckt war, kann man von keiner überraschenden Serie reden. Diese Geschichte war alles andere als normal, aber die Twists wurden mit der Zeit immer weniger. Mein Gedanke war nur meist bei: „Wo soll das noch hinführen“, aber na ja. Wer psychologischen Horror mag, wird hier seinen Spaß haben, selbst wenn es ein wenig edgy ist. Vom Schreckfaktor bleibt es aber doch noch weit hinter einem Elfen Lied oder Higurashi. Wie soll ich es zusammenfassen – kann man sich geben, aber nicht mit der Messlatte an den großen Serien.

Bewertung: 6 von 10 Punkten

Ein Gedanke zu „Happy Sugar Life – Review

  1. Klingt aber insgesamt ganz nett, es ist immer sehr interessant wenn die Leute ALLE einen an der Klatsche haben, das erinnert mich an GTO oder auch Schhol Rumble, aber deine Wertung hat mich etwas ernüchtert, interesse da, aber kein Hype ^^

Schreibste mal was, aber denk dran - das hier ist nicht Tellonym.

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