Hype Hell #4: Yaoi-Fangirls (neue Version)

Irgendwie komme ich immer wieder bei diesem Thema raus, traurig irgendwie.

Gute fünf Jahre ist mein Beitrag zu Yaoi-Fangirls aka Fujoshis jetzt her und ich muss sagen – die Listen in diesem Beitrag sind kreativ, aber was für eine Kackbratze war ich damals bitte? Anstatt den Beitrag aber völlig neu zu schreiben, möchte ich lieber eine völlig neuen Beitrag machen. Warum? Weil mein Schreibstil doch anders ist und sie nicht mit einander harmonieren würden. Vor so vielen Jahren habe ich wahrscheinlich auch gedacht – ha, das wird irgendwann besser. Aber denkste, es ist teilweise sogar noch schlimmer geworden. Ruhen wir uns aber mal nicht zu sehr auf der Vergangenheit aus und betrachten das ganze Mal aus heutiger Sicht.

An der Bezeichnung Yaoi-Fangirl oder eben auch Fujoshi hat sich nichts geändert, die Mädels von damals sind heute noch genauso triebgesteuert und wollen nur eins: geil aussehende Kerle aufeinander. Meine traurige Erkenntnis ist aber, dass sich viele dieser Mädchen in keinster Weise weiterentwickelt haben. Ich kenne unglaublich viele Mädels die damals Yaoi mochten und nun aus dieser Phase hinausgewachsen sind. Klar, sie mögen es bestimmt immer noch und lesen hin und wieder was in der Richtung. Aber ein Mensch entwickelt sich weiter, jetzt sind erwachsene Geschichten interessanter geworden und es gibt sicher auch andere Dinge die interessant sind. Man muss eben auch unterscheiden ob man etwas mag oder eine richtige Obsession dafür hat – ich mag bestimmte Shippings auch, aber deswegen hab ich keine Yaoi-Manga im Schrank. Ich bin sicher auch nicht homophob, weil ich diese Zielgruppe kritisiere. Mittlerweile geb ich mir sogar hin und wieder Yuri-Serien, glaubt es oder nicht. Ich bin absolut offen für Serien, aber das Interesse spielt eben auch eine große Rolle. Selbst wenn man sich mit 17-18 sagt: „Ich werde Yaoi immer lieben“, weiß du nicht, ob das in fünf Jahren auch noch so ist.

Mehr und mehr ist mir auch aufgefallen, wie diese „Spezies“ tickt. Ich habe mich möglichst davon fern gehalten, aber leider kann man bestimmte Bekanntschaften und Begegnungen eben nicht vermeiden (ich würde es gern rückgängig machen, geb ich zu). Ich hatte die böse Erfahrung, eine ganze „Gruppierung“ in dieser Richtung zu treffen die alles andere als normal war. Wie immer – sicher ist nicht jeder so, ich fasse nur zusammen was ich gesehen habe. So eine eingeschränkte Sichtweise habe ich echt schon lang nicht mehr beobachtet, kein Witz. Zwangsverschwulung ist so ein Thema, da gehe ich mit gewissem Humor noch mit (wenn man das Humor nennen kann). Aber wenn die Tatsache besteht, das ein Mangaka genau definiert – der Charakter steht auf das und das: wer hat dann Recht? Der obsessive Yaoi-Fan oder derjenige, der es geschrieben hat? Ich kack doch auch nicht auf Serien, die ich gesehen habe und behaupte einfach was anderes. Was wirft das für ein Bild auf eine Shounen-Serie, die in der Jump lief? Kein gutes, korrekt. Man kann Dinge shippen, kein Ding. Aber die Realität ist so ein Ding, das kennen diese Weiber aus der Sparte heutzutage immer noch nicht. Wenn ein Charakter nicht als schwul adressiert ist, dann ist er es nicht. Man kann selbst Yaoi-Fanfics schreiben und Charaktere in character halten, aber nicht mal das kriegen solche Leute hin. Und fangen wir nicht mit dem Frauenhass an, da gibts auch noch einen Absatz zu.

Glaubt mir, ich habe nichts gegen Mädels die als Jungs auf irgendwelche Conventions gehen. Mache ich auch (teilweise) , aber man muss sich auch vernünftig benehmen können. Wenn ich arrogant über alle anderen weiblichen Cosplayer schaue, macht mich das nicht zur besseren Person. Natürlich darf ich mit Ende 20 oder Anfang 30 auch Yaoi mögen, aber wenn ich mich da noch wie siebzehn benehme … bitte, nein. (Zeichner dieses Genres mal ausgenommen, Kunst ist wieder eine andere Geschichte) Dann wird es einfach nur peinlich. Ich freu mich ja auch mal über was, kein Ding. Aber danach bin ich für die restliche halbe Stunde still und male mir Dinge aus, die in echt eh nicht funktionieren würden (ihr kennt wahrscheinlich nur die Hälfte meiner Ideen und Hilfe, das ist auch gut so). Was ich übrigens mit dem Frauenhass meine, ist sehr simpel. Laut dieser Gemeinschaft sind alle weiblichen Charaktere in Shounen charakterlos und dumm (oder Werke, wo hauptsächlich Mädels dabei sind – fickt dich, geh weg, du Stück Dreck). Natürlich ist es in Shounen schwierig, eine charakterstarke, weibliche Figur zu schreiben. Schaut euch Yu-Gi-Oh! an, sieht man da konstante, starke weibliche Charaktere? Ihr könnt mir nicht widersprechen, Takahashi kann keine Frauen schreiben. Frauen sind in den meisten Shounen zum Bestaunen da, weil die meisten Kerle nun mal auf Frauen stehen. Und wenn solche Fangirls Frauen so hassen – hassen sie sich dann auch selbst? Ich denke schon. Und klar, in manchen Serien gibt es sicher eine Klischee-Schwuchtel die ganz bewusst so ist, wie sie ist. Aber selbst diese Charaktere sind meist hundertmal sympathischer als alles was ich in manchen Fanfiktions lese. Manchmal sind vom Mangaka auch ganz unbewusst Sätze enthalten, die gar nicht schwul klingen aber zweideutig klingen „könnten“. Aber was ist Freundschaft, davon haben Yaoi-Fangirls noch nie gehört. Ist nur eines der wichtigsten Themen in Shounen-Manga, noch nie von gehört.

Ich bin zum Beispiel in der Lage, eine gute Yaoi-Fanfiktion zu erkennen. Ist kein Ding für mich, aber wenn man bestimmte Dinge nicht mal ansatzweise in character darstellen kann (100 % geht nicht, ist halt so, aber zumindest ein bisschen), braucht man mir nicht mit irgendwelchen dummen Argumenten ankommen. Ein Cosplayer kann gut aussehen, keine Frage. Aber wenn er den Charakter nicht rüber bringen kann (und seine eigene Persönlichkeit dann genauso wenig zu passt), sollte man sich vielleicht was anderes raussuchen. Gutes Aussehen ist leider nicht alles, auch wenn viele verblendete Fans sich gern von so etwas beeindrucken lassen. Yaoi-Fangirls sind da leider etwas zu schnell beeindruckbar. Wenn man eine Shounen-Serie nicht mal ohne einen dreckigen Hintergedanken schauen kann, ist man schon echt arm dran. Natürlich darf ich die Kerle geil finden, ist doch gar kein Thema. Shippen darf ich auch, wenn die Chemie stimmt. Aber dieser elende Zwang, man muss der Meinung des anderen sein, ist einfach krankhaft dumm. Ihr beleidigt damit zum Beispiel nicht auch denjenigen, der die andere Meinung hat sondern auch den eigentlichen Macher dahinter. Wenn ich schon manchmal super enttäuschte Tweets von Idioten sehe, weil sie ihr Pairing nicht zusammen kriegen … löst das in meinem Hirn nicht nur ein paar Schmerzen aus. Man sitzt dann nur da und denkt sich – wie kann man solche Erwartungen an jemanden stellen? Ich versteh ja, wenn man mit einem bestimmten Ende oder dergleichen unzufrieden ist. Ich sag nur Death Note, der Tod einer ganz bestimmten Person. Aber bitte, hört mit solchem Scheiß auf.

Was will ich euch aber damit sagen? Egal, wie alt ihr jetzt seid oder wie ihr zu diesem Genre nun mal steht – es ist nicht Sinn und Zweck, seine Obsession so auszuleben und andere Leute damit kaputt zu machen. Ich habe auch mal einen schlechten Tag und kotze jemanden an. Aber danach kann man sich genauso wieder entschuldigen, anstatt weiter auf seinem Standpunkt zu behaaren und sich einen eventuellen Fehler einzugestehen. Denn das ist genau, was mich an diesen Mädchen ankotzt – man dreht sich die Welt immer so, wie sie einem am besten passt. Ist für einen selbst natürlich immer günstig, aber warum schaut man sich zumindest nicht ein bisschen um und denkt für wenigstens ein paar Sekunden nach? Es ist keine Schande auch mal zuzugeben, das man falsch liegt. Gerade diese dumme Sturheit ist es, was mich so aufregt, aber das habe ich bereits geschrieben. Zu oft wollen wir uns nicht wiederholen, denke ich mal.


Ich werde wahrscheinlich immer mehr mit anderen Mädchen in dieser Richtung aneinander geraten, weil ich eben diese Meinung vertrete. Für mich gibt es klare Unterschiede zwischen einem Kuroko no Basket und Free, allein von den zugeteilten Genre. Free ist kein Sportanime, das ist Drama mit irgendwelchen feuchten Lappen – das einzig feuchte in Kuroko ist der Schweiß dieser Kerle. Man kann nicht alles und jeden in einen Topf klatschen, aber man kann zumindest ein bisschen Rücksicht nehmen. Ich persönlich bin auch bereit, mich unter diesem Beitrag auf eure Meinungen einzulassen. Aber für mich sind ein Großteil der Yaoi-Fangirls nur noch irgendwelche Mädchen, die ihre Augen von der Realität abwenden und ihren Sichtwinkel bewusst einschränken. Ich bin froh, nie so wirklich dazugehört zu haben und cringe tatsächlich nur noch, wenn man sich selbst als Fujoshi bezeichnet. So ein Doujinshi kann sicher ganz unterhaltsam sein, ob nun Yuri oder Yaoi. Aber er wird niemals so unterhaltsam wie das Ursprungsmaterial sein, wenn ich dieses wirklich mochte. Für alle die sich jetzt zu sehr angesprochen fühlen – es ist nicht schlimm, auch Interesse an anderen Genres als Yaoi zu haben. Man darf auch gezeichnete Mädchen süß finden, dafür muss man sich nicht schämen. Man wird älter, entwickelt sich weiter. Ob man das will oder nicht.

Meinungen wie gesagt, gerne hier runter. Außerdem gibt es hier noch eine Liste mit Arten von Fujoshis.

2 Gedanken zu „Hype Hell #4: Yaoi-Fangirls (neue Version)

  1. Hi Hotaru. Erst gestern habe ich einen kleinen Beitrag zum Thema Yaoi/Shonen-Ai in meinem Blog verfasst. Ausschlaggebend war hier eine Seite die ich in My Honey Boy gefunden habe, gebunden an die Tatsache, dass ich diese Genre sehr gerne mag. Als Fangirl in der Art wie du es beschrieben hast seh ich mich nicht wirklich, ich bin Ende 20, mag den Kram erst seit ein paar Jahren und dazu kommt, dass ich so ziemlich alles lese was mir in die Finger kommt. Zu dem bin ich echt ein Fan von starken weiblichen Hauptcharakteren ala Yona und sowas in die Richtung und LiEBE Shoujo ;D
    Kommen wir also zum Punkt, erst neulich bin ich (trotz, dass ich in einem Kuhkaff lebe) einem Mädchen, schätzungsweise Anfang zwanzig über den Weg gelaufen mit dem ich mich dann eben etwas über unser geteiltes Hobbie unterhalten habe. Das Ganze endete damit, dass ich in ihren Augen jetzt wohl ein abgrundtief, hassenswerter Mensch bin xD – Es war genau wie du es beschreibst, die Frau ist das absolute Feindbild, völlig unabhängig davon, dass sie selbst ein echt hübsches Mädl war… Ich find’s erschreckend, als Kritik an etwas kann man das beim besten Willen wirklich nicht mehr bezeichnen und ich glaub irgendwie nicht…

    • Ich weiß selbst nicht mal, was dahinter für ein Problem stecken könnte. Hässliche Mädels in der Richtung hab ich tatsächlich auch noch nicht gefunden – nur dieses penetrante „ich hab keinen Freund“-Geheule ist schon echt hart. Und wie gesagt, bisschen Yaoi kann sich jeder gönnen. Gar kein Thema. Es ist ja auch eigentlich ein Klischee, in dem man sich wirklich nicht wiedererkennen sollte. Und wenn, selbst wenn, kann man ja auch drüber lachen. Interessant, dass du in deinem Dörfchen dann auch jemanden gefunden hast. Ich wohne in einem 18000er Städtchen und kenne leider fast niemanden der mein Hobby teilt. Aber na ja. Ich werd mir den Beitrag auf jeden Fall noch mal durchlesen und auch kommentieren, vielen lieben Dank f+r deinen Kommentar und einen schönen Sonntag. ^^

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